Geesthacht
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| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Schleswig-Holstein | ||||
| Kreis: | Herzogtum Lauenburg | ||||
| Höhe: | 27 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 33,19 km² | ||||
| Einwohner: | 29 295 (31. Dez. 2007) | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 883 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 21502 | ||||
| Vorwahl: | 04152 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | RZ | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 53 032
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| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 15 21502 Geesthacht |
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| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeister: | Volker Manow (kommissarisch) | ||||
Geesthacht ist die größte Stadt des Kreises Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein und Teil der Metropolregion Hamburg. Sie liegt südöstlich von Hamburg direkt am Elbufer; die Entfernung zur Hamburger Innenstadt beträgt etwa 30 Kilometer. Unterhalb des Geesthachter Wehrs beginnt die tidebeeinflusste Unterelbe.
Das Stadtgebiet grenzt unmittelbar an den Hamburger Stadtteil Altengamme und ist von Niedersachsen nur durch die Elbe getrennt, die Stadt liegt also an einem Dreiländereck. Nach den Hamburger Elbbrücken befindet sich hier mit der Elbbrücke Geesthacht die zweite feste Elbquerung nach Niedersachsen – von der Elbmündung aus gesehen – und zugleich eine von zwei Elbquerungen Schleswig-Holsteins neben der Elbbrücke Lauenburg.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Die Stadt besteht aus folgenden Ortsteilen: Altstadt, Besenhorst, Düneberg, Edmundstal-Siemerswalde, Grünhof, Hasenthal, Heinrichshof (früher auch HEW-Siedlung auf dem Geestrücken), Heinrich-Jebens-Siedlung, Krümmel, Oberstadt (auf dem Geestrücken), Tesperhude.
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Entwicklung
Aus der Bronzezeit sind die Totenhäuser von Tesperhude bei Grünhof-Tesperhude 1932 ausgegraben worden. Um 800 n. Chr. ist eine Kirche an der Elbe dokumentiert. 1216 wurde der Ort als Hachede erstmals urkundlich erwähnt. Eine Änderung des Flusslaufes der Elbe durchschneidet den Ort in zwei Teile: Geesthacht und Marschacht (in Niedersachsen). 1420 fällt Geesthacht im Frieden von Perleberg an die Hansestädte Hamburg und Lübeck. 1865/66 gründet der schwedische Chemiker Alfred Nobel mit Kompagnon "auf dem Krümmel" eine Glycerinfabrik und erfindet das Dynamit (eine Mischung aus Nitroglycerin und Kieselgur; Abbauprodukt abgestorbener Algen). In Krümmel entsteht die erste Dynamitfabrik der Welt. 1886 gründet sich unter Johann Friedolf Wahlgreen die erste sozialdemokratische Organisation in Geesthacht. 1906 erfolgt die Eröffnung der Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn (BGE) 1918-1933 ist Geesthacht Hochburg der linken Parteien USPD (bei Wahlen 1919-1920 zwischen 26,4% und 41,6%) und später KPD (1921-1933 zwischen 31,2% und 44,0%) und SAPD (Kommunalwahl 1932 10,5%) und trägt daher im Volksmund den Spitznamen Klein-Moskau. Der Ort erhält Stadtrechte durch die Hamburgische Städteordnung vom 2. Januar 1924. 1928 kommt es zur Zerstörung des historischen Stadtkerns durch eine Brandkatastrophe. Im Zuge des Groß-Hamburg-Gesetzes wird Geesthacht 1937 der preußischen Provinz Schleswig-Holstein zugeordnet und gehört seither zum Kreis Herzogtum Lauenburg. 1937/1939 und 1942 werden Düneberg, Krümmel und Grünhof-Tesperhude eingemeindet. 1953 erfolgt die Betriebseinstellung des Personenverkehrs auf der BGE.
[Bearbeiten] Strahlenbelastung
1986 wird eine alarmierend hohe Strahlenbelastung in der Umgebung des GKSS-Forschungszentrums festgestellt. Augenzeugen berichteten von einem Brand. Offizielle Stellen geben bis heute ausgetretenes Radongas als Ursache für die Strahlenbelastung an. Geologische wie meteorologische Gegebenheiten sprechen jedoch dagegen. Zudem konnten verschiedene radioaktive Stoffe im Erdboden nachgewiesen werden, die nachweislich aus einer nukleartechnischen Anlage stammen müssen, so etwa die radioaktiven PAC-Kügelchen. Seit 1989 bis Dezember 2005 sind 15 bis 17 Leukämiefälle aufgetreten die mit dem 12. September 1986 in Verbindung gebracht werden. Siehe Leukämiecluster Elbmarsch.
[Bearbeiten] Dönitz-Affäre
Auf Einladung des damaligen Schülersprechers Uwe Barschel hielt Großadmiral Karl Dönitz am 22. Januar 1963 eine „Geschichtsfragestunde“ am städtischen Gymnasium ab. Die fehlende Auseinandersetzung mit dem brisanten Gast führte zu einem politischen Skandal.[1]
[Bearbeiten] Politik
Seit der Kommunalwahl 2008 hat die CDU zwölf Sitze, die SPD zehn Sitze, die Grünen fünf Sitze, die FDP vier Sitze und die Linke zwei Sitze in der Ratsversammlung.
[Bearbeiten] Wappen
Blasonierung: „Gespalten von Silber und Blau. Vorn auf grünem Dreiberg eine schwarze Korbweide mit sieben grün belaubten Schößlingen, hinten auf silbernen und blauen Wellen ein einmastiger goldener Kahn mit silbernem Segel.“[2]
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
- Hoogezand-Sappemeer (Niederlande), seit 1966
- Plaisir (Frankreich), seit 1975
- Kuldiga (Lettland), seit 1991
- Oldham (Großbritannien), seit 1966 (endete im Jahre 2004)
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Geesthacht ist größter Nuklear- und Energiestandort Norddeutschlands (Pumpspeicherwerk, Forschungsreaktor Geesthacht, Kernkraftwerk in Krümmel) und ist mit 50 Millionen Euro Rücklagen die reichste Stadt Schleswig-Holsteins – hauptsächlich zurückzuführen auf die Zahlungen des KKW Krümmel.[3]
[Bearbeiten] Verkehr
Folgende überregionale Straßen führen in oder durch das Stadtgebiet:
- In Ost-West Richtung entlastet die Bundesautobahn 25 von Hamburg nach Geesthacht führend die wesentlich ältere parallel verlaufende Bundesstraße 5, die von Hamburg im Westen nach Lauenburg im Osten führt.
- Die Bundesstraße 404 ist von Süden (Lüneburg) über das Stauwehr der Elbe führend an die Bundesautobahn 25 (nach Hamburg) angeschlossen und führt weiter auf der Bundesstraße 5 in die Innenstadt, um dort Richtung Norden eine Verbindung nach Schwarzenbek und Kiel herzustellen.
Es existiert eine Eisenbahnstrecke nach Hamburg-Bergedorf (Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn). Geesthacht ist Binnenhafen für die Schifffahrt auf der Elbe und verfügt auf Grund der Staustufe über eine Elb-Schleuse. Nächster Verkehrsflughafen ist Hamburg-Fuhlsbüttel, nächster Seehafen ist der Hamburger Hafen.
[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen
Neben der Kernkraftwerk Krümmel GmbH, der Depesche Vertrieb GmbH (Vertriebsfirma der bekannten Diddl Maus) sind noch zu nennen der Neuland-Verlag (Fachliteratur zu Sucht, Sozialarbeit, Selbsthilfe), der Leuchtturm Albenverlag (Briefmarken- und Münzsammelsysteme) und das GKSS-Forschungszentrum. Letzteres zählt mit rund 50 Absolventen pro Jahr zu den größten Ausbildungsstätten der Region.
[Bearbeiten] Vereine
- VfL Geesthacht von 1885
- DRK Ortsverein Geesthacht
- Wirtschaftliche Vereinigung Geesthacht (WVG)
- FSV Geesthacht 07
- Düneberger SV 1919
- Jugendfeuerwehr Geesthacht
- VfL Grünhof-Tesperhude
- Christliche Pfadfinderschaft Royal Rangers
- Rudergruppe Geesthacht von 1912 e.V.
[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen
[Bearbeiten] Staatliche Einrichtungen
- GKSS-Forschungszentrum – Einrichtung vom Bund und vier norddeutschen Ländern
[Bearbeiten] Bildungseinrichtungen
- Integrierte Gesamtschule Geesthacht
- Otto Hahn Gymnasium (prominentester Schüler: Uwe Barschel)
- Realschule Geesthacht
- Silberbergschule
- Buntenskampschule
- Oberstadtschule
- Hachede-Schule, Förderzentrum Schwerpunkt geistige Entwicklung
- Waldschule Grünhof
- Förderschule Geesthacht
- Berufliche Schulen Mölln, Außenstelle Geesthacht
[Bearbeiten] Freizeit- und Sportanlagen
- Freibad an der Elbe
- Wanderweg entlang der Elbuferstraße zwischen Geesthacht und Krümmel, vorbei an der Osterquelle und einem Hochseilgarten
- Hochseilgarten an der Elbe in Krümmel am unteren Auslauf des Pumpspeicherwerk Geesthacht, der in den natürlichen Baumwipfeln gebaut worden ist
- Schiffsanleger an der Elbe mit Abfahrten von Fahrgastschiffen nach Fahrplan z. B. der MS-Aurora
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Theater
- Kleines Theater Schillerstrasse - Eigenproduktionen, Tourneetheater und Kino
Im September 1994 wurde das kts eröffnet. Seit der Premiere im Jahre 1994 gastiert die Niederdeutsche Volksbühne Geesthacht zweimal im Jahr mit einem Stück im kts. Neben Theateraufführungen zum Teil namhafter deutscher Tourneetheater werden aktuelle Kinofilme gezeigt. Dieses Programm wird zusätzlich durch Beiträge der Geesthachter Filmkiste e.V. ergänzt.
[Bearbeiten] Museen
- Krügersches Haus – Dauerausstellung zur Geschichte der Stadt
- Museumsbahn der Arbeitsgemeinschaft Geesthachter Eisenbahn e.V. zwischen Bergedorf und Geesthacht an bestimmten Betriebstagen
- Totenhaus zu Tesperhude – an der Bundesstraße 5 Ortsausgang Grünhof-Tesperhude Richtung Lauenburg/Elbe
[Bearbeiten] Bauwerke
- Kernkraftwerk Krümmel
- Pumpspeicherwerk
- Elb-Schleuse
- St.-Salvatoris-Kirche
- Staustufe Geesthacht mit Fischtreppe (Baujahr 1960)
- Alter Wasserturm der Dynamitfabrik Krümmel von Alfred Nobel
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
- Führungen des Förderkreises Industriemuseum Geesthacht auf den Geländen der Dynamit-Fabrik Krümmel und der Schwarzpulver-Fabrik Düneberg
- Fahrten mit der Museums-Eisenbahn von Geesthacht nach Hamburg-Bergedorf
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] in Geesthacht geboren
- Wilhelm Bergner (* 1835–1905), Industrieller
- August Ziehl (1881–1965), Politiker
- Rudolf Basedau, (1897–1975), Politiker
- Joachim Ritter (1903–1974), Philosoph
- Karl-Heinz Warnholz (* 1944), Politiker
- Uwe Harden (* 1952), Politiker
- Thomas Kleemann, (*1954), Maler
- Frank Peterson (* 1963), Musikproduzent
- Olaf Schulze (* 1967), Politiker
- Michael Meziani (* 1967), Schauspieler
[Bearbeiten] Mit Geesthacht verbunden
- Alfred Nobel (1833-1896), Erfinder, Chemiker und Industrieller, wirkte in Geesthacht-Krümmel
- Johann Friedolf Wahlgreen (1855–1941), Politiker und Gewerkschafter, starb in Geesthacht
- Albert Bülow (1883–1961), Politiker, starb hier
- Fritz Rienecker (1897–1965), Publizist, Theologe und 1941–1946 Pfarrer in Geesthacht
- Uwe Barschel (1944–1987), Ministerpräsident, war Schüler am Otto-Hahn-Gymnasium in Geesthacht
- Thomas Wüppesahl (* 1955), Politiker, lebt im Ortsteil Krümmel
- Uwe Bahn (*1958), NDR-Moderator, machte Abitur am Otto-Hahn-Gymnasium in Geesthacht
- Gerd Knesel († 1992 in Geesthacht), Liedermacher
[Bearbeiten] Literatur
- Dr. William Boehart: Geesthacht - Eine Stadtgeschichte. Beiträge zur Landschaftsentwicklung, Regionalgeschichte und zu kulturellen Perspektiven einer Elbesiedlung., Viebranz Verlag Schwarzenbek, 1993, ISBN 3-921595-18-5
- Bernhard Michael Menapace: "Klein-Moskau" wird braun: Geesthacht in der Endphase der Weimarer Republik (1928-1933). Kiel 1991. ISBN 3-89029-923-7
- Heinz Bohlmann: Fäuste, Führer, Flüchtlingstrecks. Ein Beitrag zur Geschichte der Städte Geesthacht und Lauenburg/Elbe 1930-1950. Schwarzenbek 1990. ISBN 3-921595-15-0
- August Ziehl: Geesthacht - 60 Jahre Arbeiterbewegung 1890-1950. Geesthacht 1958.
- Janine Ullrich: Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in Geesthacht 1939-1945., LIT Verlag 2001, ISBN 3-8258-5730-1
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Uwe Barschel und die Geesthachter Dönitz-Affäre
- ↑ Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
- ↑ Hamburger Abendblatt 2007
[Bearbeiten] Weblinks
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