Betafit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bergbau template.svg
Dieser Artikel wurde aufgrund von formalen Mängeln an Gestaltung bzw. Form und/oder inhaltlichen Mängeln auf der Qualitätssicherungsseite des WikiProjekts Minerale eingetragen. Dies geschieht, um die Qualität der Artikel aus dem Themengebiet Mineralogie auf ein akzeptables Niveau zu bringen.
Dabei kann es auch vorkommen, dass Artikel gelöscht werden, die sich nicht signifikant verbessern lassen (siehe dazu auch Wikipedia:Was Wikipedia nicht ist).
Sei mutig und hilf mit, die inhaltlichen Mängel dieses Artikels zu beseitigen.
Betafit
Betafit - Betafo, Madagaskar.jpg
Betafite aus der Typlokalität Betafo, Madagaskar
Chemische Formel

(Ca,U)2(Ti,Nb,Ta)2(O,OH)7

Mineralklasse Oxide, Hydroxide
4.DH.15 (8. Auflage: IV/C.16) nach Strunz
08.02.03.01 nach Dana
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin hexakisoktaedrisch 4/m\ \bar{3}\ 2/m [1]
Farbe gelb, rot, braun, grünlichbraun, braun bis schwarz wenn metamikt
Strichfarbe weiß, grünlichgrau
Mohshärte 3 bis 5,5
Dichte (g/cm3) 3,7 bis 4,9
Glanz Harzglanz, Fettglanz
Transparenz durchscheinend bis undurchsichtig
Spaltbarkeit keine
Bruch muschelig bis uneben
Habitus oktaedrische Kristalle, massige Aggregate
Häufige Kristallflächen (111), (110), (100)
Kristalloptik
Brechungsindex n = 1,91 bis 2,197 [2]
Weitere Eigenschaften
Radioaktivität Stark Radioaktiv

Betafit (auch Blomstrandit, Mendeleyevit oder Samiresit [2]) ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Oxide und Hydroxide. Es kristallisiert im kubischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung (Ca,U)2(Ti,Nb,Ta)2(O,OH)7 [3] und entwickelt meist oktaedrische Kristalle, aber auch massige Mineral-Aggregate und krustige Überzüge von zunächst gelber, roter oder grünlichbrauner Farbe, die sich im Laufe der Zeit durch metamikte Zerstörung in durchgehendes braun bis schwarz ändert.

Besondere Eigenschaften[Bearbeiten]

Betafit ist durch seinen Urangehalt stark radioaktiv mit einer spezifischen Aktivität von etwa 31 kBq/g [1] auf (zum Vergleich: natürliches Kalium 31,2 Bq/g).

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals beschrieben wurde Betafit 1912 von Antoine Lacroix. Er benannte das Mineral nach seiner Typlokalität Betafo auf Madagaskar.

Klassifikation[Bearbeiten]

In der alten Systematik der Minerale nach Strunz (8. Auflage) gehört Betafit noch zur Abteilung der Oxide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : Sauerstoff = 2 : 3.

Nachdem das Mineral zum einen in seiner chemischen Zusammensetzung neu definiert wurde und zum anderen die Strunz'sche Mineralsystematik in der 9. Auflage eine Neuordnung und präzisere Unterteilung erfuhr, findet sich das Mineral jetzt in der Unterabteilung der „Oxide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : Sauerstoff = 1 : 2 und vergleichbare mit großen (± mittelgroßen) Kationen; Lagen kantenverknüpfter Oktaeder“.

Die Systematik der Minerale nach Dana sortiert den Betafit ebenfalls in die Klasse der Oxide und Hydroxide und dort in die Unterabteilung der Mehrfachen Oxide mit Nb, Ta und Ti mit der allgemeinen Formel A2(B2O6)(O,OH,F). Das Mineral ist dort Namensgeber einer Untergruppe der Pyrochlorgruppe.


Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Betafit-Kristall (Oktaederstumpf). Fundort Bancroft, Ontario, Kanada

Betafit bildet sich überwiegend primär in granitischen Pegmatiten und selten auch in Karbonatiten. Begleitminerale sind unter anderem Allanit, Beryll, Biotit, Magnetit, Mikroklin, Quarz, Thorit, Titanit und Zirkon.

Große Kristalle mit bis zu sechs Kilogramm Gewicht finden sich an seiner Typlokalität Betafo auf Madagaskar. Weitere Fundorte auf dieser Insel sind Fianarantsoa, Mahajanga und Toliara. Weltweit trat Betafit bisher (Stand: 2009) an folgenden Fundorten auf:

South Australia (Hot Springs area) in Australien; Minas Gerais in Brasilien; Jiangxi, Liaoning und Sichuan in China; Kropfmühl (Bayern) und die Eifel (Rheinland-Pfalz) in Deutschland; Südfinnland; Kitaa in Grönland; Barima-Waini in Guyana; Neapel, Viterbo, Lombardei und Piemont in Italien; bei Kribi in Kamerun; Bancroft (Ontario) („Silver Crater Mine“ mit Kristallgrößen bis 10 cm) und Québec (Abitibi, Oka) in Kanada; bei Chitipa in Malawi; Oaxaca in Mexiko; Zambezia in Mosambik; Kangwŏn-do in Nordkorea; Aust-Agder und Telemark in Norwegen; Schlesien in Polen; Ostsibirien und Oblast Murmansk in Russland; Mintaqah 'Asir in Saudi-Arabien; Kanton Graubünden in der Schweiz; bei Banská Bystrica in der Slowakei; Südafrika; Alai in Tadschikistan; Böhmen und Mähren in Tschechien; sowie in verschiedenen Regionen der USA.

Auch im Mare Crisium auf dem Mond wurden Mineralproben von Betafit während der Luna-Mission 24 mitgebracht. [4]

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Betafit kristallisiert im kubischen Kristallsystem in der Raumgruppe Fd\bar 3 m mit dem Gitterparameter a = 10,1579 Å [5] sowie 10 Formeleinheiten pro Elementarzelle [1].

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Webmineral - Betafite (englisch)
  2. a b MinDat - Betafite (englisch)
  3. IMA/CNMNC List of Mineralnames (englisch, PDF 1,8 MB, S. 31)
  4. MinDat - Localities for Betafite
  5. American Mineralogist Crystal Structure Database - Betafite (englisch, 1989)

Literatur[Bearbeiten]

  •  Petr Korbel, Milan Novák: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag GmbH, Eggolsheim 2002, ISBN 3-89555-076-0, S. 87.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Betafite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien