5. Panzerarmee (Wehrmacht)
Die 5. Panzerarmee / Panzerarmeeoberkommando 5 (PzAOK 5) war ein Großverband des Heeres der Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges. Sie war Oberkommando jeweils wechselnder Armeekorps sowie zahlreicher Spezialtruppen.
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Geschichte [Bearbeiten]
Die 5. Panzerarmee wurde erstmals am 8. Dezember 1942 in Tunesien durch Umbildung des LXXXX. Armeekorps aufgestellt. Sie erreichte nie mehr als Korpsstärke. Sie unterstand anfangs dem Oberbefehlshaber Süd, Generalfeldmarschall Albert Kesselring, ab Februar 1943 dann der neugebildeten Heeresgruppe Afrika unter GFM Erwin Rommel. Nach der Teilnahme am Tunesienfeldzug ergab sich die Armee am 13. Mai 1943 bei Bizerta den Alliierten. Offiziell aufgelöst wurde sie am 30. Juni 1943.
Zum Schutz der Küstenlinie des Atlantikwalls wurde am 24. Januar 1944 in Nordfrankreich die Panzergruppe West aus dem Stab des Generals der Panzertruppen West, General der Panzertruppe Leo Geyr von Schweppenburg, aufgestellt. Sie unterstand dem Oberbefehlshaber West, Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt. Nach der Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 (→ Operation Neptune) kämpfte die Panzergruppe West unter dem Befehl der Heeresgruppe B in der Schlacht um Caen. Am 10. Juni wurde das Hauptquartier der Panzergruppe in La Caine durch einen gezielten britischen Luftangriff ausgeschaltet, mindestens 18 Stabsoffiziere kamen dabei ums Leben. Bis zur Neuaufstellung des Stabes übernahm der Kommandierende General des I. SS-Panzerkorps Josef Dietrich die Führung des Frontabschnitts. Am 5. August 1944 erfolgte die Umbenennung in 5. Panzerarmee, gefolgt von Rückzugskämpfen aus dem Kessel von Falaise. Im September folgte die zeitweilige Unterstellung unter die Heeresgruppe G und Kämpfe gegen die 3. US-Armee im Raum Lothringen. Nach einer erneuten Umstrukturierung gehörte die 5. Panzerarmee ab November wieder zur Heeresgruppe B. In der Mitte Dezember 1944 begonnenen Ardennenoffensive kämpfte sie im Mittelabschnitt der Front und sollte bis nach Antwerpen vorrücken. Dabei belagerte sie vom 20. bis etwa 27. Dezember Bastogne (siehe Belagerung von Bastogne). Etwa zum Jahreswechsel war klar, dass dieser Plan - auch angesichts gravierender Nachschubprobleme - unrealisierbar war. Im Februar 1945 nahm Generalfeldmarschall von Rundstedt umfangreiche Umgruppierungen vor, weil Hitler ihm den Rückzug verboten hatte und er im Februar 1945 der alliierten Operation Grenade entgegentreten musste.[1]
Im April 1945 wurde die Armee gemeinsam mit den anderen Teilen der Heeresgruppe B im Ruhrkessel vernichtet.
Oberbefehlshaber [Bearbeiten]
- 5. Panzerarmee, 1. Aufstellung
- Generalleutnant Heinz Ziegler --- 8. Dezember 1942 bis 20. Februar 1943 (stellvertretend)
- Generaloberst Hans-Jürgen von Arnim --- 20. Februar bis 9. März 1943
- General der Panzertruppe Gustav von Vaerst --- 9. März bis 9. Mai 1943
- Panzergruppe West
- General der Panzertruppe Leo Geyr von Schweppenburg --- 24. Januar bis 5. Juli 1944
- General der Panzertruppe Heinrich Eberbach --- 5. Juli bis 5. August 1944
- 5. Panzerarmee, 2. Aufstellung
- General der Panzertruppe Heinrich Eberbach --- 5. August bis 23. August 1944
- SS-Oberstgruppenführer Josef Dietrich --- 23. August bis 12. September 1944
- General der Panzertruppe Hasso von Manteuffel --- 12. September 1944 bis 9. März 1945
- Generaloberst Josef Harpe --- 9. März bis 17. April 1945
Gliederung [Bearbeiten]
Armeetruppen [Bearbeiten]
- 1. Aufstellung
- Panzer-Armee-Nachrichten-Regiment 5
- 2. Aufstellung
- Höherer Artilleriekommandeur 309
- Kommandant rückwärtiges Armeegebiet PzAOK 5
- Panzer-Armee-Nachrichten-Regiment 5
Unterstellte Großverbände [Bearbeiten]
- 1. Aufstellung
- 1. Januar 1943: 10. Panzerdivision, Division General Göring, 334. Infanteriedivision
- 9. April 1943: Division General Göring, 334. Infanteriedivision, italienische Division Superga
- Panzergruppe West
- 15. Juli 1944: XXXXVII. Panzerkorps, II. SS-Panzerkorps, I. SS-Panzerkorps, LXXXVI. Armeekorps
- 2. Aufstellung
- 15. August 1944: II. SS-Panzerkorps, I. SS-Panzerkorps, LXVII. Armeekorps, LXXIV. Armeekorps, LXXXVI. Armeekorps
- 28. September 1944: XXXXVII. Panzerkorps, LVIII. Panzerkorps
- 5. November 1944: LXXXI. Armeekorps, LXXXVI. Armeekorps, XII. SS-Armeekorps
- 31. Dezember 1944: LVIII. Panzerkorps, XXXIX. Panzerkorps, XXXXVII. Panzerkorps, I. SS-Panzerkorps
- 19. Februar 1945: LXVI. Armeekorps, LXVII. Armeekorps, LXXIV. Armeekorps
Literatur [Bearbeiten]
- Georg Tessin: Verbände und Truppen der Deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 2. Die Landstreitkräfte 1–5. 2. Auflage. Biblio-Verlag, Bissendorf 1973, ISBN 3-7648-0871-3.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
- Findbuch zum Bestand RH 21-5 im Bundesarchiv
- 5th Panzer Army. 1943 – 1945. Abgerufen am 15. September 2011 (PDF; 89 kB, englisch).