Vion N. V.

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Vion N.V.
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Rechtsform N. V.
Gründung 1. Juli 2006
Sitz Boxtel, NiederlandeNiederlande Niederlande
Leitung Francis Kint (CEO)[1]
Mitarbeiter 11.507 (durchschnittlich mit Beschäftigten von Subunternehmern)[2]
Umsatz 4,7 Mrd. Euro[2]
Branche Lebensmittel
Website www.vionfood.de
Stand: 31. Dezember 2016 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2016

Vion N. V. auch Vion Food ist ein internationaler Fleischproduzent mit 27 Produktionsstandorten in den Niederlanden und Deutschland, sowie Verkaufsbüros weltweit. Der Konzernsitz befindet sich in Boxtel (Niederlande), der Sitz der deutschen Gesellschaft ist in Buchloe.

Der alleinige Anteilseigner von Vion Food, die Stiftung Administratiekantoor SBT, ist ein Vermögensverwalter, der Hinterlegungsscheine für seine Aktien an NCB-Ontwikkeling ausgegeben hat, der als Investmentfonds im Namen der ZLTO handelt. Die ZLTO ist ein Verband für Unternehmer im Agrarsektor und hat etwa 15.000 Mitglieder in Nord-Brabant, Zeeland und den südlichen Teilen Gelderlands.

Geschäftsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit seinen drei Divisionen Beef, Pork und Food Service liefert das Unternehmen Schweine- und Rindfleisch, sowie daraus hergestellte Produkte an den Lebensmitteleinzelhandel, die Fleischwarenindustrie, den Großverbraucherhandel und die Gastronomie.

Die Division Beef Als Marktführer in den Niederlanden und Deutschland übernimmt Vion Food bei Rindfleisch auch in Europa eine führende Rolle. Die Rindfleischprodukte von Vion Food werden hauptsächlich in den Heimatmärkten, also in den Niederlanden und in Deutschland, aber auch in Südeuropa (Frankreich, Griechenland, Italien und Spanien) vertrieben.

Die Division Pork Die Division Pork besteht aus 16 Produktionsstandorten. Diese setzen sich aus drei Schlachtbetrieben in den Niederlanden und neun Schlachtbetrieben in Deutschland zusammen. Die Zentrale der Division Pork ist im niederländischen Boxtel. Ende 2015 waren in dieser Division etwa 7.800 Mitarbeiter beschäftigt. Die Division Pork verarbeitet etwa 320.000 Schweine pro Woche.

Die Division Food Service Die Division Food Service beliefert zwei Segmente im Lebensmittelmarkt: die Gastronomie und Impulskanäle. Der Bereich Gastronomie umfasst Cateringservices, Kantinen, Restaurants und Hotels. Das andere Segment, die Impulskäufe (von Snacks), umfasst Verkaufsstellen wie Convenience-Anbieter, den Reise- und Freizeitmarkt sowie Unterhaltungseinrichtungen.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vion unterhält insgesamt 27 Produktionsbetriebe in den Niederlanden und in Deutschland.

Die Vion Standorte in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahlen, Altenburg, Bad Bramstedt, Bamberg, Buchloe, Crailsheim, Emstek, Furth im Wald, Großostheim, Hilden, Holdorf, Holzwickede, Landshut, Perleberg, Riedlingen, Vilshofen, Waldkraiburg und in Zeven

Mit der Vion Zucht- und Nutzvieh GmbH unterhält Vion eine große deutsche Viehhandelsagentur.

Die Vion Zucht- und Nutzvieh-Standorte befinden sich in Dalum, Diepholz, Duben, Einbeck, Hannover und Neumünster.

Die Vion Standorte in den Niederlanden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Niederlanden befinden sich Standorte in Apeldoorn, Boxtel, Enschede, Groenlo, Scherpenzeel, Tilburg sowie in Valkenswaard.

Die Vion Standorte International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vion unterhält weltweit Niederlassungen in Bulgarien, China, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Hong Kong, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Singapur, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn und der Ukraine.

Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • De Groene Weg („Der Grüne Weg“) ist seit 1981 Marktführer für Bio-Fleisch in den Niederlanden. Die Marke wird an Fleischereien in den Niederlanden verkauft und beliefert auch Fleischverarbeiter in Deutschland.
  • Das Angebot von SALOMON FoodWorld umfasst ein Sortiment an Produkten aus den Bereichen Hamburger, Hauptgerichte und Fingerfood für den Außer-Haus-Markt.
  • FVZ Convenience. Diese Marke umfasst Schnitzel, Geflügel, Hackfleisch, Haxen und Vital.
  • Unter der Marke Food Family liefert Vion Food Schweine- und Rindfleisch.
  • Goldbeef ist eine weitere Marke für Rindfleisch.
  • Die Marke Schweinegold steht für Schweinefleisch, das für die Fleischindustrie in Japan und Korea bestimmt ist.
  • Unter der Marke Hackplus werden Produkte angeboten, die aus Fleisch kombiniert mit pflanzlichem Eiweiß aus Gemüse oder Weizen bestehen.
  • Weylander Rindfleisch ist eine Rindfleischmarke, die in vielen Supermärkten in den Niederlanden angeboten wird.
  • Unter Good Farming Star produzieren mehr als 150 Landwirte Schweinefleisch für das Tierschutzlabel „Beter Leven“, das nur in den Niederlanden vertrieben wird.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2007 erstattete die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch Anzeige gegen die Unternehmen SNP (gehörte damals zu Vion N. V.), GePro (PHW-Gruppe), den Düngemittelhändler Beckmann und die Veterinärämter der Landkreise Diepholz, Emsland, Oldenburg und Vechta, da die Unternehmen illegalen Handel mit Tiermehl (K3-Material) betreiben und die Ämter Beihilfe dazu leisten würden. Obwohl entsprechende Abfälle und das daraus hergestellte Tiermehl keinesfalls in die menschliche Nahrungskette gelangen dürfen, fand Foodwatch dafür entsprechende Hinweise. Die daraufhin eingeleiteten Ermittlungen ergaben, dass der Handel mit den Mehlen tatsächlich stattfand, jedoch mit Genehmigung der zuständigen Behörden und daher keine Straftat war. Die Genehmigungen selbst haben allerdings gegen geltende Gesetze verstoßen. Da Beihilfe aus juristischer Sicht jedoch nur vorliegt, wenn die Haupttat strafbar ist, wurden die Ermittlungen sowohl gegen die Unternehmen als auch gegen die Ämter Ende 2007 eingestellt. Die Genehmigungspraxis der Behörden wurde geändert.[3][4]

