Anthony Pawson

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Anthony James Pawson CH (bekannt als Tony Pawson; * 18. Oktober 1952 in Maidstone, Kent; † 7. August 2013) war ein britisch-kanadischer Molekularbiologe. Er war Professor am Samuel Lunenfeld Research Institute am Mount Sinai Hospital in Toronto und Professor an der University of Toronto. Er galt als einer der Favoriten auf den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.[1][2]

Leben[Bearbeiten]

Pawson erwarb 1973 einen Bachelor in Biochemie an der Cambridge University in Cambridge, Vereinigtes Königreich. Seine Promotionsarbeiten für das Imperial Cancer Research Fund schloss er mit dem Ph.D. in molekularer Biologie an der Universität London ab. Als Postdoktorand arbeitete er an der University of California in Berkeley, Kalifornien. Erste Professuren erhielt er 1981 (Assistant Professor) in der Abteilung für Mikrobiologie an der University of British Columbia in Vancouver, Kanada, und 1985 (Associate Professor) an der University of Toronto in Toronto. Im selben Jahr übernahm er zusätzlich eine Aufgabe als „Senior Scientist“ am dortigen Samuel Lunenfeld Research Institute, das dem Mount Sinai Hospital in Toronto angegliedert ist. 1989 erhielt Pawson eine ordentliche Professur an der University of Toronto und übernahm 1994 zusätzlich die Leitung der Abteilung „Molekulare Biologie und Krebs“ am Samuel Lunenefeld Research Institute.

Tony Pawson starb am 7. August 2013 im Alter von 60 Jahren, die Todesursache wurde nicht bekannt gegeben.[3] Zwei Jahre zuvor war seine Frau Maggie an Lungenkrebs gestorben. Pawson hatte zwei Kinder und einen Stiefsohn.[1]

Wirken[Bearbeiten]

Pawson hat entscheidende Beiträge zur Aufklärung von Zellkommunikation und Signaltransduktion geleistet. Bei letzterer löst eine spezifische Bindung an extrazelluläre Rezeptoren intrazelluläre Prozesse aus, zum Beispiel durch Rezeptor-Tyrosinkinasen. Die Blockade bestimmter Tyrosinkinasen durch Tyrosinkinase-Inhibitoren stellt eine neue Option in der Behandlung bestimmter Krebsarten dar. Ausgehend von Pawsons Identifizierung der SH2-Domäne als Prototyp der Proteindomäne, die intrazelluläre Proteininteraktionen vermittelt, wurden zahlreiche weitere solcher Domänen identifiziert. Pawson hat bei seinen Forschungen genetische, biochemische und strukturanalytische Ansätze kombiniert.

Jüngere Arbeiten befassten sich mit den Proteinen, die in Krebszellen und normalen Zellen die Zellpolarität regulieren[4], darunter die Orientierung von Axonen.

Literatur[Bearbeiten]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Tony Pawson, renowned Canadian scientist, dies at 60. CBC News vom 9. August 2013.
  2. Thomson Reuters Predicts 2012 Nobel Laureates. Thomson Reuters vom 19. September 2012.
  3. Renowned Toronto genetic researcher Dr. Tony Pawson dies. The Star, abgerufen am 9. August 2013.
  4. a b Canadian Cancer Society researcher on Queen’s honours list bei cancer.ca; abgerufen am 25 November 2010.
  5. Anthony J. Pawson BA, PhD, FRS bei der Gairdner Foundation (gairdner.org); abgerufen am 10. August 2012.
  6. Robert L Noble Prize bei cancer.ca; abgerufen am 26. November 2010.
  7. Anthony James Pawson, O.C., Ph.D., F.R.S.C. bei gg.ca; abgerufen am 25. November 2010.
  8. Louisa Gross Horwitz Prize 2004 bei columbia.edu; abgerufen am 25. November 2010.
  9. The 2005 Wolf Foundation Prize in Medicine bei wolffund.org.il; abgerufen am 10. August 2012.
  10. Royal recent winners bei royalsociety.org; abgerufen am 25. November 2010.
  11. Anthony James Pawson bei inamori-f.or.jp; abgerufen am 25. November 2010.