Bahnhof Cottbus
| Cottbus | |
|---|---|
| Bahnhofsgebäude um 2009 | |
| Daten | |
| Kategorie | 2 |
| Betriebsart | Kreuzungsbahnhof |
| Bauform | ehemaliger Inselbahnhof |
| Bahnsteiggleise | 12 |
| Reisende | < 50.000/Tag[1] |
| Abkürzung | BCS |
| Eröffnung | 13. September 1866 |
| Lage | |
| Stadt | Cottbus |
| Land | Brandenburg |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 51° 45′ 3″ N, 14° 19′ 35″ O51.75083333333314.326388888889Koordinaten: 51° 45′ 3″ N, 14° 19′ 35″ O |
| Eisenbahnstrecken | |
|
|
| Bahnhöfe in Brandenburg | |
Der Bahnhof Cottbus ist einer der wichtigsten Bahnhöfe und der größte Personenbahnhof im Land Brandenburg. Inoffiziell wird er auch als Cottbus Hauptbahnhof bezeichnet, bahnamtlich trägt er diesen Namen jedoch nicht. Er liegt südlich der Cottbuser Innenstadt.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Der Bahnhof Cottbus ging am 13. September 1866 mit der Eröffnung der Bahnstrecke aus Berlin in Betrieb. 1867 wurde diese bis Görlitz verlängert. 1870 wurde das Empfangsgebäude eingeweiht; durch seine Lage zwischen den Gleisen entstand ein Inselbahnhof. In den folgenden Jahren wurden weitere Bahnstrecken in der Region gebaut. Für die Großenhain–Cottbuser Eisenbahn wurde 1873 der Großenhainer Bahnhof, nördlich des Berliner Bahnhofs gebaut. 1880 wurde dieser Bahnhof wieder geschlossen und die Züge vom Berliner Bahnhof abgefertigt. Das Empfangsgebäude des Großenhainer Bahnhofs existiert noch und dient der Bahnverwaltung.
1886 wurden die Bahnsteige durch einen Tunnel verbunden. Im Norden des Bahnhofes entstanden Güterverkehrsanlagen.
1899 baute die Spreewaldbahn ihren Endbahnhof mit Anschluss an den Staatsbahnhof nördlich der Anlagen. Die letzten Reste dieses Betriebes wurden 1983 abgebaut; das Empfangsgebäude blieb erhalten.
Bereits 1927 gab es Planungen, wegen der beengten Situation, das Empfangsgebäude in Insellage durch ein neues Gebäude auf der Südseite der Gleise abzulösen. Diese wurden jedoch wegen der Weltwirtschaftskrise nicht verwirklicht.
Im Februar 1945 wurden das Empfangsgebäude und weitere Teile des Bahnhofes bei einem Luftangriff zerstört. Nach dem Krieg mussten deswegen anstelle der zerstörten Gebäude Baracken für die Reisendenabfertigung gebaut werden. Dieses Provisorium hielt sich eine lange Zeit, erwies sich jedoch mehr und mehr als ungenügend. Ende der 1960er Jahre gab es deswegen erneute Planungen für den Bau eines Empfangsgebäude auf der Südseite. 1970 begannen die ersten Bauvorbereitungen. Da Cottbus insbesondere für den Güterverkehr nicht zuletzt wegen des umfangreichen Braunkohleabbaus in der Region ein wichtiger Eisenbahnknoten war, mussten vor dem Bau umfangreiche Vorbereitungen getroffen werden. Dazu gehörten der zweigleisige Ausbau mehrerer Strecken im Bereich Cottbus, um den Knoten zu entlasten. Ein zusätzlicher Bahnsteig wurde gebaut. 1974 begannen die Arbeiten für den neuen Bahnsteigtunnel. Nach vierjähriger Bauzeit ging am 5. Oktober 1978 schließlich das neue Empfangsgebäude im Betrieb.
Am 30. September 1989 wurde der elektrische Betrieb auf der Strecke Lübbenau–Cottbus und damit im Bahnhof Cottbus aufgenommen. Am 16. Dezember des gleichen Jahres folgte die Strecke aus Richtung Finsterwalde. 1990 folgten die Strecken in Richtung Senftenberg und Guben.
1995 fand die Bundesgartenschau in Cottbus statt. Aus diesem Anlass wurde das Empfangsgebäude umfassend saniert und ausgebaut. Am 7. Dezember 2002 wurde ein ICE 2 (Baureihe 402) von der damaligen Oberbürgermeisterin Karin Rätzel im Bahnhof Cottbus auf den Namen Cottbus/Chósebuz getauft.
Ende November 2010 ging ein neues Elektronisches Stellwerk in Betrieb. Dieses ersetzte 13 alte Stellwerke und steuert alle Signale, Weichen und Bahnübergänge im Bereich des Cottbuser Bahnhofes von der Betriebszentrale in Berlin-Pankow aus. Während der Inbetriebnahme der rund 50 Millionen Euro teuren Anlage musste der Bahnhof für ein komplettes Wochenende gesperrt werden.[2]
Anlagen [Bearbeiten]
Der Bahnhof liegt südlich der Innenstadt in Ost-West-Lage. Die ursprüngliche Anlage des Bahnhofes als Inselbahnhof kann man noch gut an der großen Freifläche zwischen den Gleisen erkennen. Auf dieser Mittelinsel sind einige Nebenbauten des nach dem Krieg entstandenen provisorischen Bahnhofsgebäudes erhalten geblieben. Ursprünglich war der Bahnhof von der Bahnhofstraße aus zu erreichen, die im Osten des Bahnhofes auf einer Brücke über die Gleise verläuft, heute gibt es von der Brücke keine Verbindung mehr.
An der Mittelinsel gibt es zu beiden Seiten Bahnsteige an Durchfahrtsgleisen und einige Kopfgleise. Das Empfangsgebäude im Stil der 1970er Jahre liegt auf der Südseite der Gleise. Beim Umbau wurde davor ein neuer Hausbahnsteig angelegt. Zwischen Empfangsgebäude und Mittelinsel liegen zwei Inselbahnsteige, nördlich davon ein weiterer.
Ein beim Umbau entstandener Tunnel führt vom Empfangsgebäude bis zur Mittelinsel. Der ursprüngliche Bahnhofstunnel, heute oft Spreewaldtunnel genannt, liegt etwa 100 Meter westlich. Ursprünglich beginnt er am Bahnsteig 2/3, jedoch ist der Zugang nicht mehr passierbar. Er verbindet die Bahnsteige untereinander und mit dem Nordausgang auf der Stadtseite. Er konnte jedoch nicht bis zum neuen Bahnhofsgebäude verlängert werden. Um vom Empfangsgebäude zum nördlichsten Bahnsteig oder zum Nordeingang zu gelangen, muss der Tunnel gewechselt werden.
Am Nordeingang befinden sich keine Fahrgastabfertigungsanlangen oder Warteräume. Vor seinem Ausgang befindet sich der Spreewaldbahnhof, Anfangspunkt der stillgelegten schmalspurigen Spreewaldbahn. Zwischen Nordeingang und den Bahnsteigen befinden sich Anlagen für den Güterverkehr. Diese sind zum größten Teil nicht mehr in Betrieb, so unter anderem die Güterabfertigung und das Containerterminal.
Im Empfangsgebäude befinden sich Reisezentrum, diverse gastronomische Einrichtungen, Buchladen, ein Laden mit lokalen Produkten. Wartemöglichkeiten gibt es direkt in der beheizten Bahnhofshalle.
Direkt vor dem Empfangsgebäude ist die Haltestelle der Straßenbahnlinie 1 und einiger Buslinien, die Straßenbahnlinien 2, 3 und 4 halten östlich des Bahnhofes an der Kreuzung Bahnhofstraße/Stadtring.
Unter Denkmalschutz steht das Stellwerk B23 östlich der Bahnhofsbrücke, das seit dem Anschluss des Bahnhofs an ein Elektronisches Stellwerk nicht mehr in Betrieb ist. Ebenfalls auf der Denkmalliste stehen die Gebäude des Spreewaldbahnhofs und des Bahnhofs der Großenhain-Cottbuser Eisenbahn nördlich der Bahngleise.[3]
Cottbus Hauptbahnhof [Bearbeiten]
Bis 2000 war der Bahnhof der einzige Personenbahnhof der Stadt. Eine Unterscheidung von anderen Bahnhöfen durch Namenszusätze war nicht erforderlich. Seitdem entstanden der neue Haltepunkt Cottbus-Sandow, auch die verlegten Haltepunkte Cottbus-Merzdorf und Cottbus-Willmersdorf Nord in eingemeindeten Vororten tragen nun ein Cottbus im Namen. Mit dem Umbau des Bahnhofes für die Bundesgartenschau 1995 wurde die Schrift an der Außenfassade „Bahnhof Cottbus“ durch „Cottbus Hauptbahnhof“ ersetzt. Sowohl der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg als auch die städtischen Verkehrsbetriebe von Cottbus – Cottbusverkehr – bezeichnen den Bahnhof in ihren Fahrplanauskünften als „Cottbus Hauptbahnhof“. Bahnamtlich wird der Bahnhof Cottbus ungeachtet seiner Bedeutung jedoch nach wie vor nicht als Hauptbahnhof bezeichnet.
Verkehrsangebot [Bearbeiten]
Seine einstige Rolle als Fernverkehrsknoten hat der Bahnhof eingebüßt. Er wird nur noch von zwei Zugpaaren im Fernverkehr bedient.
| Linie | Betreiber | Verlauf | Takt |
|---|---|---|---|
| IC 56 | DB Fernverkehr | Cottbus – Berlin – Magdeburg – Hannover – Bremen – Oldenburg (Oldb) – Norddeich Mole | ein Zugpaar am Tag |
| EC 99 | DB Fernverkehr | Hamburg-Altona – Salzwedel – Stendal – Berlin – Cottbus – Wrocław Gł – Kraków Gł | ein Zugpaar am Tag |
| RE 2 | Ostdeutsche Eisenbahn | Cottbus – Lübbenau (Spreew) – Lübben (Spreew) – Königs Wusterhausen – Berlin – Berlin-Spandau – Nauen – Wittenberge – Schwerin – Wismar |
60 min (Cottbus–Wittenberge) 120 min (Wittenberge–Wismar) |
| RE 10 | DB Regio Nordost | Cottbus – Calau – Doberlug-Kirchhain – Falkenberg (Elster) – Eilenburg – Leipzig | 120 min |
| RE 11 | DB Regio Nordost | Cottbus – Guben – Eisenhüttenstadt – Frankfurt (Oder) | 60 min |
| RE 18 | DB Regio Nordost | Cottbus – Senftenberg – Ruhland – Dresden/Elsterwerda-Biehla – Falkenberg (Elster) | 60 min (Cottbus–Ruhland) 120 min (Ruhland–Dresden) 120 min (Ruhland–Falkenberg) |
| RB 43 | DB Regio Nordost | Cottbus – Calau – Doberlug-Kirchhain – Falkenberg (Elster) | 120 min |
| RB 46 | Ostdeutsche Eisenbahn | Cottbus – Forst (Lausitz) | 60 min |
| OE 65 | Ostdeutsche Eisenbahn | Cottbus – Görlitz – Zittau | 60 min |
Zukunft [Bearbeiten]
Der Bahnhof ist nach dem Umbau in den 1970er-Jahren in vielerlei Hinsicht ein Provisorium geblieben, so fehlt u. a. ein durchgehender Personentunnel. Die Deutsche Bahn plant seit 2008 den Umbau des Bahnhofs, rund 100 Millionen Euro waren hierfür veranschlagt, um alle Gleisanlagen und Bahnsteige des Personenbahnhofs bis 2011 neu zu bauen.[4] Diese Umbaupläne wurden zunächst auf 2014 verschoben. Beim Umbau soll der jetzige Spreewaldtunnel beseitigt werden. Als Ersatz wird der östliche, neuere Tunnel verlängert, sodass er alle Bahnsteige erschließt. Die Deutsche Bahn möchte jedoch einen nördlichen Ausgang für diesen Tunnel nicht finanzieren. Damit würde sich mit Schließung des Spreewaldtunnels der Fußweg in die nördlich angrenzenden Wohngebiete und in die Innenstadt deutlich verlängern.[5] Im August 2012 beschloss die Stadt Cottbus, Mittel für die Planung der Verbreiterung des östlichen Bahnhofstunnels bereitzustellen. Diese Verbreiterung ist Voraussetzung dafür, dass dieser Tunnel auch einen nördlichen Ausgang bekommen kann.[6]
Im Mai 2013 gaben Deutsche Bahn und Landesregierung bekannt, den Cottbuser Bahnhof bis 2017 umzubauen und hierfür 23 Millionen Euro zu investieren. Die Bahnsteige sollen erneuert und mit Aufzügen ausgestattet sowie der Personentunnel vom Empfangsgebäude zur Stadt verlängert werden. Die Stadt plant bis 2015 einen Ausbau des Bahnhofsvorplatzes, hier soll sich der gesamte städtische sowie der Nah- und Fernverkehr bündeln.[7]
Ende 2008 beantragte die DB Netz AG beim Eisenbahn-Bundesamt den Rückbau weiter Teile der Infrastruktur des einstigen Containerterminals an der Nordseite des Bahnhofs.[8] Auf dem Gelände plant die Stadt Cottbus eine Erweiterung der jetzigen Wilhelm-Külz-Straße.
Literatur [Bearbeiten]
- Günter Liesk, Horst Puschmann und Dieter Wiene: Der Bahnhof Cottbus. In: Eisenbahn-Jahrbuch 1980. Transpress-Verlag. Nachgedruckt in: Schienenverkehr in der DDR, Band III. Transpress 2002, ISBN 3-613-71186-9, S. 185–194
Weblinks [Bearbeiten]
- Gleise in Serviceeinrichtungen Deutsche Bahn AG (PDF; 311 KB)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bahnhofsentwicklungsprogramm Brandenburg. Aktueller Stand und Konzeption 2006. November 2006, S. 25, abgerufen am 8. August 2010 (PDF; 4,6 MB).
- ↑ Zugverkehr auf Cottbuser Bahnhof ist eingestellt. In: Lausitzer Rundschau vom 19. November 2010
- ↑ Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum: Denkmalliste des Landes Brandenburg: Stadt Cottbus (PDF-Datei; 98 kB) Stand: 31. Dezember 2011
- ↑ 100 Millionen Euro – Bahn will Bahnhof in Cottbus sanieren. In: Lausitzer Rundschau vom 8. Dezember 2008
- ↑ Hoffnung für Spreewaldtunnelersatz, in: Lausitzer Rundschau, 11. August 2012.
- ↑ Cottbus: einstimmig für den Spreewaldtunnel, in: Lausitzer Rundschau, 17. August 2012.
- ↑ Bahngipfel in Cottbus stellt Weichen für Zukunft. Deutsche Bahn AG, 6. Mai 2013, abgerufen am 18. Mai 2013.
- ↑ Bekanntmachung des Eisenbahn-Bundesamtes vom 19. Dezember 2008.