17 Hippies

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17 Hippies ist eine zwölfköpfige Berliner Band, die auf überwiegend akustischen Instrumenten Musikstile aus aller Welt mit Rock- und Popmusik verbindet.

Stil[Bearbeiten]

Ihre Musik ist eine Mischung osteuropäischer Melodien und Rhythmen mit französischem Chanson und amerikanischer Folkmusik. Ihr Repertoire ist teilweise instrumental. Gesungen wird auf Deutsch, Englisch und Französisch. Gelegentlich wurden sie als Begründer des „Berlin Style“ bezeichnet.[1][2]

Bandgeschichte[3][Bearbeiten]

1995 bis 2000 – Die Anfänge[Bearbeiten]

Im Frühjahr 1995 begannen Carsten Wegener, Christopher Blenkinsop, Kristin „Kiki“ Sauer und Reinhard „Koma“ Lüderitz gemeinsam traditionelle Stücke zu spielen. Inspiriert durch die Begegnung mit Musik aus Osteuropa nach der Wende und durch Reisen als Musiker in die USA, begannen sie Melodien zu sammeln und im Bekanntenkreis zu verbreiten. Dabei steht die Idee eines "Realbooks", einer Sammlung einfach zu spielender Musik für alle im Vordergrund. Einer der ersten, die sich dazugesellten, war Lutz „Lüül“ Ulbrich. Im Herbst 1995 spielten Blenkinsop, Lüderitz und Wegener ein Konzert im Vorprogramm einer Rockband im Berliner Café Swing. Dabei wurde erstmals der Name 17 Hippies verwendet, der nach eigener Aussage keinerlei tiefere Bedeutung hat. Bis Ende 1996 stießen Antje Henkel, Elmar Gutmann und Ulrike Lau dazu. Ständig dabei waren auch Alexander Roesler und Jürgen „Meduli“ Michelly. Als der Proberaum zu klein wurde, veranstalteten die 17 Hippies öffentliche Proben. 1997 kamen Henry Notroff und Dirk Trageser zu der Gruppe. Verschiedene Live- und Proberaummitschnitte wurden auf der ersten CD Rock’n’roll 13 veröffentlicht. Auf diesen Aufnahmen sind auch Ania Gilles, Bernhard Kruppke, Frank Schneider und Petra Rosemann zu hören.

1998 wurde die Gruppe zum SXSW-Festival nach Austin, Texas eingeladen. Sie fuhren mit über 30 Musikern und Freunden in die USA und spielten Konzerte in Texas und Louisiana. Hier waren auch Jakob Ilja, Harald Großkopf und Uwe Langer dabei. Im gleichen Jahr spielten sie mehrere Konzerte in Paris auf der Fête de la Musique.

1999 folgte die Veröffentlichung der zweiten CD Wer ist das?, die live im Berliner Prater aufgenommen wurde. Die beiden ersten CDs wurden unter dem band-eigenen Label Hipster-Records veröffentlicht und selbst vertrieben. Das französische Label Buda Musique veröffentlichte in Frankreich eine Kompilation beider CDs unter dem Namen Berlin Style. Seit Ende 1999 spielt Volker „Kruisko“ Rettmann mit.

2001 bis 2004 – Die Band formiert sich[Bearbeiten]

2001 komponierte die Band die Filmmusik zu dem Kinofilm Halbe Treppe von Andreas Dresen, in dem sie auch auftritt. Zum ersten Mal ging die Gruppe in Deutschland auf Tournee. Weitere Konzerte spielten sie in Budapest, Prag, Wien und immer wieder in Frankreich. Dort erschien das Album Sirba, eine Mischung aus Stücken der CD Wer ist das?, des Soundtracks zu Halbe Treppe und zwei Neukompositionen, darunter der Titel „Marlène“, der in Frankreich über Monate in der Playlist von Radio France (France Inter) bleiben sollte. Kerstin Kaernbach stieß zur Band.

2004 entstand das erste Studioalbum Ifni. Während der Aufnahmen formierte sich eine feste Band von 12 Musikern. Dazu gehören Christopher Blenkinsop, Carsten Wegener, Kristin „Kiki“ Sauer, Lutz „Lüül“ Ulbrich, Antje Henkel, Elmar Gutmann, Ulrike "Rike" Lau, Henry Notroff, Dirk Trageser, Uwe Langer, Volker „Kruisko“ Rettmann und Kerstin Kaernbach. In dieser Zeit spielten regelmäßig auch Silke "Frau Schmidt" Volland, Joachim Kevenhörster und Jens Domberg mit.

