3. US-Armee
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Die 3. US-Armee (engl. Third United States Army) ist ein militärischer Großverband der US Army. Sie ist als Bodenkampfkomponente US Army Forces Central Command (ARCENT) dem zuständigen US-Regionalkommando für den Nahen Osten, dem US Central Command, unterstellt. Während der offiziellen Kampfhandlungen des Irak-Krieges von 2003 führte die 3. US-Armee unter David D. McKiernan das Coalition Forces Land Component Command (CFLCC), zuständig für alle Bodenoperationen der Region. Das CFLCC wurde am 14. Juni 2003 durch die Combined Joint Task Force 7 (CJTF 7) unter Ricardo S. Sánchez ersetzt, welche später wiederum in die Multi-National Force Iraq umgewandelt wurde. Nachdem die CJTF 7 das operative Kommando über alle Bodenstreitkräfte der Region übernommen hatte, wurde CFLCC zum primären Logistikzentrum in der Region.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Aufstellung und Erster Weltkrieg
Die 3. US-Armee wurde zum ersten Mal am 7. November 1918 während des Ersten Weltkrieges aufgestellt und aktiviert. Dies geschah in Chaumont in Frankreich durch die Generalorder Nr. 198 des Hauptquartiers der American Expeditionary Force (AEF) unter Lieutenant General John J. Pershing. Am 15. November übernahm dann Major General Joseph T. Dickman den Posten des ersten Kommandierenden Generals der 3. US-Armee.
[Bearbeiten] Der Einmarsch in das Deutsche Kaiserreich
Am 15. November 1918 erhielt Major General Dickman den Auftrag, schnell und unter allen Umständen in Zentral-Deutschland einzurücken und es zu besetzen. Er sollte dann auf Befehl Pershings das Deutsche Heer entwaffnen und auflösen. Der Marsch hinein in das Deutsche Kaiserreich begann am 17. November 1918. Einen Monat später, am 15. Dezember, wurde das Hauptquartier der 3. US-Armee nach Koblenz verlegt. Zwei Tage später, am 17. Dezember, sicherte die Armee den Brückenkopf mit einer Pontonbrücke und drei Eisenbahnbrücken über den Rhein. Während dieser Zeit hatte die Armee keinen Feindkontakt, da seit Oktober Waffenstillstandsbemühungen durch den neuen Reichskanzler Maximilian von Baden unternommen wurden und die Novemberrevolution die deutschen Streitkräfte vom Kampf gegen die AEF abhielt. In den nun besetzten Gebieten waren die Nahrungs- und Kohlevorräte ausreichend vorhanden. Am 19. Dezember, dem Tag als die Brückenkopfbesetzung abgeschlossen war, unterstanden der 3. US-Armee 9.638 Offiziere und 221.070 Unteroffiziere und Mannschaften.
Am 12. Dezember befahl die Feldorder Nr. 11 der 3. US-Armee den nördlichen Sektor von Koblenz zu besetzen, um nachrückenden Truppen den Vormarsch zu sichern. In der Nacht zum 14. Dezember hatten die Truppen der 3. US-Armee den Perimeter um den Koblenzer Brückenkopf gesichert.[1]
[Bearbeiten] Als Besatzungsarmee in Deutschland/Army of Occupation
Während des Januars 1919 trainierte die 3. US-Armee ihre Truppen, um auf alle Eventualitäten reagieren zu können. Im Februar wurden dann Militärschulen innerhalb des besetzten Gebietes der 3. US-Armee eröffnet, sowie ein Quartiermeister-Depot organisiert. Rund 2.000 Offiziere und Unteroffiziere wurden versetzt und absolvierte Kurse auf britischen und französischen Universitäten. Zudem wurde die Rückverlegung von US-Divisionen in die Vereinigten Staaten geplant. Am 4. Februar übernahm die 3. US-Armee dann die Kontrolle über Trier. Durch den März hindurch vollzog die 3. US-Armee dann Routineaufgaben einer Besetzungsarmee, wie das Training der eigenen Truppen. Zudem wurden Ausbildungszentren auf Korps- und Divisionsebene eingerichtet und die 42. US-Infanteriedivision in die Reserve entlassen. Im April begann dann der Abzug der Divisionen der 3. US-Armee und am 20. April übernahm Lieutenant General Hunter Liggett das Kommando von Dickman.
[Bearbeiten] Kriegsende
Am 1. Juli 1919 informierte Pershing das US-Kriegsministerium darüber, dass nach der Einwilligung der Deutschen in die militärischen Bedingungen die US-Truppen in Europa auf ein einziges Regiment reduziert würden. Die 3. US-Armee wurde dann am 2. Juli 1919 aufgelöst. Ihr Hauptquartier und das dort stationierte Personal (ca. 6.800 Mann) und Verbände unter deren Kommando wurden nun als US-Truppen in Deutschland bezeichnet (American Forces in Germany). Diese Streitmacht verblieb noch drei weitere Jahre in Deutschland. Dies war der Tatsache geschuldet, dass die Vereinigten Staaten den Friedensvertrag von Versailles nicht ratifiziert hatten. Technisch gesehen befanden sie sich also noch mit Deutschland im Krieg. Diese Situation wurde erst mit einem separaten Friedensabkommen im Sommer 1921 gelöst.
[Bearbeiten] Reaktivierung und Zwischenkriegsjahre
Im August 1932 wurde die 3. US-Armee als eine von vier Armeen innerhalb einer Heeresreform der US Army (re)aktiviert um die Truppen auf den Stützpunkten zu kommandieren. Jedoch blieb die 3. US-Armee bis zum Vorabend des Zweiten Weltkrieges zum größten Teil eine Armee auf dem Papier. Es wurden zwar Exzerzierübungen abgehalten, jedoch waren diese niemals angemessen.
[Bearbeiten] Der Zweite Weltkrieg
Während der Mobilmachung der Vereinigten Staaten 1941/42 kam der 3. US-Armee die Aufgabe zu, eine große Anzahl von Rekruten auszubilden, die nun eingezogen wurde. Lieutenant General Walter Krueger, später bekannt als Kommandeur der 6. US-Armee während des Pazifikkrieges, kommandierte die 3. US-Armee vom Mai 1941 bis zum Februar 1943. Unter seinem Kommando wurden die Grundlagen der 3. US-Armee als erfolgreiche Streitmacht gelegt. Krueger wurde dann im Februar 1943 von Lieutenant General Courtney H. Hodges abgelöst, der die Armee bis zum Januar 1944 kommandierte. Im Dezember 1943 erfolgte dann die erwartete Verlegung der 3. US-Armee nach England in das Vereinigte Königreich. Im Januar übernahm dann Lieutenant General George S. Patton, Jr. das Kommando und führte die 3. US-Armee später auch in die Schlacht.
Die 3. US-Armee nahm in der ersten Phase der Operation Overlord nicht teil. Als die Armee dann nach Frankreich verlegt wurde, erzielte sie große Durchbrüche. Es waren dann jedoch logistische Probleme, die Patton daran hinderten, weiter entfernt von der deutschen Grenze zu agieren. Nach eine Periode der Sicherung war die 3. US-Armee wieder bereit für eine Offensivaufgabe. Während der Ardennenoffensive der Wehrmacht tat sich Patton mit seinem Kommando hervor, als er auf Befehl General Dwight D. Eisenhowers vor dem Saarland einen Linksschwenk nach Norden machte und die vorstoßenden deutschen Truppen an ihrer südlichen Flanke angriff. Nach weiteren Kämpfen war im April 1945 nur noch ein natürliches Hindernis zwischen der 3. US-Armee und dem Herzen Deutschlands: der Rhein. Jedoch vermieden es die US-Truppen anders als 1918 den Rhein zu überqueren. Jedoch wurde der Brückenkopf eingenommen und die 3. US-Armee bewegte sich weiter ostwärts. Im Mai erreichte sie Österreich und befreite dort das KZ Mauthausen. Die Truppen der 3. US-Armee rückten bis in die Tschechoslowakei vor und waren damit die am weitesten östlich vorgedrungenen US-Truppen.
Besetzung Deutschlands und Koreakrieg
Die 3. US-Armee verblieb nach Kriegsende abermals als Besatzungsarmee im Lande und beteiligte sich bis zum Abzug 1947 am Wiederaufbau Deutschlands. Nach der Rückverlegung in die Vereinigten Staaten übernahm die Armee ähnliche Aufgaben wie in den 1930ern. Beim Ausbruch des Koreakrieg 1950 übernahm die Armee wiederum die Ausbildung von Rekruten. Diese Aufgabe behielt die Armee auch über den Koreakrieg hinaus bis in das Jahr 1974, als sie durch ein neues Hauptkommando, das US Forces Command (FORSCOM) abgelöst und infolge dessen aufgelöst wurde.
[Bearbeiten] Reaktivierung und Neuausrichtung
Am 3. Dezember 1982 wurde das Hauptquartier der 3. US-Armee in Fort McPherson reaktiviert und unter das Kommando von Lieutenant General M. Collier Ross gestellt. Der neue Auftrag der Armee war der Einsatz als Bodenkampfkomponente (US Army Forces Central Command; ARCENT) des zuständigen Unified Combatant Command für den Nahen Osten, das US Central Command.[2]
[Bearbeiten] Der Zweite Golfkrieg
Unter dem Kommando von Lieutenant General John J. Yeosock übernahm die 3. US-Armee das Kommando der Bodenstreitkräfte während der Operation Desert Shield, der Verteidigung Saudi-Arabiens vor einem möglichen Überfall des Irak, nachdem dieser 1990 bereits Kuwait überfallen hatte. Zum Beginn war der 3. US-Armee nur das XVIII. US-Luftlandekorps unterstellt. Im November 1990 wurden dann jedoch die US-Truppen am Persischen Golf in Form des VII. US-Korps aus Deutschland massiv aufgestockt. Diese Verlegung ergab die größte gepanzerte Truppenkonzentration der Vereinigten Staaten seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Am Anfang der Kampfhandlungen hatte das XVIII. US-Luftlandekorps drei US- und eine französische Division und das VII. US-Korps vier US- und eine britische Division und damit neun Divisionen, sowie die gepanzerten Kavallerieregimenter der beiden Korps, unter ihren Kommando.
[Bearbeiten] Heute
Heute (Stand 2007) hat die 3. US-Armee ihr Hauptquartier in Fort McPherson, sowie eine vorgeschobene Basis in Camp Arifjan in Kuwait. Dieses vorgeschobene Kommandoelement dient dem US Central Command als Logistikkommando Coalition Forces Land Component Command (CFLCC).
Während der offiziellen Kampfhandlungen des Irak-Krieges von 2003 führte die 3. US-Armee unter David D. McKiernan das CFLCC, zuständig für alle Bodenoperationen der Region. Das CFLCC wurde am 14. Juni 2003 durch die Combined Joint Task Force 7 (CJTF 7) unter Ricardo S. Sánchez ersetzt, welche später wiederum in die Multi-National Force Iraq umgewandelt wurde. Nachdem die CJTF 7 das operative Kommando über alle Bodenstreitkräfte der Region übernommen hatte, wurde CFLCC zum primären Logistikzentrum in der Region.
[Bearbeiten] Liste der Kommandierenden Generale
Das Kommando der 3. US-Armee hat seit dem 20. Dezember 2007 Lieutenant General James J. Lovelace, der dieses von R. Steven Whitcomb übernahm. In seinem Stab dienen als
- Stellvertreter: Major General Dennis E. Hardy
- Stabschef: Colonel William Norman
- Command Sergeant Major: Franklin G. Ashe
| Nr. | Name | Beginn der Berufung | Ende der Berufung |
|---|---|---|---|
| 45 | James J. Lovelace | 20. Dezember 2007 | --- |
| 44 | R. Steven Whitcomb | 13. Oktober 2004 | 20. Dezember 2007 |
| 43 | David D. McKiernan | 6. September 2002 | 13. Oktober 2004 |
| 42 | Paul T. Mikolashek | 29. Juni 2000 | 6. September 2002 |
| 41 | Tommy R. Franks | 30. Mai 1997 | 29. Juni 2000 |
| 40 | Robert R. Ivany | 18. Februar 1997 | 30. Mai 1997 |
| 39 | Steven L. Arnold | 19. Juli 1994 | 18. Februar 1997 |
| 38 | James R. Ellis | 18. Juli 1992 | 15. Juli 1994 |
| 37 | John J. Yeosock | 17. März 1989 | 17. Juli 1992 |
| 36 | Andrew P. Chambers | 10. Oktober 1987 | 16. März 1989 |
| 35 | T.G. Jenes, Jr. | 4. Mai 1984 | 30. September 1987 |
| 34 | William J. Livsey | 21. Juli 1983 | 3. Mai 1984 |
| 33 | M. Collier Ross | 1. Dezember 1982 | 20. Juli 1983 |
| Verband zwischen 1973 und 1982 inaktiv | |||
| 32 | Warren Bennett | 1. Juli 1973 | 1. Oktober 1973 |
| 31 | Melvin Zais | 20. Juni 1972 | 14. Juni 1973 |
| 30 | Alber O. Connor | 1. August 1969 | 19. Juni 1972 |
| 29 | John L Throckmorton | 1. August 1967 | 31. Juli 1969 |
| 28 | Louis W. Truman | 15. Juli 1965 | 31. Juli 1967 |
| Interim | William C. Bullock | 24. Juni 1965 | 14. Juli 1965 |
| 27 | Charles W.G. Rich | 1. August 1964 | 23. Juni 1965 |
| Interim | John W. Bowen | 16. Juli 1963 | 31. Juli 1964 |
| 26 | Albert Watson II. | 2. Februar 1963 | 15. Juli 1964 |
| Interim | Hamilton H. Howze | 1. Dezember 1962 | 1. Februar 1963 |
| 25 | Thomas J.H. Trapnell | 3. Oktober 1961 | 30. November 1962 |
| 24 | Paul D. Adams | 17. Oktober 1960 | 2. Oktober 1961 |
| 23 | Thomas J.H. Trapnell | 1960 | 1960 |
| 22 | Herbert B. Powell | 5. März 1960 | 30. September 1960 |
| Interim | Robert F. Sink | 18. Februar 1960 | 4. März 1960 |
| 21 | Clark L. Ruffner | Mai 1958 | Februar 1960 |
| 20 | Thomas F. Hickey | 15. August 1955 | 30. April 1958 |
| 19 | Alexander R. Bolling | 22. August 1952 | 31. Juli 1955 |
| 18 | William A. Beiderlinden | 8. Mai 1952 | 21. August 1952 |
| 17 | John R. Hodge | 1. September 1950 | 7. Mai 1952 |
| 16 | Alvan C. Gillem, Jr. | 19. Juni 1947 | 31. August 1950 |
| Interim | Edward H. Brooks | 15. April 1947 | 18. Juni 1947 |
| 15 | Oscar W. Griswold | 15. März 1947 | 14. April 1947 |
| 14 | Ernest N. Harmon | 10. Januar 1947 | 14. März 1947 |
| 13 | Geoffrey Keyes | April 1946 | 9. Januar 1947 |
| 12 | Lucian K. Truscott, Jr. | 8. Oktober 1945 | April 1946 |
| 11 | George S. Patton, Jr. | 26. Januar 1944 | 7. Oktober 1945 |
| 10 | Courtney H. Hodges | 16. Februar 1943 | 25. Januar 1944 |
| 9 | Walter Krueger | 16. Mai 1941 | 2. Februar 1943 |
| 8 | Herbert J. Brees | 1. Oktober 1940 | 15. Mai 1941 |
| 7 | Stanley D. Embick | 1. Oktober 1938 | 30. September 1940 |
| 6 | George Van Horn Moseley | 1. Oktober 1936 | 30. September 1938 |
| 5 | Frank Parker | 4. April 1936 | 30. September 1936 |
| 4 | Johnson Hagood | 4. Oktober 1933 | 27. Februar 1936 |
| 3 | Edwin B. Winans | 15. September 1932 | 30. September 1933 |
| Verband zwischen 1919 und 1932 inaktiv | |||
| 2 | Hunter Liggett | 20. April 1919 | 2. Juli 1919 |
| 1 | Joseph T. Dickman | 15. November 1918 | 19. April 1919 |
[Bearbeiten] Verweise
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ "Crossing the Rhine," History of the American Third Army, November 14, 1918 to July 2, 1919, Third Army, A.E.F., July 2, 1919.
- ↑ Third Army is reborn as ARCENT (englisch)
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Seite (englisch)
US Army Forces Central Command (ARCENT) |
Naval Forces Central Command (NAVCENT) |
United States Central Command Air Forces (CENTAF)
US Marine Forces Central Command (MARCENT) |
US Special Operations Command Central (SOCCENT)
US Army Forces Command (FORSCOM) |
US Army Training and Doctrine Command (TRADOC) |
US Army Army Materiel Command (AMC)
US Army Special Operations Command (USASOC) |
US Military Surface Deployment and Distribution Command (SDDC)
US Army Space and Missile Defense Command/Army Strategic Command (USASMDC/ARSTRAT) | US Army Central (USARCENT)
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