Rietberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die deutsche Stadt Rietberg. Zu anderen Bedeutungen siehe Rietberg (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Rietberg
Rietberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Rietberg hervorgehoben
51.88.433333333333378Koordinaten: 51° 48′ N, 8° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Gütersloh
Höhe: 78 m ü. NHN
Fläche: 110,31 km²
Einwohner: 28.583 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 259 Einwohner je km²
Postleitzahl: 33397
Vorwahlen: 05244, 02944, 05242, 05248
Kfz-Kennzeichen: GT
Gemeindeschlüssel: 05 7 54 032
Stadtgliederung: 7 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rügenstraße 1
33397 Rietberg
Webpräsenz: www.rietberg.de
Bürgermeister: Andreas Sunder
Lage der Stadt Rietberg im Kreis Gütersloh
Gütersloh Schloß Holte-Stukenbrock Verl Rietberg Langenberg Rheda-Wiedenbrück Herzebrock-Clarholz Steinhagen Werther (Westf.) Halle (Westf.) Harsewinkel Borgholzhausen Versmold Kreis Paderborn Kreis Lippe Kreis Soest Bielefeld Kreis Herford Kreis Warendorf Niedersachsen Nordrhein-WestfalenKarte
Über dieses Bild

Rietberg Zum Anhören bitte klicken! ['riːtbɛʁk] ist eine Stadt an der oberen Ems im Nordosten Nordrhein-Westfalens und gehört zum ostwestfälischen Kreis Gütersloh im Regierungsbezirk Detmold. Die mehr als 28.000 Einwohner zählende Stadt liegt circa 25 Kilometer südwestlich von Bielefeld.

Erstmals erwähnt wurde Rietberg um 1100 unter der Bezeichnung Rietbike. Der heutige Name Rietberg leitet sich von Reet ab, aufgrund der im Stadtgebiet vorhandenen Moore, und von Bike (Bach). Die Stadt mit ihren Ortsteilen entwickelte sich aus der Grafschaft Rietberg, die bis 1807 ein eigenständiges Territorium war. Die Kernstadt entstand nördlich des Schlosses Rietberg. 1815 geriet Rietberg an Preußen, das 1843 nach der Westfälischen Landgemeindeordnung das Amt Rietberg einrichtete. Die selbstständigen Gemeinden des Amtes wurden zum 1. Januar 1970 bei der Gebietsreform zur heutigen Stadt Rietberg zusammengelegt.

Im Stadtkern befinden sich viele erhaltene Häuser, die im 16. und 17. Jahrhundert entstanden, weshalb sich Rietberg selbst auch „Stadt der schönen Giebel“ nennt.[2] Im Jahr 2008 war Rietberg Ausrichter der Landesgartenschau. Seit Juni 2009 trägt die Kernstadt das Gütesiegel „Staatlich anerkannter Erholungsort“.[3]

Geografie[Bearbeiten]

Luftbild Rietberger Innenstadt
Häuser im historischen Stadtkern von Rietberg

Geografische Lage[Bearbeiten]

Rietberg liegt im Süden des Kreises Gütersloh, der politisch zum Regierungsbezirk Detmold in Nordrhein-Westfalen, Deutschland, gehört. Naturräumlich liegt die Stadt in der Emssandebene im Osten der Westfälischen Bucht an der Ems. Weitere nennenswerte Fließgewässer sind die Wapel und der Sennebach. Der überwiegende Teil der Bäche und Flüsse im Stadtgebiet münden in die Ems. Die im äußersten Süden gelegenen Fließgewässer führen jedoch über die Glenne in die Lippe und somit letztendlich in den Rhein.

Nächste größere Städte sind im Westen Rheda-Wiedenbrück in 10 km, im Norden Gütersloh in 14 km und Bielefeld in 26 km, im Süd-Osten Paderborn in 27 km und im Süden Lippstadt in 18 km Entfernung.

Der höchste Punkt im Stadtgebiet befindet sich auf 93 m ü. NN, der niedrigste auf 74 m ü. NN.

Geologie[Bearbeiten]

Geothermische Karte von Rietberg

Das Gebiet der Gemeinde ist flach und nur schwach gegliedert. Die tiefliegende Erdschicht wird von einem Sockel aus gefalteten Gesteinen des Erdaltertums (Devon, Karbon) gebildet. Darüber liegen Schluffmergel- und Tonmergelsteine des Erdmittelalters (Oberkreide), die bis über 800 m Stärke erreichen können und vereinzelt bis zur Erdoberfläche reichen, zum Beispiel an den Kreidehügeln von Westerwiehe.

Die Oberflächenschicht ist fast vollständig aus feinkörnigen Lockergesteinen aufgebaut. Diese Sande und Schluffe wurden von der Ems und ihren Zuflüssen während des Eiszeitalters und in der geologischen Gegenwartsepoche, also seit etwa 10.000 Jahren abgelagert und durch Erosion zu flachen Niederungen geformt. Beispielsweise kam es in der Emsaue östlich des Stadtgebietes in der Nacheiszeit zur Vermoorung tiefliegender Bereiche.[4]

Rietberg eignet sich mittelmäßig bis gut, in kleinen Teilen des östlichen Gemeindegebietes sehr gut, zur Nutzung von geothermischen Wärmequellen mittels Erdwärmesonde und Wärmegewinnung durch Wärmepumpe (vgl. dazu die nebenstehende Karte).[5]

Ausdehnung und Nutzung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Die als kleine Mittelstadt klassifizierte Gemeinde umfasst eine Fläche von 110,31 km². Die größte Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung beträgt rund 14 km, in Ost-West-Richtung etwa 18 km.

Der überwiegende Teil des Gemeindegebiets besteht aus landwirtschaftlich genutzter Fläche mit 72,3 %. Dies ist um 20 Prozentpunkte höher als der Landesdurchschnitt, liegt aber durchaus im Durchschnitt des ländlich geprägten Kreises Gütersloh. Die Waldfläche ist im Gegenzug um 22 Prozentpunkte unter dem Landesdurchschnitt. Die übrigen Flächenanteile sind auf Landesniveau.[6]

Fläche
nach Nutzungsart
Landwirt-
schaftsfläche
Wald-
fläche
Gebäude-, Frei-
und Betriebsfläche
Verkehrs-
fläche
Wasser-
fläche
Sport- und
Grünfläche
sonstige
Nutzung
Fläche in km² 79,78 3,93 14,15 6,85 3,20 2,14 0,26
Anteil an Gesamtfläche 72,3 % 3,6 % 12,8 % 6,2 % 2,9 % 1,9 % 0,2 %

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Beginnend im Süden, grenzt die Stadt Rietberg an Lippstadt (Kreis Soest), im Südwesten an Langenberg, im Westen an Rheda-Wiedenbrück, im Norden an Gütersloh und im Nordosten an Verl (alle Kreis Gütersloh) sowie im Osten an Delbrück (Kreis Paderborn).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Nach § 3 der Hauptsatzung[7] wird das Gebiet der Stadt Rietberg in folgende sieben Ortschaften eingeteilt:

Ortschaft Einwohner[8] Fläche[9] Gliederung von Rietberg
Admin Rietberg GT.svg
Rietberg 9.278 000000000000021.500000000021,5 km²
Mastholte 6.442 000000000000028.000000000028,0 km²
Neuenkirchen 5.821 000000000000008.20000000008,2 km²
Bokel 1.917 000000000000010.100000000010,1 km²
Westerwiehe 2.357 000000000000015.000000000015,0 km²
Varensell 3.214 000000000000017.700000000017,7 km²
Druffel 1.254 000000000000009.80000000009,8 km²
gesamt 30.283 110,3 km²

Klima[Bearbeiten]

Klimadiagramm für Rietberg 1961–1990
Wetterdaten auf dem Gelände der Landesgartenschau

Rietberg gehört der gemäßigten Klimazone Mitteleuropas an. Es liegt im Bereich des subatlantischen Seeklimas. Die Winter sind unter atlantischem Einfluss meist mild und die Sommer mäßig-warm.

Durch die Lage im subatlantischen Seeklima herrscht ganzjährig ein humides Klima mit relativ gleich verteilten Niederschlägen vor. In Rietberg fallen im langjährigen Mittel 772 mm Niederschlag je Jahr. Somit fällt mehr Niederschlag als im deutschen Mittel (700 mm).

Temperaturwerte sind für Rietberg nicht verfügbar. An einer Wetterstation im benachbarten Rheda-Wiedenbrück wurde im Mittel der Jahre 2002–2006 eine Durchschnittstemperatur von 11,1 °C gemessen.

→ Siehe auch: Klima in Ostwestfalen-Lippe

Geschichte[Bearbeiten]

Historische Ansicht von Rietberg (1647)
Grafschaft Rietberg, erstellt zwischen 1645 und 1662

Erste Besiedlung und die Burg Rietberg[Bearbeiten]

Das Gebiet um Rietberg war bereits in der Altsteinzeit von Menschen besiedelt. Das bezeugen Funde, die 1973 am Südrand der Stadt gemacht wurden. In der Großen Höppe fand man Überreste von Wohnplätzen.

Die erste Nennung von Rietberg erfolgte als Rietbike um 1100.[10] Der Name entstand aus der Zusammenfügung von Ried (für Schilfrohr) und Bach. Bereits im 11. Jahrhundert war hier Rietberg als eine Burganlage errichtet worden – wohl als Grenzburg der Grafen von Werl-Arnsberg gegen Paderborn. Im Schatten der Burg siedelten sich Handwerker und Kaufleute an.[11] Später wurde diese Besiedlung befestigt, Hauptstraße war die heutige „Rügenstraße“.

Die Grafschaft Rietberg[Bearbeiten]

Hauptartikel: Grafschaft Rietberg

Am 1. September 1273 kam es zur Erbteilung der Grafen Gottfried II. von Arnsberg und Konrad I. von Cuyk-Arnsberg. Graf Konrad machte das nördlich der Lippe gelegene Gebiet zu einem eigenständigen Territorium und benannte es nach der dortigen Burg „Grafschaft Rietberg“. Er selbst nannte sich Graf von Rietberg. Das Herrschaftsgebiet erstreckte sich von Schloß Holte/Liemke im Norden bis nach Mastholte im Süden. Im Osten grenzte es an das Fürstbistum Paderborn, im Westen an das zum Fürstbistum Osnabrück gehörende Amt Reckenberg mit seiner bischöflichen Verwaltung auf dem Reckenberg in Wiedenbrück.

Eine Urkunde vom 10. Oktober 1289, beginnend mit Nos judex, procosules et consules opidi Rethbergensis (übersetzt: Wir Richter, Bürgermeister und Ratmannen der Stadt Rietberg), ist der älteste Beleg, dass Rietberg eine Stadt mit eigener Ratsverfassung war. Daraus lässt sich schließen, dass die Burg und die Siedlung älter sind.[12]

Trotz ihrer geringen Größe verfügte die Grafschaft über eigenes Militär und eine eigene Währung. Die Münzen wurden bis ins 17. Jahrhundert in der Müntestraße geprägt. Ferner gab es eigene Gesetze in der Grafschaft. Regiert wurde vom Schloss Rietberg aus, welches im 14. Jahrhundert etwa 1 km südlich der Stadt errichtet wurde.

Im Jahr 1456 musste Graf Konrad V. die bisher reichsunmittelbare Grafschaft dem hessischen Landgrafen Ludwig I. für 600 rheinische Gulden zu Lehen auftragen. Damit verlor Rietberg seine Unabhängigkeit und lag unter der Lehnsherrschaft der Landgrafen von Hessen.

1533 ließ Graf Otto III., der in zweiter Ehe mit Onna von Esens, Tochter des ostfriesischen Häuptlings Hero Omken, verheiratet war, in den Pfarrkirchen St. Johannes Baptist und St. Margareta von zwei Lippstädter Predigern die Reformation verkünden. Durch Verbindung Ottos mit Onna erwarb er die Anwartschaft auf das Harlingerland.[13]

Sein Sohn aus erster Ehe, Graf Otto IV., starb 1552 ohne einen Erben zu hinterlassen. Damit fiel die Grafschaft an dessen Halbbruder Graf Johann II., der aus der zweiten Ehe seines Vaters stammte. 1540 wurde Johann II. auch Herrscher des Harlingerlands. Johann II. starb 1562 in einem Gefängnis in Köln, hinterließ zwei Töchter und die männliche Linie der Grafen von Rietberg starb aus. Zunächst zog der hessische Landgraf sein Lehen ein, die Töchter Armgard und Walburgis protestierten und bekamen die Grafschaft 1565 zugesprochen. Walburgis heiratete 1581 Graf Enno III. von Ostfriesland, der damit Herrscher über Rietberg und das Harlingerland wurde. Im Berumer Vergleich verzichtete er zu Gunsten seiner Tochter Sabina Catharina auf die Grafschaft Rietberg. Sabina Catharina erbte die Grafschaft und heiratete ihren Onkel Johann III. von Ostfriesland. Sie begründeten das Haus Ostfriesland in Rietberg und rekatholisierten die Grafschaft.

1690 starb auch die männliche Linie des Hauses Ostfriesland aus. 1699 fiel Rietberg durch die Heirat der Erbtochter Maria Ernestine Franziska an die Grafen von Kaunitz.

Unter Napoleon und den Preußen[Bearbeiten]

Von 1807 bis 1813 gehörte die Grafschaft Rietberg zum napoleonischen Königreich Westphalen unter König Jérôme Bonaparte. Dennoch wurde der Titel Graf zu Rietberg weiterhin vom jeweiligen Fürsten von Liechtenstein geführt, aktuell von Hans Adam II. von Liechtenstein und vom Prinzregenten Alois. 1815 wurde die Grafschaft preußische Standesherrschaft. Neben der Haupt- und einzigen Stadt Rietberg bestand die Grafschaft nur aus einer Anzahl von Bauernschaften, die unter der Preußenherrschaft selbständig wurden.

Im Jahr 1822 erwarb der Kaufmann Friedrich Ludwig Tenge sämtliche Güter der mediatisierten Grafschaft. Die Tengesche Domänengutsverwaltung wurde im Haus Münte untergebracht. Nach englischem Vorbild bauten bald Kötter ihre Häuser auf dem gepachteten Grund.

1843 wurde mit der Westfälischen Landgemeindeordnung das Amt Rietberg mit Sitz in Rietberg gebildet und umfasste schließlich außer der ehemaligen Landeshauptstadt die sieben Landgemeinden Bokel, Druffel, Mastholte, Moese, Neuenkirchen, Varensell und Westerwiehe. Auf Grund der zu niedrigen Einwohnerzahl von 2.500 Personen verlor Rietberg den Status der Stadt und war bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Titularstadt.

Seit den 1830er Jahren ging die Garnspinnerei, die auch in Rietberg betrieben wurde, deutlich zurück, so dass der Schlesische Weberaufstand 1844 bis hierher wirkte. 1845 beteiligten sich Rietberger Weber, Spinner, Handwerker und Bauern an einer Gründungsversammlung des Vereins für die arbeitenden Klassen in Bielefeld. Die Armut der Bauern gipfelte 1848, als zwei- bis dreitausend Bauern aus dem Rietberger Raum nach Niederbarkhausen, dem Wohnsitz des Tuchkaufmanns Tenge, zogen, der daraufhin die bäuerlichen Abgaben um 50 Prozent senkte.

Um Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten, rief der Amtmann Pelizaeus am 24. März 1848 zur Gründung einer Bürgergarde auf, die von neun Uhr abends bis vier Uhr morgens patrouillieren sollte. 260 Mann meldeten sich für diesen Dienst, jedoch wurden die Bürgerwehren per Gesetz am 24. Oktober 1849 wieder aufgehoben.

Kulturkampf in Rietberg[Bearbeiten]

Das preußische Klostergesetz vom 31. Mai 1875 hob alle Orden und ordensähnlichen Kongregationen auf, so auch das Franziskanerkloster in Rietberg. Amtmann Duve meldete der Regierung in Minden die Staatsgefährlichkeit der Franziskaner, worauf es Proteste gegen ihn gab. Zum 10. August 1875 wurde das Kloster aufgehoben, einige Kranke und altersschwache Franziskaner durften jedoch bleiben. Es wurde überlegt, wie man die Gebäude sinnvoll nutzen könnte. So sollte das Progymnasium in das Kloster verlegt werden, wozu es jedoch nicht kam. Allerdings wurde das so genannte Fürstenzimmer zum Turnsaal der Schule. Am 18. Oktober 1887 erhielt der Orden das Kloster zurück.[14]

In den 1870er Jahren bekam Rietberg eine Straßenbeleuchtung mit Petroleumlampen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die ersten elektrischen Leitungen gelegt und Stromlieferungsverträge abgeschlossen. Darauf folgten die zentrale Versorgung der Stadt mit Trinkwasser und die geregelte Entsorgung der Abwässer.[15]

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs (1914–1918)

Unter den ersten im Ersten Weltkrieg einberufenen Soldaten war auch Gendarmeriewachtmeister Wolfram, so dass Polizeisergeant Stoltz überlastet war. Man wählte zwei Feuerwehrhauptleute zu Hilfspolizisten und richtete eine zwölfköpfige Bürgerwehr ein. Stadt und Progymnasium richteten Jugendwehren ein. Ab 1915 wurden die Lebensmittel in Rietberg mit Brot- und Fettkarten rationiert. Es folgte die Rationierung von Kohle und Petroleum. Fehlende Arbeitskräfte wurden mit Kriegsgefangenen, die in Neuenkirchen, Westerloh, Westerwiehe und Mastholte untergebracht waren, ausgeglichen. Dennoch mussten viele Frauen und Kinder schwere Belastungen auf sich nehmen. Die Bevölkerung vor Ort verstand es, sich gegenseitig zu helfen, was das Vereinsleben stärkte. So wurde gemeinsam gestrickt oder Konserven sterilisiert. Im Juni 1917 wurden zwei der drei Kirchturmglocken zu Kriegszwecken eingeschmolzen. Trotz der Kriegswirren konnte in Rietberg 1915/16 das Rathaus umgebaut und 1917 ein Ortstatut gegen die Verunstaltung des Ortsbildes verabschiedet werden. Nach dem Krieg wurden in Rietberg deutsche Soldaten einquartiert, die an der Westfront in Frankreich und Belgien gekämpft hatten. 1923 wurde im Gedenken an die 80 Gefallenen ein Mahnmal aufgestellt. Insgesamt waren 334 Rietberger zum Kriegsdienst eingezogen worden.[16]

Weimarer Republik und Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Gedenkplatte zur Zerstörung der Synagoge in Neuenkirchen

1919 wurde in Rietberg die Bürgerwehr wiedergegründet, die aus 399 Männern in acht Gruppen bestand. Ihre Zahl wurde 1920 auf 20 Personen verkleinert, da zuvor der Dienst nicht ordnungsgemäß versehen worden war. Zur Reichstagswahl am 5. März 1933 existierte in Rietberg noch keine NSDAP-Ortsgruppe, so dass die Zentrumspartei die Wahl mit 65,4 % der Stimmen die Wahl gewann. Die NSDAP wurde mit 25,9 % zweitstärkste Partei.[17] Auch bei der eine Woche später stattfindenden Gemeinderatswahl war keine Verschiebung der Machtverhältnisse in Rietberg zu erkennen. Dennoch wurden am 9. März am Rathaus eine Hakenkreuzflagge von Nationalsozialisten gehisst. Am 18. April 1933 erfolgte die Gründung einer NSDAP-Ortsgruppe, der sich 70 Mitglieder, davon fünf Gemeindeverordnete, anschlossen. Der erste Feiertag der nationalen Arbeit am 1. Mai 1933 wurde als Volksfest gefeiert. Die Häuser waren mit Flaggen und Grün geschmückt, am Rathaus waren Bilder von Hitler und Reichspräsident Hindenburg zu sehen. Mittags gab es ein Platzkonzert und die zentralen Feiern in Berlin wurden per Lautsprecher übertragen.[18] Die Brauchtumsveranstaltungen der Stadt wurden mit politischem Hintergrund neu organisiert, so führten die Hitlerjugend und der Bund Deutscher Mädel die zusammengelegten Osterfeuer durch und am 21. Juni 1934 gab es auf dem Schützenplatz einen Tag der Jugend.

