Valeo

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Valeo

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Rechtsform S.A.
ISIN FR0013176526
Gründung 1923/1980
Sitz Paris, FrankreichFrankreich Frankreich
Leitung Jacques Aschenbroich (Chairman und CEO)[1]
Mitarbeiterzahl 111.600[2]
Umsatz 18,6 Mrd. Euro[3]
Branche Automobilzulieferer
Website www.valeo.com
Stand: 31. Dezember 2017

Valeo ist ein börsennotierter französischer Automobilzulieferer mit Sitz in Paris, der weltweit als Erstausrüster der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie tätig ist. Valeo ist an der Pariser Börse notiert und beschäftigt 82.800 Mitarbeiter in 30 Ländern der Welt an 134 Produktionsstandorten, 52 Forschungs- und Entwicklungszentren sowie 12 Vertriebsstützpunkten für Valeo. Die Gruppe wird seit März 2009 von Jacques Aschenbroich geleitet. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2015 betrug 14,5 Mrd. Euro[4].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Valeo ging aus der französischen Aktiengesellschaft Ferodo (Société Anonyme Française du Ferodo, SAFF) hervor, die im Jahre 1923 in Saint-Ouen (Département Seine-Saint-Denis) in der Nähe von Paris gegründet wurde. Unter Eugène Boisson vertrieb das Unternehmen Bremsbeläge und Kupplungsbeläge der englischen Gesellschaft Ferodo (Ferodo UK), später entstand in Saint-Ouen auch eine Fertigung unter Lizenz von Ferodo (UK). Ab 1932 wurde Ferodo an der Pariser Börse gehandelt. Ab den 1960er Jahren wurde das Geschäft auf angrenzende Produktfelder ausgedehnt: Bremssysteme (1961), thermische Systeme (1962), elektronische Komponenten und Systeme (1963), Beleuchtung (1970), elektrische Systeme (1978). Internationale Niederlassungen entstanden in Spanien (1963), Italien (1964) und Brasilien (1974).

Um alle Firmen unter einem Markennamen zusammenzufassen, beschloss die Aktionärshauptversammlung am 28. Mai 1980, der Gesellschaft den Namen Valeo (lateinisch für: „Mir geht es gut“) zu geben, seinerzeit der Name der italienischen Tochter der Ferodo-Gruppe. Seit Beginn der 1980er Jahre wächst Valeo durch vermehrte Firmenzukäufe und gehört zum Kreis der international wichtigsten Zulieferer der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie. Die Valeo-Gruppe setzt sich aus 12 Tochtergesellschaften zusammen, die sich überwiegend aus Firmenaufkäufen ergeben haben. 1998 wurde die deutsche SWF übernommen.[5] Im Januar 2005 kaufte Valeo die Division Motorsteuerung des amerikanischen Automobilzulieferers Johnson Controls. Der letzte große Firmenaufkauf war die Firma Peiker aus Friedrichsdorf, die seit März 2016 eine Tochter des Valeo-Konzerns ist. Seit 2018 ist FTE Ebern Teil der Valeo-Gruppe.

Unternehmensstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gruppe ist in vier Business Groups und 9 Produktfamilien gegliedert:

  • Comfort and Driving Assistance Systems: mit Interior Controls und Sicherheitssysteme
  • Powertrain Systems mit Motormanagement und Elektrische Systeme sowie Transmissions
  • Thermal Systems mit Klimasysteme, Motorkühlsysteme und Kompressoren
  • Visibility Systems mit Wischersysteme und Beleuchtungssysteme

Der Bereich Valeo Services beliefert den Nachrüstungsmarkt, die Kfz-Vertragshändler, freien Werkstätten und Ersatzteilhändler in über 100 Ländern mit den Produkten der Valeo-Gruppe. Cibié ist Valeos Sportmarke.

Niederlassungen in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland ist Valeo mit ca. 4.500 Mitarbeitern an 5 Produktionsstandorten sowie mit 6 F&E-Zentren vertreten.

Börsenangaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Valeo wird an der Börse von Paris gehandelt (ISIN-Code: FR0000130338).

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen ist früher stark an der Herstellung von asbesthaltigen Komponenten beteiligt gewesen (überwiegend in Kupplungssystemen und Bremsbelägen) u. a. an seinem Standort in Condé-sur-Noireau in Frankreich. Nach fast 100 Jahren Asbestverschmutzungen und nach Gerichtsverfahren, die mehr als zehn Jahre dauerten, wurden Valeo, mehrere Manager sowie der zuständige Betriebsarzt im Jahr 2006 und 2007 wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung in Condé-sur-Noireau verurteilt. Valeo hat seither strenge Vorschriften zur Vermeidung und Behebung von Asbestrisiken für Mitarbeiter und ehemalige Mitarbeiter eingeführt; diese wurden auch am 10. April 2009 in einer Vereinbarung mit dem französischen Umweltministerium ratifiziert.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Governance
  2. Key figures. In: valeo.com. Abgerufen am 18. Juni 2018
  3. "Press release: 2017 results"
  4. Press Release FY 2015. In: valeo.com. Abgerufen am 3. Juni 2016.
  5. swf-wischer.de: Unsere Geschichte
  6. Valeo Bus. Abgerufen am 14. Juni 2018.
  7. FTE: Übernahme durch Valeo nun perfekt. In: inFranken.de. (infranken.de [abgerufen am 24. August 2018]).
  8. Amiante. Chronologie d'un scandale à Condé-sur-Noireau. Ouest-France, 28. Februar 2013, abgerufen am 4. November 2013 (französisch).