Bisingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bisingen
Bisingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bisingen hervorgehoben
48.3119444444448.9177777777778561Koordinaten: 48° 19′ N, 8° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Zollernalbkreis
Höhe: 561 m ü. NHN
Fläche: 32,84 km²
Einwohner: 9193 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 280 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 72406,
72379 (Burg Hohenzollern)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 07476, 07471 (Zimmern)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: BL, HCH
Gemeindeschlüssel: 08 4 17 008
Gemeindegliederung: Kerngemeinde und 4 Teilorte
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Heidelbergstraße 9
72406 Bisingen
Webpräsenz: www.gemeinde-bisingen.de
Bürgermeister: Roman Waizenegger (unabhängig, CDU-Mitglied)
Lage der Gemeinde Bisingen im Zollernalbkreis
Landkreis Sigmaringen Landkreis Tuttlingen Landkreis Rottweil Landkreis Freudenstadt Landkreis Tübingen Landkreis Reutlingen Albstadt Balingen Bisingen Bitz Burladingen Dautmergen Dormettingen Dotternhausen Geislingen (Zollernalbkreis) Grosselfingen Haigerloch Hausen am Tann Hechingen Jungingen Meßstetten Nusplingen Obernheim Rangendingen Ratshausen Rosenfeld Schömberg (Zollernalbkreis) Straßberg (Zollernalbkreis) Weilen unter den Rinnen Winterlingen Zimmern unter der BurgKarte
Über dieses Bild
Bisingen von der Burg Hohenzollern aus gesehen, im Vordergrund Zimmern

Bisingen ist eine Gemeinde im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg, etwa 65 Kilometer südlich der Landeshauptstadt Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Bisingen liegt am Nordrand der Schwäbischen Alb, am Fuße des Albtraufs zwischen dem Hohenzollern und dem Hundsrücken.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Bisingen. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören alle zum Zollernalbkreis:

Hechingen, Albstadt, Balingen und Grosselfingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Bisingen besteht aus den früheren Gemeinden und heutigen Ortsteilen Bisingen, Thanheim, Wessingen und Zimmern. Zum Ortsteil Bisingen gehören die Dörfer Bisingen und Steinhofen. Zum Ortsteil Thanheim gehört das Dorf Thanheim. Zum Ortsteil Wessingen gehören das Dorf Wessingen und das Haus Bahnhof Zollern. Zum Ortsteil Zimmern gehören das Dorf Zimmern und die Burg Hohenzollern. Die Ortsteile Thanheim, Wessingen und Zimmern sind Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als deren Vorsitzender.

Im Gemeindegebiet liegen die abgegangenen, heute nicht mehr bestehenden Ortschaften Hofen (Ortsteil Bisingen) und Weiler im Ortsteil Zimmern. Weiler wurde 1328 als Wiler hinter Zollern erwähnt und ist im 15. Jahrhundert abgegangen. Der Ort war vermutlich Filial der Pfarrei Zell.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Bisingen zählt zu den ältesten Siedlungen der Region. Das belegen zahlreiche Funde aus der jüngeren Steinzeit, der Bronzezeit, der früheren Eisenzeit und La-Tène-Zeit. Die Gründung von Bisingen und Wessingen wird den Alemannen um 300 n. Chr., die Gründung von Steinhofen, Thanheim und Zimmern den Franken um 500 n. Chr. zugeschrieben. Die erste urkundliche Erwähnung von Bisingen und Wessingen stammt aus dem Jahre 786: der fränkische Graf Gerold schenkt Güter aus Pisingun (Bisingen) und Uassingun (Wessingen) an das Kloster St. Gallen. In dem Rittergeschlecht der Walger, Lehensleute der Grafen von Hohenzollern, hatte Bisingen einen eigenen Ortsadel mit dem Burgsitz Ror auf einem Vorberg des Hundsrücken. Noch heute erinnert die Ruine Schlößle an das Geschlecht der Walger und seine Bedeutung für die Geschichte des Dorfes.[3]

Von 1944 bis gegen Kriegsende befanden sich im Konzentrationslager Bisingen insgesamt 4163 Häftlinge, von denen in diesem Zeitraum mindestens 1187 ihr Leben ließen.[4]

Bei einem Luftangriff der US-Airforce (USAAF) starben 24 Menschen, Ziel waren die im Ortskern gelegenen Bahnanlagen, die wie weitere über 150 Gebäude zerstört wurden.[5]

Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden am 1. März 1972 die beiden Gemeinden Wessingen und Zimmern eingemeindet. Die Eingemeindung von Thanheim erfolgte am 1. Januar 1974.

Wappen der Ortsteile

Politik[Bearbeiten]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Bisingen hat eine Partnerschaft mit der österreichischen Marktgemeinde Lenzing im Salzkammergut. Seit dem Jahr 1999 bestehen auch freundschaftliche Kontakte zur Gemeinde Semeljci im Nordosten Kroatiens.

Raumplanung[Bearbeiten]

Bisingen gehört zusammen mit Burladingen, Haigerloch, Rangendingen, Grosselfingen und Jungingen als Teil der Raumordnungs- und Planungsregion Neckar-Alb zum Mittelbereich Hechingen. Die Stadt Hechingen erfüllt darüber hinaus für die Gemeinde die Funktion eines Unterzentrums. Der Ort ist im Regionalplan als Kleinzentrum mit Verflechtungsgebiet Grosselfingen und Bisingen ausgewiesen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Burg Hohenzollern
  • Burg Hohenzollern
  • Hohenzollernhalle: Die Hohenzollernhalle befindet sich im Ortskern. In ihr befinden sich zwei Säle und die Gemeindebücherei. In den Sälen finden regelmäßig Veranstaltungen statt. Im Foyer befinden sich Bilderausstellungen.
  • Kreisverkehr Ortsmitte: In der Mitte des Kreisverkehrs befindet sich ein Brunnen. Von ihm aus führen Bilder, die einen Flussverlauf oder ähnliches darstellen sollen zur Straße hin. Zwischen den Bildern stehen Steinsäulen und Teile mit Bepflanzungen.

Bei Bisingen befindet sich im Gebiet „Schlössleswald“ die Burgruine Ror.

Museen[Bearbeiten]

Im Heimatmuseum Bisingen dokumentieren eine Ausstellung und ein Geschichtslehrpfad die Geschichte des Konzentrationslagers Bisingen, das mit über 4000 Häftlingen zu einem der größten Lager in der Region gehörte. Fast 1200 Männer, darunter zahlreiche Juden, starben hier an Hunger, Entkräftung, Zwangsarbeit und Misshandlungen. Es gibt auch ein Gedenk- und Mahnkreuz mit einer Plastik des Bildhauers Ugge Bärtle am ehemaligen Standort des Friedhofes westlich der Bundesstraße 27. Zudem erinnert im ehemaligen Schiefersteinbruch im „Kuhloch“ ein Gedenkstein an die umgekommenen Zwangsarbeiter.[6]

Sport[Bearbeiten]

Bisingen hat mehrere Sportvereine. Die Fußballvereine FV Bisingen und FC48 Steinhofen spielen in der Bezirksliga Zollern. Außerdem gibt es noch einen Schützenverein, den Turn- und Sportverein, die DLRG Ortsgruppe, einen Hundesport-, einen Tennis-, einen Schach- und einen Bogenschützenverein.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Ansässig sind unter anderem die Friedrich Bosch Medizintechnik GmbH & Co. KG, ein Hersteller von Medizintechnik-Produkten und die Kress Elektrowerkzeuge GmbH & Co. KG, ein Hersteller von Elektrowerkzeugen.

Verkehr[Bearbeiten]

Bisingen liegt an der hier autobahnähnlich ausgebauten Bundesstraße 27. Diese verbindet den Ort mit Rottweil und Tübingen. Von Bisingen führt die L 360 nach Onstmettingen auf die Albhochfläche. Bisingen ist aktueller Regionalbahn-Haltepunkt auf der Zollernalbbahn. Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 332.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist Trägerin eines Schulzentrums mit Real-, Haupt- und Grundschule; unweit diesem befindet sich die Ortsbücherei. Im Ortsteil Wessingen befindet sich ein Waldorfkindergarten. In der Kerngemeinde befindet sich die Astrid-Lindgren-Förderschule.

Wasserversorgung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Bisingen erhält ihr Trinkwasser vom Zweckverband Wasserversorgung Hohenzollern und vom Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Willi Fischer (1943–2008), geboren im Ortsteil Steinhofen, Politiker (Freie Wähler), von 1991 bis 2007 Landrat des Zollernalbkreises

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4, S. 206–208.
  3. www.gemeinde-bisingen.de
  4. Dokumentation KZ Bisingen
  5. Jörg Wahl: Gedenken an Bisinger Bombenopfer. In: Schwarzwälder Bote. Nr. 43, 2010, Absch. Hechingen/Bisingen.
  6. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd. I, Bonn 1995, S. 26, ISBN 3-89331-208-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bisingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien