Birkenheide

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Ortsgemeinde Birkenheide in Rheinland-Pfalz.
Für den gleichnamigen Berg im Thüringer Wald siehe Birkenheide (Thüringer Wald) sowie für den Weiler siehe Birkenheide (Saalfelder Höhe).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Birkenheide
Birkenheide
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Birkenheide hervorgehoben
49.4794444444448.2586111111111101Koordinaten: 49° 29′ N, 8° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Pfalz-Kreis
Verbandsgemeinde: Maxdorf
Höhe: 101 m ü. NHN
Fläche: 2,93 km²
Einwohner: 3084 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1053 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67134
Vorwahl: 06237
Kfz-Kennzeichen: RP
Gemeindeschlüssel: 07 3 38 003
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 79
67133 Maxdorf
Webpräsenz: www.birkenheide.de
Ortsbürgermeister: Siegmund Hein (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Birkenheide im Rhein-Pfalz-Kreis
Frankenthal (Pfalz) Kreis Bergstraße Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Germersheim Landkreis Karlsruhe Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Ludwigshafen am Rhein Mannheim Rhein-Neckar-Kreis Speyer Worms Altrip Beindersheim Birkenheide Bobenheim-Roxheim Böhl-Iggelheim Dannstadt-Schauernheim Dudenhofen Fußgönheim Großniedesheim Hanhofen Harthausen Heßheim Heuchelheim bei Frankenthal Hochdorf-Assenheim Kleinniedesheim Lambsheim Limburgerhof Maxdorf Mutterstadt Neuhofen (Pfalz) Otterstadt Rödersheim-Gronau Römerberg (Pfalz) Schifferstadt Waldsee (Pfalz)Karte
Über dieses Bild
Dorfgemeinschaftshaus

Birkenheide ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Pfalz-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Maxdorf an.

Geographie[Bearbeiten]

Birkenheide liegt westlich von Ludwigshafen in der Pfalz. Angrenzende Gemeinden – von Norden im Uhrzeigersinn – sind Weisenheim am Sand, Lambsheim, Maxdorf, Fußgönheim, Ellerstadt, Bad Dürkheim und Erpolzheim.

Geschichte[Bearbeiten]

1936 wurde die Großsiedlung Hundertmorgen auf einem Landstrich errichtet, der seit Jahrhunderten zwischen Lambsheim und Weisenheim am Sand umstritten war. Er gehörte einmal zu dem untergegangenen Dorf Eyersheim. Von der Deutschen Arbeitsfront wurde eine Siedlung für 528 Personen angelegt, die zunächst von Weisenheim aus verwaltet wurde. Die ersten Häuser befanden sich östlich des 1952 angelegten Friedhofs im Norden der jetzigen Gemeinde. 1939 wurde durch die Bebauung des heutigen Ortskerns mit größer angelegten Ein- und Zweifamilienhäusern die Siedlung erweitert. 1946 war die Einwohnerzahl auf etwa 1200 angewachsen, vor allem durch Zuwanderer und Flüchtlinge, die in Behelfswohnheimen im Nordosten des Ortes untergebracht waren. Immer noch fehlten aber jegliche öffentliche Einrichtungen, man bezeichnete die Siedlung als das „vergessene Dorf“.

Am 1. Oktober 1952 wurde aus der Siedlung die selbständige Gemeinde Birkenheide. Erste Bürgermeisterin war Albertine Scherer. Es entstanden sehr bald eine eigene Volksschule, Kindergärten, Feuerwehrhaus und sonstige kommunale Einrichtungen. Die Behelfswohnheime wurden 1964–70 durch Wohnblocks und Reihenhäuser ersetzt.

1970 schloss Birkenheide mit Ludwigshafen einen Eingemeindungsvertrag, der allerdings von Maxdorf und der rheinland-pfälzischen Landesregierung abgelehnt wurde. Eine Klage blieb erfolglos.[2] 1983 wurde das Dorfgemeinschaftshaus erbaut.

Religion[Bearbeiten]

Die 1951 erbaute protestantische Pfarrkirche entstammte einem Notkirchenprogramm der Nachkriegszeit von Otto Bartning. Als eine der wenigen der etwa 50 erbauten Kirchen ist diese noch relativ unverändert erhalten geblieben und steht deshalb unter Denkmalschutz. Die Atmosphäre des Kirchenraums wird durch die Holzbauweise und den als Fensterfront ausgeführten Giebel geprägt. Der Altar befindet sich in einem verschließbaren Wandschrank, dadurch kann die Kirche auch für profane Zwecke genutzt werden.

Die erste katholische Kirche wurde 1968 aus Holz erbaut, musste aber wegen Baufälligkeit 1995 durch die neue Pfarrkirche St. Josef der Arbeiter in Birkenheide ersetzt werden. Der Backsteinbau beinhaltet Versammlungs- und Jugendräume.

2008 waren 38,4 Prozent der Einwohner evangelisch und 30,7 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Birkenheide besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU FDP FWG Gesamt
2014 8 9 3 20
2009 9 11 20
2004 7 12 1 20

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Von Schwarz und Gold geteilt, oben drei silberne Birkenbäume, unten ein rotes Mühlrad“.

Es wurde 1979 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt. Die Birken verweisen redend auf den Ortsnamen und das Mühlrad erinnert an die Eyersheimer Mühle, die früher auf der heutigen Gemarkung bestand. Die Farben Schwarz und Gold verweisen auf die Kurpfalz, Gold und Rot auf Weisenheim am Sand.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Naturdenkmal Silbergrasflur
Katholische Kirche
Schule

Natur- und Kulturdenkmäler[Bearbeiten]

Das 1987 ausgewiesene Naturdenkmal Silbergrasflur ist ein südlich der Ortslage gelegener Sandmagerrasen, der Lebensraum für spezialisierte Insekten- und Pflanzenarten wie die Kreiselwespe und die Dünenameisenjungfer ist.

Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Birkenheide

Zoo[Bearbeiten]

Der Tierpark Birkenheide wurde 1964 eröffnet und hält rund 50 Tierarten.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Zu Beginn jeden Jahres veranstaltet der Karnevalsclub “Die Kraniche” zwei Prunksitzungen im Dorfgemeinschaftshaus in Birkenheide.
  • Alle zwei Jahre wird im Sommer das Dorffest auf dem neugestalteten Dorfplatz veranstaltet. Die Bewirtung und die Gestaltung des Rahmenprogramms werden von den vielen Birkenheidener Vereinen unterstützt. Im Wechsel hierzu findet auch alle zwei Jahre die Veranstaltung „Birkenheide musiziert“ statt, an der u.a. der Volkschor Birkenheide, die fidelen Kraniche und der Musikzug Birkenheide teilnehmen.
  • Im August jeden Jahres wird in der Gemeinde Kerwe gefeiert.
  • Am Wochenende vor dem 1. Advent veranstaltet der Heimat- und Kulturverein einen Weihnachtsmarkt mit vielen Ausstellern aus der Umgebung.
  • Anfang der Sommerferien veranstaltet der Musikzug Birkenheide ein Musikfest mit Vereinen aus der Umgebung.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Südlich von Birkenheide verläuft die Bundesautobahn 650 (Bad Dürkheim–Ludwigshafen). In die umliegenden Orte führen Busverbindungen. In Maxdorf, Fußgönheim und Ellerstadt sind Haltestellen der Stadtbahnlinie Bad Dürkheim–Ludwigshafen (ehemals Rhein-Haardtbahn). Birkenheide gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.

Bildung[Bearbeiten]

In Birkenheide gibt es zwei Kindergärten bzw. -tagesstätten und eine Grundschule mit Bücherei.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Birkenheide – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Stadtarchiv der Stadt Ludwigshafen am Rhein (Hg.): Geschichte der Stadt Ludwigshafen am Rhein: Bd. 2., Vom Ende des Ersten Weltkrieges bis zur Gegenwart. Ludwigshafen am Rhein 2003, ISBN 3-924667-35-7, S. 770
  3. KommWis, Stand: 30. November 2008
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3