Unterroth

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Wappen Deutschlandkarte
Unterroth
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Unterroth hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 48° 12′ N, 10° 10′ OKoordinaten: 48° 12′ N, 10° 10′ O
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Neu-Ulm
Verwaltungs­gemeinschaft: Buch
Höhe: 524 m ü. NHN
Fläche: 15,39 km2
Einwohner: 1131 (31. Dez. 2022)[1]
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner je km2
Postleitzahl: 89299
Vorwahl: 07343
Kfz-Kennzeichen: NU, ILL
Gemeindeschlüssel: 09 7 75 161
Gemeindegliederung: 2 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulweg 1
89299 Unterroth
Website: www.unterroth.de
Erster Bürgermeister: Norbert Poppele (Dorfgemeinschaft)
Lage der Gemeinde Unterroth im Landkreis Neu-Ulm
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Karte
Bauernhaus in Unterroth

Unterroth ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Neu-Ulm. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Buch.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Pfarrdorf liegt in der Region Donau-Iller in Mittelschwaben im Tal der Roth, 30 km südöstlich von Ulm und 30 km nördlich von Memmingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat zwei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterroth wird erstmals im 9. Jahrhundert in einer Urkunde des Klosters Kempten erwähnt. Im 12. Jahrhundert wechselte der Ort öfters seine Besitzer und 1165 kam Unterroth zur Herrschaft von Kellmünz. Im Jahr 1187 kam Unterroth, vermutlich durch Verpfändung, wieder an das Kloster Ottobeuren.

1426 erhielt Graf Hugo von Rechberg, Herr von Kellmünz, die Güter zu Unterroth vom Bischof von Augsburg als Lehen. 1447 belieh der Bischof die Herren von Rechberg mit einem anderen Teil des Ortes.

Während des Bauernkrieges 1525 wurden auch die Unterrother Bauern rebellisch. Als Strafe wurde der Ort von berittenen Söldnern und Landsknechten geplündert und zwei Ortsansässige erstochen.[4]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterroth gehörte zum Hochstift Augsburg. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Teile von Unterroth gehörten zur Herrschaft Illerreichen der Fürsten Schwarzenberg, die erst 1806 zum Königreich Bayern kamen. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2016 2019
Einwohner 737 788 833 902 950 938 956 985 1025 1046 1112[5]

Zwischen 1988 und 2019 wuchs die Gemeinde von 831 auf 1112 um 281 Einwohner bzw. um 33,8 % – höchster prozentualer Zuwachs im Landkreis Neu-Ulm im genannten Zeitraum.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus dem ersten Bürgermeister und den Gemeinderatsmitgliedern. Für die Amtszeit 2014–2020 waren acht Gemeinderatsmitglieder zu wählen. Aufgrund der über 1000 gestiegenen Einwohnerzahl waren bei der Gemeinderatswahl vom 15. März 2020 zwölf Mitglieder zu wählen. Sie entstammen alle dem 20 Bewerber umfassenden einzigen Wahlvorschlag der Wählergruppe Dorfgemeinschaft.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1. Mai 2020 ist Norbert Poppele (Dorfgemeinschaft) Erster Bürgermeister;[6] dieser wurde am 15. März 2020 als einziger Bewerber mit 89,3 % der Stimmen gewählt. Seine Vorgänger waren:

  • Gerhard Struve (Dorfgemeinschaft) von 2002 bis 2020 und
  • Günter Steinmüller (* 1939; † 2016; Dorfgemeinschaft) von 1996 bis 2002.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Unterroth
Wappen von Unterroth
Blasonierung:Gespalten von Rot und Silber mit zwei abgewendeten steigenden Löwen in verwechselten Farben.“[8]
Wappenbegründung: Das Wappen setzt sich aus Elementen der zwei wichtigsten früheren Herrschaftsinhabern zusammen: die Spaltung in Rot uns Silber stammt vom Wappen des Fürstbistums Augsburg, die Löwen von dem der von Rechberg.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 2014 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 740 T€, davon waren umgerechnet 176 T€ (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Unterroth kreuzen sich die Staatsstraße St 2020 und die Kreisstraße NU 5. Diese verbindet Unterroth mit der Autobahn A 7 – Auffahrt Illertissen (AS 124) etwa fünf Kilometer nordwestlich. Der nächste Flughafen ist der Flughafen Memmingen etwa 30 Kilometer südlich.

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2014 gab es 66 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in der Gemeinde. Von der Wohnbevölkerung standen 417 Personen in einem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis, so dass die Zahl der Auspendler um 351 Arbeitnehmer höher war als die der Einpendler. Für 2010 weist die Statistik 18 landwirtschaftliche Betriebe aus. 410 ha der Gemeindeflur waren landwirtschaftlich genutzt, davon 219 ha als Grünland und 191 ha als Ackerland.

Bekannte Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Firma Butzbach, Hersteller von Toren und Fassaden, betreibt ein Werk in Unterroth.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2015 gab es in Unterroth eine Kindertageseinrichtung mit 75 Plätzen und 44 Besuchern.

In Unterroth geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Unterroth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-003r Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtag (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Unterroth in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 21. August 2019.
  3. Gemeinde Unterroth, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 11. Dezember 2021.
  4. Die Geschichte der Gemeinde Unterroth. Abgerufen am 21. Juli 2023.
  5. https://www.citypopulation.de/de/germany/bayern/09775__neu_ulm/
  6. Grußwort. Gemeinde Unterroth, abgerufen am 15. November 2020.
  7. Illertisser Zeitung: Trauer um ehemaligen Bürgermeister. In: augsburger-allgemeine.de. 19. Oktober 2019, abgerufen am 26. Februar 2024.
  8. Eintrag zum Wappen von Unterroth in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte