Nusplingen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für den Ortsteil der Gemeinde Stetten am kalten Markt siehe Nusplingen (Stetten am kalten Markt)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Nusplingen
Nusplingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Nusplingen hervorgehoben
48.1327777777788.89723Koordinaten: 48° 8′ N, 8° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Zollernalbkreis
Höhe: 723 m ü. NN
Fläche: 20,75 km²
Einwohner:

1787 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72362
Vorwahl: 07429
Kfz-Kennzeichen: BL, HCHVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Leerzeichen
Gemeindeschlüssel: 08 4 17 045
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 8
72362 Nusplingen
Webpräsenz: www.nusplingen.de
Bürgermeister: Alfons Kühlwein
Lage der Gemeinde Nusplingen im Zollernalbkreis
Landkreis Sigmaringen Landkreis Tuttlingen Landkreis Rottweil Landkreis Freudenstadt Landkreis Tübingen Landkreis Reutlingen Albstadt Balingen Bisingen Bitz Burladingen Dautmergen Dormettingen Dotternhausen Geislingen (Zollernalbkreis) Grosselfingen Haigerloch Hausen am Tann Hechingen Jungingen Meßstetten Nusplingen Obernheim Rangendingen Ratshausen Rosenfeld Schömberg (Zollernalbkreis) Straßberg (Zollernalbkreis) Weilen unter den Rinnen Winterlingen Zimmern unter der BurgKarte
Über dieses Bild

Nusplingen ist eine Gemeinde im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg, Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geographie [Bearbeiten]

Nusplingen liegt auf dem Heuberg, dem südwestlichen Teil der Schwäbischen Alb im Tal der Bära. Die Gemarkung ist Bestandteil des Naturparks Obere Donau.

Gemeindegliederung [Bearbeiten]

Zur Gemeinde Nusplingen gehören das Dorf Nusplingen, die Weiler Dietstaig, Harthöfe und Heidenstadt und die Häuser Heckental und Steighaus.

Im Gemeindegebiet liegen die Wüstungen Beuren, Dellerhofen, Dietstaig und Pettenweiler. Beuren lag bei Heckental und wurde 1581 bereits als Flurname erstmals erwähnt. Dellerhofen lag bei Heidenstadt und wurde 1461 als Flurname genannt. Dietstaig war eine mittelalterliche Siedlung, die bereits vor 1390 abgegangen ist. An ihrer Stelle wurde 1826 der heutige Weiler Dietstaig gegründet. Pettenweiler wurde 735 als Pettinwilare erstmals erwähnt und war im 14. Jahrhundert ein Hof des Klosters St. Gallen und ebenfalls im 14. Jahrhundert hohenbergisches Lehen.[2]

Geologie [Bearbeiten]

Nusplinger Plattenkalk [Bearbeiten]

Vor etwa 150 Millionen Jahren befand sich im tropischen Jurameer im heutigen Gebiet oberhalb von Nusplingen eine tiefe Lagune, in der sich Schicht für Schicht feinster Kalkschlamm abgelagert hat, der so genannte Nusplinger Plattenkalk. Dieses dünnplattige Gestein hat eine große Anzahl von Fossilien konserviert, wie Ammoniten, Flugsaurier, Meereskrokodile und Fische.

Seit 1993 gräbt das Stuttgarter Naturkundemuseum im Nusplinger Plattenkalk. Herausragende Funde dieser Grabung sind zahlreiche Exemplare von rochenartigen Haifischen, den sogenannten Meerengeln. Zu den häufigeren Fossilien im Nusplinger Plattenkalk gehören bis zu 25 cm lange Garnelen. Besonders zahlreich sind Funde von Ammoniten, die teilweise bestens erhalten sind, bei manchen Exemplaren ist sogar noch der Mageninhalt zu erkennen. Unter den Landtieren sind Funde von Insekten besonders bemerkenswert, darunter eine in organischer Substanz erhaltene Riesenlibelle mit einer Flügelspannweite von über 15 cm. Unter den zahlreichen Fischfunden sind neben den Meerengeln besonders die Funde von Quastenflossern auffällig. Bis jetzt wurden mehr als 7000 Einzelfunde geborgen.

Die Grabungen des Stuttgarter Naturkundemuseums werden auch noch in den kommenden Jahren fortgeführt. Besichtigungen im Grabungsschutzgebiet „Nusplinger Plattenkalk“ auf dem Westerberg - siehe Hinweistafel „Geol. Steinbruch“ - sind jederzeit möglich, es ist allerdings verboten, selbst nach Fossilien zu graben.

Über die Besonderheit und Geschichte des Nusplinger Plattenkalks und der verwandten Kuppenalb informiert ein eingerichteter geologischer Lehrpfad.

Politik [Bearbeiten]

Bürgermeister [Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Derzeitiger Amtsinhaber ist Alfons Kühlwein, der nach einer ersten, 1992 begonnenen Amtszeit in den Jahren 2000 und 2008 im Amt bestätigt wurde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Bauwerke [Bearbeiten]

St. Peter und Paul

Alte Friedhofskirche Sankt Peter und Paul [Bearbeiten]

Die Alte Friedhofskirche ist St. Peter und Paul geweiht und geht auf eine karolingische Gründung um das Jahr 800 zurück. Archäologische Grabungen legten Fundamente frei, die von einem Profanbau stammen dürften, aber auch Reste eines Kirchenraumes mit Gräbern kamen zum Vorschein. Das lässt darauf schließen, dass es sich hier um einen Adelssitz mit eigener Kirche handelt. Der heutige Kirchenbau entstand um 1000. Die Westerweiterung und der dreistöckige Chorturm ist auf das Jahr 1250 zu datieren und ist somit noch der Romanik zuzuordnen. Um 1380 wurde der Chor und das Kirchenschiff umgebaut, gotische Stilelemente hielten Einzug. Aus dieser Zeit stammen die wertvollen Kalkmalereien, die 1972-1975 freigelegt wurden. Der Turm wurde in späterer Zeit aufgestockt und in seine heutige Form gebracht. Eine bauliche Besonderheit der Kirche ist das mittelalterliche Hagioskop, eine so genannte Lepraspalte. Des Weiteren hat sie wertvolle Holzplastiken der Ulmer Schule, Fresken aus Renaissance und eine barocke Kassettendecke.

Sport [Bearbeiten]

Nusplingen verfügt für Wintersportler über präparierte Loipen sowie einen 250 Meter langen Skilift auf dem Hart. Der Höhenunterschied beträgt 50 Meter.[3] Die Gemeinden Bärenthal, Irndorf, Nusplingen und Schwenningen schufen im Jahr 2011 ein gemeinsames Loipennetz für den Skilanglauf. Nachdem der Anschluss der neu geschaffenen Loipe auf Gnadenweiler an das Indorfer Loipennetz geschaffen werden konnte, entstand nunmehr durch den Zusammenschluss mit dem bestehenden Nusplinger und Schwenniger Loipen durch das Irndorfer Hardt ein großflächiges Loipengebiet.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Verkehr [Bearbeiten]

Beim Bau der Heubergbahn war Nusplingen als Endhaltpunkt vorgesehen. Allerdings wurde die Strecke 1928 nur bis zum sieben Kilometer von Nusplingen entfernten Reichenbach am Heuberg realisiert und bereits 1966 wieder stillgelegt.

Der Öffentliche Nahverkehr wird heute durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 335.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2011 (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 235–236
  3. Karl-Heinz Fahlbusch: Winterspaß im Landkreis. Loipen sind gespurt. In: Südkurier vom 9. Januar 2009
  4. Gemeinsame Loipe geschaffen. In: Südkurier vom 5. Januar 2011

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Nusplingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien