Apeldoorn

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Apeldoorn, zum Kalkarer Stadtteil Appeldorn siehe dort, zum Meppener Ortsteil Apeldorn siehe dort.
Gemeinde Apeldoorn
Flagge der Gemeinde Apeldoorn
Flagge
Wappen der Gemeinde Apeldoorn
Wappen
Provinz Gelderland Gelderland
Bürgermeister John Berends
Sitz der Gemeinde Apeldoorn
Fläche
 – Land
 – Wasser
341,13 km²
339,92 km²
1,21 km²
CBS-Code 0200
Einwohner 159.249 (1. Apr. 2016[1])
Bevölkerungsdichte 467 Einwohner/km²
Koordinaten 52° 13′ N, 5° 58′ OKoordinaten: 52° 13′ N, 5° 58′ O
Vorwahl 055/0577
Postleitzahlen 3888 (Uddel), 7300-7339, 7341, 7345-7346, 7348, 7350-7352, 7360-7361, 7364, 7370-7371, 7380-7381
Website www.apeldoorn.nl
LocatieApeldoorn.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte
Satellitenfoto Stadt Apeldoorn

Apeldoorn ( anhören?/i) ist eine Großstadt in den Niederlanden. Sie ist das regionale Zentrum der Veluwe in der Provinz Gelderland. Auf die Fläche bezogen ist Apeldoorn die drittgrößte Gemeinde der Niederlande (nach Noordoostpolder und Midden-Drenthe). Im Dezember 2010 hatte die Stadt etwa 138.000 Einwohner, die Gemeinde hat 159.249 Einwohner (Stand 1. April 2016). Durch den Bau der neuen Stadtviertel Zonnehoeve und Zuidbroek wird die Stadt in den nächsten Jahren auf etwa 170.000 Einwohner anwachsen.

Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Gemeindegebiet gehören auch Assel, Beekbergen, Beemte-Broekland, Engeland, Groenendaal, Hoenderloo, Hoog Buurlo, Hoog Soeren, Hooilanden, Klarenbeek (zum Teil), Lieren, Loenen, Nieuw-Milligen, Oosterhuizen, Radio Kootwijk, Uddel, Ugchelen, Wenum-Wiesel, Woudhuizen und Zilven. Die kursiv gedruckten Orte sind die wichtigsten Dörfer um Apeldoorn.

Apeldoorn ist eine grüne Stadt mit wenigen Hochhäusern und vielen freistehenden Häusern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Apeldoorn wurde 793 erstmals urkundlich erwähnt. Im Mittelalter wurde an einem Ort mitten im Wald, der jetzt „Het Herenhul“ heißt, Recht gesprochen. Ein kleiner Waldweg zwischen Apeldoorn und Beekbergen heißt deshalb immer noch „Richtersweg“. Im Jahre 1689 ließ Wilhelm III., Statthalter der Niederlande und König von England, das Lustschloss Het Loo bauen. Seitdem haben immer Mitglieder des Hauses Oranien in Apeldoorn gelebt, bis Het Loo nach dem Tode Königin Wilhelminas in ein Museum umgewidmet wurde. Dieser Umstand und die Lage waren ab etwa 1850 Grund für viele Haager Staatsbeamte und andere Leute, in Apeldoorn eine Villa oder kleinere Wohnung mit Garten zu erwerben. Dadurch breitete Apeldoorn sich vom Bauerndorf zu einer Villenstadt mit vielen Grünanlagen aus.

Die klaren, sauberen Bäche, vor Ort sprengen genannt, förderten schon seit dem 18. Jahrhundert die Ansiedlung von Papierindustrie und Wäschereien.

Der Zweite Weltkrieg ließ auch Apeldoorn nicht unberührt. Es war ein Zentrum des Druckes von Widerstandsblättern. Die jüdische psychiatrische Anstalt wurde von den Nationalsozialisten geräumt und fast alle Bewohner starben in den Konzentrationslagern. Im Herbst 1944 wurden von der deutschen Wehrmacht mit Unterstützung der NSB zwei große Razzien durchgeführt, um Zwangsarbeiter für den Bau von Verteidigungsstellungen bei Doesburg, Zevenaar und Rees zu rekrutieren. Am 17. April 1945 erfolgte die Befreiung.

Nach 1960 entwickelte Apeldoorn sich schnell zum heutigen Wohlstand und Umfang. 1968 wurde die Theologische Universität Apeldoorn gegründet. Die Entscheidung der Regierung, viele Behörden – wie das Steueramt – aus dem überfüllten Westen in kleinere Städte zu verlagern, schaffte in Apeldoorn viele neue Arbeitsplätze und machte den Neubau vieler Wohnungen und Stadtviertel notwendig.

Durch eine Amokfahrt am Koninginnedag 2009 starben acht Menschen, darunter der Täter selbst, mehrere Menschen wurden verletzt. Der Täter wollte während der Paradefeierlichkeiten mit seinem Kleinwagen in den Bus der Königsfamilie fahren, verlor aber vorher die Kontrolle über sein Fahrzeug, das nach dem Aufprall auf ein Denkmal zum Stillstand kam.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zentrale Lage hat viele Dienstleistungsunternehmen, Behörden und Großhandelsbetriebe veranlasst, sich in Apeldoorn niederzulassen. Darunter sind Versicherungsgesellschaften, das niederländische Katasteramt, einige Abteilungen der Steuerbehörde (unter anderen die EDV), mehrere Kliniken (auch in Beekbergen), Papiergroßhandlungen, Wäschereien und ein Heim für jugendliche Straftäter (in Hoenderloo). Es gibt auch Industrie, unter anderem für Metallwaren, Brot und Kuchen, Papier und Maschinen. Auch befindet sich hier die Versandzentrale der Apple Inc. für Mitteleuropa. In der Stadt Apeldoorn gibt es insgesamt 92.294 Arbeitsplätze. Auch der Tourismus ist sehr bedeutend. Es gibt mehrere Hotels und Campingplätze in der Gemeinde.

Die Stadt liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Het Loo
Rathaus
Wohnhäuser am Kanal
  • Apeldoorn ist bis weit über die Grenzen bekannt für das Schloss Het Loo, wo bis 1962 Mitglieder des niederländischen Königshauses lebten. Das von einem im Barockstil angelegten Park und großen Wäldern umgebene Palais ist heute ein Museum.
  • Der Nationalpark Hoge Veluwe liegt zwischen Hoenderloo, südwestlich der Stadt, und Ede.
  • In einem Park westlich der Stadt liegt der Zoo Apenheul, in dem nur Affen leben, die meist in direktem Kontakt zu den Besuchern gehalten werden.
  • Der Julianatoren („Julianaturm“) ist ein kleiner Freizeitpark.
  • Im Zentrum Apeldoorns steht ein Museum für moderne Kunst namens CODA (Cultuur Onder Dak Apeldoorn), das häufig auch Werke von deutschen Künstlern zeigt.
  • Auf der Museumseisenbahn zwischen Apeldoorn, Lieren und Dieren (Gem. Rheden) verkehrt in den Sommermonaten der Dampfzug der VSM (Veluwsche Stoomtrein Maatschappij).

Autobahnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Apeldoorn liegt an den Autobahnen ZwolleArnheim (A 50) und AmsterdamHengelo (A 1)–OsnabrückBerlin, die sich bei Beekbergen kreuzen.

Bahnhöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt hat einen Hauptbahnhof an der Eisenbahnlinie Amsterdam/UtrechtDeventer–Osnabrück–Berlin. Seit Dezember 2006 hält hier der internationale Zug nach Osnabrück/Hannover/Berlin. Am 10. Dezember 2006 wurden im Osten der Stadt zwei neue Kleinbahnhöfe geöffnet: Apeldoorn-De Maten (an der Linie nach Zutphen) und Apeldoorn-Osseveld an der Linie nach Deventer.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Omnisport Apeldoorn

Östlich der Innenstadt wurde 2008 das Omnisportcentrum, eine große Sportanlage für verschiedene Sportarten mit einer Halle für die Volleyballer von PZ/Dynamo eröffnet.[3] Dort fanden 2011 die Bahn-Weltmeisterschaften im Radsport statt.

In Apeldoorn gibt es zwei Sportvereine, die auf höchster Ebene spielen, beides Volleyballvereine.

  • Volleyball
    Die Damenmannschaft von Dros/Alterno spielt in der niederländischen Ehrendivision (Volleyball).
    Die Herrenmannschaft Piet Zoomers/Dynamo spielt in der Eredivisie (Ehrendivision).

Apeldoorn ist auch als Schauplatz zweier Laufsportveranstaltungen sowie einer Marschveranstaltung bekannt: Der Midwinter-Marathon wird seit 1974 im Januar oder Februar ausgetragen und von 1984 bis 2007 fand ein international renommierter 24-Stunden-Lauf statt.[4] Jährlich findet der Viertage-Marsch von Apeldoorn (Apeldoorn Vierdaagse) statt, der vom Niederländischen Wandersportbund NWB organisiert wird.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleine deutsche Orte ähnlichen Namens:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Apeldoorn – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Apeldoorn – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand April 2016Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. tagesschau.de: Trauer nach Amokfahrt von Apeldoorn (Memento vom 4. Mai 2009 im Internet Archive) (Zugriff am 2. Mai 2009)
  3. Website des Omnisportcentrum
  4. Website des 24-uur loop Apeldoorn