In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge in Neuenkirchen in Brand gesteckt. In der nächsten Nacht wurden die jüdischen Wohn- und Geschäftshäuser angezündet. Wiederholt gerieten Geistliche ins Visier der Gestapo, weil sie entweder verbotene Jugendarbeit oder negative Äußerungen über den Nationalsozialismus machten. Die meisten mussten Verhöre, Durchsuchungen, Beschlagnahmungen oder Haft über sich ergehen lassen. Einzig Pater Kilian Kirchhoff, der ostkirchliche Hymnen übersetzt hatte, wurde 1943 in Dortmund wegen staatszersetzender Äußerungen verhaftet und am 7. März 1944 in Berlin zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 24. April 1944 durch Enthauptung vollstreckt.[19][20]

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden von Oktober 1939 bis Mitte Februar 1940 in Rietberg Artillerie- und Infanterieeinheiten aus Brandenburg und Nordbayern für die Westoffensive gegen Holland, Belgien, Luxemburg und Frankreich stationiert. Bis April 1940 wurden etwa 200 Soldaten aus Rietberg rekrutiert, von denen bis zum Sommer 1941 zwei gefallen waren. Nach dem Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 hatte die Stadt bereits 205 Gefallene und Vermisste zu beklagen.[21]

Während des Krieges gab es vereinzelte Bombenabwürfe auf die Stadt. So setzte eine Brandbombe in der Nacht vom 7. auf den 8. Oktober 1940 ein Wohnhaus in Flammen. Im Juni 1943 verlegte man das ausgebombte Waisenhaus der Vinzentinerinnen von Dortmund nach Rietberg. Im Herbst 1943 begann man mit dem Bau eines Bunkers auf dem Schulhof, die Rietberg-Werke errichteten einen eigenen für die Belegschaft. Anfang Oktober 1944 nahmen die Amerikaner Aachen ein und im Amt Rietberg mussten 2.100 Flüchtlinge untergebracht werden; 250 davon wurden in der Stadt aufgenommen.[22] Am 18. Oktober 1944 stationierte die Wehrmacht die 700 Mann starke 9. SS-Panzer-Division „Hohenstaufen“ in der Volksschule, es folgte das Luftgaukommando des VI. Armeekorps aus Münster, Abteilung Ärzte. Ab dem 7. Februar 1945 war neben der Volksschule auch das Gymnasium von Truppen blockiert, so dass der Unterricht bis zum 25. September 1945 komplett ausfiel. Am 1. April 1945 erreichten amerikanische Truppen die Stadt und brachten das Ende des Krieges und des Nationalsozialismus.[23]

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Die Amerikaner errichteten im Pfarrhaus eine Ortskommandantur. Am 6. April des Jahres setzten sie Anton Paehler als Stadt- und Amtsbürgermeister ein; am Tag zuvor war Karl Agethen abgesetzt worden. Leitungswasser und Strom standen nur begrenzt zur Verfügung, die Post wurde nicht befördert und die Eisenbahn fuhr nicht. Am 1. Juni 1945 wurde der Postverkehr für Privatleute im Amt Rietberg und im Amt Verl aufgenommen. Briefmarken mit dem Hitler-Porträt durften nicht verwendet werden, so dass Briefe direkt im Postamt gestempelt wurden. Am 15. Juni nahm der Senneblitz den Personennahverkehr wieder auf. Am 25. September wurde in den Schulen der Unterricht für die Unterklassen wieder aufgenommen. Am 12. Oktober folgten die Oberklassen. Bis zum 12. Dezember 1945 durfte mangels Schulbüchern kein Deutsch-, Geschichts- und Erdkundeunterricht erteilt werden.

Namen der Gefallenen des Zweiten Weltkriegs

In den folgenden Jahren fehlte es in Rietberg an Allem. Hauptbrotsorte nach dem Krieg war das Maisbrot, dessen Hauptzutat aus amerikanischen Lieferungen stammte. Im Winter 1946 wurde die Schulspeisung eingeführt und diente bis 1950 als Ernährungsgrundlage für Kinder und Jugendliche. Da es durch die Knappheit oft zu Diebstählen und Plünderungen der bestellten Felder kam, wurde am 11. Juli 1946 ein Flur- und Selbstschutz eingeführt, zu dem alle männlichen Einwohner zwischen 20 und 45 Jahren verpflichtet waren. Von Juli bis September durfte die Feldflur von 21 bis 5 Uhr nicht betreten werden. Bis 1948 kamen auch Menschen aus dem Ruhrgebiet nach Rietberg, um Lebensmittel zu hamstern.

Nach der Währungsreform 1948 und dem darauf folgenden Aufschwung wurden in Rietberg etliche Eigenheime errichtet. Nach 1952 begann man auch mit städtischen Bauten. Am 25. April 1952 beschloss man, ein Feuerwehrhaus, ein Freibad und einen Erweiterungsbau der Volksschule zu errichten. Noch im selben Jahr war das Feuerwehrhaus, im August des folgenden Jahres das Freibad fertiggestellt. Nachdem der Personennahverkehr von Wiedenbrück nach Sennelager am 31. März 1958 eingestellt wurde, nahm der Kraftverkehr in Rietberg zu und es musste eine neue Emsbrücke errichtet werden. In dieser Zeit erholte sich auch das gesellschaftliche Leben und es wurden viele Vereine neu oder wieder gegründet. Bis zum Volkstrauertag 1966 wurde die Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs erweitert und neu gestaltet. Das Mahnmal bekam außer einem neuen Standort auch Tafeln mit den 381 Namen der Opfer des Zweiten Weltkriegs.

Kommunale Neuordnung[Bearbeiten]

1970 schlossen sich die Gemeinden des Amtes Rietberg zur neuen Stadt Rietberg zusammen, wobei Moese und Mastholte einen gemeinsamen Ortsteil mit dem Namen Mastholte bildeten. 1973 wurde der Kreis Wiedenbrück und damit auch Rietberg dem neu gebildeten Kreis Gütersloh eingegliedert. Nach der Umstrukturierung begann man in Rietberg mit der Ausweisung weiterer Wohngebiete und der Gewerbegebiete Tenge-Rietberg, Südstraße und Esphorst. Noch um 1970 waren 17 % der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft beschäftigt.[24] In den neuen Gewerbegebieten siedelten sich vornehmlich Betriebe der Metall- und Holzverarbeitung an. Durch die neue Bebauung mussten auch 150 m Kanalleitung saniert oder neu verlegt werden. Zur Abwasserreinigung konnten 4 Klärwerke errichtet werden. Das Straßennetz wurde auf 125 km neu errichtet und zehn Kindergärten wurden eingerichtet. Darüber hinaus wurde das neue Schulzentrum für über 30 Mio. DM errichtet. Dies wurde notwendig, weil die Volksschulen aufgelöst und Grund- und weiterführende Schulen eingerichtet werden sollten. 1977 wurde die Volkshochschule Reckenberg-Ems gegründet und Altenheime wurden aufgebaut.

Am 31. Mai 1975 wurde der Bahnhof in Rietberg geschlossen. Im selben Jahr erfolgte der Umbau der Krankenhäuser in Rietberg und Neuenkirchen zu Altenpflegeheimen. 1976 begann man mit der Erweiterung des Rathauses und des Verwaltungsgebäudes; die Arbeiten konnten 1978 abgeschlossen werden. 1980 wurde die Umgehungsstraße B 64 eröffnet. 1985 bis 1987 baute man das Progymnasium um. Im Jahr 2008 war Rietberg Ausrichter der Landesgartenschau. Seit dem 23. Juni 2009 trägt die Stadt das Gütesiegel „Staatlich anerkannter Erholungsort“. Voraussetzung dafür waren laut Kurortegesetz des Landes Nordrhein-Westfalen Kur- und Erholungsgebiete, die im Zuge der Landesgartenschau 2008 entstanden sind.

Religion[Bearbeiten]

Die Bevölkerung ist wie in großen Teilen des südlichen Ostwestfalens überwiegend katholisch. Entsprechend gibt es mit den katholischen Kirchengemeinden St. Anna Bokel, St. Jakobus d. Ä. Mastholte, St. Margareta Neuenkirchen, St. Johannes Baptist Rietberg, St. Marien Varensell und St. Laurentius Westerwiehe (alle im Dekanat Rietberg-Wiedenbrück des Erzbistums Paderborn) sechs katholische Gemeinden im Stadtgebiet, zusätzlich eine Benediktinerinnen-Abtei in Varensell, jedoch nur eine evangelische Kirchengemeinde in Rietberg. Während der Reformation war Rietberg für kurze Zeit protestantisch, wurde jedoch im Zuge der Gegenreformation erneut katholisch.

Die evangelische Kirchengemeinde hat 3.787 Mitglieder, also etwa 12 % der Gesamtbevölkerung, und hält Gottesdienste in zwei Kirchen in Rietberg und Mastholte ab. Auf ihre heutige Größenordnung wuchs die Gemeinde nach Ende des Zweiten Weltkrieges an, als protestantische Flüchtlinge und Vertriebene auch in die katholischen Gebiete Ostwestfalens zogen.

Muslimische Rietberger haben an der Lange Straße im Ortsteil Neuenkirchen eine Moschee errichtet, die von einem Türkisch-Islamischen Kulturverein betrieben wird. (Standort der Moschee51.8233248.432134)

Die genaue konfessionelle Zusammensetzung der Rietberger wird amtlich nicht publiziert, ein nicht repräsentatives Indiz mag die Konfessionszugehörigkeit der Rietberger Schüler sein. Demnach sind 62,8 % aller Schüler, die Rietberger Schulen besuchen, katholisch, 15,7 % evangelisch, 9 % islamisch und 6,5 % gaben an, einer anderen Konfession zugehörig zu sein; 6 % bezeichneten sich als konfessionslos.[25]

Ältere amtliche Zahlen aus dem Jahr 1965 geben an, dass rund 88 % der Rietberger katholisch und 11,5 % der Bevölkerung evangelisch waren. Konfessionslos oder einer sonstigen Konfession angehörig waren weniger als 1 % der Bevölkerung.[26]

Einen ersten Hinweis auf jüdische Bewohner gibt eine Urkunde des Grafen Wilhelm von Jülich, Berg und Ravensberg vom 12. Februar 1310[27], die Nennekun van Rethberghe, eine Jüdin aus der Grafschaft Rietberg nennt. Auch in Urkunden der folgenden Jahrhunderten werden immer wieder jüdische Bürger genannt. Für 1567 ist ein jüdischer Friedhof der Israelitischen Gemeinde der Grafschaft Rietberg belegt. Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts bis Mitte des 18. Jahrhunderts ist nichts über Juden in Rietberg überliefert. Ab 1738 werden sie wieder erwähnt. 1750 war in einem Privathaushalt in Neuenkirchen eine Bet- und Schulstube eingerichtet, die am 2. Januar 1758 als Synagoge angemeldet wurde. In dieser Zeit ging die Israelitische Gemeinde in die Synagogengemeinde Neuenkirchen über und gründete 1760 einen Unterstützungs- und Beerdigungsverein, der Arme und Kranke versorgte. Am 7. März 1768 wurde die Genehmigung zum Neubau einer Synagoge erteilt. Ein jüdischer Friedhof entstand in direkter Nachbarschaft. Für das Jahr 1817 sind im Einzugsbereich der Synagoge 145 Juden nachgewiesen, die in Neuenkirchen, Verl, Rietberg, Kaunitz und Mastholte wohnten. Einen eigenen Rabbiner hatte die Gemeinde nicht, die Gemeindeaufsicht wurde vom Oberrabbiner für Paderborn, Corvey und Rietberg geführt. Beim Dorfbrand 1880 brannte auch die Synagoge nieder. Noch im September desselben Jahres konnte mit dem Neubau begonnen werden. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde im April 1933 der erste Jude in Schutzhaft genommen. Mit Wirkung zum 1. Januar 1938 verlor die Gemeinde in Neuenkirchen ihren Status und die Mitglieder wurden 1940 der Gemeinde in Gütersloh zugeordnet. Am 10. November 1938 wurde die Synagoge und weitere jüdische Wohn- und Geschäftshäuser in der Reichspogromnacht niedergebrannt. Aus dem Gemeindegebiet gelang einem Teil der Juden die Auswanderung, die übrigen wurden in das KZ Theresienstadt deportiert und ermordet.[28] Nach dem Krieg kehrten nur vereinzelt Bewohner jüdischer Herkunft nach Rietberg und Neuenkirchen zurück. Der Standort der Synagoge ist heute mit der nebenstehenden Gedenktafel markiert.[29]

In der Stadt leben einige syrisch-orthodoxe Christen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Gemäß § 5 des „Gesetzes zur Neugliederung des Kreises Wiedenbrück und von Teilen des Kreises Bielefeld“ vom 4. Dezember 1969 wurden am 1. Januar 1970 die bisher amtsangehörige Stadt Rietberg und die Gemeinden Bokel, Druffel, Mastholte, Moese, Neuenkirchen, Varensell und Westerwiehe, die alle dem Amt Rietberg des Kreises Wiedenbrück angehörten, zur neuen Stadt Rietberg zusammengeschlossen.[30] Das Amt Rietberg wurde aufgelöst; Rechtsnachfolgerin wurde die neue Stadt Rietberg. Gleichzeitig schlossen sich Mastholte und Moese zu einer Ortschaft unter dem Namen Mastholte zusammen.

Mit Wirkung vom 1. Januar 1975 wurden aufgrund § 45 des „Gesetzes zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Münster/Hamm (Münster/Hamm-Gesetz)“ vom 9. Juli 1974 Flurstücke aus der Stadt Rietberg (Gemarkung Mastholte) in die Stadt Lippstadt ausgegliedert und aufgrund des § 23 des „Gesetzes zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Sauerland/Paderborn (Sauerland/Paderborn-Gesetz)“ vom 5. November 1974 Flurstücke aus der Gemarkung Westenholz in die Stadt Rietberg (Ortschaft Mastholte) eingegliedert.[31]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Rietberg von 1818 bis 2007 (untere Linie: jeweiliger Gebietsstand, obere Linie: heutiger Gebietsstand)

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der Stadt Rietberg nach dem jeweiligen Gebietsstand, bei einigen Jahren zusätzlich nach heutigem Gebietsstand. Bei den Zahlen handelt es sich bis 1970 und für 1987 um Volkszählungsergebnisse[32][33][34][35] und ab 1975 um amtliche Fortschreibungen des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik.[36] Die Zahlen von 1975 bis 1985 sind geschätzte Werte, die Zahlen ab 1990 Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse der Volkszählung von 1987. Die Angaben beziehen sich ab 1871 sowie für 1946 auf die Ortsanwesende Bevölkerung, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und ab 1985 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung. Vor 1871 wurden die Einwohnerzahlen nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Bei der Gemeinde Rietberg ab 1970 beziehen sich die Daten vor 1970 ebenfalls auf die Gemeinde Rietberg in ihrem heutigen Zuschnitt.

Rietberg nach dem damaligen Gebietsstand

Jahr Einwohner
1818 (31. Dez.) 1386
1831 (3. Dez.) 1676
1837 (3. Dez.) 1801
1843 (3. Dez.) 2052
1849 (3. Dez.) 2108
1852 (3. Dez.) 2008
1858 (3. Dez.) 1950
1867 (3. Dez.) 1923
1871 (1. Dez.) 1912
1885 (1. Dez.) 1868
Jahr Einwohner
1871 (1. Dez.) 1912
1885 (1. Dez.) 1868
1895 (1. Dez.) 1833
1905 (1. Dez.) 2197
1925 (16. Juni) 2956
1933 (16. Juni) 3210
1946 (29. Okt.) 4270
1950 (13. Sep.) 4541
1961 (6. Juni) 5500

Rietberg nach dem heutigen Gebietsstand

Jahr Einwohner
1939 (17. Mai) 13.291
1950 (13. Sep.) 17.322
1961 (6. Juni) 18.425
1970 (27. Mai) 20.377
1974 (30. Juni) 22.226
1975 (31. Dez.) 22.416
1980 (31. Dez.) 23.598
1985 (31. Dez.) 23.375
1987 (25. Mai) 22.782
1990 (31. Dez.) 24.138
1995 (31. Dez.) 26.435
Jahr Einwohner
2000 (31. Dez.) 28.029
2005 (31. Dez.) 28.790
2007 (31. Dez.) 28.841
2012 (31. Dez.) 28.583

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Stadtrat seit 2009
Zum Vergleich: Sitzverteilung im Stadtrat von 2004 bis 2009

Der Stadtrat hat gegenwärtig 38 Mitglieder aus fünf Parteien und Wählergruppen. Hinzu kommt der Bürgermeister als Ratsvorsitzender. Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1975:

Rat der Stadt Rietberg: Wähleranteil und Gemeinderäte seit 1975
CDU Nordrhein-Westfalen Freie Wähler, UWG etc. SPD Nordrhein-Westfalen Bündnis 90/Die Grünen FDP Nordrhein-Westfalen Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Gesamtanzahl der Sitze im Rat  %
1975–1979 62,2 25 19,6 8 14,9 6 3,3 0 100 39 89,3
1979–1984 54,7 21 26,6 11 18,7 7 100 39 75,3
1984–1989 56,6 24 20,9 9 14,6 6 4,6 0 3,3 0 100 39 74,8
1989–1994 52,9 21 22,8 9 24,3 9 100 39 70,1
1994–1999 50,0 20 21,0 8 22,3 9 6,8 2 100 39 84,9
1999–2004 57,7 22 23,4 9 13,9 5 3,5 1 1,6 1 100 38 64,5
2004–2009 55,3 21 22,2 10 11,2 4 4,7 2 3,7 1 100 38 62,1
2009–2014 52,2 20 29,1 11 9,1 3 5,1 2 4,5 2 100 38 60,1
Prozentanteile gerundet. Quellen: Landesdatenbank NRW[37]; Landesbetrieb Information und Technik NRW[38]

Weitere Wahlergebnisse[Bearbeiten]

Die Ergebnisse der letzten Landtags-, Bundestags- und Europawahlen werden in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Rietberg gehört zum Landtagswahlkreis Gütersloh III (96) und zum Bundestagswahlkreis Gütersloh (132), deren Direktmandate bei der Landtagswahl 2010 Michael Brinkmeier (CDU) zum dritten Mal in Folge und bei der Bundestagswahl 2009 Ralph Brinkhaus (CDU) gewannen. Im Europäischen Parlament sitzt Elmar Brok (CDU) als Vertreter.

Weitere Wahlergebnisse der Stadt Rietberg: Wähleranteil seit 2005
CDU Nordrhein-Westfalen SPD Nordrhein-Westfalen Bündnis 90/Die Grünen FDP Nordrhein-Westfalen Die Linke PIRATEN Sonstige Wahl-
beteiligung
Wahlperiode  %  %  %  %  %  %  %  %
Landtagswahl 2005 70,37 18,68 3,69 4,58 2,68 66,85
Bundestagswahl 2005 65,67 25,44 2,94 3,42 2,53 81,03
Europawahl 2009 59,92 13,58 8,22 11,56 6,72 46,52
Bundestagswahl 2009 60,68 21,04 5,38 8,61 3,94 0,34 74,07
Landtagswahl 2010 46,09 26,35 10,93 7,43 4,17 1,07 3,97 60,04
Landtagswahl 2012 46,43 26,52 7,95 8,30 1,21 5,57 4,01 62,56
Bundestagswahl 2013 58,31 21,22 5,69 4,99 3,29 1,58 4,931 74,41
Prozentanteile gerundet. Quellen: Landesdatenbank NRW[37]; Landesbetrieb Information und Technik NRW[38]

Ergebnisse der Bundestagswahlen sind Zweitstimmenergebnisse. 1 Davon die AfD 2,34 %.

Bürgermeister und Stadtdirektoren[Bearbeiten]

Erster Bürgermeister der Stadt Rietberg nach der Kommunalreform war im Jahr 1970 der Westerwieher Versicherungskaufmann und bisherige Amtsbürgermeister Franz Funke. 1997 wurde André Kuper (CDU) hauptberuflicher Bürgermeister, der am 12. September 1999 mit einem Wahlergebnis von 82,9 % der gültigen Stimmen gewählt wurde. Er setzte sich auch am 26. September 2004 mit einem Wahlergebnis von 77,1 % im ersten Wahlgang gegen einen Mitbewerber und 2009 mit 73,39 % gegen zwei Mitbewerber durch.

Bei der NRW-Landtagswahl am 13. Mai 2012 errang Kuper mit 49,57 % der Erststimmen das Direktmandat für die CDU in seinem Wahlkreis.[39] Daher überreichte ihm der Landrat des Kreises Gütersloh am 17. Mai 2012 die Entlassungsurkunde, sodass er mit Ablauf dieses Tages aus dem Dienst ausschied. Bis zur Wahl eines Nachfolgers übte der Beigeordnete Dieter Nowak das Amt in seiner Funktion als Allgemeiner Stellvertreter kommissarisch aus.[40]

Am 28. Oktober 2012 wurde der als unabhängiger Kandidat angetretene Andreas Sunder mit 70,3 % der Stimmen zum Nachfolger von André Kuper gewählt, seit dem 8. November 2012 ist er offiziell im Amt.[41]

Bis zur Einführung des hauptamtlichen Bürgermeisters wurde die Stadtverwaltung durch einen hauptamtlichen Stadtdirektor geleitet.

Bürgermeister der Stadt Rietberg
Amtszeit Bürgermeister Partei  %3
1970–1973 Franz Funke
1973–1975 Hans Paehler
1975–1977 Josef Kühlmann
1977–1997 Hubert Deittert CDU
1997–1999 André Kuper CDU
1999–2012 82,9 %2
2004–2009 77,1 %1
2009–2012 73,39 %
2012 Andreas Sunder unabhängig 70,3 %

1 Stimmenanteil im ersten Wahlgang 2 Stimmenanteil im zweiten Wahlgang (Stichwahl). 3 Seit 1999 Direktwahl. Seit 2009 keine Stichwahl mehr.
Quellen: Landeswahlleiterin des Landes Nordrhein-Westfalen[42]

Stadtdirektoren der Stadt Rietberg
Amtszeit Stadtdirektor
1970–1972 Bruno Linke
1972–1992 Hermann Kloock
1975–1977 Josef Kühlmann
1992–1997 Wolfgang Schwade

Wappen, Banner und Flagge[Bearbeiten]

Wappen
Banner

Die Wappenbeschreibung lautet: „Von Rot und Gold (Gelb) geteilt, oben ein goldener Adler, unten zwei rote Seerosenblätter mit ineinandergeschlungenen Stielen.“ Das Wappen wurde genehmigt am 14. Mai 1937 für das Amt Rietberg und durch die Genehmigung vom 28. Juni 1971 für die zum 1. Januar 1970 neu gebildete Stadt Rietberg unverändert übernommen.

Das Gebiet des Amtes Rietberg wie auch der heutigen Stadt Rietberg besteht im Wesentlichen aus der früheren Grafschaft Rietberg, daher zeigt die obere Hälfte des Wappens den Adler des Wappens der Grafen von Rietberg. Die untere Hälfte mit den Seerosenblättern ist ein Symbol für die vielen Moore und Teiche im Stadtgebiet.

Das Banner ist von Rot und Gelb längsgestreift mit dem Stadtwappen im oberen Drittel.

Die Flagge ist von Rot und Gelb längsgestreift mit dem zur Stange verschobenen Stadtwappen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1983 besteht eine Beziehung zur französischen Stadt Ribérac im Département Dordogne. Im Rahmen dieser Städtepartnerschaft finden in jedem Jahr zahlreiche Austauschbegegnungen zwischen Schulen und Vereinen statt.

Seit 1999 besteht eine Städtepartnerschaft mit der polnischen Partnerstadt Glogowek (Oberglogau).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Im Zuge der Landesgartenschau 2008 kaufte die Stadt Rietberg die sogenannte RheinOperMobil (ROM), die in Düsseldorf als temporäre Spielstätte für die Deutsche Oper am Rhein gedient hatte. Das Gebäude wurde am Rande des historischen Stadtkernes direkt neben dem Gymnasium Nepomucenum Rietberg (51° 48′ 31″ N, 8° 25′ 55″ O51.8085555555568.432) aufgebaut und trägt nun den Namen „cultura – sparkassen-theater an der ems“.

Die cultura ist ein moderner Nachbau des 1599 am Südufer der Themse in London erbauten Globe-Theaters. Auf drei Etagen finden in rustikaler Atmosphäre bis zu 750 Personen Platz. Die Entfernung zwischen Bühne und Zuschauer beträgt aufgrund der Rundtheateranordnung maximal 15 m. Im Jahre 2008 wurden hier viele Live-Konzerte (z. B. Die Prinzen, Marshall & Alexander, Achim Reichel, Tommy-Emmanuel-Guitar-Festival, Ökumenischer Gospel Chor), Autorenlesungen (z. B. mit Martin Walser), Chor-, Musik und Theatervorstellungen und das umfangreiche Kulturprogramm von kulturig e. V.[43], aber auch Kongresse und Fachtagungen veranstaltet.

Museen[Bearbeiten]

Das Rietberger Heimathaus

Im Heimathaus Rietberg, einem Fachwerk-Dielenhaus, das im Jahr 1645 erbaut und 1899 mit einem Anbau versehen wurde, sind unter anderem eine ornithologische Sammlung, eine Wohnstube und Schlafkammer aus dem 19. Jahrhundert sowie eine ostdeutsche Heimatstube zu besichtigen.

2007 wurden das Kunsthaus Rietberg – Museum Wilfried Koch mit einem Skulpturenpark im ehemaligen Klostergarten eröffnet. In Garten und Haus wird das Werk des in Varensell lebenden Künstlers Wilfried Koch präsentiert. Ausgestellt sind 19 Bronzeskulpturen, sowie in wechselnden Ausstellungen Malereien und Zeichnungen.

Musik[Bearbeiten]

In Rietberg existieren über dreißig musikalische Vereine. Gut die Hälfte davon sind Chöre und Sängerkreise mit zumeist religiösem Hintergrund. Ferner existieren allgemeine Musikvereine, Blechbläservereinigungen, Akkordeongruppen, Spielmannszüge, die Jugend-Musical-Bühne-Rietberg e.V. und die Big Band des Gymnasium Nepomucenum.[44]

Bauwerke[Bearbeiten]

Sakralbauten[Bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist

Das Langhaus der katholischen Pfarrkirche St. Johannes Baptist wurde 1896 errichtet, Chor und Westturm sind noch spätgotisch. Im Inneren stehen die Figuren Maria und Johannes vom ehemaligen Hochaltar, welche um 1720 entstanden sind. Die Kanzel ist aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und der Taufstein von 1515. Das Orgelgehäuse stammt von 1838.

Die Franziskanerkirche St. Katharina. ist ein lang gestreckter Saalbau mit Maßwerkfenstern, die Grundsteinlegung erfolgte 1618. Die Kirche wurde am 15. November 1629 geweiht und beim Klosterbrand 1935 beschädigt. In den Jahren 2006 bis 2007 gab es umfangreiche Restaurierungsarbeiten. Der Hochaltar wurde 1629 aufgestellt.

In der Nähe des ehemaligen Schlosses ließ Wenzel Anton Fürst von Kaunitz-Rietberg die St.-Johannes-Nepomuk-Kapelle von einem unbekannten mährischen Baumeister 1747–53 im spätbarocken Stil erbauen. Sie ist dem Schutzheiligen der Grafschaft Rietberg Johannes Nepomuk geweiht.

Das 1626 errichtete Geburtshaus des Paderborner Hofbaumeisters Franz Christoph Nagel wurde 1903 für die evangelische Gemeinde als Andachtsstätte ausgebaut. Die Utlucht ist 1669 bezeichnet.

Profanbauten[Bearbeiten]

Schloss Rietberg
Historisches Rathaus von Rietberg

Das Schloss Eden (Schloss Rietberg) wurde im 14. Jahrhundert im Renaissancestil errichtet und 1803 abgerissen.[45] Heute sind nur die Reste der sternförmigen Wallanlagen und Gräben erhalten. Das zweigeschossige Rathaus wurde um 1800 in Fachwerk errichtet. Der gedeckte Treppenaufgang wurde 1915 nach einem Entwurf von Max Sonnen hinzugefügt. 1977 wurde das gesamte Gebäude vollständig abgebrochen und anschließend in den alten Formen wiederaufgebaut.

Das Alte Gericht in der Rathausstraße 18 ist ein verputzter klassizistischer Massivbau mit dreiachsigem Mittelrisalit und wurde 1806 durch den Detmolder Baumeister Trumpf unter Verwendung von Steinen des abgebrochenen Schlosses errichtet. Das Alte Progymnasium wurde 1746–50 als eingeschossige Dreiflügelanlage mit Mansarddach und Mittelrisalit errichtet.

Wohnbauten[Bearbeiten]

Das Ortsbild wird von zahlreichen, gut erhaltenen Fachwerk-Dielenhäuser geprägt, die sich zumeist mit dem Giebel zur Straße wenden. Der Charakter einer kleinen Residenzstadt blieb bis heute bewahrt. Eines der ältesten Häuser steht am Bolzenmarkt 13 und ist mit der Jahreszahl 1592 bezeichnet. Das Wohnhaus Emsstraße 7 wurde 1644 errichtet und verfügt über zwei Utluchten und reich verzierten Knaggen.

Das Haus in der Klosterstraße 3 wird heute als Heimathaus genutzt. Es ist 1645 entstanden und die alte Raumaufteilung mit Diele blieb weitgehend erhalten. Das alte Konvikt an der Müntestraße 2 wurde 1651 erbaut. 1915 wurde das Fachwerk durch Max Sonnen freigelegt und restauriert. Das Haus gegenüber in der Müntestraße 4 ist zweigeteilt. Das Vorderhaus ist 1692 bezeichnet. Der hintere, wohl als Speicher errichtete Teil ist noch vor 1600 entstanden.

In der Müntestraße 9–11 steht das ehemaliges Wohnhaus des Hofmalers und Möbelfabrikanten Philipp Ferdinand Ludwig Bartscher (1749–1823). Es wurde in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut. Im Innern wurden 1991 Wandmalereien entdeckt und wieder hergestellt, die wohl von Bartscher angefertigt wurden. Die Schwanenapotheke in der Rathausstraße 37 wurde 1629 erbaut. Die Fassade wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts umgestaltet. Aus dieser Zeit stammen die beiden Ausluchten und das klassizistische Portal mit ionischen Säulen.

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Bibeldorf

Entlang der früheren Wallanlagen, die mittlerweile geschleift sind, befindet sich ein etwa 3 km langer baumumsäumter Rundweg um die historische Altstadt. Dieser führt teilweise entlang der Ems, teilweise entlang der in Jahren 2002 bis 2006 wiederhergestellten mittelalterlichen Umflutgräben und stellt heute ein beliebtes Naherholungsziel dar. Im Bereich zwischen Umflut und Ems befindet sich die parkähnlich angelegte Gedenkstätte für die Opfer der beiden Weltkriege.

Das Bibeldorf Rietberg ist ein erfahrungsbezogener und erlebnisorientierter Lernort zur Welt und Umwelt der Bibel, der seit dem Jahr 2003 auf dem 22.500 m² großen Gelände des ehemaligen Klärwerks entstanden ist. Das Bibeldorf ist von Mai bis Oktober geöffnet und wird jährlich von über 10.000 Menschen besucht.[46][47]

Parks[Bearbeiten]

Landesgartenschau 2008 in Rietberg, Eingang Mitte.
Blick über das Landesgartenschaugelände

In Rietberg fand vom 25. April bis zum 12. Oktober 2008 eine Landesgartenschau statt. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Träume wachsen lassen“. In der Vorbereitungszeit von rund anderthalb Jahren wurde nach den Detailplänen der Planungsbüros ARGE Wolf-Edenfeld aus Rietberg und Berlin sowie Krüger aus Dresden von etwa 70 Baufirmen der Gartenschaupark geschaffen. Die Landesgartenschau Rietberg umfasst ein Areal von rund 3,5 Kilometern Länge und zieht sich vom Süden der Stadt von der Johanneskapelle zum Historischen Stadtkern und entlang des Naturschutzgebietes Rietberger Emsniederung bis zum Stadtteil Neuenkirchen. Das Areal der Gartenschau wurde von Heinz W. Hallmann in die drei großen Themenbereiche „Lebendige Kulturgeschichte“, „Kultur trifft Natur“ und „Neuer Park Rietberg-Neuenkirchen“ strukturiert. Erstmals wurde zudem ein historischer Stadtkern „Herz und Mitte“ einer nordrhein-westfälischen Landesgartenschau. Am 12. Oktober 2008 endete die Landesgartenschau; mit fast 900.000 Besuchern wurde das gesetzte Ziel von 450.000 Besuchern um 100 % überboten. Am 26. April 2009 wurde das 40 ha große Gelände als Gartenschaupark Rietberg wiedereröffnet. Seit 2011 ist der Gartenschaupark Rietberg Partner im European Garden Heritage Network (EGHN).

Die bereits erwähnte St.-Johannes-Nepomuk-Kapelle ist von einer historischen Grünanlage umgeben, die öffentlich zugänglich ist. Sie liegt an einem alten Prozessionsweg, der dem historischen Verlauf der Straße von Rietberg nach Paderborn folgt und an dem sieben Bildstöcke aufgestellt sind.[48]

Naturdenkmäler und Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Schellenwiese Emssee Im Binner Rietberger Emsniederung Rietberger Emsniederung Rietberger FischteicheRietberg
Über dieses Bild

Gegenüber der Auffahrt zum Rietberger Schloss steht eine Linde, die sogenannte Huldigungslinde, die erstmals 1753 erwähnt wurde. Damals bestiegen die abgesandten Vertreter des hessischen Landesfürsten einen mit rotem Tuch umhängten Balkon, um Ehrbezeugungen der Rietberger entgegenzunehmen.[49]

In Bokel und Mastholte findet sich jeweils eine Eiche, die unter Naturschutz steht.

Darüber hinaus sind auf dem Stadtgebiet fünf Naturschutzgebiete (NSG) ausgewiesen. Dies sind der Emssee, das NSG Im Binner, die Rietberger Emsniederung, die Rietberger Fischteiche und das NSG Schellenwiese.

Sport[Bearbeiten]

Springbrunnen auf dem Golfplatz des Golfclubs Gütersloh in Rietberg

In Rietberg gibt es ein Sportangebot von fast 40 Vereinigungen[50]. Insgesamt gibt es im Stadtgebiet neun allgemeine Sportvereine, die Angebote im Breitensport machen. In jedem der sieben Ortsteile existiert eine Sportschützengruppe, die meist dem örtlichen Schützenverein angeschlossen ist. Des Weiteren gibt es Wassersportgruppen, Fischereivereine, Radsportclubs, Tennisclubs und Zucht-, Reit- und Fahrvereine.

In der Ortschaft Varensell liegt der 18-Loch-Golfplatz des Westfälischen Golf-Clubs Gütersloh-Rietberg. Vom Peugeot Golfführer wurde die 60 ha große, entlang der Wapel gelegene Anlage unter die 20 schönsten Plätze Deutschlands gewählt. Der Verein zählte 2006 mehr als 900 Mitglieder.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Rietberg gehört zu den Karnevalshochburgen in Westfalen. Von Altweiberdonnerstag bis Aschermittwoch ist die Stadt in der Hand der Karnevalisten. Auf Altweiber und am Rosenmontag säumen bis zu 40.000 Zuschauer die Straßen im Rietberger Stadtkern, um sich die Karnevalsumzüge anzuschauen. Der Narrenruf in Rietberg lautet Ten Dondria (Helau).

Der Rietberger Sommer ist eine Reihe von Veranstaltungen, die von April bis September stattfinden. Weitere Höhepunkte im gesellschaftlichen Leben der Stadt sind die Schützenfeste der Schützenvereine in den Ortschaften, die von Mai bis September stattfinden. Ebenfalls im Mai ist im Ortskern von Neuenkirchen Maikirmes.

Alle 2 Jahre ist im Juni Stadtbürgerfest im Ortskern von Rietberg. Am dritten Mittwoch im Juli begehen die Mastholter Jakobi-Markt, benannt nach dem Patronat ihrer Kirche. Das UNICEF-Kinderfest ist im August in Neuenkirchen. Im September wird in Rietberg Stoppelkirmes gefeiert. Gleichzeitig findet ein Oktoberfest statt.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Zur Landesgartenschau 2008 braute die Privat-Brauerei Hohenfelde aus dem benachbarten Langenberg ein süffiges, würziges und naturtrübes Bier, Leos Bernstein genannt. Der Name erinnert an eine Rietberger Brauerei, die bis 1925 ein naturtrübes und bernsteinfarbenes Bier namens Leopolds herstellte. Mit derselben Rezeptur wird heute in der Brauerei das Marienfelder Klosterbier hergestellt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Rietberg hat eine ausgesprochen mittelständische und diversifizierte Wirtschaftsstruktur, Großunternehmen sind nicht ansässig. Die Lear Corporation, einem Hersteller von Automotive-Teilen, hat in Rietberg eine Zweigniederlassung, die größter Arbeitgeber ist. Herausragender Wirtschaftszweig ist das verarbeitende Gewerbe, in diesem Sektor sind 53,6 % der 9.964 sozialversicherungspflichtig in Rietberg Beschäftigten tätig. Weitere 19,6 % sind in Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen und Gebrauchsgütern und 17,7 % im Dienstleistungssektor beschäftigt. 0,9 % der Beschäftigten in Rietberg ist in der Landwirtschaft tätig (Stand: 2007).[6] Die Schwerpunkte der Unternehmen liegen in der Möbelwirtschaft, im Maschinenbau, in der Lebensmittelwirtschaft und in regenerativen Energien.[51]

Verkehr[Bearbeiten]

Die B 64 verläuft durch das Gemeindegebiet in einer Ortsumgehung um Rietberg. Sie bindet Rietberg in nordwestlicher Richtung an Rheda-Wiedenbrück und an die A 2 in 10 km Entfernung sowie in südöstlicher Richtung an Paderborn an. Die L 782 führt in nördlicher Richtung nach Verl, die L 836 führt nach Langenberg.

Regionalbusse verkehren im regelmäßigen Taktverkehr nach Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück, Lippstadt und Delbrück. Rietberg liegt im Bereich des Tarifverbunds „Der Sechser“ (OWL Verkehr GmbH). Nach Lippstadt und Delbrück gelten Übergangstarife.

Die Stadt hat keine eigene Bahnanbindung mehr. Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind Rheda-Wiedenbrück, Gütersloh Hbf und Lippstadt. Von 1902 bis 1958 war Rietberg an den Personennahverkehr des Senneblitz angebunden. Dieser führte von Wiedenbrück über Rietberg und Delbrück nach Sennelager. Ende der 1990er Jahre wurde auch der Güterverkehr auf der Strecke eingestellt und die Gleistrasse wurde zurückgebaut.

Rietberg liegt auf der Strecke des Emsradweges, der auf einer Länge von 375 km an der Ems entlang von Hövelhof bis Emden führt und an der gut 500 km langen Wellness-Radroute, die als Radrundweg ausgeführt ist.

Zufällig führte bereits vor 2008 die „Landesgartenschau-Route“ durch Rietberg, ein Radweg, der sechs ehemalige Landesgartenschau-Gelände miteinander verbindet. Die Route führt vom Seepark in Lünen (LGS 1996) über den Maximilianpark in Hamm (LGS 1984), den Vierjahreszeiten-Park in Oelde (LGS 2001) und die Flora Westfalica in Rheda-Wiedenbrück (LGS 1988) bis zum Paderborner Schloss- und Auenpark (LGS 1994). Rietberg ist seit 2008 die fünfte Station auf dieser Route.

Der nächste Flughafen ist der Flughafen Paderborn/Lippstadt in rund 32 km Entfernung. Sowohl der Flughafen Dortmund als auch der Flughafen Münster/Osnabrück liegen etwa 79 km entfernt.

Medien[Bearbeiten]

In Rietberg sind vier Tageszeitungen vertreten. Als Vollzeitungen erscheinen täglich montags bis samstags die Neue Westfälische und das Westfalen-Blatt mit Hauptsitz in Bielefeld sowie Die Glocke aus Oelde. Die in Rietberg erhältlichen Lokalteile dieser drei Zeitungen decken den Kreis Gütersloh zumindest teilweise ab. Der Patriot aus Lippstadt ist ein Kopfblatt des Westfälischen Anzeigers in Hamm und hat seinen redaktionellen Schwerpunkt im Kreis Soest. Außerdem erscheint vierzehntäglich das kostenlose Stadtmagazin Rietberger Stadtanzeiger, das als Hauspost verteilt wird, beziehungsweise in Geschäften erhältlich ist.

Rietberg gehört zum Berichtsgebiet des Regionalstudios Bielefeld des WDR und von Radio Gütersloh, das es in der Berichterstattung als Lokalradio mit abdeckt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Nachdem die Krankenhäuser in Rietberg und Neuenkirchen 1975 zu Altenpflegeheimen umgebaut wurden, existiert eine solche Einrichtung hier nicht mehr. Somit müssen die nächstgelegenen Krankenhäuser vornehmlich in Rheda-Wiedenbrück und Gütersloh, aber auch in Paderborn und Lippstadt genutzt werden.

Die Freiwillige Feuerwehr Rietberg besteht aus drei Löschzügen, jeweils einer in Rietberg, Mastholte und Neuenkirchen. Weiterhin existiert eine stadtweite Jugendfeuerwehr.

Die Stadtbibliothek, die im alten Progymnasium in Rietberg untergebracht ist, verfügt über 25.000 Medien. Ferner unterhalten die Pfarrgemeinden sechs Pfarrbüchereien mit etwa 8.000 Medien.

Es gibt ein Freibad im Ortsteil Rietberg mit mehreren Becken. Außerdem gibt es ein Hallenbad welches auch als Schulschwimmbecken fungiert.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besitzt insgesamt 15 Schulen aller Schulformen mit Ausnahme einer Gesamtschule. Davon sind sieben Grundschulen, die Grundschule Bokel, die Rudolf-Bracht-Grundschule Mastholte, die Grundschule Neuenkirchen, die Emsschule Rietberg, die Marienschule Varensell und die Grundschule Westerwiehe. Es gibt Gemeinschaftshauptschule Rietberg, mit den Standorten Mastholte und Neuenkirchen, sowie die Realschule Rietberg und das Gymnasium Nepomucenum Rietberg und drei Förderschulen, darunter die Martinschule und die Wiesenschule. Mehrere der Schulen im Stadtzentrum von Rietberg befinden sich im Schulzentrum am Torfweg.

Im Jahr 2007 wurden an den Schulen der Gemeinde mit 289 Lehrkräften insgesamt 4.475 Schüler unterrichtet, davon etwa 33,6 % an den Grundschulen, 14,1 % an der Haupt-, 20,9 % an der Realschule, 23,7 % am Gymnasium und 7,7 % an der Förderschule.[6]

Aufgaben der Erwachsenenbildung erfüllt die Volkshochschule Rietberg aus dem Zweckverband Volkshochschule Reckenberg-Ems. Musische Ausbildung erteilt die Zweigstelle Rietberg der Musikschule für den Kreis Gütersloh.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Rietberg ist Unternehmenssitz der Lüning-Gruppe, einem Groß- und Einzelhändler für Lebensmittel. Der Jahresumsatz betrug 2005 etwa 260 Millionen Euro. Die Firma Wiesenhof Geflügelwurst ist ein Unternehmen der PHW-Gruppe mit Hauptsitz in Rechterfeld. Flötotto produziert in der Ortschaft Varensell Büro- und Schulmöbel. Seit 1848 produziert die Firma Speith-Orgelbau Orgeln in Rietberg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Diesen Bürgern der Stadt wurde das Ehrenbürgerrecht verliehen. Die einleitende Jahreszahl gibt das Jahr der Verleihung an.

  • 1936: Woldemar Tenge-Rietberg, Unternehmer und Landrat des Kreises Ottweiler[52]
  • 1990: Käthe Herbort (1910–1998), Oberschulrätin, stellvertretende Bürgermeisterin, ehrenamtliche Stadtarchivarin, Heimatforscherin, nach ihr ist die Straße „Käthes Gäßchen“ in Rietberg benannt[53]
  • 2009: Klaus Seppeler (1926–2008), Geschäftsführer der Rietbergwerke

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Da Rietberg Residenzstadt der gleichnamigen Grafschaft war, wurden die meisten der Grafen hier geboren. Der letzte männliche Nachkomme der Rietberger vom Arnsberger Geschlecht war Johann II. (um 1523–1562). Er wurde auch "der tolle Johann" genannt. Konrad Wibbeking wurde im 15. Jahrhundert in Rietberg geboren und wurde erfolgreicher Kaufmann und später Ratsherr der Hansestadt Lübeck bis zu seinem Tod 1544.

Johann Füchting, Kaufmann, Ratsherr und Mäzen in Lübeck

Auch der Kaufmann und Mäzen Johann Füchting (1571–1637) wurde in Rietberg geboren und ging mit 16 Jahren nach Lübeck zur Ausbildung. Nach der Selbstständigkeit auf Gotland kehrte er nach Lübeck zurück und heiratete. Er verstarb kinderlos und vermachte die Hälfte seines Vermögens einer Stiftung zum Nutzen der Armen. Von der Stiftung wurde der Füchtingshof als Wohnstift für Witwen von Schiffern und Kaufleuten errichtet.

Florentinus Reinking, Abt des Klosters Marienfeld

Florentinus Reinking (1698–1757) trat mit 16 Jahren in das Klosters Marienfeld als Novize ein. Nachdem er zunächst Kellermeister gewesen war, wurde Reinking vom Konvent 1746 zum Abt des Klosters gewählt.

Franz Christoph Nagel (1699–1764) besuchte zur selben Zeit wie Johann Conrad Schlaun das Theodorianum in Paderborn. Nach seiner Ausbildung zum Architekten wurde Nagel 1725 Hof- und Landbaumeister im Fürstbistum Paderborn. Hier war er für den Straßen-, Wege- und Brückenbau und für den Bau von Kirchen und Stallungen zuständig.

Der Franziskanerpater Mauritz Eilmann (1763–1809) besuchte das Gymnasium Nepomucenum in Rietberg. Bis 1798 unterrichtete Eilmann am Gymnasium in Vechta. In diesen Jahren entwickelte er Logarithmentabellen, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts veröffentlicht wurden.[54]

Die Pädagogin Johanna Pelizaeus (1824–1912) begann ihre Ausbildung erst mit 30 Jahren. 1859 stellte sie den Antrag auf Gründung einer privaten katholischen Töchterschule in Paderborn. Da kurz zuvor eine evangelische Töchterschule eröffnet wurde, gab man dem Antrag schnell statt: Die Gründung des heutigen Pelizaeus-Gymnasium Paderborn erfolgte noch im selben Jahr.

Die Künstlerin Christel Schulte-Hanhardt (* 1926) wurde in Rietberg geboren. Sie lebt und arbeitet in Krefeld und Rietberg. Von 1979 bis 1984 studierte sie in Düsseldorf an der Kunstakademie und hielt sich 1984/85 und 1987/88 zu Studienzwecken in New York auf. Seit 1984 zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland.[55]

Der Landtagsabgeordnete Gerhard Nordmann (1913–1996) studierte Rechts- und Staatswissenschaften und war als Staatsanwalt bei den Landgerichten in Hagen und Bonn, sowie beim Generalstaatsanwalt am Oberlandesgericht in Hamm/Westf. tätig. Von 1962 bis 1970 war er Mitglied des 5. und 6. Landtages von Nordrhein-Westfalen.

Die Künstlerin Adele Filbry (1936), geboren in Rietberg als Adele Feuerborn, lebt und arbeitet in Münster. Sie besuchte von 1971 bis 1973 die Fachhochschule für Design in Münster, Schwerpunkt für Keramik. 1974 Gesellenprüfung für Töpferhandwerk an der Handwerkskammer Münster. Seit 1975 zahlreiche Ausstellungen.[55]

Der CDU-Politiker Hubert Deittert (* 1941) wuchs in Rietberg auf, absolvierte die Landwirtschaftliche Fachschule in Wiedenbrück und übernahm als Landwirt den elterlichen Hof. Deittert bekleidete ab 1977 für 20 Jahre das Amt des Bürgermeisters der Stadt Rietberg. 1994 wurde erstmals in den deutschen Bundestag gewählt. Seine letzte Amtszeit endete 2009.

Der bildende Künstler Michael Steiner (* 1955) studierte ab 1977 Produktions- und Fertigungstechnik und begann ein Jahr später mit Übungen in der bildenden Kunst. 1988 erfand er ein Verfahren zur Oberflächengestaltung mit Magneten.

Die Künstlerin Ursula Honerlage (* 1956) lebt und arbeitet in Rietberg. Sie ist Mitbegründerin der RIETBERGER-Künstlergruppe, Mitglied der internationalen Künstlergruppe PARADOX und des frauenkunstforum-owl e. V.. Sie beschränkt sich nicht auf eine künstlerische Richtung, sondern experimentiert mit Materialien, Farben und Techniken.[55]

Der ehemalige Landtagsabgeordnete Michael Brinkmeier (* 1968) studierte Physik und schloss das Studium 1992 als Master of Science ab. Er assistierte in Göttingen und Stockholm und war von 1997 bis 2000 als Unternehmensberater bei McKinsey & Co. Inc. tätig. Von 2000 bis 2012 war Brinkmeier CDU-Abgeordneter im Landtag Nordrhein-Westfalen.

Der Fußballspieler Uwe Hünemeier (* 1986) begann als Kind beim DJK Bokel mit diesem Sport. 1998 wechselte er zum FC Gütersloh und 2000 zu Borussia Dortmund. In der Saison 2005/06 spielte er sein erstes Bundesligaspiel. Seit der Saison 2010/2011 spielt er für den FC Energie Cottbus in der zweiten Liga.

Die Rietbergerin Anna-Maria Zimmermann (* 1988) nahm im Herbst 2005 an der der Talentshow „Deutschland sucht den Superstar“ von RTL teil. Seit 2007 ist sie als Solosängerin mit deutschsprachigen Titeln zu hören.

Personen, die mit Rietberg verbunden sind[Bearbeiten]

Die Schriftstellerin Dora Hohlfeld (1860–1931) wurde als Luise Josefine Julie Theodore Tenge auf dem Gut Niederbarkhausen, heute zu Leopoldshöhe gehörend, geboren. Im Kleinkindalter zog sie nach Rietberg. Ihr Großvater kaufte die ehemalige Grafschaft, so dass ihr Vater Besitz in Rietberg hatte. Bereits mit fünf Jahren verfasste sie Märchen und Gedichte. Ihr erstes Werk Aus dem Krautwinkel erschien 1905.

Der Künstler Wilfried Koch (* 1929) stammt aus Duisburg und zog 1979 in den Ortsteil Varensell. Koch verfasste zwei Werke zur Baustilkunde, die heute als Standardwerke für Architekten gelten, und hat über 1000 Porträts gemalt. Seit 1982 widmete er sich der Bildhauerei. Die meisten Skulpturen schuf er aus Bronze.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Manfred Beine, Käthe Herbort: Rietberg – Historischer Stadtrundgang. In: Westfälische Kunststätten. 2 Auflage. Heft 67, Münster 2008.
  •  Feine Möbel aus Westfalen. Die Manufaktur des Rietberger Hofmalers Philipp Ferdinand Ludwig Bartscher (1749 bis 1823). In: Edition Braus. Wachter-Verlag, 2003, ISBN 3-89904-069-4.
  •  Peter Strüber: Der „Senneblitz“ – Spuren einer Sekundärbahn, eine Dokumentarreihe. Rheda-Wiedenbrück 2000–2005.
  •  Wilhelmine Herbort: Die Rietberger Emsniederung – Eine Landschaft im Wandel der Zeit. Verlag für Regionalgeschichte, 1999, ISBN 3-89534-271-8.
  •  Heimatverein Neuenkirchen und Stadt Rietberg (Hrsg.): Die Juden der Grafschaft Rietberg. Beiträge zur Synagogengemeinde Neuenkirchen. Rietberg 1999, ISBN 3-927609-02-1.
  •  Bert Bertling: Mastholte – Die Geschichte zweier Gemeinden: Moese und Mastholte. Rehling, 1997, ISBN 3-924088-03-9.
  •  Monika Grode: 25 Jahre Städtische Realschule Rietberg. Rehling, 1992, ISBN 3-924088-02-0.
  •  Alwin Hanschmidt (Hrsg.): 700 Jahre Stadt Rietberg 1289–1989. Beiträge zu ihrer Geschichte. Rietberg 1989.
  •  Bernhard Selhorst: Rietberg. Flöttmann Verlag, 1977, ISBN 3-87231-009-7.
  •  Karl Philipp Schwertener, Franz Flaskamp (Hrsg.): Beiträge zur Verfassungs-, Wirtschafts- u. Rechtsgeschichte der Grafschaft Rietberg, mit Übersicht: Höfe (Vollerben, Halberben, Erbkotten, Markkotten) der Grafschaft und der Grundherrschaft Rietberg. 1804.

Einzelne Bauwerke[Bearbeiten]

  •  Hermann Eickhoff: Schloss Rietberg – Beiträge zu seiner Geschichte. In: Heimatverein der Stadt Rietberg (Hrsg.): Heimatkundliche Reihe. Bd. 3, Rietberg 1989.
  •  Regina Fritsch: Das Brigittenhäuschen. Detmold 1986 (Einzelführer des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold, Heft 6).
  •  Alwin Hanschmidt: 500 Jahre Pfarrkirche St. Johannes Baptista Rietberg 1483–1983. Rehling, 1983, ISBN 3-924088-00-4.
  •  Benno Nordberg: Franziskanerkirche St. Katharina Rietberg. In: Schnell Kunstführer. Nr. 1155, München/Zürich 1978.
  •  Walther Tecklenborg: Die St.-Johannes-Kapelle in Rietberg – Eine Perle des Spätbarock 1748–1948. Münster 1948.
  •  Walther Tecklenborg: Das Franziskanerkloster Rietberg und seine Gründer. Rietberg 1955.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rietberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Rietberg – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Webseite der Stadt Rietberg: Stadtportrait
  3. Bezirksregierung Detmold: Kurorte
  4. Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen: Geowissenschaftliche Gemeindebeschreibung Rietberg
  5. Geologischer Dienst NRW: Erdwärme nutzen – Geothermiestudie liefert Planungsgrundlage (PDF; 369 kB)
  6. a b c Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Kommunalprofil Rietberg
  7. Webseite der Stadt Rietberg: Hauptsatzung (PDF; 61 kB)
  8. Website der Stadt Rietberg: Rubrik Portrait der Ortschaften, Stand: 31. Dezember 2007.
  9. Website der Stadt Rietberg: Rubrik Flächen nach Stadtteilen
  10. A. Hanschmidt: 700 Jahre Stadt Rietberg., 1989, S. 41.
  11. A. Hanschmidt: 700 Jahre Stadt Rietberg., 1989, S. 47f.
  12. A. Hanschmidt: 700 Jahre Stadt Rietberg., 1989, S. 12f.
  13. A. Hanschmidt: 700 Jahre Stadt Rietberg., 1989, S. 78ff.
  14. A. Hanschmidt: 700 Jahre Stadt Rietberg., 1989, S. 460ff.
  15. A. Hanschmidt: 700 Jahre Stadt Rietberg., 1989, S. 471ff.
  16. A. Hanschmidt: 700 Jahre Stadt Rietberg., 1989, S. 479–482.
  17. A. Hanschmidt: 700 Jahre Stadt Rietberg., 1989, S. 592.
  18. A. Hanschmidt: 700 Jahre Stadt Rietberg., 1989, S. 593.
  19. A. Hanschmidt: 700 Jahre Stadt Rietberg., 1989, S. 660f.
  20. Biographische Informationen bei der Lippischen Landesbibliothek (PDF; 9 kB)
  21. A. Hanschmidt: 700 Jahre Stadt Rietberg., 1989, S. 601f.
  22. A. Hanschmidt: 700 Jahre Stadt Rietberg., 1989, S. 603.
  23. A. Hanschmidt: 700 Jahre Stadt Rietberg., 1989, S. 604.
  24. A. Hanschmidt: 700 Jahre Stadt Rietberg., 1989, S. 834.
  25. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Schüler an allgemeinbildenden Schulen in NRW nach der Religionszugehörigkeit im Schuljahr 2003/2004. Archiviert vom Original am 3. Oktober 2006, abgerufen am 23. Mai 2012.
  26. Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Statistische Rundschau fuer den Landkreis Wiedenbrück. Gebiet und Bevölkerung nach Alter, Geschlecht, Religion und Familienstand in den Gemeinden am 6. Juni 1961. Ergebnisse der Fortschreibung vom 30. Juni 1965. (Anm.: Konfession mit Stand vom 6. Juni 1961)
  27. B. Vollmer: Urkundenbuch der Stadt Bielefeld, Bielefeld 1937, Nr. 342, S. 204
  28. A. Hansschmidt: 700 Jahre Rietberg. S. 382–401
  29. Heimatverein Neuenkirchen und Stadt Rietberg (Hrsg.): Die Juden der Grafschaft Rietberg. Beiträge zur Synagogengemeinde Neuenkirchen. Rietberg 1997
  30.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 111.
  31.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  32. Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1816–1871. Düsseldorf 1966, S. 210.
  33. Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1871–1961. Düsseldorf 1964, S. 432–433.
  34. Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Die Wohnbevölkerung in den Gemeinden Nordrhein-Westfalens 1970: Ergebnisse der Volkszählung am 27. Mai 1970. Düsseldorf 1972, S. 46.
  35. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Sonderreihe zur Volkszählung 1987 in Nordrhein-Westfalen, Band 1.1: Bevölkerung, Privathaushalte und Erwerbstätige. Düsseldorf 1989, S. 110.
  36. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen
  37. a b Landesdatenbank NRW
  38. a b Landesbetrieb Information und Technik NRW: Kommunalwahlen
  39. http://www.cdu-rietberg.de/index.php?ka=1&ska=1&idx=42269
  40. Landrat überreichte Entlassungsurkunde – am 17. Mai um 24 Uhr endete die Amtszeit von Bürgermeister André Kuper.
  41. Rat: Neuer BM Andreas Sunder vereidigt
  42. Landeswahlleiterin des Landes Nordrhein-Westfalen; Innenministerium Nordrhein-Westfalen: Kommunalwahlen
  43. kulturig e. V.
  44. Website der Stadt Rietberg: Rubrik Musik- und Gesangvereine
  45. Heimatverein Rietberg: Schloss Rietberg. Archiviert vom Original am 7. August 2010, abgerufen am 23. Mai 2012.
  46. Vom Klärwerk zum Erklärwerk: Die Idee des Bibeldorfs Rietberg. Homepage des Bibeldorfs
  47. Bibel TV Reportage: Bibeldorf-Rietberg-Video. 17:49 min
  48. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Johannes Nepomuk-Kapelle in LWL-GeodatenKultur
  49. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.heimatverein-rietberg.deDas Rietberger Schloss und die Huldigungslinde
  50. Website der Stadt Rietberg: Rubrik Sportvereine
  51. Webseite der Stadt Rietberg: Wirtschaftsstruktur
  52. Konersmann, Frank: Die Tenges. 400 jahre Unternehmer in Osnabrück und Westfalen. Bielefeld 2004. S. 161.
  53. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Archivpflege in Westfalen und Lippe. Archiviert vom Original am 30. August 2008, abgerufen am 23. Mai 2012.
  54. Altschülerheft des Nepomuceum Rietberg (PDF; 3,6 MB) Seite 41ff.
  55. a b c Lexikon der bildenden und gestaltenden Künstlerinnen und Künstler in Westfalen-Lippe, Helmut Ebert, 2001