Thalkleinich

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Thalkleinich
Ortsgemeinde Kleinich
Wappen von Thalkleinich
Koordinaten: 49° 53′ 50″ N, 7° 11′ 16″ O
Höhe: 415–430 m ü. NHN
Fläche: 2,33 km²[1]
Einwohner: 42 (2008)[2]
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner/km²
Eingemeindung: 7. Juni 1969
Postleitzahl: 54483 (ehemals: 5551)
Vorwahl: 06536
Thalkleinich (Rheinland-Pfalz)
Thalkleinich

Lage von Thalkleinich in Rheinland-Pfalz

Blick auf Thalkleinich von der Kleinicher Pfarrkirche aus (August 2016)

Thalkleinich ist ein Ortsteil der im rheinland-pfälzischen Landkreis Bernkastel-Wittlich gelegenen Ortsgemeinde Kleinich. Bis 1969 war Thalkleinich eine selbstständige Gemeinde, ehe sie im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform der neu gebildeten Gemeinde zugeschlagen wurde. Der Ort hat etwa 30 Einwohner bei einer Gesamtfläche von 2,33 km².

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thalkleinich liegt im Hunsrück zwischen dem Tal der Mittelmosel in westlicher und der Hunsrückhöhenstraße in östlicher Richtung. Politisch gehört der Ortsteil der Gemeinde Kleinich in der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues an, die einen Teil des Landkreises Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz bildet. Nächstgelegene Mittelzentren sind Traben-Trarbach (acht Kilometer nordnordwestlich) und Bernkastel-Kues (acht Kilometer westnordwestlich), die Kreisstadt Wittlich liegt 22 Kilometer nordwestlich. Der Flughafen Frankfurt-Hahn ist acht Kilometer nordöstlich gelegen. Die Gesamtfläche der Gemarkung Thalkleinich beträgt 2,33 km²,[1] Nachbargemarkungen sind – im Uhrzeigersinn und im Norden beginnend – Beuren (Gemeinde Irmenach), Hirschfeld (Hunsrück), Oberkleinich, Kleinich und Fronhofen (jeweils Gemeinde Kleinich).

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen Januar 1931 und November 2007 betrieb der Deutsche Wetterdienst im Hauptort Kleinich auf 437,5 m ü. NHN eine Station zur Niederschlagsmessung (Lage).[3] Seit Februar 2008 befindet sich in der Kleinicher Ortslage auf einer Höhe von 447 m ü. NHN eine hydrometeorologische Station des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (Lage).[4]

Langjähriger Mittelwert (1981–2010) der Niederschläge für Kleinich
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Niederschlag (mm) 74 63 69 57 72 69 74 67 71 74 68 78 Σ 836
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Quelle: Deutscher Wetterdienst, abgerufen am 1. September 2016.

Die nächstgelegene Wetterstation zur Messung von Temperatur und Sonnenstunden befindet sich in Hahn etwa neun Kilometer nordnordöstlich von Thalkleinich auf einer Höhe von 497 m ü. NHN.

Langjähriger Mittelwert (1981–2010) der Durchschnittstemperaturen und Sonnenscheindauer für Hahn
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) 0,0 0,5 3,9 7,5 11,8 14,7 16,9 16,5 12,8 8,6 3,7 0,8 Ø 8,2
Sonnenstunden (h/d) 1,55 2,80 3,68 5,50 6,26 6,70 7,06 6,52 4,90 3,23 1,77 1,26 Ø 4,3
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Quelle: Deutscher Wetterdienst (Temperatur, Sonnenstunden), abgerufen am 1. September 2016.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von Thalkleinich aus (Vordergrund) auf die Kleinicher Pfarrkirche (um 1913)

Vermutlich gab es in Thalkleinich bereits zu römischer Zeit eine Hofstelle. Das heutige Dorf wird 1390 erstmals als „in dem dale zu Kleinche“ erwähnt, 1399 als „ym dale zu Cleyniche“ und 1421 als „Cleynche ymme dale“ bezeichnet. 1790 nannte sich die Siedlung „Kleinicher Tal“.[2] Der Name „Thalkleinich“ wurde vermutlich erst nach 1800 gebräuchlich. Das Dorf wurde zu jener Zeit von Kleinich aus besiedelt, als das Hochgericht noch nicht als abgegrenzter Rechtsbezirk bestand.

Über Jahrhunderte hatte Thalkleinich eine enge Beziehung zu Irmenach und Beuren. Diese drei Orte bildeten eine Einheit, die sog. „Großgemeinde Irmenach“, die erst 1828 endgültig aufgelöst wurde.

In der Zeit der Weimarer Republik gehörte die Landwirtschaftsgemeinde Thalkleinich der niedrigsten Ortsklasse D an, die Gemeindevertretung umfasste sechs Sitze.[5]

Am 15. Mai 1936 wurde der Ortsname von Thal-Cleinich in Thalkleinich umgewandelt, der Ort gehörte dem Landkreis Zell (Mosel) an. Durch die Eingemeindung in die bestehende Gemeinde Kleinich am 7. Juni 1969 wechselte die Zuständigkeit zur Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues im neugegründeten Landkreis Bernkastel-Kues.[6] Durch die Umgliederung bedingt wechselte der Ort gleichzeitig vom Regierungsbezirk Koblenz in den Regierungsbezirk Trier.

Die SWR-Sendereihe Hierzuland drehte im August 2016 in Thalkleinich, nach Fronhofen (Oktober 2009)[7] und der Kleinicher Ortsstraße (November 2013)[8] die dritte Episode über einen Teil der Gemeinde Kleinich, die Ausstrahlung erfolgte am 9. September 2016.

Gerichtszuständigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Gründung des Département de Rhin-et-Moselle im Jahr 1798 gehörte Thalkleinich zum Justice de paix (ab 1821 Friedensgericht) Trarbach, im Jahr 1879 wurde das Amtsgericht Trarbach (ab 1904 Traben-Trarbach) eingerichtet.[9] Im Juni 1923 kam Thalkleinich zum Amtsgerichtsbezirk Kirchberg, der 1967 aufgelöst wurde und dem Amtsgericht Simmern/Hunsrück zukam.[10] Zum 1. April 1971 wurde der Ort dem Amtsgericht Bernkastel-Kues (LG Trier, OLG Koblenz) zugelegt.[11] Die Neuordnung der Gerichtsbezirke im Jahr 1971 war Gegenstand einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes (BGH) vom 12. November 1979; die Umgliederung Thalkleinichs war dabei entscheidungserheblich.[12]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher war der Ort wegen des protestantischen Grafen von Sponheim evangelisch geprägt, 2008 waren 65,9 Prozent der Einwohner evangelischen Glaubens.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1835[13] 90
1858[14] 95
1885[1] 99
1908[2] 102
1910[15] 89
1913[16] 89
1918[17] 90
Jahr Einwohner
1926[18] 99
1931[5] 95
1933[19] 94
1939[19] 96
um 1980 etwa 65
2008[2] 42
2016[20] etwa 30

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister bis zur Eingemeindung 1969, seither als Ortsvorsteher.[2] Während der Weimarer Republik wurde der Ortsbürgermeister auch als „Gemeindevorsteher“ bezeichnet.[5]

Zeit Ortsbürgermeister
1900–1910 Wilhelm Kirst
1910–1914 Hermann Neusius
1914–1919 Adolf Schmidt (stellvertretend)
191900000 Hermann Neusius
1919–1923 Oskar Neu
1923–1924 Wilhelm Weirich
Zeit Ortsbürgermeister
1924–1945 Ernst Bohr
1945–1946 Hermann Kirst
1946–1951 August Schug
1951–1956 Albert Klei
1956–1960 Fritz Gerhardt
1960–1969 Otto Schug
Zeit Ortsvorsteher
1969–1999 Günter Schell
1999–2015 Edgar Kleinmann
2015–0000 Dietmar Kirst[21]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Zugehörigkeit des Ortes zum Landkreis Zell vor der kommunalen Gebietsreform 1969, liegt für Thalkleinich als einziger Kleinicher Ortsbezirk kein amtliches Wappen vor. Das nebenstehende Wappen findet seit dem Jahr 2000 Verwendung auf der Gemeindefahne[22] sowie auf der Webseite der Grundschule Kleinich[23] und in der Gemeindechronik.[2]

Wappen Thalkleinich.svg
Blasonierung: „Über grünem Schildfuß, darin eine silberne Wassermühle, dreireihig geschacht von Silber und Rot.“
Wappenbegründung: Das Schachbrettmuster im oberen Teil weist auf die Zugehörigkeit zur Hinteren Grafschaft Sponheim hin. Der untere Teil zeigt in eine Mühle am Kleinicher Bach, die grüne Farbe verweist auf die Landwirtschaft.

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmalgeschützter Ortskern von Thalkleinich mit den unter Schutz stehenden Nummern 8, 16 und 18 und dem Dorfplatz im Ortsmittelpunkt (2016)

Der Thalkleinicher Ortskern mit bildet wegen seiner ungewöhnlichen Dichten an historischen Hofanlagen, die überwiegend aus dem 19. Jahrhundert stammen, eine sogenannte Denkmalzone. Neben dieser gemeinsamen Unterschutzstellung von sieben Anlagen sind die Gebäude mit den Hausnummern 8, 9, 16, 18 und 20 zusätzlich als Einzelbauwerk geschützt, ebenso wie das Backhaus.[24]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thalkleinich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erik Zimmermann: Das Kirchspiel Kleinich. Neun Dörfer im Hunsrück. Ortsgemeinden Kleinich und Hochscheid (Hrsg.), Kleinich 2009, ohne ISBN.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland. XII. Provinz Rheinland. Berlin 1888, S. 20–21 (online).
  2. a b c d e f Zimmermann, Das Kirchspiel Kleinich, S. 217–223.
  3. Komplette Liste aller DWD-Stationen. In: imkhp2.physik.uni-karlsruhe.de, abgerufen am 1. September 2016.
  4. Hydrometeorologische Station Kleinich. In: am.rlp.de, abgerufen am 1. März 2015.
  5. a b c Handbuch der Ämter und Landgemeinden in der Rheinprovinz und in der Provinz Westfalen. Berlin 1931.
  6. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Gemeindeverzeichnis 2016. In: statistik.rlp.de (Statistische Bände, Band 407), S. 184 (PDF; 2,9 MB).
  7. Fronhofen auf der Webseite der SWR-Sendereihe Hierzuland, abgerufen am 1. September 2016.
  8. Ortsstraße in Kleinich auf der Webseite der SWR-Sendereihe Hierzuland, abgerufen am 1. September 2016.
  9. Dieter Strauch: Rheinische Gerichte in zwei Jahrhunderten. Droste Verlag, Düsseldorf 2007, ISBN 978-3-7700-7629-1, S. 424.
  10. Dieter Strauch: Rheinische Gerichte in zwei Jahrhunderten. Droste Verlag, Düsseldorf 2007, ISBN 978-3-7700-7629-1, S. 337–338.
  11. Dieter Strauch: Rheinische Gerichte in zwei Jahrhunderten. Droste Verlag, Düsseldorf 2007, ISBN 978-3-7700-7629-1, S. 273, 417.
  12. BGH, Beschluss vom 12. November 1979, Az. AnwZ (B) 15/79, MDR 1980, 397 (Rn. 6).
  13. Geographisch-statistisch-topographisches Wörterbuch des preußischen Staates. Erster Band. Erfurt 1835, S. 567.
  14. Statistische Nachrichten über den Regierungs-Bezirk Coblenz. Coblenz 1861, S. 102 (online).
  15. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900. In: gemeindeverzeichnis.de, abgerufen am 1. September 2016.
  16. Meyers Orts- und Verkehrs-Lexikon des Deutschen Reichs. Zweiter Band. Leipzig 1913, S. 942.
  17. Führer durch die Verwaltung der Rheinlande von einst und jetzt. Düsseldorf 1918, S. 82 (online).
  18. Adressbuch für den Bezirk der Industrie- und Handelskammer zu Coblenz. Düsseldorf 1926, S. XXXVI (online).
  19. a b Landkreis Zell (Mosel). In: verwaltungsgeschichte.de, abgerufen am 1. September 2016.
  20. Thalkleinich auf der Webseite der SWR-Sendereihe Hierzuland, abgerufen am 5. September 2016.
  21. Ortsvorsteherwahl 2015. In: wahlen.rlp.de, abgerufen am 1. September 2016.
  22. Kleinich municipality (Germany). In: crwflags.com, abgerufen am 1. September 2016.
  23. Das Kirchspiel Kleinich. (Memento vom 20. Februar 2001 im Internet Archive) In: gskleinich.bildung-rp.de.
  24. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Bernkastel-Wittlich (PDF; 1,5 MB). Mainz 2016.