Thomas Hirschhorn

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Thomas Hirschhorn

Thomas Hirschhorn (* 16. Mai 1957 in Bern) ist ein Schweizer Installationskünstler.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Installation Ingeborg Bachmann Altar im U-Bahnhof Berlin Alexanderplatz
Das Auge, Wien 2008

Thomas Hirschhorn lebt und arbeitet seit 1984 in Paris, Frankreich. Der in Bern geborene Thomas Hirschhorn wuchs in Davos auf, besuchte die Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich und gewann ab Mitte der 1990er Jahre internationale Anerkennung für seine Installationen, beispielsweise die Installation Kunsthalle prekär in Langenhagen (1996). Hirschhorn versteht sich nach eigener Aussage als ein Künstler, der «Kunst politisch macht».

Grössere internationale Bekanntheit erlangte Hirschhorn durch die Installation «Swiss-Swiss Democracy» im Schweizer Kulturzentrum Paris, 2004. Diese war Medienberichten zufolge ein Skandal, da sie der Außendarstellung des Landes schade. Nach einer Welle der Empörung im Nationalrat wurden als Strafaktion der Kulturstiftung Pro Helvetia die Mittel in Höhe des Beitrags der Stiftung an diese Ausstellung gekürzt. Stein des Anstoßes war unter anderem ein Angriff auf Bundesrat Christoph Blocher[1] oder das Kollagieren von Folterbildern aus dem Irak mit Wappen der Schweizer Kantone; ein Detail in der für Hirschhorn typischen skulpturalen Installation.

Eine weitere Form der Installation, die Hirschhorn in verschiedenen Städten an öffentlichen Orten aufbaut, ist der Straßenaltar. Bisher widmete er seine Altäre vier Schriftstellern und Künstlern: Piet Mondrian, Otto Freundlich, Raymond Carver und Ingeborg Bachmann. Im Oktober 2006 installierte er für das Ausstellungsprojekt «U2 Alexanderplatz» der Neuen Gesellschaft für bildende Kunst (NGBK) im U-Bahnhof Berlin Alexanderplatz den «Ingeborg Bachmann Altar».

Crystal of Resistance war der Titel der Installation von Thomas Hirschhorn im Pavillon der Schweiz auf der 54. Biennale di Venezia. Mit dieser Arbeit wollte Hirschhorn nach eigenen Angaben drei Fragen an seine Arbeit stellen. "Erstens: Kann meine Arbeit einen neuen Begriff der Kunst erschaffen? Zweitens: Kann meine Arbeit einen 'kritischen Körper' aufbauen? Drittens: Kann meine Arbeit ein 'Nicht-exklusives Publikum' implizieren?"[2] Zehn Wochen lang im Sommer 2013 in New York City öffnete sein Pavillon des Gramsci-Monument für Anwohner und internationale Gäste in der Bronx.[3]

Thomas Hirschhorn wird von der Galerie Arndt in Berlin vertreten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thomas Hirschhorn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pro Helvetia distanziert sich vom Angriff auf Christoph Blocher. In: Neue Zürcher Zeitung vom 6. Dezember 2014
  2. Zitiert nach 'Crystal of Resistance', Thomas Hirschhorn; Informationsblatt des Schweizer Pavillons, Venedig 1. Juni bis 27. November 2011. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 9. November 2014; abgerufen am 9. November 2014. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bak.admin.ch
  3. Hotdogs an der Gramsci-Bar – Der Künstler Thomas Hirschhorn hat in New York einen Kultur-Pavillon aufgebaut, Deutschlandradio Kultur vom 9. Juli 2013, abgerufen 10. Juli 2013
  4. Prix Meret Oppenheim 2018. In: www.bak.admin.ch. Bundesamt für Kultur, abgerufen am 1. November 2019.
  5. Von der löchrigen Wirklichkeit. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 15. Mai 2016, S. R5
  6. Augen zu und durch. In: Neue Zürcher Zeitung vom 7. März 2019