Achtyrski

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Siedlung städtischen Typs
Achtyrski
Ахтырский
Flagge
Flagge
Föderationskreis Südrussland
Region Krasnodar
Rajon Abinsk
Oberhaupt Wladimir Dementejew
Gegründet 1863
Frühere Namen Antchyrskaja
Achtyrskaja
Siedlung städtischen Typs seit 1952
Bevölkerung 20.100 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Höhe des Zentrums 40 m
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl (+7) 86150
Postleitzahl 353300–353302
Kfz-Kennzeichen 23, 93, 123
OKATO 03 201 553
Website ahtirsky.ru
Geographische Lage
Koordinaten 44° 51′ N, 38° 18′ O44.84583333333338.29583333333340Koordinaten: 44° 50′ 45″ N, 38° 17′ 45″ O
Achtyrski (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Achtyrski (Region Krasnodar)
Red pog.svg
Lage in der Region Krasnodar
Liste großer Siedlungen in Russland

Achtyrski (russisch Ахтырский) ist eine Siedlung städtischen Typs in der Region Krasnodar (Russland) mit 20.100 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1]

Geographie[Bearbeiten]

Die Siedlung liegt am Rand der bewaldeten Vorberge des Westteils des Großen Kaukasus, die südlich des Ortes allmählich bis gut 500 m Höhe ansteigen, knapp 60 Kilometer Luftlinie westsüdwestlich des Regionsverwaltungszentrums Krasnodar. Durch den Ort fließt der Achtyr, ein linker Nebenfluss des in den Kuban mündenden Chabl.

Achtyrski gehört zum Rajon Abinsk und liegt zehn Kilometer östlich von dessen Verwaltungszentrum Abinsk.

Geschichte[Bearbeiten]

An Stelle der heutigen Siedlung entstand 1863 eine Staniza, als in der Endphase des Kaukasuskrieges (1817–1864) zum Zwecke der Stärkung der russischen Positionen in dem Gebiet Kosaken angesiedelt wurden. Die ersten Siedler stammten aus bereits bestehenden Stanizen der Region sowie den Gouvernements Poltawa und Charkow. Die Staniza erhielt nach der ursprünglichen Bezeichnung des Flüsschens Antchyr zunächst den Namen Antchyrskaja. 1867 wurde der Name in Achtyrskaja geändert, um seine Herkunft aus den „Sprachen der Bergvölker“ (dort Adygeisch) weniger offensichtlich zu machen, zudem als Anpassung an russische Aussprachegewohnheiten und Anlehnung an den Namen der Stadt Achtyrka im Gouvernement Charkow (heute ukrainisch Ochtyrka in der Oblast Sumy).[2]

Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden ab 1938 im Bereich der Staniza Erdöl- und Erdgasvorkommen entdeckt, womit sich eine Wandlung des zuvor landwirtschaftlich geprägten Ortscharakters abzeichnete. Diese Entwicklung wurde durch den Kriegsbeginn aufgehalten. Achtyrskaja wurde am 17. August 1942 während der Sommeroffensive („Fall Blau“) der deutschen Wehrmacht von dieser eingenommen. Die Zurückeroberung durch die Rote Armee erfolgte am 22. Februar 1943.

1948 wurde mit dem Bau einer Erdölarbeitersiedlung begonnen, die zunächst eigenständig war und 1952 unter dem Namen Achtyrski den Status einer Siedlung städtischen Typs erhielt. Mit Beschluss vom 22. September 1958 wurden Arbeitersiedlung und Staniza sowie das nahe Dorf Dubrawinski unter dem heutigen Namen und Status zusammengeschlossen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1959 15.691
1970 18.170
1979 18.341
1989 18.568
2002 19.219
2010 20.100

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nachdem die Erdölvorkommen im Gebiet um Achtyrski seit den 1980er-Jahren weitgehend erschöpft sind, ist die Siedlung heute wieder vorrangig Zentrum eines Landwirtschaftsgebietes.

Die Siedlung liegt an der von der Nordkaukasischen Eisenbahn betriebenen, 1888 eröffneten, auf diesem Abschnitt 1994 und durchgehend im Jahr 2000 elektrifizierten Eisenbahnstrecke Tichorezkaja – Krasnodar – Krymskaja – Noworossijsk (Stationsname Achtyrskaja; Streckenkilometer 729 ab Wolgograd). Südlich wird die Staniza von der Fernstraße A146 umgangen, die die M4 bei Krasnodar mit der M25 verbindet und eine Alternativroute zum Schwarzmeerhafen Noworossijsk darstellt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2.  Sergej Samovtor: Otraženie kazač'ej kolonizacii v toponimii Kubani. Dissertation. Stawropol 2008 (Die Widerspiegelung der Prozesse der Kosakenkolonisation in der Toponymie des Kubangebietes; online, Word-Dokument, russisch).

Weblinks[Bearbeiten]