Interregio-Express

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Das IRE-Netz (rot), Stand 2014
Interregio-Express auf der Schwarzwaldbahn im Bahnhof Singen (Hohentwiel)

Der Interregio-Express, abgekürzt IRE, ist eine Zuggattung der DB Regio, welche nur in einigen deutschen Bundesländern angeboten wird. Der IRE ist ein Zug des Schienenpersonennahverkehrs und wurde zum Sommerfahrplan 2001 neu eingeführt. Grund für diese Maßnahme war damals die zunehmende Abschaffung von Interregio-Linien durch DB Fernverkehr. Als Ersatz bestellten daraufhin einige Bundesländer auf den betreffenden Strecken IRE-Züge, die aus Regionalisierungsmitteln finanziert werden. Darüber hinaus wurde der IRE aber gleichzeitig auch auf Strecken bestellt, auf welchen vorher nie ein Interregio verkehrte (z. B. auf den Relationen Stuttgart – Tübingen – Aulendorf und Ulm – Aalen).

Daneben bezeichnet DB Regio auch eigenwirtschaftlich betriebene Züge des Schienenpersonennahverkehrs als IRE: Von 2010 bis 2012 wurde der Magdeburg-Berlin-Express, eine Direktverbindung zwischen Berlin und Magdeburg, angeboten; seit dem 14. April 2014 fahren IRE auf der Strecke zwischen Berlin und Hamburg (über Stendal und Uelzen).

Im Gegensatz zu den früheren Interregio-Zügen können die IRE-Züge auch mit allen Nahverkehrsfahrscheinen der Produktgruppe C im Preissystem der Deutschen Bahn sowie mit Fahrscheinen der Verkehrsverbünde benutzt werden. Dies führte jedoch insbesondere in der Anfangszeit zu Irritationen unter den Reisenden, denen häufig noch nicht bekannt war, dass sie diese Züge mit Nahverkehrsfahrscheinen benutzen dürfen. Des Weiteren wurde die neue Zuggattung anfangs auch fälschlich als „Interregional-Express“ oder ironisch als „Interregio-Ersatz“ bezeichnet. Mittlerweile hat sich der Name Interregio-Express jedoch etabliert.

Zwischen Ulm Hbf und Basel Bad Bf verkehren zusätzliche zu den regulären IRE-Zügen sogenannte IRE-Sprinter, die noch seltener halten als die gewöhnlichen IREs.[1] Hierbei handelt es sich jedoch nicht um eine offizielle Zuggattung im Sinne der Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn AG.

Einsatzstrecken[Bearbeiten]

Baden-Württemberg[Bearbeiten]

Grenzüberschreitend auch nach Bayern, in die Schweiz und nach Frankreich:

Verlauf Strecke Bemerkungen
StuttgartPlochingenGöppingenUlmBiberach (Riß)AulendorfFriedrichshafen StadtLindau Filstalbahn, Südbahn, Bodenseegürtelbahn
Stuttgart – ReutlingenTübingenBalingenSigmaringenBad Saulgau – Aulendorf (– Ulm) Filstalbahn, Bahnstrecke Plochingen–Tübingen, Bahnstrecke Tübingen–Sigmaringen, Donautalbahn, Bahnstrecke Herbertingen–Aulendorf, Südbahn
KarlsruhePforzheimMühlackerVaihingen (Enz) – Stuttgart Bahnstrecke Karlsruhe–Mühlacker, Westbahn, SFS Mannheim–Stuttgart
Karlsruhe – OffenburgVillingen (Schwarzw.)Donaueschingen – Singen – Konstanz Rheintalbahn, KBS 720, Schwarzwaldbahn, Hochrheinbahn
Ulm – Biberach (Riß) – Ravensburg – Friedrichshafen – SingenSchaffhausen (CH) – Waldshut-Tiengen – Bad SäckingenBasel (CH) Südbahn, Bodenseegürtelbahn, Bahnstrecke Radolfzell–Mengen, KBS 730, Hochrheinbahn
Ulm – Heidenheim – Aalen Brenzbahn
Ulm – Ehingen (Donau) – Sigmaringen – Tuttlingen – Donaueschingen – Neustadt (Schwarzwald) KBS 755, Donautalbahn
Stuttgart – SchorndorfSchwäbisch GmündAalen Filstalbahn, KBS 786, Remsbahn nur ein Zugpaar in der HVZ
Stuttgart – Heilbronn – Bad Friedrichshall-Jagstfeld – Osterburken Frankenbahn nur ein Zugpaar in der HVZ
Stuttgart – Backnang – Schwäbisch Hall-Hessental – Crailsheim nur ein Zugpaar in der HVZ
Triberg – Villingen – Rottweil – Sigmaringen – Ulm Hbf nur ein Zugpaar in der HVZ
Freiburg – Müllheim (Baden) – Mulhouse-Ville Rheintalbahn, Bahnstrecke Müllheim–Mulhouse zwei Zugpaare samstags, sonntags und feiertags; ein Zugpaar Montag–Freitag.