Durch zwei WDR-Berichte vom 17. Januar 2012 und 27. Januar 2012 in der Sendung Aktuelle Stunde kam die Vion Hilden GmbH in den Fokus der Öffentlichkeit. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelte gegen die Vion Hilden GmbH und führte eine Razzia im Werk durch. Dem Hildener Werk wurde vorgeworfen, Rindfleisch aus dem europäischen Ausland umetikettiert zu haben, um es als Deutsches zu verkaufen.[5][6] Die Ermittlungen gegen alle Beschuldigten wurden jedoch im September 2012 eingestellt.[7]

Nach Hinweisen des Schleswig-Holsteiner Landwirtschaftsministerium, dass es in einem von Vion betriebenen Schlachthof in Bad Bramstedt zu Verstößen gegen das Tierschutzgesetz im Zusammenhang mit Schlachtungen gekommen sei, ermittelt die Kieler Staatsanwaltschaft erneut gegen Vion.[8] Ende Februar 2014 durchsuchten Zoll und Polizei das Firmengelände und stellten Materialien sicher.[9] Der Schlachthof musste daraufhin für etwa 5 Wochen geschlossen werden.[10]

Im Jahr 2016 wurden erhebliche Mängel beim Tierschutz und der Hygiene am Landshuter Schlachthof bekannt[11]. Der Landshuter Schlachthof befand sich in einer Bauphase, wurde intensiv kontrolliert und stand in engem Austausch mit den Überwachungsbehörden. Zu keinem Zeitpunkt stand die Lebensmittelsicherheit in Frage. Vion hat daraufhin alle Fraktionen des bayerischen Landtags in den Schlachthof Landshut eingeladen.[12]

Ebenfalls 2016 wurde gegen einen Schlachthof in Niedersachsen ermittelt, in dem Fleisch für die Vion Marke LandJuwel produziert wurde. Obwohl Werbeprospekte und die Internetpräsenz mit artgerechter Haltung, hoher Qualität und häufigen Prüfungen durch neutrale Dienstleister warben, wurde Tierquälerei durch den Betrieb festgestellt. Die gehaltenen Tiere waren verletzt und verstümmelt, Wunden wurden nicht behandelt. Die auf der Webseite genannten neutralen Prüfungsunternehmen existierten seit mehreren Jahren nicht mehr. Heinz Schweer, Direktor der Landwirtschaft bei Vion, gab gegenüber dem NDR Fernsehen zu von den Vorfällen nicht gewusst zu haben, bis die Recherche des NDR Fernsehens die Tierquälerei offenbarte, da laut ihm die Qualitätskontrolle der Mastbetriebe bei den Landwirten läge. Endkunden und Abnehmer kritisierten den Zustand der Tierhaltung scharf und fühlten sich durch die irreführende Werbung betrogen. [13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Vorstand
  2. a b Geschäftsbericht 2016, auf www.vionfood.de, abgerufen am 29. April 2016
  3. Dieter Nürnberger:Foodwatch zu neuem Fleischskandal, Deutschlandradio, 21. Februar 2007
  4. Pressemitteilung Foodwatch, 8. April 2007
  5. @1@2Vorlage:Toter Link/www.wdr.de Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven: Norbert Dohn, WDR, 17. Januar 2012
  6. Thomas Bug: [1], WDR, 27. Januar 2012
  7. Christoph Schmidt: [2], Rheinische Post, 20. September 2012
  8. NDR 1 Welle Nord: Bereits 2012 Ermittlungen gegen Schlachthof (Memento vom 5. März 2014 im Internet Archive), 28. Februar 2014
  9. sh:z Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag: Razzia auf Schlachthof in Bad Bramstedt, 25. Februar 2014
  10. Die Welt / dpa: Vion hat Schlachtbetrieb wieder aufgenommen, 31. März 2014
  11. Tierquälerei und Ungeziefer auf niederbayerischem Schlachthof. In: sz.de. Süddeutsche Zeitung, 27. Juli 2016, abgerufen am 28. Juli 2016 (deutsch).
  12. http://www.agrarheute.com/dlz/news/vion-schlampereien-landshut
  13. NDR Fernsehen: Video "Tierquälerei bei Markenfleisch" - Markt. 26. Juli 2016, abgerufen am 7. März 2017.