Gustave Eiffel

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Gustave Eiffel (Aufnahme von Nadar, 1888)

Alexandre Gustave Eiffel [alɛkˈsɑ̃dʀ gysˈtaːv ɛˈfɛl] (* 15. Dezember 1832 in Dijon; † 27. Dezember 1923 in Paris) war ein französischer Ingenieur.

Lebenslauf[Bearbeiten]

Eiffels Geburtsname lautete Alexandre Gustave Bönickhausen. Der deutsche Geburtsname ging auf einen Vorfahren zurück, der Anfang des 18. Jahrhunderts aus Marmagen in der Eifel nach Frankreich eingewandert war. Um den Namen französischer klingen zu lassen, änderte die Familie den Namen in Eiffel, als Referenz an das Mittelgebirge, aus der der Vorfahre stammte.[1] Offiziell ließ Gustave Bönickhausen dit Eiffel seinen deutschen Nachnamen erst am 15. Dezember 1880 löschen.[2]

Ab 1843 besuchte Eiffel das Collège Sainte-Barbe in Paris und absolvierte danach ein Studium an der Ecole Centrale des Arts et Manufactures (heute École Centrale Paris), das er 1855 als Chemie-Ingenieur abschloss. Nachdem sich ein Eintritt in die Fabriken seines Onkels nicht verwirklichte, war er für einige Monate in einer Sprengstoff-Fabrik in Châtillon-sur-Seine beschäftigt und arbeitete danach in der Eisenbahngesellschaft "Compagnie des chemins de fer de l'Ouest". Dort machte er 1856 die Bekanntschaft mit dem Stahlbau-Unternehmer Charles Nepveu. Dieser fand persönlich Gefallen an dem jungen Talent und machte ihn zum Projekt-Manager im Eisenbahnbrückenbau. In dieser Sparte bestand damals eine große Nachfrage nach Ingenieuren und zugleich eine hohe Personal-Fluktuation. Eiffel zeigte Durchhaltevermögen, diplomatische Menschenkenntnis und vor allem großes Organisationstalent, immer die geeignetsten Fachleute für seine Projekte zu gewinnen und zusammenzuführen. Von 1857 bis 1860 oblag ihm die Errichtung der 500 Meter langen, später Passerelle Eiffel genannten Eisenbahnbrücke von Bordeaux. Dieser erfolgreich vollendete anspruchsvolle Auftrag begründete seinen guten Ruf in der Branche.

Im Jahr 1862 heiratete Eiffel die Französin Marie Gaudelet, mit der er insgesamt fünf Kinder hatte, drei Mädchen und zwei Jungen. Gustave Eiffels Frau starb jedoch schon sehr früh im Jahr 1877. Er heiratete danach seine Cousine Chantall Letou.

1866 machte er sich mit einem eigenen Betrieb in Levallois-Perret bei Paris selbständig. Darauf erhielt er 1867 den Auftrag für den Bau der Viadukte von Rouzat-sur-la-Sioule und Neuvial auf der Eisenbahnlinie Commentry-Gannat in der Auvergne; es folgten erste Arbeiten für die Weltausstellung. Von 1872 bis 1874 war Eiffel in Südamerika tätig, wo er in Chile, Bolivien und Peru arbeitete. 1875 oblag ihm der Bau des Westbahnhofs in Budapest. 1880 erhielt er den Zuschlag für den Bau des Viadukts von Garabit, das wegen seiner Höhe (122 Meter) und seiner gebogenen Form Aufsehen erregte. Von 1881 bis 1882 baute Eiffel die Brücke von Szeged in Ungarn. 1879 begann er mit der Entwicklung eines ausgeklügelten Trägersystems für die von dem Franzosen Frédéric-Auguste Bartholdi entworfene Freiheitsstatue in New York.

Das Dictionnaire des Francs-Maçons Européens nennt Eiffel als Mitglied einer Loge des Grand Orient de France, ohne jedoch die Loge konkret zu benennen.[3] Zwar scheint insbesondere die maßgebliche gestalterische und finanzielle Beteiligung der Freimaurer an der Freiheitsstatue die Mitgliedschaft zu bestätigen, da jedoch Aufnahmedatum als auch der konkrete Name der Loge nicht allgemein bekannt sind, gilt die Mitgliedschaft als umstritten.[4]

Sein bekanntestes Bauwerk ist der nach ihm benannte Eiffelturm, den der Architekt Charles Léon Stephen Sauvestre nach einer Konstruktionsidee von Maurice Koechlin entwarf und der ab 1887 für die Pariser Weltausstellung 1889 unter Eiffels Leitung erbaut wurde. Ab 1888 war er außerdem am Bau des Panamakanals beteiligt.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts leistete Eiffel Pionierarbeit auf dem Gebiet der Windkanäle mit Experimenten zur Untersuchung des Luftwiderstandes von verschiedenen geometrischen Formen und legte damit einen Grundstein für den modernen Flugzeugbau.

Der Name „Eiffel“[Bearbeiten]

Gustave Eiffel

Seit dem frühen 18. Jahrhundert tragen die väterlichen Vorfahren Gustave Eiffels den Namen „Bönickhausen-Eiffel“ bzw. „Bönickhausen dit Eiffel“ („genannt Eiffel“). Das heute als Eifel bekannte deutsche Mittelgebirge wurde bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts „Eiffel“ geschrieben und zeigte die Herkunft der Familie Bönickhausen an.

Der älteste nachweisbare Vorfahre der Familie Bönickhausen in Frankreich ist Jean-René Bönickhausen, der am 30. April 1711 in Paris heiratete und am 7. Januar 1734 in Saint-Valerie-sur-Somme in der Picardie verstarb.

Der Schriftsteller und Eiffel-Biograph François Poncetton[5] und der ehemalige Generaldirektor der französischen Archive, Charles Braibant[6] vertraten die Annahme, dass der älteste Vorfahre in der französischen Linie, Jean-René Bönickhausen, der Familie des Eifeler Schulmeisters Leo Heinrich Bönickhausen entstammt. Dieser lebte zu Ende des 17. Jahrhunderts in Aremberg, Kreis Ahrweiler, und in Marmagen, Kreis Euskirchen, und stand dort als ludimagister (Schulmeister) und Sakristan in Kirchendiensten. Auf Braibant zurückgehend hat sich die Erklärung verbreitet, dass dessen 1680 in Marmagen getaufter Sohn Wilhelm Heinrich um 1710 nach Frankreich ausgewandert sei und sich dort Jean René Bönickhausen mit dem Zusatz Eiffel genannt habe.[7] Diese in vorliegenden Eiffel-Biographien häufig[8] zu findende Behauptung ist aber unbewiesen.

Auch in der Geburtsurkunde von Alexandre Gustave Eiffel ist „Bönickhausen dit Eiffel“ eingetragen. Am Rande der Urkunde befindet sich aber der Vermerk, dass per Richterspruch des erstinstanzlichen Gerichts von Dijon vom 15. Dezember 1888 verfügt wurde, den Namen „Eiffel“ an die Stelle von „Bönickhausen“ zu setzen.[9] Braibant weist darauf hin, dass Gustave Eiffel diese Namensänderung kurz vor der Eröffnung des Eiffelturmes 1889 erwirkt hat.

Wichtige Bauwerke[Bearbeiten]

Garabit-Viadukt
Gustave-Eiffel-Monument am Eiffelturm

Schriften[Bearbeiten]

  • La résistance de l'air et l' aviation. 1910
  • Les nouvelles Recherches expérimentales sur la résistance de l'air et l' aviation. 1914

Literatur[Bearbeiten]

  • Theo Zollna: Eiffel – Zum 35. Todestag des großen Bauingenieurs. In: Deutsche Architektur, 1. Heft Jahrgang 1959, S. 43f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gustave Eiffel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Loyrette, Henri (1985). Gustave Eiffel. New York: Rizzoli. S. 21 ISBN 0-8478-0631-6.
  2. État-civil de la Côte-d'Or, Dijon, Registres d'état civil (Geburts- und Namensregister) 1832, p. 249, abgerufen am 8. August 2011.
  3. Michel Gaudart de Soulages, Hubert Lamant: Dictionnaire des Francs-Maçons Européens. Coulommiers: Dualpha 2005, S. 337
  4. Philip Militz: Freimaurer in 60 Minuten. Hrsg.: Jonathan Byron. Thiele Verlag, München 2009
  5. François Poncetton: Eiffel: Magicien du fer. Paris 1939
  6. Charles Braibant: Histoire de la Tour Eiffel. Paris 1964
  7. Charles Braibant: Histoire de la Tour Eiffel. Paris 1964, S. 35
  8. z. B. Henri Loyrette: Gustave Eiffel. Ein Ingenieur und sein Werk. Stuttgart 1985
  9. Charles Braibant: Histoire de la Tour Eiffel. Paris 1964, S. 35
  10. http://stockpress.de/2011/05/11/monsieur-eiffel-kommt-in-den-amazonasurwald/
  11. http://rail-en-vaucluse.blog4ever.com/blog/lirarticle-141963-472252.html
  12. http://www.artesdelasfilipinas.com/archives.php?page_id=24 Die Basílica de San Sebastián auf Artes de las Filipinas