Weißendorf

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Weißendorf in Thüringen; zum gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Oberdolling in Bayern siehe Weißendorf (Oberdolling).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Weißendorf
Weißendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Weißendorf hervorgehoben
Koordinaten: 50° 41′ N, 12° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Greiz
Erfüllende Gemeinde: Zeulenroda-Triebes
Höhe: 387 m ü. NHN
Fläche: 3,63 km2
Einwohner: 317 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km2
Postleitzahl: 07950
Vorwahl: 036622
Kfz-Kennzeichen: GRZ, ZR
Gemeindeschlüssel: 16 0 76 081
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ortsstraße 51
07950 Weißendorf
Webpräsenz: www.weissendorf.de
Bürgermeisterin: Elvira Michel (parteilos)
Lage der Gemeinde Weißendorf im Landkreis Greiz
Auma-Weidatal Bad Köstritz Berga/Elster Bethenhausen Bocka Brahmenau Braunichswalde Caaschwitz Crimla Endschütz Gauern Greiz Großenstein Langenwetzendorf Harth-Pöllnitz Hartmannsdorf Hilbersdorf Hirschfeld Hohenleuben Weida Hundhaupten Kauern Korbußen Kraftsdorf Kühdorf Langenwetzendorf Langenwolschendorf Lederhose Linda Lindenkreuz Langenwetzendorf Mohlsdorf-Teichwolframsdorf Münchenbernsdorf Langenwetzendorf Neumühle Paitzdorf Pölzig Reichstädt Ronneburg Rückersdorf Saara Weida Schwaara Schwarzbach Seelingstädt Weida Teichwitz Weida Weißendorf Langenwetzendorf Wünschendorf Zedlitz Zeulenroda-Triebes ThüringenKarte
Über dieses Bild

Weißendorf ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Greiz. Erfüllende Gemeinde ist die Stadt Zeulenroda-Triebes.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Weißendorf verläuft der 12. Längengrad. Der Ort liegt im Thüringer Schiefergebirge in der Nähe der Talsperren Zeulenroda und Weida.

Die Stadt Zeulenroda-Triebes umschließt das Gemeindegebiet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmalige Erwähnung fand der Ort 1268 unter dem Namen Wizcendorf. Im Mittelalter führte durch den Ort die bedeutende Salzstraße von Halle nach Nürnberg. Kirchlich gehörte das Dorf zuerst zur Parochie Hohenleuben, seit dem Dreißigjährigen Krieg zum Kirchenspiel Triebes. Weißendorf hatte Marktrecht. Am 5. Juni 1957 fand das tragische Ende der Sichelsmühle statt. Scheune und Stallungen fielen den Flammen zu Opfer. 1965–1966 erfolgt der Abriss der Mühle, deren Ersterwähnung nicht vollziehbar war.[2] Während der DDR-Zeit wurden von den genossenschaftlichen Betrieben eine Kartoffelsortieranlage, -lager, Futtermittelwerk sowie Stallungen errichtet. Diese werden heute durch mittelständische Betriebe und den Handel genutzt. Seit 1. Februar 2006 ist Zeulenroda-Triebes erfüllende Gemeinde für Weißendorf. Zuvor hatte Triebes diese Funktion inne. Zusammen mit dem Weidastausee ist das örtliche Umfeld inzwischen touristisch gut erschlossen.

Bis 1995 war Weißendorf Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Triebes. Im früheren Herrenhaus Weißendorf befindet sich heute der örtliche Kindergarten.

Rittergut Weißendorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittelpunkt des lang gestreckten Dorfes stand das bedeutende Rittergut der Herren von Dobeneck (seit 1495). Um 1600 ging das Rittergut in den Besitz der Familie von Kauffung und 1643 an die Herren von Zehmen über.[3] 1643 kaufte die Witwe von Hans Bastian I. von Zehmen, Marie Salome v.Z. (geb. von Bottfeld) das Rittergut Weißendorf von H.Cph. v. Kauffungen. Hans Bastian III. von Zehmen veräußerte es 1753 an Graf Heinrich XI. Reuß älterer Linie. Später ging es noch an einen Herren von Brandenstein und 1870 erwarb es Hans Friedrich v. Zehmen. Seine Witwe Helene Mathilde Ida v.Z. (geb. von Seydewitz) verkaufte 1897 das Rittergut samt Archiv an den Pächter.[4] Mit dem Besitz des Rittergutes verbunden war die Patrimonialgerichtsbarkeit in Form der Ober- und Erbgerichtsbarkeit über acht Höfe in Triebes und die Erbgerichtsbarkeit über Weißendorf und Teile von Niederböhmersdorf. Die niedere Gerichtsbarkeit wurde zum 1. Januar 1855 aufgehoben.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils 31. Dezember):

  • 1994: 409
  • 1995: 415
  • 1996: 411
  • 1997: 406
  • 1998: 396
  • 1999: 392
  • 2000: 383
  • 2001: 379
  • 2002: 376
  • 2003: 374
  • 2004: 365
  • 2005: 360
  • 2006: 351
  • 2007: 347
  • 2008: 343
  • 2009: 333
  • 2010: 330
  • 2011: 311
  • 2012: 312
  • 2013: 314
  • 2014: 321
  • 2015: 317
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
Herrenhaus Weißendorf

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henriette Joseph, Haik Thomas Poroda: Das nördliche Vogtland um Greiz, Landschaften in Deutschland, Band 68, Böhlau Verlag GmbH & Cie., Köln, Weimar, Wien 2006, ISBN 978-3-412-09003-6, Erläuterungen zu Weißendorf S. 209/210/214/217-218/219/224/402/434/443.
  • Hanns-Moritz von Zehmen: Genealogische Nachrichten über das Meißnische Uradelsgeschlecht von Zehmen, 1206 bis 1906. Wilhelm Baensch, Dresden 1906, Erläuterungen zum Rittergut Weißendorf, S. 89–93.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Günter Steiniger: Mühlen im Weidatal Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2010, ISBN 978-3-934748-59-0, S.106-112
  3. Henriette Joseph, Haik Thomas Poroda:Das nördliche Vogtland um Greiz, Landschaften in Deutschland, Band 68, Böhlau Verlag GmbH & Cie., Köln, Weimar, Wien 2006, ISBN 978-3-412-09003-6, Erläuterungen zu Weißendorf S. 218
  4. Hanns-Moritz von Zehmen: Genealogische Nachrichten über das Meißnische Uradelsgeschlecht von Zehmen, 1206 bis 1906. Wilhelm Baensch, Dresden 1906, S.89/99/131
  5. Rudolf Diezel: Übersicht über die Bestände des Landesarchivs Greiz, 1963, S. 133

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weißendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien