Bernhard M. Baron

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Bernhard M. Baron, Buchmesse Leipzig (2010)

Bernhard Michael Baron (* 12. Mai 1947 in Luhe, Landkreis Neustadt an der Waldnaab, Bayern) ist ein deutscher Kulturmanager und Publizist.

Leben[Bearbeiten]

Baron, Sohn des Polizeibeamten Alfons Baron (1905–1980), ist oberschlesischer Abstammung und Neffe des oberschlesischen Lyrikers und Sozialforschers Gerhart Baron (1904–1978).[1] Er erwarb 1964 die Mittlere Reife an der Lobkowitz-Realschule in Neustadt a. d. Waldnaab und leistete von 1967 bis 1969 Wehrdienst bei der Luftwaffe (Fliegerhorst Landsberg/Lech und Radarstation Freising).

Baron war als Verwaltungsbeamter an den Landratsämtern in Neustadt a. d. Waldnaab, Regensburg und Amberg tätig. Sein späteres Studium an der Bayerischen Beamtenfachhochschule (1973–1976) schloss Baron 1976 als Diplom-Verwaltungswirt (FH) ab. Anschließend war er lange als Leiter des Kultur- und Tourismusbüros in Weiden in der Oberpfalz tätig. Im Jahr 1985 gründete Baron die überregionalen, jeweils thematisch unterschiedlich ausgerichteten Weidener Literaturtage,[2] die er bis 2007 organisierte.

Von 1973 bis 2004 baute er ein privates Autoren- und Rezensions-Archivs der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur mit über 3000 Autoren auf und gab es im März 2004 als Literaturarchiv Bernhard M. Baron[3] an die edition text + kritik (Heinz Ludwig Arnold) für das Kritische Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur (KLG) im Boorberg-Verlag München ab.

Baron war Mitinitiator der Bayerischen Literaturtage (Literaturlandschaften Bayerns),[4] die seit 2004 in zweijährigem Turnus veranstaltet werden. Er ist der Verfasser der Weidener Literaturgeschichte Weiden in der Literaturgeographie (Band 21 der Reihe Weidner heimatkundliche Arbeiten, Verlag K. Knauf, 1992). Seine langjährige Tätigkeit brachte ihm den Spitznamen „Kulturbaron“ ein.[5] Prof. Dr. Hellmuth Karasek, ZDF-Literaturkritiker, bezeichnete Bernhard M. Baron nach seinem Weiden-Aufenthalt (Oktober 1998) als „Oberpfälzer Cicerone“.[6] Seit 1988 ist Baron Beirat der Münchner Literaturzeitschrift Literatur in Bayern. Seit 2012 ist Bernhard M. Baron auch als Autor für das neue „Literaturportal Bayern“[7] tätig. Mitglied der Deutsch-Maltesischen Gesellschaft[8] (Bonn) und des German-Maltese Circle[9](Valletta/Malta). Seit November 2013 „Ehrenmitglied“ im „Oberpfälzer Kunstverein“ (OKV)[10] Weiden i. d. OPf.[11]

Baron ist verheiratet und Vater von drei Söhnen mit vier Enkelkindern. Er lebt seit 2007 abwechselnd auf Malta und in der bayerischen Oberpfalz.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Weiden in der Literaturgeographie. Eine Literaturgeschichte (= Weidner Heimatkundliche Arbeiten Nr. 21), 4. erg. u. akt. Auflage. Verlag K. Knauf, 1992. (2007 Verlag Bodner, Pressath, ISBN 978-3-937117-54-6)
  • mit Karl Bayer und Josef Mörtl: 80 Jahre Sozialdemokratie in Weiden 1897-1977. Ein Beitrag zur Geschichte der bayerischen Arbeiterbewegung. Weiden 1978.
  • mit Karl Bayer: Weiden 1933 – Eine Stadt wird braun. Weiden 1993. (4. Auflage. 2002)
  • Hörbuch (CD): Oberpfälzer Literaturg’schichten. Radio Ramasuri, Weiden, Dezember 2001.
  • Parkstein im Spiegel der Literatur, In: Oberpfälzer Heimat Nr. 51 (2007), ISBN 3-937117-49-0, S. 37-48.
  • „Herz aus Glas“. Eine Litera-Tour entlang der Glasstraße, In: Oberpfälzer Heimat Nr. 52 (2008), ISBN 3-937117-63-6, S. 98-107.
  • Sandra Paretti in Weiden / „Vielleicht bin ich doch eine Weidnerin?“. In: Oberpfälzer Heimat. Nr. 50 (2006), ISBN 3-937117-35-0, S. 71–80.
  • Das Dietrich-Eckart-Ehrenmal auf der Flossenbürg. Von einer fast errichteten NS-Thingstätte in der Oberpfalz. In: Oberpfälzer Heimat. Nr. 54 (2010), ISBN 3-937117-81-4, S. 40–54.
  • Max von der Grün – Einer von uns. Zeit für eine persönliche und literarischen Renaissance. In: Heimat – Landkreis Tirschenreuth. Nr. 22 (2010), ISBN 978-3-939247-04-3, S. 82–90.
  • Die Lehrerin Elly Maldaque Ein Oberpfälzer Frauenschicksal. In: Heimat - Landkreis Tirschenreuth. Nr. 21/2009, S. 43–51, ISBN 3-937117-86-5.
  • Eichendorff in der Oberpfalz. In: Oberpfälzer Heimat., Nr. 55 (2011), ISBN 978-3-939247-03-6, S. 103–116.
  • Erich Loest Ein Werwolf in der Oberpfalz / Eine Reminiszenz. In: Oberpfälzer Heimat. Nr. 56 (2012), ISBN 978-3-939247-19-7, S. 209–224.
  • MALTA in der deutschsprachigen Literatur, in: Germanmaltesecircle/Newsletters[12]
  • Franz Joachim Behnisch (1920 - 1983). Hommage zum 30. Todestag eines humanistischen Schriftstellers. In: Oberpfälzer Heimat. Nr. 57 (2013), ISBN 978-3-939247-29-6, S. 5–16.
  • Erich Ebermayer in Kaibitz. Erinnerung an einen (fast) vergessenen Schriftsteller und Drehbuchautor, in: Oberpfälzer Heimat Bd. 58 (2014), ISBN 978-3-939247-40-1, S. 219-229.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Unterstöger: Zum Beispiel Weiden/OPf. / Die kleinen Schritte des roten Barons, In: Süddeutsche Zeitung. Nr. 43, 21. Februar 1987, S. 16.
  • Adalbert Busl u. a.: Der Kulturbaron. Festgabe für Bernhard M. Baron zum 50. Geburtstag am 12. Mai 1997. München 1997, hrsg. vom Institut für Bayerische Literaturgeschichte der Ludwigs-Maximilians-Universität München i. V. mit der Vereinigung der Freunde Bayerischer Literatur e. V. München.
  • Eberhard Dünninger: Ein Ort der Literatur. Laudatio für Bernhard M. Baron. In: Bayerische Akademie der Schönen Künste (München): Jahrbuch 10. (1996), ISBN 978-3-923657-55-1, S. 335–340.
  • Horst Hanske: Der Kulturbaron aus Weiden. Oberpfälzer archiviert seit 32 Jahren Informationen über deutschsprachige Autoren. In: Süddeutsche Zeitung. Nr. 28 (BN), 2. Februar 2002, S. 60.
  • Friedrich Brandl, 20. Weidener Literaturtage. Ein Gespräch mit dem Gründer und Organisator Bernhard M. Baron, In: lichtung. ostbayerisches magazin, Nr. 3/Juli 2004, Viechtach 2004, S. 16–17.
  • Anastasia Poscharsky-Ziegler: Der Bücher-Baron geht nach Malta. In: Literatur in Bayern. Nr. 88/89, Juni-September 2007, ISSN 0178-6857, S. 78/79.
  • Bundesverdienstkreuz für Bernhard M. Baron. Laudatio. In: Schlesischer Kulturspiegel. Nr. 1/11 (46. Jg.), Stiftung Kulturwerk Schlesien, Würzburg 2011, S. 8, ISSN 1437 – 5095.
  • cf [= Clemens Fütterer], Verdienstkreuz für Bernhard M. Baron, In: Der neue Tag (Weiden i.d.OPf.), Kultur, Nr. 8 vom 12. Januar 2011, S. 33.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bernhard M. Baron – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Baron, Gerhard in der Ostdeutschen Biographie (Kulturportal West-Ost)
  2. Homepage der Weidener-Literaturtage 2007 und früher
  3. Literaturarchiv Bernhard M. Baron
  4. Homepage der Literaturlandschaften Bayerns
  5. Adalbert Busl u. a.: Der Kulturbaron. 1997.
  6. Hellmuth Karasek, „Montagsglosse“, in: Berliner „Tagesspiegel“ vom 9. November 1998.
  7. Homepage Literaturportal Bayern
  8. Homepage Deutsch-Maltesische Gesellschaft
  9. Homepage German-Maltese Circle
  10. Homepage Oberpfälzer Kunstverein
  11. Der neue Tag (Weiden i.d.OPf.) vom Montag, 2.Dezember 2013.
  12. Germanmaltesecircle/Newsletters (PDF; 198 kB)
  13. Oberpfälzer Kulturbund: Bernhard M. Baron
  14. Der neue Tag (Weiden i. d. Opf.) vom Montag, 14. Mai 2007.
  15. Schlesischer Kulturspiegel, 46. Jahrgang, Würzburg 2011, S. 8.