Hamburg-Altengamme

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Wappen von Hamburg
Altengamme
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 25′ 29″ N, 10° 15′ 45″ O53.42472222222210.26252Koordinaten: 53° 25′ 29″ N, 10° 15′ 45″ O
Höhe m ü. NN
Fläche 15,6 km²
Einwohner 2199 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 141 Einwohner/km²
Postleitzahl 21039
Vorwahl 040
Bezirk Bergedorf
Verkehrsanbindung
Bus 120, 228, 328, 428
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein
Altengamme um 1790

Altengamme ist ein Stadtteil der Freien und Hansestadt Hamburg. Er gehört zu den Vierlanden im Bezirk Bergedorf.

Das Pastorat an der Straße Kirchenstegel

Geografie[Bearbeiten]

Altengamme ist der östlichste Stadtteil der Hansestadt und liegt am Nordufer der Elbe.

Zu ihm gehört auch das Naturschutzgebiet Borghorster Elblandschaft[1], das aus den drei Teilgebieten Altengammer Elbwiesen, Borghorster Dünen und dem durch einen Deichbruch entstandenen großen Borghorster Brack[2] besteht.

Geschichte[Bearbeiten]

Altengamme wurde erstmals 1188 urkundlich erwähnt. Der Name bedeutet Alte Erde und leitet sich aus dem indogermanischen Wort Gham bzw. Ghama für Erde ab.[3] 1420 erlangten Hamburg und Lübeck die gemeinsame Herrschaft über das Dorf. Seit 1556 ist es mit Curslack, Kirchwerder und Neuengamme als die Vierlande bekannt. Nach dem Ende der „beiderstädtischen“ Herrschaft gehörte Altengamme seit 1868 zum Hamburger Landgebiet (Landherrenschaft Bergedorf). 1938 erfolgte durch das Groß-Hamburg-Gesetz die vollständige Eingemeindung nach Hamburg.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Daten laut Statistischem Amt Nord.[4]

1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996
1,997 1,984 1,969 1,994 2,012 2,034 2,040 2,049 2,055 2,070
1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
2,083 2,096 2,097 2,107 2,123 2,132 2,140 2,135 2,198 2,198 2,220 2,194 2,192 2,171 2.204

Politik[Bearbeiten]

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Altengamme zum Wahlkreis Bergedorf. Die Bürgerschaftswahl 2011 führte zu folgendem Ergebnis:[5]

  • SPD 49,4 % (+18,4)
  • CDU 28,4 % (-20,7)
  • GAL 9,7 % (+0,2)
  • FDP 5,7 % (+0,9)
  • Die Linke 3,4 % (+0,2)
  • Übrige 3,4 % (+0,9)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Typische Bausituation am alten Altengammer Elbdeich: bis direkt an den Deichfuß wurden die Häuser gebaut.
Denkmalgeschütztes Haus am alten Altengammer Elbdeich

Altengamme ist noch immer landwirtschaftlich geprägt, es werden vor allem Blumen, Obst und Gemüse angebaut. Außer landwirtschaftlichen Betrieben befinden sich mehrere Speditionen im Ort. Mit dem Gestüt Altengamme gibt es hier eine bedeutende Zucht von Trabrennpferden. Auch ist in Altengamme eine Gärtnerei ansässig, welche schon seit vier Generationen Pflanzen anbaut. Gärtnereien waren in den Vier- und Marschlanden früher sehr viele vertreten, heute wird die Zahl immer kleiner.

Durch den Norden Altengammes führt die Bundesautobahn 25. Die nächsten beiden Anschlussstellen liegen jedoch außerhalb Altengammes, in Curslack und in Geesthacht. Ebenfalls außerhalb Altengammes, jedoch rasch erreichbar, liegt die Bundesstraße 404 in Richtung Lüneburg. Über einen Bahnanschluss verfügt der Stadtteil seit 1953 nicht mehr. Die Busse fahren selten, im Regelfall nur einmal die Stunde.

Altengamme verfügt über eine Grundschule. Örtlicher Sportverein ist der SV Altengamme von 1928. Eine der ältesten Freiwilligen Feuerwehren Hamburgs – im Jahre 1878 gegründet – hat ihren Stützpunkt in Altengamme [6]. Bereits in den 1930er-Jahren wurde das „Sommerbad Altengamme“ gebaut. Das künstlich angelegte Becken wird aus einem 30 Meter tiefen Brunnen mit Grundwasser gespeist. Der Besuch des Sommerbades ist kostenlos.[7][8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

St. Nicolai von Süden
  • Das älteste noch im ursprünglichen Zustand erhaltene Gebäude ist ein hölzerner Turmspeicher aus dem Jahre 1562 am Horster Damm bei Nr. 351.[10]
  • Ein Schiller-Gedenkstein, der im Jahre 1905 anlässlich des 100. Todestages des Dichters Friedrich Schiller an der Straße Kirchenstegel aufgestellt worden war, steht seit 2003 auf dem Schulhof der Altengammer Deich-Schule unter einer großen Eiche.[11]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Hans-Karl Lange: Altengamme im Wechsel und Wandel von acht Jahrhunderten. In: Lichtwark. Nr. 51, Hrsg. Lichtwark-Ausschuß, Bergedorf, 1987. Siehe jetzt: Verlag HB-Werbung, Hamburg-Bergedorf, ISSN 1862-3549.
  •  Daniel Tilgner: Hamburg. Von Altona bis Zollenspieker. 1. Auflage. Hoffmann und Campe, Hamburg 2002, ISBN 3-455-11333-8 (Stadtteilartikel über Altengamme).
  •  HARRI (Pseudonym für Harald Richert): Die älteren Kirchenglocken des ehemaligen Amtes Bergedorf. In: Lichtwark-Heft. Nr. 69, Verlag HB-Werbung, Hamburg-Bergedorf, ISSN 1862-3549.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Naturschutzgebiet Borghorster Elblandschaft
  2. Borghorster Brack
  3. Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten, Hamburg 2002, ISBN 3-434-52545-9, S. 9
  4. Statistisches Amt
  5. Statistik Nord
  6. Freiwillige Feuerwehr Altengamme
  7. Das Sommerbad Altengamme
  8. Das Sommerbad im Archiv der Bergedorfer Zeitung
  9. Denkmalgeschützte Gebäude in Altengamme
  10. Brigitte Siemonsen: Impressionen aus Vierlanden. In: Lichtwark-Heft Nr. 75. Verlag HB-Werbung, Hamburg-Bergedorf, 2010. ISSN 1862-3549
  11. Harald Richert: Anmerkungen zum Schiller-Jahr. In: Lichtwark-Heft Nr. 70. Verlag HB-Werbung, Hamburg-Bergedorf, 2005. ISSN 1862-3549

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Altengamme – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien