Yucatán (Bundesstaat)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Yucatán
Wappen von Yucatán
Vereinigte Staaten Guatemala Belize Honduras El Salvador Baja California Baja California Sur Sonora Chihuahua Sinaloa Durango Coahuila Nuevo Léon Tamaulipas Zacatecas Nayarit Colima Colima Aguascalientes Guanajuato Michoacán Distrito Federal Tlaxcala Morelos Guerrero Michoacán Hidalgo Puebla Querétaro México Jalisco San Luis Potosí Veracruz Oaxaca Tabasco Campeche Chiapas Quintana Roo Campeche YucatánKarte
Über dieses Bild
Hauptstadt Mérida
Fläche 39.612 km² (Rang 20)
Einwohnerzahl 1.955.577 (Rang 21)
Bevölkerungsdichte 48 Einwohner pro km²
(Zensus 2010)
Gouverneur Rolando Zapata Bello (PRI)
(2012–2018)
Bundesabgeordnete PRI = 4
PVEM = 1
(Insgesamt 5)
Senatoren PAN = 2
PRI = 1
ISO 3166-2 MX-YUC
Postalische Abkürzung Yuc.
Website www.yucatan.gob.mx

Yucatán, deutsch auch Yukatan, ist ein mexikanischer Bundesstaat, der den nordwestlichen Teil der gleichnamigen Halbinsel einnimmt. Im Westen und Südwesten grenzt er an Campeche, im Norden an den Golf von Mexiko sowie im Süden und Osten an Quintana Roo. Er umfasst 39.612 km², hat ca. zwei Millionen Einwohner und ist in 106 Municipios eingeteilt. Hauptstadt ist Mérida.

In ihm befinden sich einige der bedeutendsten Maya-Ruinenstätten wie Chichén Itzá und Uxmal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Yucatán befinden sich bereits Zentren aus der Klassischen Periode der Maya-Kultur. Zu den historisch und architektonisch bedeutenden Stätten dieser Zeit gehören neben Sayil, Ek Balam, Kabah, Labná, Uxmal zahlreiche weitere. Zu den vielen Zentren der Postklassik ist neben Chichén Itzá vor allem Ich Paa zu nennen. Beide dominierten nacheinander den gesamten Norden Yucatáns.

Politische Gliederung Yucatáns um 1500
Auszug aus dem der Bücherverbrennung 1562 entgangenen Codex Dresdensis

Zur Zeit der spanischen Eroberung (Conquista) durch Francisco de Montejo und seine Nachfolger bestanden auf dem nördlichen Teil der Halbinsel Yucatán rund 11 unabhängige, teilweise miteinander verbittert in Konflikt stehende Herrschaften der Maya. Die Eroberung Yucatáns konnte trotz der Vertrittenheit der Mayaeliten untereinander erst nach 20 Jahren abgeschlossen werden, die nachhaltige Befriedung dauerte weit länger. Die Hauptstadt Mérida wurde 1542 auf den Trümmern des religiösen Zentrums Ti’ho’, die Stadt Valladolid 1545 auf denen einer Kultstätte der Cupul gegründet. Diego de Landa ließ 1562 in Maní sämtlich Maya-Codices denen er habhaft wurde verbrennen.

In dem sich formierenden Vizekönigreich Neuspanien gehörte der nördliche Teil der Halbinsel zur „Real Audiencia von Mexico“, während der südliche der „Audiencia de los Confines“ unterstellt war, die ihren Sitz in Guatemala hatte. Für den nördlichen Teil wurde 1617 die „Capitanía General de Yucatán“ eingerichtet, die mit den bourbonischen Reformen 1786 in die „Intendencia de Yucatán“ umgewandelt wurde. Dieses Gebiet umfasste die heutigen mexikanischen Bundesstaaten Yucatán, Campeche, Quintana Roo, Tabasco sowie die Fläche von Belize. Ein Gouverneur leitete die Verwaltung.

Im Zuge der Unabhängigkeit Mexikos proklamierte sich 1841 eine „República de Yucatán“, die aber keine zehn Jahre später ihre Unabhängigkeit an den Zentralstaat verloren hatte. Danach folgten mehrere Versuche, sich von Mexiko zu trennen. Im Jahre 1841 gliederte sich Yucatán in fünf Distritos (Distrikte), die auch auf der Fahne durch fünf Sterne symbolisiert wurden, nämlich: Mérida, Izamal, Valladolid, Tekax und Campeche, wobei Campeche immer wieder eine abweichende Politik verfolgte. Ende desselben Jahres wurde ein Vertrag unterzeichnet, der die Eingliederung Yucatáns in Mexiko mit dem Zugeständnis bestimmter Vorrechte festlegte. Die mexikanische Zentralregierung unter Antonio López de Santa Anna lehnte diese Regelung jedoch ab und sandte ein kleines Expeditionsheer das bis in die Nähe von Mérida vorstieß, dann aber wegen der zu erwartenden heftigen Gegenwehr kapitulierte. Nach anfänglicher Weigerung Santa Annas wurde 1843 ein neuer Vertrag geschlossen, der die Vorrechte bestätigte, die aber dennoch 1845 von der Zentralregierung widerrufen wurden, worauf sich Yucatán neuerlich als unabhängig erklärte.

Zugleich verschärfte sich der Konflikt mit Campeche, so dass es ab 1847 eine eigene Regierung in Campeche gab. Kurz zuvor hatte eine US-amerikanische Flotteneinheit die zu Campeche gehörende Stadt Ciudad del Carmen eingenommen. Um den Folgen des Konfliktes Mexikos mit den USA zu entgehen, erklärte sich Campeche neutral.

Dem Aufstand der Mayas im so genannten Kastenkrieg (Guerra de Castas, casta hier in der Bedeutung ethnischen und sozialen Gruppierungen) von 1847 hatten sich Gruppen nahe südlich der heutigen Grenze zwischen Campeche und Yucatán nicht angeschlossen. Diese als „Maya Pacíficos“ bezeichnete Bevölkerung benötigte Campeche, um die Bedingungen der Bevölkerungszahl für einen eigenen Staat zu erfüllen, was wegen fehlender Volkszählungen unbeweisbar blieb. Die Grenze zwischen beiden Einheiten verlief deshalb nördlich der Maya Pacíficos durch weitestgehend unbesiedeltes und unkontrolliertes Terrain und konnte deshalb als Verbindungslinie zwischen Punkten festgelegt werden, die nur durch Koordinaten definiert wurden, woran sich in der Gegenwart ein Rechtsstreit knüpft. Scheitelpunkt der Grenzlinie wurde der so genannten „Punto Put“. Nach dem baldigen Zusammenbruch des Kastenkrieges blieb nur eine immer kleiner werdende Region im Osten der Halbinsel rings um Chan Santa Cruz, heute Felipe Carrillo Puerto außerhalb des tatsächlich von der yukatekischen Regierung kontrollierten Gebietes.

Auch nach der Eroberung von Chan Santa Cruz im Jahre 1901 erlangte die Regierung Yucatáns keine volle Kontrolle über die Region. Sie wurde deshalb als Bundesterritorium unter dem Namen Quintana Roo aus Yucatán ausgegliedert und zunächst militärisch verwaltet und ist erst seit 1974 ein eigener Bundesstaat.

Größte Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt Einwohner 2000
(Volkszählung)
Einwohner 2010
(Volkszählung)
Mérida 662.530 777.615
Kanasín 37.674 77.240
Valladolid 37.332 48.973
Tizimín 39.525 46.971
Umán 26.657 39.611
Progreso 44.354 37.369
Ticul 28.502 32.796
Tekax de Álvaro Obregón 21.580 25.751
Hunucmá 20.978 24.910
Motul de Carrillo Puerto 19.868 23.240
Oxkutzcab 20.244 23.096

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Yucatán – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 21° N, 89° W