2005 bis 2014 – Die Band auf Tour[Bearbeiten]

Die Band ist fast pausenlos auf Tournee. Mit Daniel Friedrichs kam 2006 das letzte feste Mitglied zur Band. Die Musik für das Theaterstück Kasimir und Karoline von Ödön von Horvath wurde für das Deutsche Theater Berlin geschrieben. Die Regie hatte Andreas Dresen, und die gesamte Band trat in dem Stück auch als Darsteller auf. Im Frühjahr 2007 veröffentlichte die Band ihr zweites Studioalbum Heimlich, das als erstes Album der Band auch in den USA und Kanada veröffentlicht wurde, wo sie im selben Jahr auf Tournee ging. Im Dezember spielten die 17 Hippies im Olympia (Paris). 2008 folgten weitere Tourneen in den USA, Europa, Algerien und Konzerte in China sowie ein Auftritt bei der Adolf-Grimme-Preis-Verleihung. Ende des Jahres nahmen sie ihr drittes Studioalbum El Dorado auf, das im Januar 2009 weltweit erschien.

Bei den Live-Konzerten ersetzte Daniel „Danda“ Cordes im Januar 2009 Carsten Wegener am Bass. Die 17 Hippies gaben in diesem Jahr mehr als 120 Konzerte in 15 Ländern, u.a. auf der WOMAD in England, auf dem Schleswig-Holstein Musik-Festival, in den USA, Kanada und wiederum in China. Sie spielten erstmals in Israel und Jordanien. Im Oktober gaben sie ein ausverkauftes Konzert im Théâtre de la Ville in Paris. 2010 wurden sie zu Festivals in Australien und Neuseeland eingeladen, dazu spielten sie wie in den vergangenen Jahren zahlreiche Konzerte kreuz und quer durch Europa. Rike Lau verließ die Live-Band. Ihr 11. Album Phantom Songs erreichte in Deutschland Platz 10 der Newcomer Charts [4] Höhepunkt ihrer Phantom-Songs-Tour waren Auftritte in Mexiko (Chihuahua) im Herbst 2012. In 2013 veröffentlichten sie überarbeitete und erweiterte Versionen ihrer Realbooks, einer Sammlung mit eigenen und gesammelten Melodien, sowie Titus träumt, ein Album für Kinder. 2014 veröffentlichen sie Biester, ihr 13. Album.

Sideline-Projekte / Kollaborationen[Bearbeiten]

Sexy Ambient Hippies[Bearbeiten]

Seit 1997 finden unregelmäßig Konzerte mit DJs und Electro-Musikern unter dem Namen Sexy Ambient Hippies statt. Das Konzert am 31. August 2002 im Haus der Kulturen der Welt wurde aufgezeichnet und unter dem Titel 17 Hippies play Sexy Ambient Hippies 2003 veröffentlicht. Beteiligt sind u. a. Carsten Dane und Robert Cummings (Sampling).

Hardcore Trobadors[Bearbeiten]

Gemeinsam mit der Band Les Hurlements d’Léo aus Bordeaux spielte das Ensemble im Sommer 2003 in Berlin sechs Titel ein, die unter dem Namen Hardcore Trobadors in Frankreich als Maxi-CD veröffentlicht wurde. Höhepunkt dieser Zusammenarbeit waren Konzerte in Moskau und im Jahr 2004 eine gemeinsame Frankreich-Tournee.

17 Hippies play Guitar[Bearbeiten]

Am 19. Dezember 2004 wurde im Rahmen von Funkhaus Europa in Köln vom WDR ein Konzert mit den Gitarristen Marc Ribot und Jakob Ilja (Element of Crime) aufgezeichnet. 2006 wurde das Konzert unter dem Titel 17 Hippies play Guitar auf CD veröffentlicht.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Tonträger (in Deutschland veröffentlicht)[Bearbeiten]

  • Rock’n’roll 13 : 1997 | CD, Rent a Poet
  • Texas Radio : 1998 | MC, Rent a Poet
  • Wer ist das? : 1999 | CD, Rent a Poet
  • Soundtrack zum Film Halbe Treppe : 2002 | CD, Rent a Poet
  • 17 Hippies play Sexy Ambient Hippies : 2003 | CD, Rent a Poet
  • Ifni : 2004 | CD, Rent a Poet
  • The Greatest Show on Earth : 2005 | CD,DVD
  • 17 Hippies play Guitar : 2006 | CD, Hipster Records
  • Heimlich : 2007 | CD & LP, Hipster Records
  • El Dorado : 2009 | CD & LP, Hipster Records
  • Phantom Songs : 2011 | CD, Hipster Records[5]
  • 17 Hippies für Kinder - Titus träumt : 2013 | CD, Hipster Records
  • Biester : 2014 | CD & LP, Hipster Records

Tonträger (nur in Frankreich veröffentlicht)[Bearbeiten]

  • Berlin Style : 1999 | CD, Buda Musique
  • Sirba : 2002 | CD, Buda Musique
  • Hardcore Trobadors : 2004 | Maxi CD, Wagram (mit Les Hurlements de l'Léo)
  • Ifni Ifni : 2004 | CD, Buda Musique
  • 17 Hippies chantent en français : 2013 | CD, Buda Musique

Notenbücher[Bearbeiten]

  • 17 Hippies für Kinder : 1999 | Tyfoo Musikverlag, Berlin
  • Realbook, Band 1 : 2001 | Tyfoo Musikverlag, Berlin
  • Realbook, Band 2 : 2001 | Tyfoo Musikverlag, Berlin
  • Realbook, Band 1 & 2 (in einem Band, überarbeitete Auflage) : 2013 | Tyfoo Musikverlag, Berlin
  • Realbook, Band 1 & 2 (in einem Band, für Bb Instrumente) : 2013 | Tyfoo Musikverlag, Berlin
  • Realbook, Band 1 & 2 (in einem Band, für Eb Instrumente) : 2013 | Tyfoo Musikverlag, Berlin
  • Realbook, Band 1 & 2 (in einem Band, für Bassschlüssel) : 2013 | Tyfoo Musikverlag, Berlin
  • Realbook, Band 3 : 2013 | Tyfoo Musikverlag, Berlin
  • Realbook, Band 3 (für Bb Instrumente) : 2013 | Tyfoo Musikverlag, Berlin
  • Realbook, Band 3 (für Eb Instrumente) : 2013 | Tyfoo Musikverlag, Berlin
  • Realbook, Band 3 (für Bassschlüssel) : 2013 | Tyfoo Musikverlag, Berlin

Film- und Bühnenmusiken (Auszüge)[Bearbeiten]

  • Miststück : 2001 | Kurzfilm von Randa Chahoud
  • Planet Music : 2001 | Arte-Musikfilm von Kathrin Kramer
  • Boran : 2002 | Kinofilm von Alexander Berner
  • Halbe Treppe : 2002 | Kinofilm von Andreas Dresen
  • Tigeraugen sehen besser : 2003 | ZDF-Spielfilm von Thomas Nennstiel
  • 17 Hippies – Live : 2004 | 3sat, Konzertaufzeichnung
  • Irrlichter : 2005 | Ein Stück für Kinder, mit Artisten vom „Circus Cabuwazi“
  • Kasimir und Karoline : 2006 | Deutschen Theater in Berlin, Regie: Andreas Dresen
  • 17 Hippies & ein Zirkus : 2008 | TV-Dokumentation, Regie: Ania Bothe
  • Whisky mit Vodka : 2009 | Kinofilm, Regie: Andreas Dresen
  • Piano in a Factory : 2010 | Kinofilm, Regie: Zhang Meng

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bei den Proben lachen wir uns immer noch einen Ast, abendzeitung.de vom 2. März 2009
  2. CD-Tipp: 17 Hippies „El Dorado“, deutsche-welle.de vom 20. Februar 2009
  3. Sibylle Arndt: Kulturmanagement in der Praxis. Magisterarbeit, FU Berlin, Berlin 2007, S. 31 ff.
  4. http://www.gfk-entertainment.com/news/big-time-rush-erobern-newcomer-charts.html.
  5. The Guardian vom 19. Mai 2011: 17 Hippies: Phantom Songs – Review

Weblinks[Bearbeiten]