Geesthacht

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Geesthacht
Geesthacht
Deutschlandkarte, Position der Stadt Geesthacht hervorgehoben
53.43805555555610.37472222222227Koordinaten: 53° 26′ N, 10° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Herzogtum Lauenburg
Höhe: 27 m ü. NHN
Fläche: 33,19 km²
Einwohner: 29.098 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 877 Einwohner je km²
Postleitzahl: 21502
Vorwahl: 04152
Kfz-Kennzeichen: RZ
Gemeindeschlüssel: 01 0 53 032
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 15
21502 Geesthacht
Webpräsenz: www.geesthacht.de
Bürgermeister: Volker Manow (parteilos)
Lage der Stadt Geesthacht im Kreis Herzogtum Lauenburg
Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Kreis Segeberg Kreis Stormarn Lübeck Lübeck Albsfelde Alt Mölln Aumühle Bäk Bälau Basedow (Lauenburg) Basthorst Behlendorf Berkenthin Besenthal Bliestorf Bliestorf Börnsen Borstorf Breitenfelde Bröthen Brunsmark Brunstorf Buchholz (Herzogtum Lauenburg) Buchhorst Büchen Dahmker Dalldorf Dassendorf Düchelsdorf Duvensee Einhaus Elmenhorst (Lauenburg) Escheburg Fitzen Fredeburg Fuhlenhagen Geesthacht Giesensdorf Göldenitz Göttin (Lauenburg) Grabau (Lauenburg) Grambek Grinau Groß Boden Groß Disnack Groß Disnack Groß Grönau Groß Pampau Groß Sarau Groß Schenkenberg Grove (Schleswig-Holstein) Gudow Gülzow (Lauenburg) Güster (Lauenburg) Hamfelde (Lauenburg) Hamwarde Harmsdorf (Lauenburg) Havekost (Lauenburg) Hohenhorn Hollenbek Hornbek Horst (Lauenburg) Juliusburg Kankelau Kasseburg Kastorf Kittlitz (Lauenburg) Klein Pampau Klein Zecher Klempau Klinkrade Koberg Köthel (Lauenburg) Kollow Kröppelshagen-Fahrendorf Krüzen Krukow (Lauenburg) Krummesse Kuddewörde Kühsen Kulpin Labenz Labenz Langenlehsten Langenlehsten Lankau Lanze (Lauenburg) Lauenburg/Elbe Lehmrade Linau Lüchow (Lauenburg) Lütau Mechow Möhnsen Mölln Mühlenrade Müssen Mustin (bei Ratzeburg) Niendorf bei Berkenthin Niendorf a. d. St. Nusse Panten Pogeez Poggensee Ratzeburg Ritzerau Römnitz Rondeshagen Roseburg Sachsenwald Sahms Salem (Lauenburg) Sandesneben Schiphorst Schmilau Schnakenbek Schönberg (Lauenburg) Schretstaken Schürensöhlen Schulendorf Schwarzenbek Seedorf (Lauenburg) Siebenbäumen Siebeneichen Sirksfelde Sierksrade Steinhorst (Lauenburg) Sterley Stubben (Lauenburg) Talkau Tramm (Lauenburg) Walksfelde Wangelau Wentorf (Amt Sandesneben) Wentorf bei Hamburg Wiershop Witzeeze Wohltorf Woltersdorf (Lauenburg) Worth Ziethen (Lauenburg)Karte
Über dieses Bild

Geesthacht ist die größte Stadt des Kreises Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein und Teil der Metropolregion Hamburg. Sie liegt südöstlich von Hamburg direkt am Elbufer; die Entfernung zur Hamburger Innenstadt beträgt etwa 30 Kilometer. Unterhalb des Geesthachter Wehrs beginnt die tidebeeinflusste Unterelbe.

Das Stadtgebiet grenzt unmittelbar an den Hamburger Stadtteil Altengamme und ist von Niedersachsen nur durch die Elbe getrennt, die Stadt liegt also an einem Dreiländereck. Nach den Hamburger Elbbrücken befindet sich hier mit der Elbbrücke Geesthacht die zweite feste Elbquerung nach Niedersachsen – von der Elbmündung aus gesehen – und zugleich eine von zwei Elbquerungen Schleswig-Holsteins neben der Elbbrücke Lauenburg.

Geographie[Bearbeiten]

Die St.-Salvatoris-Kirche
KKW Krümmel

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt besteht aus folgenden Ortsteilen: Altstadt, Besenhorst, Düneberg, Edmundstal-Siemerswalde, Grünhof, Hasenthal, Heinrichshof (früher auch HEW-Siedlung auf dem Geestrücken), Heinrich-Jebens-Siedlung, Krümmel, Oberstadt (auf dem Geestrücken), Tesperhude.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Polizeizentralstation im historischen Gebäude

Aus der Bronzezeit stammt das 1932 entdeckte und 1933 ausgegrabene Totenhaus von Tesperhude bei Grünhof-Tesperhude.[2] Als Beleg für eine Besiedlung während der Völkerwanderungszeit gelten die aus dieser Zeit stammenden Urnen in Steinpackung, auf die man im Jahre 1912 im Zuge der Straßenpflasterung am Ende der Mühlenstraße in Geesthacht gestoßen ist.[3] Die Forschung geht davon aus, dass die erste Kirche in Geesthacht etwa 100 Jahre nach Ludwig dem Frommen, der im Jahr 822 die Grenze des Fränkischen Reiches nördlich der Elbe im Gebiet der Sadelbande zum Schutz vor den Slawen befestigen ließ, gegründet wurde.[4]

Der Ort Geesthacht wurde urkundlich erstmals im Jahre 1216 als Hachede erwähnt. Ältere Namensüberlieferungen bezeichnen den Ort als Hagithi, was auf eine viele Jahrhunderte früher einsetzende Besiedlung schließen lässt (spätestens 9. Jhdt.).[5] Der Ortsname Hagithi ist wahrscheinlich eine Bildung aus der altsächsischen Flurbezeichnung *hag-: „Umzäunung, Gehege, Hecke, Weideplatz“[6] und dem weitverbreiteten Ortsnamensuffix -ithi.[7]

Eine Änderung des Flusslaufes der Elbe teilte den Ort in zwei Teile: Geesthacht (vergleiche Geest) und Marschacht (in Niedersachsen).

Die zweite Kirche in Geesthacht war die St.-Peter-Kirche, die nach der Überflutung und Zerstörung der alten Kirche auf einer Anhöhe des Geesthachter Pastorenwerders (wahrscheinlich im Jahre 1261) erbaut wurde.[8] Zum Kirchspiel Geesthacht (Hachede) gehörten nach den Angaben im Ratzeburger Zehntregister von 1230 die Dörfer Wiershop, Hamwarde, Hasenthal, Besenhorst, Fahrendorf, Hohenhorn und Worth. Hamwarde, Wiershop und Worth waren die ersten Dörfer, die von Geesthacht getrennt wurden.[9] In der Taxe der Kirchen des Bistums Ratzeburg von 1319 wird das Dorf Worth als eigenes Kirchspiel aufgeführt („Ecclesia in wort“).[10] Das Dorf Fahrendorf wurde bereits im 14. Jahrhundert wüst. Hohenhorn (Horn) war mit der Einrichtung der Nikolaipfarre zunächst vorübergehend im 15. Jahrhundert von Geesthacht abgetrennt, wurde aber wiederum mit Geesthacht vereinigt.[9]

1420 fielen Geesthacht, wie auch die Stadt Bergedorf und weitere Gebiete, im Frieden von Perleberg an die Hansestädte Hamburg und Lübeck. Fortan blieb Geesthacht unter gemeinschaftlicher Verwaltung der beiden Hansestädte im Amt Bergedorf.

Im Jahre 1598 wurden die bis dahin nach Geesthacht eingepfarrten Dörfer Hasenthal und Tesperhude nach Hamwarde eingepfarrt und mit der Errichtung des neuen Kirchspiels Hohenhorn die Dörfer Besenhorst und Hohenhorn von der Geesthachter Kirche abgetrennt.

Eine Flutkatastrophe im Jahr 1684 führte zur vollständigen Zerstörung der St.-Peter-Kirche. Auf höher gelegenem Gelände wurde nachfolgend im Jahre 1685 die St.-Salvatoris-Kirche errichtet.[5]

1805 wurde das alte Dorf Besenhorst in den Elbwiesen (gelegen an der Stelle der heutigen Geesthachter Schleuse) durch Eisstopfung in der Elbe zerstört.[11]

Fabrikant Brauer gründete 1850 auf dem Katzberg eine Glasfabrik.[12]

1865/66 gründete der schwedische Chemiker Alfred Nobel mit Kompagnon „auf dem Krümmel“ eine Fabrik für Glycerin und erfand dort das Dynamit (eine Mischung aus Nitroglycerin und Kieselgur, Abbauprodukt abgestorbener Algen). In Krümmel entstand mit der Dynamitfabrik Krümmel die erste Dynamitfabrik der Welt.

1867 trat Lübeck seine Rechte am beiderstädtischen Amt Bergedorf gegen die vereinbarte Zahlung von 200.000 preußischen Talern an Hamburg ab. Geesthacht gehörte daher seit dem 1. Januar 1868, als Teil der neu gebildeten Landherrenschaft Bergedorf, gänzlich zum hamburgischen Staatsgebiet.

1886 gründete sich unter Johann Friedolf Wahlgreen die erste sozialdemokratische Organisation in Geesthacht. 1906 wurde die Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn (BGE) eröffnet.

Von 1918 bis 1933 war Geesthacht Hochburg der linken Parteien USPD (bei Wahlen 1919–1920 zwischen 26,4 % und 41,6 %) und später KPD (1921–1933 zwischen 31,2 % und 44,0 %) und SAPD (Kommunalwahl 1932 10,5 %) und trägt daher im Volksmund den Spitznamen Klein-Moskau.

1924 erhielt der Ort Stadtrecht nach Inkrafttreten der Hamburgische Städteordnung vom 2. Januar 1924 und der Stadtsatzung der hamburgischen Stadt Geesthacht vom 13. Juni 1924. 1928 wurde der historische Stadtkern durch eine Brandkatastrophe zerstört.

Im Zuge des Groß-Hamburg-Gesetzes wurde Geesthacht 1937 der preußischen Provinz Schleswig-Holstein zugeordnet und gehörte seither zum Kreis Herzogtum Lauenburg. 1937/1939 und 1942 werden Düneberg, Krümmel und Grünhof-Tesperhude eingemeindet.

In den Geesthachter Fabriken wurden bis zu 20.000 Zwangsarbeiter eingesetzt.[13][14][15] Die Unterbringung erfolgte in der Regel in Baracken, unter anderem: Lager „Am Grünen Jäger“, Lager Schmiedestraße, Lager Grünhof, Lager Spakenberg, Lager Reichsstraße, Lager Grenzstraße, Lager Sandstraße, Lager Birke bzw. Knollgraben, Lager Heidberg, Kriegsgefangenenlager Besenhorst, Kriegsgefangenenlager Sielstraße, Lager Katzberg.[16] Während des Zweiten Weltkriegs war insbesondere Krümmel das Ziel von Luftangriffen der Alliierten, so zum Beispiel am 7. April 1945. Schließlich wurde die Stadt auch mit Artillerie beschossen. Fabrikdirektor Hans Mayer setzte sich beim Hamburger Reichsstatthalter Karl Kaufmann erfolgreich für eine kampflose Übergabe der Stadt ein. Am 1. Mai 1945 zogen britische Truppen in Geesthacht ein.[17]

Ein Volksbegehren, die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in den Staat Hamburg einzugliedern, scheiterte am 19. April 1956 vor dem Bundesverfassungsgericht.

1953 wurde auf der BGE der Personenverkehr eingestellt.

Am 22. Januar 1963 hielt der prominente Anhänger des Nationalsozialismus, Großadmiral Karl Dönitz auf Einladung des damaligen Schülersprechers Uwe Barschel eine Rede über die Geschichte des Dritten Reiches am städtischen Otto-Hahn-Gymnasium. Die Lehrer hatten ihre Schüler nicht auf diesen Termin vorbereitet, so dass keiner von ihnen eine kritische Frage stellte. Auch von Seiten der Lehrer kam keine Frage.[18] Die Berichterstattung über diese Stunden nationalsozialistischen Geschichtsunterrichts schreckte die demokratische Öffentlichkeit auf, und die europäische Presse interessierte sich für diesen politischen Skandal.

Geesthacht war auch Standort der Kernenergieforschung und der Energiegewinnung mit Kernenergie. Im Ortsteil Krümmel befinden sich mehrere stillgelegte Kernreaktoren. Zu den Anlagen zählen das GKSS-Forschungszentrum (heute Helmholtz-Zentrum Geesthacht) mit den Kernreaktoren

  • Forschungsreaktor Geesthacht I (FRG-1) (1958–2010),
  • FRG-2 (1963–1993),
  • Anlage für Nullleistungsexperimente als Testanlage für Brennstabanordnungen (1964–1975)
  • und dem ausrangierten Druckwasserreaktor der Otto Hahn (ausgebaut 1979 im Hamburger Hafenbecken, transportiert 1981[19] zusammen mit weiteren radioaktiv belasteten Schiffsmaterialien und bis 2010 auch 52 Kernbrennstäbe[20]), sowie einige hundert Meter weiter westlich das Kernkraftwerk Krümmel (1984–2011) mit seinem Castoren-Zwischenlager. Gegen den Bau hatte die Bürgerinitiative Umweltschutz Oberelbe Geesthacht protestiert. Im Klageverfahren konnten 1983 umfangreiche Nachrüstungen für die Sicherheit erreicht werden.[21] Gleichwohl gab es mehrere Störfälle. Am 24. April 2010 demonstrierte die Aktions- und Menschenkette von Krümmel nach Brunsbüttel mit über 100.000 Menschen vom Kernkraftwerk Krümmel bis zum 120 Kilometer entfernten Kernkraftwerk Brunsbüttel gegen Kernenergieanlagen. Am 30. Mai 2011 gab die Bundesregierung das Aus für das Kernkraftwerk Krümmel bekannt.

Zusätzlich zum Lager für hochradioaktiven Müll gibt es auf dem Gelände des Kernkraftwerks Krümmel ein Lager für schwach- und mittelradioaktiven Müll. Laut Auskunft von Vattenfall handelt es sich um 1100 Fässer mit radioaktivem Abfall, doch konnte Vattenfall 2012 keine Aussage über deren Zustand abgeben.[22][23]

Der Rückbau der Anlage FRG-1 wird voraussichtlich zehn Jahre dauern und soll rund 150 Millionen Euro kosten.[24] Um die Abbaukonzepte für das Kernkraftwerk und die damit verbundenen Kosten wird noch gestritten.[25][26]

Umwelt[Bearbeiten]

Es wird statistisch eine erhöhte Strahlenbelastung in der Umgebung der beiden Nuklearanlagen Helmholtz-Zentrum Geesthacht und Kernkraftwerk Krümmel festgestellt. Seit 1989 bis Dezember 2005 sind 15 bis 17 Leukämiefälle aufgetreten, die mit den Nuklearanlagen in Verbindung gebracht werden. Langjährige Untersuchungen konnten aber keine Ursachen aufdecken. Man spricht vom Leukämiecluster Elbmarsch.

Augenzeugen berichteten von einem Brand im Jahr 1986 beim Forschungszentrum. Offizielle Stellen geben ausgetretenes Radon als Ursache für die Strahlenbelastung an – der Elbhang ist immerhin eine Endmoräne. Für Kritiker sprechen geologische wie meteorologische Gegebenheiten jedoch gegen Radon als Ursache.

Zudem konnten verschiedene radioaktive Stoffe im Erdboden nachgewiesen werden, die aus einer nukleartechnischen Anlage stammen könnten, so etwa die radioaktiven PAC-Kügelchen. So ein Material war in den dort vorhandenen Typen von Kernreaktoren allerdings nie einsetzbar und eine thermische Zersetzung ganzer Brennelemente hätte folgenreicher sein müssen. Die Dynamitfabrik Krümmel wäre grundsätzlich auch ein plausibler historischer Verursacher für solche metallische Flugasche.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindewahl in Geesthacht 2013
Wahlbeteiligung: 35,7 %
 %
40
30
20
10
0
37,5
32,4
17,1
6,0
5,1
1,9
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+6,8
-3,4
+1,9
-6,1
-1,1
+1,9

Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2013 erreichte die SPD 37,5 % und wurde entgegen dem Landestrend stärkste Partei.

In der künftigen Stadtverordnetenversammlung, die aufgrund einer überproportional großen Bildung von Überhangmandaten auf 40 Sitze anwächst, wird die SPD mit 15 Sitzen, die CDU mit 13, die Grünen mit 7, die FDP und die LINKE mit je 2 Sitzen und die Rechtsstaatliche Liga mit einem Sitz vertreten sein.[27]

Seit der Kommunalwahl 2008 hatte die CDU zwölf Sitze, die SPD zehn Sitze, die Grünen fünf Sitze, die FDP vier Sitze und die Linke zwei Sitze in der Ratsversammlung.

Das Geesthachter Rathaus

Liste der Bürgermeister[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Gespalten von Silber und Blau. Vorn auf grünem Dreiberg eine schwarze Korbweide mit sieben grün belaubten Schößlingen, hinten auf silbernen und blauen Wellen ein einmastiger goldener Kahn mit silbernem Segel.“[32]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Energiepark Geesthacht mit Solarkraftwerk (links) und Pumpspeicherwerk (rechts)

Geesthacht ist größter Nuklear- und Energiestandort Norddeutschlands (Pumpspeicherwerk, Forschungsreaktor Geesthacht, Kernkraftwerk in Krümmel) und ist mit 50 Millionen Euro Rücklagen die reichste Stadt Schleswig-Holsteins – hauptsächlich zurückzuführen auf die Zahlungen des KKW Krümmel.[33]

Verkehr[Bearbeiten]

Staustufe mit Brücke der B 404
Sonnenuntergang am Schleusenkanal (links) und Geesthachter Hafen (rechts)

Folgende überregionale Straßen führen in oder durch das Stadtgebiet:

Es existiert eine Eisenbahnstrecke nach Hamburg-Bergedorf (Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn). Von der Arbeitsgemeinschaft Geesthachter Eisenbahn werden mehrmals jährlich Sonderfahrten zwischen Krümmel und Bergedorf Süd und zurück durchgeführt. Geesthacht ist Binnenhafen für die Schifffahrt auf der Elbe und verfügt auf Grund der Staustufe über eine Elb-Schleuse. Nächster Verkehrsflughafen ist Hamburg-Fuhlsbüttel, nächster Seehafen ist der Hamburger Hafen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Neben der Kernkraftwerk Krümmel GmbH, der Depesche Vertrieb GmbH (Vertriebsfirma der bekannten Diddl Maus) sind noch zu nennen der Neuland-Verlag (Fachliteratur zu Sucht, Sozialarbeit, Selbsthilfe), der Leuchtturm Albenverlag (Briefmarken- und Münzsammelsysteme), die Norddeutsche Teppichfabrik GmbH sowie das Helmholtz-Zentrum Geesthacht. Letzteres zählt mit rund 50 Absolventen pro Jahr zu den größten Ausbildungsstätten der Region.

Vereine[Bearbeiten]

  • Alevitische Gemeinde Geesthacht
  • AWO Geesthacht e.V.
  • Bürgerverein Grünhof-Tesperhude e.V.
  • Christliche Pfadfinderschaft Royal Rangers
  • DRK Ortsverein Geesthacht
  • Düneberger SV
  • Fraueninitiative e.V.
  • FSV Geesthacht 07
  • Geesthachter Initiativkultur Verein (GIK)
  • Hz. Ebu Bekir Moschee DITIB e.V.
  • Jugendfeuerwehr Geesthacht
  • Kanu-Club Geesthacht e.V.
  • Motorsport Club Geesthacht e.V.
  • Motor-Yacht-Club e.V.
  • Rudergruppe Geesthacht von 1912 e.V.
  • Seglervereinigung Geesthacht e.V.
  • VfL Geesthacht von 1885
  • VfL Grünhof-Tesperhude von 1909 e.V.
  • Wassersport-Gemeinschaft-Tesperhude e.V.
  • Wirtschaftliche Vereinigung Geesthacht (WVG)

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Das Freizeitbad Geesthacht (von außen)
Der Elbwanderweg bei Krümmel
Der Hochseilgarten Geesthacht

Staatliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Folgende Bildungseinrichtungen existieren in Geesthacht:[34]

  • Alfred-Nobel-Schule - Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe (ehemals Integrierte Gesamtschule Geesthacht)
  • Otto-Hahn-Gymnasium
  • Bertha-von-Suttner-Schule (ehemals Realschule Geesthacht und Oberstadtschule Geesthacht)
  • Silberbergschule
  • Buntenskampschule
  • Hachede-Schule, Förderzentrum Schwerpunkt geistige Entwicklung
  • Waldschule Grünhof[35]
  • Förderschule Geesthacht
  • Berufliche Schulen Mölln, Außenstelle Geesthacht

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

  • Freibad an der Elbe
  • Wanderweg entlang der Elbuferstraße zwischen Geesthacht und Krümmel, vorbei an der Osterquelle und einem Hochseilgarten
  • Hochseilgarten an der Elbe in Krümmel am unteren Auslauf des Pumpspeicherwerk Geesthacht, der in den natürlichen Baumwipfeln gebaut worden ist
  • Schiffsanleger an der Elbe mit Abfahrten von Fahrgastschiffen nach Fahrplan z. B. der MS-Aurora

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Alter Wasserturm der Dynamit-Fabrik von Alfred Nobel auf dem Gelände des heutigen KKW Krümmel
Die Dampflok „Karoline“

In der Liste der Kulturdenkmale in Geesthacht stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Kino/Theater[Bearbeiten]

  • kTS – Kleines Theater Schillerstraße GmbH – Kino, Eigenproduktionen und Tourneetheater. Das kTS wurde im September 1994 eröffnet. Von Beginn an wurden Kino- und Theatervorstellungen in einem Saal angeboten. Seit Juli 2010 steht mit Kino 2 ein weiterer Saal zur Verfügung. Der Kinospielplan wird aus den aktuellen, erfolgreichen Hollywood- oder nationalen Produktionen zusammengestellt. Das Kinoprogramm wird alle 14 Tage durch die Auswahl der Geesthachter Filmkiste e.V. mit Arthouse-Filmen ergänzt. Ab der Spielzeit 2005/2006 wird auch der Theaterspielplan vom kTS angeboten. Gastspiele namhafter deutschsprachiger Tourneetheater werden dafür eingekauft und in einem Wahlabonnement oder mit Karten für einzelne Vorstellungen verkauft. Im Mai 2002 wurde das Foyer des Theaters umgebaut und eine großzügigere Gastronomiefläche geschaffen. Gleichzeitig wurde die Studio-Bühne eingerichtet, auf der seitdem Kabarettprogramme, Chanson- und Jazzabende aufgeführt und auch klassisches Theater selbst produziert werden.

Museen[Bearbeiten]

Archive[Bearbeiten]

  • Die Bezirksgruppe Geesthacht des Heimatbundes und Geschichtsvereins Herzogtum Lauenburg e. V. betreibt Nachforschungen zur Ortsgeschichte, unterhält ein Bildarchiv und ein eigenes Archiv.[37]
  • Das Stadtarchiv Geesthacht speichert Dokumente (auch freigegebene Personenstandsdaten).
  • Das virtuelle Archiv des Industriemuseums Geesthacht präsentiert Daten zur architektonisch/technischen Seite der ehemaligen Fabriken.[38]

Bauwerke[Bearbeiten]

Ehemalige Unternehmen[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Führungen des Förderkreises Industriemuseum Geesthacht auf den Geländen der Dynamit-Fabrik Krümmel und der Schwarzpulver-Fabrik Düneberg
  • Fahrten mit der Museums-Eisenbahn von Geesthacht nach Hamburg-Bergedorf

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

in Geesthacht geboren[Bearbeiten]

mit Geesthacht verbunden[Bearbeiten]

  • Alfred Nobel (1833–1896), Erfinder, Chemiker und Industrieller, wirkte in Geesthacht-Krümmel
  • Johann Friedolf Wahlgreen (1855–1941), Politiker und Gewerkschafter, starb in Geesthacht
  • Albert Bülow (1883–1961), Politiker, starb hier
  • Fritz Rienecker (1897–1965), Publizist, Theologe und 1941–1946 Pfarrer in Geesthacht
  • Uwe Barschel (1944–1987), Ministerpräsident, war Schüler am Otto-Hahn-Gymnasium in Geesthacht
  • Roland Garve (* 1955), betreibt eine Zahnarztpraxis und ist Ethnomediziner
  • Thomas Wüppesahl (* 1955), Politiker, lebt im Ortsteil Krümmel
  • Uwe Bahn (* 1958), NDR-Moderator, machte Abitur am Otto-Hahn-Gymnasium in Geesthacht
  • Gerd Knesel (1946–1992 in Geesthacht), Liedermacher

Literatur[Bearbeiten]

  • Prüß, M.: Geesthachter Heimatbuch. Unter Mitarbeit von Lehrern des Ortes nach alten Quellen und neuzeitlichen Darstellungen; Druck und Verlag Wilh. Matzke, Geesthacht-Hamburg 1929.
  • W. Mittendorf: Geesthacht 25 Jahre Stadt. Druck Wilhelm Matzke, Geesthacht 1949.
  • Wilhelm Stölting: Geesthacht – Lebensbild einer Stadt. Nordwestdeutscher Verlag Ditzen & Co., Bremerhaven 1963 (mit Zeittafel 3000 v. Chr. bis 1962).
  • William Boehart: Geesthacht – Eine Stadtgeschichte. Beiträge zur Landschaftsentwicklung, Regionalgeschichte und zu kulturellen Perspektiven einer Elbesiedlung. Viebranz Verlag, Schwarzenbek 1993, ISBN 3-921595-18-5.
  • Bernhard Michael Menapace: Klein-Moskau wird braun: Geesthacht in der Endphase der Weimarer Republik (1928–1933). Kiel 1991, ISBN 3-89029-923-7.
  • Heinz Bohlmann: Fäuste, Führer, Flüchtlingstrecks. Ein Beitrag zur Geschichte der Städte Geesthacht und Lauenburg/Elbe 1930–1950. Schwarzenbek 1990, ISBN 3-921595-15-0.
  • August Ziehl: Geesthacht – 60 Jahre Arbeiterbewegung 1890–1950. Geesthacht 1958.
  • Janine Ullrich: Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in Geesthacht 1939–1945. LIT Verlag, 2001, ISBN 3-8258-5730-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Geesthacht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Ernst Probst: Die Lüneburger Gruppe in der Bronzezeit. In: Ernst Probst: Deutschland in der Bronzezeit. Bauern, Bronzegießer und Burgherren zwischen Nordsee und Alpen. Bertelsmann, München 1996/1999, S. 36.
  3. M. Prüß: Geesthachter Heimatbuch. Unter Mitarbeit von Lehrern des Ortes nach alten Quellen und neuzeitlichen Darstellungen, Geesthacht-Hamburg 1929, S. 91.
  4. M. Prüß: Geesthachter Heimatbuch. Unter Mitarbeit von Lehrern des Ortes nach alten Quellen und neuzeitlichen Darstellungen, Geesthacht-Hamburg 1929, S. 99, 123 f.
  5. a b M. Prüß: Geesthachter Heimatbuch. Unter Mitarbeit von Lehrern des Ortes nach alten Quellen und neuzeitlichen Darstellungen, Geesthacht-Hamburg 1929.
  6. G. Köbler: Altsächsisches Wörterbuch. 3. Auflage. 2000ff, S. 497.
  7. G. Neumann: Namenstudien zum Altgermanischen; Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Ergänzungsbände, Band 59; Herausgeber: Heinrich Hettrich, Astrid Van Nahl. Verlag De Gruyter, 2008, S. 108.
  8. M. Prüß: Geesthachter Heimatbuch. Unter Mitarbeit von Lehrern des Ortes nach alten Quellen und neuzeitlichen Darstellungen, Geesthacht-Hamburg 1929, S. 124.
  9. a b F. Voigt: Die Kirche zu Geesthacht am Ende des 16. Jahrhunderts. In: Mittheilungen des Vereins für Hamburgische Geschichte, Bd. 3, Jg. 9, 1886, S. 23.
  10. W. Prange: Siedlungsgeschichte des Landes Lauenburg im Mittelalter, Quellen und Forschungen zur Geschichte Schleswig-Holsteins. Herausgeber: Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte, Bd. 41, Neumünster 1960.
  11. W. Boehart, H. Knust et al.: Besenhorst/Düneberg. Eine Stadtteilgeschichte. Beiträge zur Entwicklung eines lauenburgischen Dorfes zum Geesthachter Stadtteil, Herausgeber: Stadt Geesthacht, 1997.
  12. Glaszeit um 1850 in Geesthacht.
  13. Janine Ullrich: Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in Geesthacht unter Berücksichtigung von DAG Dünebeg und Krümmel 1939–1945. Lit. Verl., Münster/Hamburg/Berlin/London 2001, ISBN 3-8258-5730-1. In: Schriftenreihe des Stadtarchivs Geesthacht (StaG), Bd. 12, S. 78.
  14. Katharina Kreuder-Sonnen: Ukrainische Zwangsarbeiter in Geesthacht – Zeitzeugenberichte. In: Lauenburgische Heimat, Heft 170 (September 2005), S. 62–81.
  15. Janine Dressler u.a.: Verschleppt nach Schleswig-Holstein: Zwangsarbeit in den Munitionsfabriken von Geesthacht – Ein Stolperstein für Ernst Oberfohren? und andere Beiträge (Informationen zur schleswig-holsteinischen Zeitgeschichte). AKENS, Kiel 2009.
  16. Liste nach Janine Ullrich
  17. NDR (online)
  18. Die Dönitz-Affäre: vgl. Der Großadmiral und die kleine Stadt. Beitrag zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten Aufsehen, Empörung, Ärgernis: Skandale. 2011. Arbeit der 13a am Otto Hahn Gymnasium Geesthacht, Februar 2011 (PDF; 2,3 MB)
  19. Der Spiegel (online)
  20. Netzwerk Regenbogen (online)
  21. Thomas Wüppesahl: Mit voller Kraft gegen die Atomenergie
  22. Bergedorfer Zeitung (online)
  23. Lübecker Nachrichten (online)
  24. Atomkraftwerk wird abgeschaltet, taz vom 24. Oktober 2008
  25. http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/atomkraftwerk119.html
  26. http://www.bergedorfer-zeitung.de/geesthacht/article162959/Vattenfall_beschraenkt_die_Haftung_fuer_AKW_Rueckbau.html
  27. Homepage der Stadt Geesthacht
  28. http://www.bergedorfer-zeitung.de/printarchiv/geesthacht/article83374/Erinnerungen_ans_Abenteuer_Buergermeister.html
  29. Peter Walter: Meine Zeit bei Helmut Schmidt und als Bürgermeister Geesthachts.
  30. http://www.bergedorfer-zeitung.de/geesthacht/article34346/Geesthacht_trauert_um_Ingo_Fokken.html
  31. http://www.abendblatt.de/region/article1306148/Volker-Manow-mit-81-zum-neuen-Buergermeister-gewaehlt.html
  32. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  33. 50 Millionen Euro Rücklagen, Hamburger Abendblatt, 30. März 2007
  34. Liste der Schulen auf der Website der Stadt Geesthacht
  35. Förderverein der Waldschule Geesthacht e.V.
  36. GeesthachtMuseum!
  37. Bezirksgruppe Geesthacht des Heimatbundes und Geschichtsvereins Herzogtum Lauenburg e. V.
  38. Förderkreis Industriemuseum Geesthacht e.V.