Hamburg-Bergedorf

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Wappen von Hamburg
Bergedorf
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 29′ 0″ N, 10° 13′ 0″ O53.48333333333310.2166666666672Koordinaten: 53° 29′ 0″ N, 10° 13′ 0″ O
Höhe m ü. NN
Fläche 11,3 km²
Einwohner 33.129 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 2932 Einwohner/km²
Postleitzahl 21...
Vorwahl 040
Bezirk Bergedorf
Verkehrsanbindung
Autobahn A25
Bundesstraße B5 B207
Eisenbahn R20Hamburg R20.svg
S-Bahn Hamburg S2Hamburg S2.svg S21Hamburg S21.svg
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Bergedorf ist ein Stadtteil des gleichnamigen Bezirks in Hamburg. Es bildet auch das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Bezirks.

Geographie[Bearbeiten]

Bergedorf liegt im Südosten Hamburgs, unmittelbar an der Landesgrenze zum schleswig-holsteinischen Wentorf und Reinbek. Der Stadtteil wird von der Bille durchflossen und liegt am bzw. teilweise auf dem Geestrücken am Elbe-Urstromtal.

Der heutige Stadtteil umfasst weitestgehend das Gebiet der ehemals selbstständigen Stadt Bergedorf. Lediglich die westlich der Bille gelegenen Gebiete Nettelnburg, Neuallermöhe-Ost und Bergedorf-West gehörten seinerzeit nicht zum Stadtgebiet.

Zum 1. Januar 2011 wurde die ab 1982 entstandene Neubausiedlung Neu-Allermöhe Ost dem neu gebildeten Stadtteil Neuallermöhe zugeordnet. Zugleich wurde die Grenze zum südlich von Bergedorf gelegenen Stadtteil Allermöhe entlang der Bundesautobahn 25 begradigt und dabei die Siedlung Alt-Nettelburg Bergedorf zugeordnet und eine geringfügige Änderung der Grenze zum westlich gelegenen Billwerder vorgenommen.

Name[Bearbeiten]

Der Name bezieht sich auf die Lage am Geesthang und den Höhenunterschied zu den benachbarten flachen Vier- und Marschlanden, obgleich Bergedorf genau genommen an keinem Berg liegt. Die sächsischen Siedler, die hier vermutlich bereits vor dem Jahr 1000 lebten, wurden Berger genannt. Im Laufe der Geschichte wurden für das Städtchen verschiedene Abwandlungen der Bezeichnung verwendet, so um 1162 Bergidorpe, auch Bergirdorpe und Bergerdorp [1], 1275 Berjerdorp und 1349 Berghdorpe.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Bergedorfs

Politik[Bearbeiten]

Für die Wahlen zur Hamburgischen Bürgerschaft und zur Bezirksversammlung Bergedorf gehört der Stadtteil Bergedorf zum Wahlkreis Bergedorf, der den gesamten Bezirk umfasst. Die Bürgerschaftswahl 2011 führte im Stadtteil zu folgendem Ergebnis[3]:

  • SPD 50,9 % (+14,6)
  • CDU 20,0 % (-20,4)
  • GAL 11,1 % (+1,7)
  • Die Linke 6,8 % (-0,6)
  • FDP 5,2 % (+1,5)
  • Übrige 6,0 % (+3,3)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Denkmalgeschützte Bauwerke[Bearbeiten]

Ehemalige Kornwassermühle, 1208 beim Bau des Billestaudamms (heute: Alte Holstenstraße) angelegt, Neubau 1839. 1868 zur Kornlagerung aufgestockt, bis 1939 in Betrieb. 1974 vereinfachter Neubau

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Das Bergedorfer Gehölz ist ein rund zwei Quadratkilometer großer Wald zwischen dem Hamburger Stadtteil Bergedorf und der holsteinischen Gemeinde Wentorf.

Friedhöfe in Bergedorf[Bearbeiten]

Ehemalige Friedhöfe in Bergedorf:

Museumsbahn[Bearbeiten]

Die Arbeitsgemeinschaft Geesthachter Eisenbahn e.V. unterhält an mehreren Tagen im Jahr einen Museumsbahn-Betrieb auf der Strecke der Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn.

Sternwarte[Bearbeiten]

Die 1909 auf dem Gojenberg errichtete und 1912 eingeweihte Hamburger Sternwarte ist eine bedeutende historische astronomische Forschungseinrichtung. Seit dem 26. März 2011 ist ein Besucherzentrum mit angeschlossenem Café geöffnet. Hier bietet die Sternwarte regelmäßig öffentliche Himmelsbeobachtungen, Vorträge und Kurse an.[6]

Theater[Bearbeiten]

Es gibt in Bergedorf zwei feste Theater.

Das BegegnungsCentrum Haus im Park in Hamburg- Bergedorf fördert die aktive Lebensgestaltung für Menschen ab 50 mit Angeboten für Bildung, Gesundheit, Freizeit und eigenes Engagement. Angegliedert ist das Theater Haus im Park.

Das Theater Am Neuen Weg wird bespielt von der Lohbrügger Bürgerbühne und befindet sich auf dem Gelände des Alten Bahnhofs. Die Lohbrügger Bürgerbühne (LBB) wurde 1967 als Neigungsgruppe im Bürgerverein Lohbrügge gegründet und ist seit 1997 ein eigenständiger eingetragener Verein. Sinn und Zweck der LBB ist natürlich das Theaterspielen, wobei aber die Erhaltung und Pflege der niederdeutschen Sprache an erster Stelle steht. Im Jahr 1997 konnten sich die Mitglieder der LBB ihren großen Traum vom eigenen Theater erfüllen. Aus den alten „Probenhallen“ entstand das Theater am Neuen Weg mit zunächst 42 Plätzen. Aufgrund der großen Zuschauernachfrage wurde das Theater im Sommer 2005 auf 53 Plätze erweitert und mit neuer Bestuhlung ausgestattet.

Sport[Bearbeiten]

Billtalstadion
  • In Bergedorf befindet sich mit dem Billtalstadion das zweitgrößte Stadion Hamburgs.
  • In unmittelbarer Nähe des Bergedorfer Bahnhofs befindet sich das 2005 komplett neu errichtete Billebad .
  • An den Sander Tannen ist der ASV Bergedorf 85 beheimatet. Die traditionsreiche Fußballabteilung des Vereins gründete im Juli 2009 den FC Bergedorf 85, dessen erste Mannschaft in der Oberliga Hamburg spielt.
  • Die Sportvereinigung Polizei Hamburg ist mit ihrer Abteilung Bergedorf/Lohbrügge seit 1970 traditionell in den Bergedorfer Sportanlagen tätig. Hervorgegangen aus dem Jugendwerk unfallgeschädigter Kinder in der SV Polizei Hamburg steht die Abteilung inzwischen allen Altersgruppen in diversen Sportarten offen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wasserwerk Bergedorf

Wirtschaft[Bearbeiten]

1899 ging das Wasserwerk im Billtal in Betrieb. Es fördert aus den fünf Brunnen, die in einer Tiefe von 53 bis 112 Metern liegen, täglich rund 7.000 Tonnen Wasser. Die Versorgungsgebiete sind neben Teilen Bergedorfs die benachbarten Orte Reinbek und Wentorf. Das Wasserwerk wurde 1982 modernisiert.[7]

Verkehr[Bearbeiten]

Im Stadtteil befindet sich der Fern- und S-Bahnhof Hamburg-Bergedorf.

Durch den Stadtteil führen zwei Bundesstraßen, die Bundesstraße 5 und die Bundesstraße 207. Die B 5 ist die ehemalige Fernstraße 5 in Richtung Berlin, deren Straßennamen von West nach Ost lauten: Bergedorfer Straße, Holtenklinker Straße, Rothenhauschaussee. Die Länge auf dem Gebiet des Stadtteils Hamburg-Bergedorf beträgt etwa fünf Kilometer. Der Straßenname der B 207 von Nordost nach Südwest lautet: Wentorfer Straße. Die B 207 endet an der Kreuzung Mohnhof an der B 5. Die Länge auf dem Gebiet des Stadtteils Hamburg-Bergedorf beträgt etwa einen Kilometer.

Den öffentlicher Personennahverkehr mit Linienbussen betreiben die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein innerhalb des Hamburger Verkehrsverbundes. Der zentrale Verknüpfungspunkt befindet sich am Bahnhof Bergedorf, wo ein neuer zentraler Omnibus-Bahnhof auf Bahnsteigebene gebaut wurde.

Bildung und Wissenschaft[Bearbeiten]

Grundschulen:

Realschulen:

  • Schule Ernst-Henning-Straße

Gesamtschulen:

Gymnasien:

  • Das Hansa-Gymnasium wurde 1883 gegründet, ist jedoch erst seit 1914 in der Hermann-Distel-Straße.
  • Das Luisen-Gymnasium wurde 1888 als private Höhere Mädchenschule durch Erna Martens und Mathilde Hipp gegründet. Nach dem Krieg wurde die Schule zu einem regulären Gymnasium.

Hochschulen/Erwachsenenbildung

  • Fachhochschule Bergedorf

Der Bau der Fachhochschule an der Lohbrügger Kirchstraße wurde durch Gelder des Stifters Dr. Kurt A. Körber ermöglicht. Hier werden die Studiengänge hochschulübergreifendes Wirtschaftsingenieurwesen (HWI), Ökotrophologie und Naturwissenschaftliche Technik angeboten. Im Rahmen einer Hochschulreform wurde aus der Bergedorfer Fachhochschule und anderen Einrichtungen die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Dabei wurde die Fachhochschule Bergedorf zur Fakultät Life Sciences. Jeweils im Herbst wird die „Kinderuni“ für junge Hörer im Alter von 8 bs 12 Jahren ausgerichtet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Harald Richert: Bergedorf - eine selbständige Stadt. In: Lichtwark Nr. 54. Hrsg. Lichtwark-Ausschuß, Bergedorf, 1991. Siehe jetzt: Verlag HB-Werbung, Hamburg-Bergedorf. ISSN 1862-3549.
  2. Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten, Hamburg 2002, ISBN 3-434-52545-9, S. 18
  3. http://wahlen-hamburg.statistik-nord.de/frameset.php?file=status_karte&wahl=77&frame=true
  4. Maik Ohnezeit: „…dem Begründer des Reiches ein würdiges Denkmal zu setzen.“ Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Bergedorf. In: Lichtwark-Heft Nr. 72, S. 43–46. Verlag HB-Werbung, Hamburg-Bergedorf, 2007. ISSN 1862-3549.
  5. Dr. Charlotte Klack-Eitzen: Die Grabsteine an der Kirche St. Petri und Pauli. In: Lichtwark-Heft Nr. 75. Verlag HB-Werbung, Hamburg-Bergedorf, 2010. ISSN 1862-3549.
  6. Webseite Sternwarte Hamburg
  7. Hamburg Wasser, Leistungen, Wasserversorgung, Wasserwerk Bergedorf; abgerufen am 18. März 2010

Literatur und Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Bergedorf (Stadtteil) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien