Battenberg (Eder)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Battenberg (Eder)
Battenberg (Eder)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Battenberg (Eder) hervorgehoben
51.0166666666678.65340Koordinaten: 51° 1′ N, 8° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Waldeck-Frankenberg
Höhe: 340 m ü. NHN
Fläche: 64,73 km²
Einwohner: 5406 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35088
Vorwahl: 06452
Kfz-Kennzeichen: KB, FKB, WA
Gemeindeschlüssel: 06 6 35 004
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstr. 58
35088 Battenberg
Webpräsenz: www.battenberg-eder.de
Bürgermeister: Christian Klein (CDU)
Lage der Stadt Battenberg (Eder) im Landkreis Waldeck-Frankenberg
Hatzfeld (Eder) Battenberg (Eder) Bromskirchen Allendorf (Eder) Burgwald (Gemeinde) Rosenthal (Hessen) Gemünden (Wohra) Haina (Kloster) Frankenberg (Eder) Frankenau Bad Wildungen Lichtenfels (Hessen) Korbach Willingen (Upland) Diemelsee (Gemeinde) Diemelstadt Vöhl Volkmarsen Bad Arolsen Twistetal Waldeck (Stadt) Edertal Nordrhein-Westfalen Landkreis Kassel Schwalm-Eder-Kreis Landkreis Marburg-BiedenkopfKarte
Über dieses Bild
Schloss Battenberg

Battenberg (Eder) ist eine Kleinstadt im südwestlichen Teil des Landkreises Waldeck-Frankenberg in Hessen und Namensgeber des berühmten Adelsgeschlechts.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Battenberg liegt im Ederbergland, zu dem der östlich angrenzende Burgwald gehört, am Südrand des Sauerlands und des Rothaargebirges. Es liegt auf 320 bis 650 m ü. NN und wird von der Eder durchflossen, deren Flussbett nördlich der Stadt durch das Naturschutzgebiet Ederknie am Auhammer geschützt wird.[2] Das nächstgelegene Mittelzentrum ist Frankenberg (Eder), als Oberzentrum fungiert die Universitätsstadt Marburg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Battenberg grenzt im Norden an die Gemeinde Bromskirchen, im Nordosten an die Gemeinde Allendorf, im Südosten an die Gemeinde Burgwald (alle drei im Landkreis Waldeck-Frankenberg), im Süden an die Gemeinde Münchhausen (Landkreis Marburg-Biedenkopf), sowie im Westen an die Städte Hatzfeld (Landkreis Waldeck-Frankenberg) und Bad Berleburg (Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt besteht aus der Kernstadt und vier umliegenden Dörfern:

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahl Battenbergs lag von 1988 an über einen Zeitraum von 20 Jahren relativ konstant bei 5700. Seitdem geht sieim Zuge des demografischen Wandels langsam zurück und lag nach dem Zensus 2011 bei 5479. Gegenüber älteren Fortschreibungen stieg die Bevölkerung allerdings um 90 Einwohner an. Laut der Bertelsmann-Stiftung handelt es sich bei Battenberg um den „Demographietyp 1“, also um einen Ort der Kategorie „Kleinere stabile ländliche Städte und Gemeinden“.

Geschichte[Bearbeiten]

Battenberg - Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Alter Markt

Bereits in der keltischen Zeit siedelten Menschen auf dem Eisenberg. Ein Zweig des Geschlechts der Grafen von Battenberg und Wittgenstein nannte sich ab 1214 „Grafen von Battenberg“. 1232 wurde Battenberg erstmals schriftlich erwähnt und bereits zwei Jahre später als Stadt genannt. In den Anfangsjahren des 13. Jahrhunderts wurde wohl während der Herrschaft des Grafen Werner I. von Battenberg und Wittgenstein oder seines Sohnes Widekind I. (Widukind) die Kellerburg errichtet.

Stadt und Grafschaft Battenberg (offiziell „Grafschaft Stiffe“ genannt) gingen 1238 halb und 1296 ganz in das Eigentum der Erzbischöfe von Mainz über. 1464 kam das daraus gebildete Amt Battenberg im Zuge der Mainzer Stiftsfehde als Pfandschaft zur Landgrafschaft Hessen, ehe es nach dem Merlauer Vertrag um 1583 vollständig an Hessen-Marburg abgetreten wurde. Infolge des Erlöschens der Marburger Linie gelangte es 1604 an die Landgrafschaft Hessen-Kassel und 1624 als Teil des sogenannten „Hinterlandes“ an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Von 1821 bis 1832 war die Stadt Sitz der Verwaltung des „Landratsbezirks“ Battenberg, bis dieser 1832 in den neugeschaffenen Kreis Biedenkopf eingegliedert wurde. 1866 wurde Battenberg mit dem gesamten Hinterland von Preußen annektiert. 1932 wurde Battenberg Teil des Landkreises Frankenberg. Im Zuge der hessischen Verwaltungsreform von 1974 wurden die Landkreise Frankenberg und Waldeck zum Landkreis Waldeck-Frankenberg zusammengelegt.

Erwähnenswert ist auch die englische Linie des Battenberger Adelsgeschlechts. Deren Name stammt von der Gräfin Julia Hauke, die eine morganatische Ehe mit Alexander von Hessen-Darmstadt führte, und die den erblichen Titel einer Fürstin von Battenberg erhielt. Der darauf folgende englische Zweig wählte ab 1917 aufgrund der zunehmenden Deutschenfeindlichkeit in der Zeit des Ersten Weltkriegs den übersetzten Namen „Mountbatten“. Er lebt heute in der Linie Mountbatten-Windsor fort, da alle Nachkommen von Königin Elisabeth II. und ihres Gemahls Prinz Philip Mountbatten ihn als Familiennamen führen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 1970 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Berghofen eingegliedert. Am 1. Februar 1971 kamen Dodenau und Laisa hinzu. Frohnhausen und Oberasphe folgten am 1. Januar 1974.[3]

Ausgliederungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1974 wurde der Ortsteil Oberasphe an die Nachbargemeinde Münchhausen abgetreten.[3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Battenberg verfügt über zwei Gewerbegebiete sowie ein Industriegebiet, in dem unter anderem das Eisenwerk Hasenclever & Sohn beheimatet ist. Der wichtigste Arbeitgeber in der näheren Umgebung sind die Viessmann-Werke in der Nachbargemeinde Allendorf.

Verkehr[Bearbeiten]

Sonderzug am 2006 bereits stillgelegten Bahnhof Battenberg (Eder)

Battenberg befindet sich in der Nähe der Kreuzung der Bundesstraßen B 236 und B 253, welche die Stadt mit Frankenberg, Biedenkopf, Wetter und Hallenberg verbinden.

An der 1910 eröffneten Oberen Edertalbahn wurde unterhalb des Ortes im Edertal der Bahnhof Battenberg (Eder) (51° 1′ 19″ N, 8° 38′ 19″ O51.022088.63855) errichtet. Zusätzlich wurde das nördlich gelegene Gewerbegebiet Auhammer mit einem Haltepunkt (51° 1′ 56″ N, 8° 37′ 28″ O51.0321758.624538) erschlossen. Auf der Strecke gibt es noch Güterverkehr zwischen Battenberg und Frankenberg. Im Personenverkehr finden nur noch zu Sonderveranstaltungen Fahrten statt.

Radfernwege[Bearbeiten]

In der Umgebung von Battenberg verlaufen folgende Radwanderwege:

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Bergfried[Bearbeiten]

Mitten in der Stadt liegt der kegelförmige Burgberg. Der restaurierte Bergfried der ehemaligen Kellerburg dient als Aussichtsturm und ist von April bis Oktober für Besucher zugänglich. Er bietet einen guten Ausblick über das gesamte Ederbergland. Reste der Umfassungsmauer und des Wallgrabens aus dem 13. Jahrhundert sind teilweise noch erkennbar.

Der Burgbergstollen[Bearbeiten]

Im Jahr 2000 wurde ein Besucherbergwerk eröffnet. Mit Schutzkleidung und Grubenlampe können die mehr als 150 Jahre alten Stollen und Schächte unter Anleitung erfahrener Führer besichtigt werden. Die Arbeitsbedingungen der Bergleute unter Tage werden anschaulich dargestellt.

Bereits 1839 erhielt Christian Frank aus Hatzfeld die Genehmigung, im Berg nach Braunstein zu schürfen. Um 1850 trieb der Rennertehäuser Kaufmann Benedikt Blumenthal am Hang des Berges einen Stollen in den harten Kieselschiefer, um Braunstein zu fördern. Nach seinem Tod im Jahr 1863 wurden die Bergbaurechte an die Gewerkschaft Burgberg in Siegen vergeben. Ab 1893 wurde das Stollensystem umfangreich erweitert; man setzte Dynamit und zum Abtransport Loren ein. Nach 1900 wurde der Manganerzbergbau eingestellt. Im Zweiten Weltkrieg nutzte man das Stollensystem als Luftschutzbunker.[4]

Bildergalerie[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[5]

Wahl zur Stadtverordnetenversammlung
 %
30
20
10
0
26,0 %
20,7 %
18,1 %
15,0 %
14,6 %
5,6 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+3,1 %p
-3,7 %p
+2,6 %p
-2,1 %p
+0,5 %p
+0,1 %p
-0,5 %p
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 26.0 8 22,9 7 20,6 6
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 20.7 6 24,4 8 25,0 8
BLLFB Bürgerliste der Stadtteile Laisa, Frohnhausen und Berghofen 18.1 6 15,5 5 15,3 5
BLB Bürgerliste Stadt Battenberg 15.0 5 17,1 5 19,8 6
BLD Bürgerliste Dodenau 14.6 4 14,1 4 13,5 4
FDP Freie Demokratische Partei 5.6 2 5,5 2 4,1 1
LuB Liste unabhängiger Bürger in Berghofen - - 0,5 0 1,7 1
Gesamt 100 31 100 31 100 31
Wahlbeteiligung in % 51,8 49,6 55,6

Bürgermeister[Bearbeiten]

Nach drei Legistaturperioden (18 Jahren) verzichtete Heinfried Horsel (parteilos) auf eine Wiederwahl. Als sein Nachfolger wurde Christian Klein, der Sohn des ehemaligen Regierungspräsidenten Lutz Klein, am 25. Mai 2014 im ersten Wahlgang mit 68,9%[6] der abgegebenen Stimmen zum Bürgermeister gewählt und trat das Amt am 1. August 2014 an.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Schild gespalten von Schwarz und Silber.“

Bei dem Wappen der Stadt könnte es sich um eines der ältesten Wappen Hessens handeln. Dies kann deshalb angenommen werden, da sich Battenberg bereits 1291 zur Gänze (ab 1238 zur Hälfte) im Besitz des Erzbistums Mainz befand und die Farbgebung, so man das Wappen erst zu dieser Zeit eingeführt hätte, von den Farben Rot und Weiß geprägt gewesen wäre. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass es noch aus der Zeit der Grafen von Battenberg um das 12. Jahrhundert herum stammt, mithin aus der Urzeit der Wappen, als diese schlichte Identifikationshilfen waren, um aufgrund der aufkommenden Rüstungen Freund und Feind auf dem Schlachtfeld leichter voneinander unterscheiden zu können. Unterstützt wird diese Herleitung durch die Einfachheit der Gestaltung des Battenberger Wappens, da zu jener Zeit noch nicht jede Stadt ein Wappen führte und diese somit in ihrer Entwicklungsgeschichte immer komplizierter werden mussten, um sich noch von den bereits vorhandenen zu unterscheiden.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften mit:[7]

  • TschechienTschechien Horní Jiřetín (Obergeorgenthal), Tschechien, seit 1951
  • NiederlandeNiederlande Loon op Zand, Niederlande, seit 1962
  • FrankreichFrankreich Senonches, Frankreich, seit 1979
  • TschechienTschechien Litvínov (Oberleutensdorf), Tschechien, seit 1982
  • Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Romsey, Vereinigtes Königreich, seit 1987

Patenschaft[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Magnus Backes (Bearb.): Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Hessen. 2. Auflage, Darmstadt 1982, ISBN 3-422-00380-0, S. 66 f.
  • Erich Keyser: Hessisches Städtebuch. Stuttgart 1957, S. 57–59.
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 3. Auflage, Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 140 f., S. 149.
  • Georg Wilhelm Sante: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Band 4: Hessen. 3. Auflage, Stuttgart 1976, ISBN 3-520-27403-5, S. 37 f.
  • Magistrat der Stadt Battenberg (Eder) (Hrsg.): 750 Jahre Battenberg (Eder). Die Bergstadt im Walde. Verlag Wilhelm Bing, Korbach / Bad Wildungen 1984. (ohne ISBN)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Battenberg (Eder) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Battenberg (Eder) – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Naturschutzgebiet Ederknie am Auhammer bei Battenberg: Einer der naturnahsten Flussabschnitte in Hessen. NABU Waldeck-Frankenberg, 2011, abgerufen am 15. Juni 2013.
  3. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 389, 390 und 415.
  4. Burgbergstollen in Battenberg. Stadt Battenberg, abgerufen am 15. Juni 2013.
  5. Wahlergebnis auf hsl.de abgerufen am 10. September 2012
  6. http://daten2.verwaltungsportal.de/dateien/seitengenerator/bgmgesamt.pdf
  7. Städtepartnerschaften. Stadt Battenberg, abgerufen am 15. Juni 2013.