Pöllauberg

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Pöllauberg
Wappen von Pöllauberg
Pöllauberg (Österreich)
Pöllauberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Hartberg-Fürstenfeld
Kfz-Kennzeichen: HF (ab 1.7.2013; alt: HB)
Hauptort: Oberneuberg
Fläche: 33,95 km²
Koordinaten: 47° 19′ N, 15° 51′ O47.31611111111115.858055555556753Koordinaten: 47° 18′ 58″ N, 15° 51′ 29″ O
Höhe: 753 m ü. A.
Einwohner: 2.113 (1. Jän. 2015)
Postleitzahl: 8225
Vorwahl: 03335
Gemeindekennziffer: 6 22 35
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Oberneuberg 180
8225 Pöllauberg
Website: www.poellauberg.at
Politik
Bürgermeister: Johann Weiglhofer (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
13
2
13 
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Pöllauberg im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld
Bad Blumau Bad Waltersdorf Buch-St. Magdalena Burgau Dechantskirchen Ebersdorf Feistritztal Friedberg Fürstenfeld Grafendorf bei Hartberg Greinbach Großsteinbach Großwilfersdorf Hartberg Hartberg Umgebung Hartl Ilz Kaindorf Lafnitz Loipersdorf bei Fürstenfeld Neudau Ottendorf an der Rittschein Pinggau Pöllau Pöllauberg Rohr bei Hartberg Rohrbach an der Lafnitz Sankt Jakob im Walde Sankt Johann in der Haide Sankt Lorenzen am Wechsel Schäffern Söchau Stubenberg Vorau Waldbach-Mönichwald Wenigzell SteiermarkLage der Gemeinde Pöllauberg im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Das weithin sichtbare Markenzeichen von Pöllauberg, die ist die Wallfahrtskirche
Das weithin sichtbare Markenzeichen von Pöllauberg, die ist die Wallfahrtskirche
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Wallfahrtskirche Maria Pöllauberg
Altar der Wallfahrtskirche
Der malerische Friedhof von Pöllauberg
Volksschule Pöllauberg

Pöllauberg mit 2113 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015) ist eine Gemeinde im Gerichtsbezirk Fürstenfeld bzw. Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (Steiermark, Österreich).

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Pöllauberg liegt im Joglland etwa zehn Kilometer westlich der Bezirkshauptstadt Hartberg und etwa 38 km nordöstlich der Landeshauptstadt Graz. Die Gemeinde gehört zum Naturpark Pöllauer Tal und liegt oberhalb von Pöllau am linken Ufer der Pöllauer Safen. Die Gemeinde wird von zahlreichen Zuflüssen der Pöllauer Safen – vornehmlich vom Rauschbach – entwässert. Der höchste Punkt im Gemeindegebiet ist der im äußersten Norden gelegene Masenberg mit einer Höhe von 1261 m.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die heutige Gemeinde Pöllauberg entstand am 1. Februar 1968 durch die Zusammenlegung der selbständigen Gemeinden Oberneuberg, Unterneuberg und Zeil-Pöllau.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Vorau Grafendorf bei Hartberg
Pöllau Nachbargemeinden Greinbach
Pöllau Pöllau Hartberg Umgebung

Geschichte[Bearbeiten]

Markgraf Leopold schenkte um 1125 bis 1128 das Ministerialengut an den Ahnherrn der Stubenberger, Wulfing. Darin enthalten war das Gebiet der heutigen Gemeinde Pöllauberg. Wulfing von Stubenberg begann, die Berghänge oberhalb von Pöllau zu besiedeln. Im Jahre 1685 gründete Propst Maister vom Stift Pöllau die erste Schule in Pöllauberg, sein Nachfolger Ortenhofen erhob Pöllauberg zur Pfarre. Pöllauberg kam zu Oberneuberg und wurde damit 1818 eine Gemeinde im neuen Bezirk Pöllau.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 1995 Johann Weiglhofer (ÖVP). In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats am 17. April 2015 wurde ihm neuerlich das Vertrauen ausgesprochen. Bemerkenswert ist, dass Weiglhofer sein Gemeinderatsmandat zurückgelegt hat, da er wieder als „Volksbürgermeister“ agieren möchte.[1]

Dem Gemeindevorstand gehören weiters Vizebürgermeister Karl Käfer (ÖVP) und Gemeindekassier Willibald Paar (ÖVP) an.[1]

Chronik der Bürgermeister[Bearbeiten]

Längstdienender Bürgermeister war Johann Handler, der von 1961 bis 1968 die Gemeinde Unterneuberg und von 1968 bis 1992 die fusionierte Gemeinde Pöllauberg leitete.[2]

Gemeinde Oberneuberg Gemeinde Unterneuberg Gemeinde Zeil-Pöllau
  • 1856–1858: Georg Berghofer
  • 1860–1866: Franz Kratzer
  • 1879–1883: Patritz Polzhofer
  • 1892–1897: Anton Gruber
  • 1906–1908: Anton Stoppacher
  • 1909–1913: Josef Gruber
  • 1913–1925: Franz Gruber
  • 1925–1932: Anton Kornberger
  • 1932–1838: Johann Kopper
  • 1938–1942: Alexander Retter
  • 1942–1945: Anton Stoppacher d. J.
  • 1945–1955: Michael Reiterer
  • 1955–1968: Johann Schuster
  • 1857–1866: Josef Hochegger
  • 1883–????: N. Kröpfl
  • 1892–1997: Josef Schirnhofer
  • 1903–1907: Franz Kröpfl
  • 1907–1909: Johann Kainer
  • 1909–1913: Alois Höfler
  • 1913–1918: Leopold Glatz
  • 1918–1921: Leopold Reisenhofer
  • 1921–1938: Johann Fuchs
  • 1938–1946: Karl Raith
  • 1946–1961: Anton Mayerhoefr
  • 1961–1968: Johann Handler
  • 1858–1863: Josef Schloffer
  • 1863–1868: Moritz de Buigne
  • 1871–????: Johann Schöngrundner
  • 1882–1883: Franz Kratzer
  • 1892–1895: Mathias Kolb
  • 1903–1912: Karl Grasser
  • 1912–1921: Johann Weiglhofer
  • 1921–1925: Josef Kratzer
  • 1925–1928: Johann Weiglhofer
  • 1928–1933: Georg Weghofer
  • 1933–1938: Johann Weiglhofer
  • 1938–1941: Anton Tuttner
  • 1941–1945: Karl Grasser d. J.
  • 1945–1947: Adalbert Seemann
  • 1947–1955: Mathias Heitzer
  • 1955–1968: Peter Kandlhofer
Bürgermeister der fusionierten Gemeinde Pöllauberg
  • 1968–1992: Johann Handler (ÖVP)
  • 1993–1995: Alois Gruber (ÖVP)
  • seit 1995: Johann Weiglhofer (ÖVP)

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten folgende Ergebnisse:
Partei 2015 2010 2005 2000 1995 1990
Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M.
ÖVP 1272 85 13 1356 85 13 1.211 77 12 1251 83 13 992 69 11 1117 76 12
SPÖ 0231 15 02 0231 15 02 0362 23 03 0264 17 02 442 31 04 0353 24 03
Wahlberechtigte 1.804 1.806 1.778 1.713
Wahlbeteiligung 86 % 89 % 90 % 90 % 88 % 91 %

Wappen[Bearbeiten]

AUT Pöllauberg COA.jpg

Am 15. September 1975 wurde der Gemeinde Pöllauberg von der steiermärkischen Landesregierung des Recht verliehen, ein eigenes Wappen zu führen.

Blasonierung: „Im blauen Schild zwei wachsende goldene durchbrochene Fialen, zwischen deren Spitzen eine silberne Lilie schwebt.“

Regionalpolitik[Bearbeiten]

Pöllauberg ist gemeinsam mit Pöllau Mitglied des Tourismusverbandes Naturpark Pöllauer Tal[3] und mit diesem in der LEADER-Region Oststeirisches Kernland. Am 7. Dezember 2010 wurde der Naturpark Pöllauer Tal auch als Kleinregion konstituiert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Pöllauberg liegt abseits der großen Hauptverkehrsstraßen. Die Gemeinde ist in erster Linie über Nebenstraßen der im Tal der Pöllauer Safen verlaufenden Landesstraße erreichbar. Die Süd Autobahn A 2 von Wien nach Graz ist etwa 17 km entfernt und über die Anschlussstelle Hartberg (115) erreichbar. Die Entfernung zur Wechsel Straße B 54 von Wiener Neustadt über Hartberg nach Gleisdorf beträgt etwa 14 km.

Pöllauberg ist nicht an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Ein Bahnhof ist im Umkreis von zehn Kilometern nicht vorhanden.

Der Flughafen Graz ist etwa 65 km entfernt.

Bildung[Bearbeiten]

In Pöllauberg gibt es einen Kindergarten, eine Volksschule und eine öffentliche Bücherei.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Pöllauberg
  • Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Pöllauberg: Die Wallfahrt zum Pöllauberg begann Ende des 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts mit der Verehrung eines Marienbildes. An der Stelle der heutigen Annakirche entstand eine romanische Kapelle, die hauptsächlich samstags besucht wurde, was dem Berg den Namen „Samstagsberg“ brachte. Um 1340 begann der Bau der heutigen Wallfahrtskirche Maria Pöllauberg im gotischen Stil. Stifterin war Katharina von Stubenberg. Bemerkenswert am Bau der Kirche ist das zweischiffige Langhaus mit drei Jochen und Kreuzrippengewölbe, während Chor und Vorhalle zu drei Schiffen erweitert sind. Die Kirche liegt unterhalb der ursprünglichen Kapelle am nach drei Seiten steil abfallenden Berg. Das Hauptportal im Westen ist nur über 18 Stufen erreichbar. Im Jahr 2009 wurde ein barrierefreier Zugang auf der linken Seite eingerichtet. Damit ist der Zugang vom Hauptplatz weg ohne Stufen möglich. Die Wände der Kirche sind größtenteils unverputzter Bruchstein, lediglich die Westfassade wurde aus Haussteinen hergestellt. Die Einrichtung des Innern enthält noch eine gotische Marienstatue als Gnadenbild aus dem 15. Jahrhundert, ansonsten stammt der größte Teil aus dem Barock: der Hochaltar wurde von Marx Schokotnigg und seinem Sohn Joseph zwischen 1710 und 1730 errichtet; die Orgel auf der Orgel-Empore mit reicher Stuckatur stammt von 1684. Bei einem Blitzschlag im Jahr 1674 wurde der gotische Turm zerstört und 1678 durch einen barocken Turm ersetzt, der 1872 um ein Turmkreuz erweitert wurde. Der Wallfahrtsort zählt heute zu den bedeutsamsten der Steiermark und wird jährlich von rund 100.000 Gläubigen besucht.
  • Die Filialkirche hl. Anna steht etwas höher neben der Wallfahrtskirche und ist die anfängliche Marienkapelle der Gemeinde. Die ursprünglich romanische Kapelle wurde 1532 erweitert und später barockisiert. Der jetzige Alter mit dem Bild der heiligen Anna stammt aus dem Jahr 1644. Die Annakirche enthält teilweise Einrichtungsgegenstände aus der Wallfahrtskirche Maria Pöllauberg, die dort nach Umgestaltungen nicht mehr benötigt wurden.
  • Im Rahmen des europäischen Wettbewerbes Entente Florale Europe wurde Pöllauberg 1986 zum Schönsten Blumendorf Europas gekürt und mit einer Goldmedaille in der Kategorie Dorf ausgezeichnet.[4]
  • Pöllauberg wurde im Jahr 2003 als das Schönste Blumendorf der Steiermark ausgezeichnet – eine Auszeichnung, die Pöllauberg seit 1985 bereits mehrfach erhalten hat.
  • Im Jahr 2009 gewann die oststeirische Gemeinde die von der Kleinen Zeitung veranstaltete Wahl zum Schönsten Fleckerl der Steiermark.[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Zu Ehrenbürgern wurden ernannt:[6]

  • Josef Krainer senior, Landeshauptmann der Steiermark (verliehen 1954)
  • Erwin Stibenegg, Bezirkshauptmann des Bezirks Hartberg (verliehen 1955)
  • Alfons Hinterwaldner, Volksschuldirektor (verliehen 1962)
  • Anton Spath, Pfarrer von Pöllauberg (verliehen 1967)
  • Josef Krainer junior, Landeshauptmann der Steiermark (verliehen 1988)
  • Raimund Ochabauer, Pfarrer von Pöllau (verliehen 1991)
  • Johann Handler, Bürgermeister von Unterneuberg und Pöllauberg (verliehen 1993)
  • Waltraud Klasnic, Landeshauptfrau der Steiermark (verliehen 2000)
  • August Fink, Pfarrer von Pöllauberg (verliehen 2001)

Ehrenbürger waren weiters

  • Otto von Habsburg (nur in der Gemeinde Unterneuberg, verliehen 1934, aberkannt 1938)
  • Kurt von Schuschnigg (nur in der Gemeinde Unterneuberg, verliehen 1934, aberkannt 1938)
  • Adolf Hitler (1938 von der Gemeinde Unterneuberg verliehen und 2002 aberkannt; 1944 von der Gemeinde Zeil-Pöllau verliehen und 2003 aberkannt)

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Pöllauberg in Geschichte und Gegenwart. 2004.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pöllauberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Gemeinde Pöllauberg: Gemeinderat (abgerufen am 24. Mai 2015)
  2. Gottfried Allmer in Pöllauberg in Geschichte und Gegenwart; Hrsg. Gemeinde Pöllauberg, 2004, S. 54
  3. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 311. ZDB-ID 1291268-2 S. 627.
  4. http://www.blumenbuero.or.at/
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPöllauberg ist das schönste Fleckerl im Land. Abgerufen am 6. April 2010.
  6. Gottfried Allmer in Pöllauberg in Geschichte und Gegenwart; Hrsg. Gemeinde Pöllauberg, 2004, S. 58
  7. Peter Maria Schuster: Biografie auf der eigenen Webseite (abgerufen am 24. Mai 2015)