Irmenach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Irmenach
Irmenach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Irmenach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 55′ N, 7° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bernkastel-Wittlich
Verbandsgemeinde: Traben-Trarbach
Höhe: 445 m ü. NHN
Fläche: 16,38 km2
Einwohner: 675 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 41 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56843
Vorwahl: 06541
Kfz-Kennzeichen: WIL, BKS
Gemeindeschlüssel: 07 2 31 501
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Markt 3
56841 Traben-Trarbach
Webpräsenz: www.irmenach.de
Ortsbürgermeister: Martin Kirst (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Irmenach im Landkreis Bernkastel-Wittlich
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Irmenach im Hunsrück ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach an und besteht aus den beiden Ortsteilen Irmenach und Beuren, welche lediglich etwa einen Kilometer voneinander entfernt liegen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ursprünge der beiden Orte Irmenach und Beuren liegen im Dunkeln. Schon für die römische Zeit ist eine Besiedelung des Gebietes nachgewiesen. Einer alten Ortstradition folgend hat man den Namen Irmenach oftmals auf die Heilige Irmina zurückgeführt, was aber kaum wahrscheinlich ist. Möglicherweise leitet sich der Name von „Herminiachus“ (= „Hofgut des Herminius“) ab, wobei es sich bei Herminius um einen vornehmen Kelten handeln würde, der seinen Namen latinisiert hatte.

Über Jahrhunderte bildete Irmenach mit Beuren und dem heute zu Kleinich gehörenden Thalkleinich eine Einheit, die sog. „Großgemeinde Irmenach“. Erst 1828 wurden die Beziehungen zwischen Irmenach/Beuren und Thalkleinich endgültig aufgelöst.

Irmenach gehörte zur Hinteren Grafschaft Sponheim und teilte so deren Geschichte. Insbesondere ab dem 17. Jahrhundert hat die Nähe zur Grevenburg oftmals Besatzung durch feindliche Heere zur Folge gehabt, unter welcher die Bevölkerung sehr zu leiden hatte.

Bei der Teilung der Hinteren Grafschaft Sponheim 1776 gelangte Irmenach wie das gesamte Oberamt Trarbach an Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld, bis die Grafschaft schließlich mit der französischen Eroberung 1794 zu existieren aufhörte. Ab 1815 gehörte Irmenach dann zu Preußen und kam zur Bürgermeisterei Sohren (1927 umbenannt in Amt Sohren, 1939 umbenannt in Amt Büchenbeuren) im neugebildeten Kreis Zell. Nach dessen Auflösung im Jahr 1969 gehörte Irmenach für kurze Zeit zum Rhein-Hunsrück-Kreis. Als 1970 auch die Verbandsgemeinde Büchenbeuren aufgelöst und insgesamt in der Verbandsgemeinde Kirchberg aufgehen sollte, konnten es die beiden Gemeinderäte von Irmenach und Beuren durchsetzen, dass sie mit Wirkung vom 7. November 1970 der neugebildeten Verbandsgemeinde Traben-Trarbach im Landkreis Bernkastel-Wittlich eingegliedert wurden.

Mit Verfügung der Bezirksregierung Trier vom 30. Oktober 1974 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Irmenach und Beuren am 1. Dezember 1974 aufgelöst und zur neuen Gemeinde Irmenach zusammengefasst.[2] Dabei gelang es allerdings nicht, den von fast allen örtlichen Vereinen verwendeten Doppelnamen „Irmenach-Beuren“ auch als Gemeindenamen durchzusetzen.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche in Irmenach
Marktplatz mit Gasthaus Fuchss (Holzschnitt von Friedrich Karl Ströher)

Spätestens seit dem 14. Jahrhundert, wahrscheinlich aber schon eher früher, gab es in Irmenach eine Kirche bzw. in Beuren eine Kapelle – zu deren Unterhaltung auch die Bewohner Thalkleinichs beizutragen hatten, auch wenn diese ihre kirchlichen Bedürfnisse in der nur wenige hundert Meter entfernten Kleinicher stillten. Spätestens für das Jahr 1351 ist für Irmenach ein Priester bezeugt, 1413 ein Pfarrer.

Im Jahr 1557 wurde in Irmenach wie in der gesamten Grafschaft die Reformation eingeführt. Seitdem ist Irmenach evangelisch (lutherisch) geprägt. Gleichwohl hat es wohl immer auch einige Familien gegeben, die kurtrierische Leibeigene waren und somit katholisch blieben, wenn auch – anders als in anderen Gemeinden – niemals ein Simultaneum in der Kirche durchgesetzt wurde. Erst in neuerer Zeit hat sich der Anteil der katholischen Bevölkerung durch Zuzug um einiges erhöht.

Die Irmenacher Kirche war wohl ursprünglich eine Peterskirche, wenngleich wohl eine frühere Dorftradition davon erzählte, die Kirche sei der „Heiligen Irmel“ geweiht gewesen oder es habe zumindest einen der Heiligen Irmina geweihten Altar gegeben. Auf jeden Fall scheinen zur Irmenacher Kirche Wallfahrten stattgefunden zu haben. Von den älteren Kirchbauten ist wohl nur der unterste Teil des Turmes erhalten geblieben, der wohl aus der Zeit um 1200 stammt, während Turm und Schiff neueren Datums sind. Bis heute erhalten sind aber die alten Glocken (Audio-Datei / Hörbeispiel Klangbeispiel?/i) aus den Jahren 1423, 1514 (gegossen von Hans von Breisig) und 1555 (gegossen von Johann von Trier).

In den Jahren 1871/72 wurde in Irmenach ein neues Kirchenschiff errichtet, da die bisherige Kirche für die Gemeinde zu klein geworden war. Vorausgegangen war ein erbitterter Streit zwischen den beiden Orten, da die Beurener der Meinung waren, ein Kirchenneubau müsse in ihrem Dorf geschehen. Beim Abriss der alten Kirche gingen die zweifellos zahlreich vorhandenen Gemälde und Malereien, wie sie heute etwa noch in Lötzbeuren oder Raversbeuren zu finden sind, verloren. Erhalten geblieben ist aber die historische Stummorgel aus dem Jahr 1776.

Die Beurener Kapelle war dem Heiligen Antonius geweiht, sie wird so frühestens auf das 13. Jahrhundert zurückgehen. In der Kapelle befand sich in vorreformatorischer Zeit ein Bild des Heiligen, zu dem ebenfalls Wallfahrten bezeugt sind. Von der Kapelle ist nur noch der Turm erhalten, da das Schiff um 1950 wegen angeblicher Baufälligkeit abgerissen wurde.

Von 1979 bis 2011 waren die Kirchengemeinden Irmenach, Lötzbeuren und Raversbeuren pfarramtlich verbunden, zum Jahr 2012 fusionierten sie zur Kirchengemeinde Irmenach-Lötzbeuren-Raversbeuren. Der Sitz des Pfarramtes war in Lötzbeuren. Derzeit ist die Kirchengemeinde mit der Kirchengemeinde Enkirch-Starkenburg pfarramtlich verbunden, wobei der Sitz des Pfarramtes Enkirch ist. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Simmern-Trarbach.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Irmenach besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[3]

Wahl SPD CDU Gesamt
2014 8 4 12 Sitze
2009 8 4 12 Sitze
2004 7 5 12 Sitze

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit alters her war die Landwirtschaft der Haupterwerbszweig. Irmenach und Beuren galten lange als die reichsten Bauerndörfer des Hunsrücks. Nachdem es noch bis in die 1980er Jahre zahlreiche kleine landwirtschaftliche Nebenerwerbsbetriebe gab, ist die Zahl der Betriebe heute – dem allgemeinen Trend folgend – auf eine Handvoll zusammengeschrumpft.

Neben der Landwirtschaft wurde lange Zeit Schieferbergbau betrieben. In der Irmenacher Umgebung gibt es zahlreiche Schieferbergwerke, die teilweise schon im 17. Jahrhundert existiert haben. So schreibt Johann Hofmann im Jahr 1669: „Forderst hat es in denselbigen Gebürgen gar viel Schieferstein-brüche / worvon die Einwohner des Landes fast eben so grosses Einkommen haben / als vielleicht andere von ihren fruchtbaren Feldern nicht erhalten mögen“.[4] Der Ortstradition zufolge ist Irmenacher Schiefer u. a. beim Bau des Berliner Reichstages und am Brüsseler Dom verwendet worden. Ende der 1960er Jahre schloss die letzte Schiefergrube, da der Abbau nicht mehr rentabel war.

Größter Arbeitgeber in der Nachkriegszeit war die in Irmenach ansässige Firma Hans Kirst, die heute Pferdeboxenställe herstellt.

Bedeutender Wirtschaftsfaktor der ganzen Region ist jedoch nach wie vor der Flughafen Hahn.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Irmenach herrscht ein reges Vereinsleben. Neben der Freiwilligen Feuerwehr und vielen örtlichen Vereinen gibt es den Turn- und Sportverein Irmenach-Beuren e.V. (gegründet 1913), welcher zusammen mit dem TuS Kleinich und dem TuS Horbruch die sehr erfolgreiche Handballspielgemeinschaft Irmenach-Kleinich-Horbuch bildet und etliche Jahre in der Regionalliga spielte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

in Irmenach geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

mit Irmenach verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelische Kirche in Irmenach mit Stumm-Orgel
  • Turm der Evangelischen Kapelle in Beuren
  • Römische Villa und Römergrab

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Rodewald: Irmenach in der katholischen Zeit. In: Monatshefte für Rheinische Kirchengeschichte 10 (1916), S. 257–285.
  • Heinrich Rodewald: Irmenach im Reformationsjahrhundert. In: Monatshefte für Rheinische Kirchengeschichte 12 (1918), S. 33–83.
  • Heinrich Rodewald: Irmenach im Jahrhundert der großen Kriege. In: Monatshefte für Rheinische Kirchengeschichte 14 (1920), S. 145–189.
  • Heinrich Rodewald: Irmenach zur Zeit der Zerstörung der Grevenburg und der badischen Religionswirren. 1697–1734; in: Monatshefte für Rheinische Kirchengeschichte 7 (1913), S. 129–187.
  • Heinrich Rodewald: Irmenach bis zur französischen Zeit. 1734–1794. In: Monatshefte für Rheinische Kirchengeschichte 8 (1914), S. 97–152, 161–194.
  • Heinrich Rodewald: Die Irmenacher Pfarrer im 19. Jahrhundert. In: Monatshefte für Rheinische Kirchengeschichte. Bd. 24, 1930, S. 193–234.
  • Dokumentation der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach aus Anlaß des 20jährigen Bestehens von 1970–1990. Traben-Trarbach, 1990.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Irmenach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 181 (PDF; 2,6 MB)
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  4. Johann Hofmann, Trorbachische Ehren-Säul. Faks.-Nachdr. der Ausg. Stuttgart 1669. Cäsar, Traben-Trarbach 1968, S. 769f.