Berlin / Sachsen-Anhalt / Niedersachsen / Hamburg[Bearbeiten]

Logo IRE Berlin–Hamburg
Verlauf Strecke Bemerkungen
BerlinStendalSalzwedelUelzenLüneburgHamburg Berlin-Lehrter Eisenbahn, Bahnstrecke Stendal–Uelzen, Bahnstrecke Hannover–Hamburg zwei Zugpaare freitags; ein Zugpaar Samstag–Donnerstag.

Vorübergehende Einsatzstrecken[Bearbeiten]

Rheinland-Pfalz / Saarland[Bearbeiten]

Zwischenzeitlich fuhren auch auf der Strecke SaarbrückenKaiserslauternLudwigshafenMannheim ein Jahr lang IRE-Züge mit ehemaligen IR-Wagen, die heute als gewöhnlicher Regional-Express verkehren. In Hessen bestanden im Jahr 2001 Differenzen zwischen der DB AG, die unter anderem die Linien Frankfurt – Gießen – Kassel und Frankfurt – Gießen – Siegen als Interregio-Express bezeichnete, und dem RMV, der sich beharrlich weigerte, diesen neuen Produktnamen anzuwenden und auch heute noch das entfallene Produkt StadtExpress bestellt. Ferner wurden in einigen Bundesländern mit der Einführung des Interregio-Express vormalige RE-Linien in IRE-Linien umgewandelt. Allerdings war der Unterschied zwischen IRE und RE kaum zu erkennen, während RE und RB durch deutlich unterschiedliche Haltefrequenz oftmals einfach zu unterscheiden sind. Die Umbenennungen von RE in IRE wurden inzwischen allesamt rückgängig gemacht.

Berlin / Sachsen-Anhalt (ohne Halt in Brandenburg)[Bearbeiten]

Von Dezember 2010 bis Dezember 2012 verkehrte die IRE-Linie 25 (Magdeburg-Berlin-Express) von Montag bis Freitag mit jeweils zwei Zugpaaren zwischen Magdeburg und Berlin. Bei dieser am 12. Dezember 2010 auf den Namen Kaiser Otto der Große getauften IRE-Linie handelte es sich ebenfalls um ein eigenwirtschaftliches Angebot von DB Regio Südost. Züge dieser Relation durchquerten zwar das Bundesland Brandenburg, verkehrten jedoch zwischen Magdeburg und Berlin ohne Zwischenstopp. Der IRE hatte weniger Zwischenhalte als der IC auf derselben Relation (jener hält auch in Brandenburg Hauptbahnhof; die Halte Potsdam Hauptbahnhof und Berlin-Wannsee entfielen baustellenbedingt vom 11. Dezember 2011 bis zum 8. Dezember 2012) und war zwischen den beiden Hauptbahnhöfen zwei bis elf Minuten schneller als der IC, welcher Berlin und Magdeburg mit einem Zugpaar verbindet. (Dabei ermöglichte der IC einen Aufenthalt von 8:00 Stunden in Magdeburg, der IRE, von 12. Dezember 2011 bis 8. Dezember 2012, von max. 10:01 Stunden in Berlin tagsüber). „Zum 10. Dezember 2012“ wurde diese Verbindung wegen zu geringer Auslastung eingestellt.[2]

Die Garnituren des IRE 25 wurden aus einer Lokomotive der Baureihe 112 und drei neuen Doppelstockwagen gebildet. Dabei stellte der IRE 25, nach Beschreibung in der Kundenzeitung mobil im März 2011, einen Prototyp für die ab 2013 zum Einsatz vorgesehenen Doppelstock-Intercity dar, es gab ein gastronomisches Angebot am Platz, Gepäckracks in den Wagen, Teppichboden und Ledersitze in der 1. Klasse sowie Steckdosen an fast allen Sitzen.[3][4]

Bayern / Sachsen[Bearbeiten]

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2006 wurden die Züge des Mittelsachsen-Vogtland-Express Hof–Dresden in eine Regional-Express-Linie umgewandelt. Die Bezeichnung IRE wurde seither für den Franken-Sachsen-Express Nürnberg–Dresden verwendet, der die bisherigen Intercitys ersetzte. Im Gegensatz zu vielen anderen IRE-Linien war der Franken-Sachsen-Express nicht von den SPNV-Aufgabenträgern bezuschusst, sondern ein eigenwirtschaftliches Angebot von DB Fernverkehr. Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2013 wurde diese Linie aufgelöst. Die Fahrten werden nun unter Verantwortung der SPNV-Aufgabenträger als RE gefahren.

Fahrzeuge im Regelbetrieb[Bearbeiten]

Interregio-Express mit Baureihe 146 und Doppelstockwagen in Stuttgart Hbf

Im baden-württembergischen IRE-Verkehr kommen verschiedene Fahrzeuge zum Einsatz, darunter dieselbetriebene Neigezüge des Types Baureihe 611 und DB-Baureihe 641. Doppelstockwagen verschiedener Generationen sowie lokbespannte Züge mit n-Wagen. In früheren Jahren konnten außerdem auch y-Wagen (auf der Strecke Stuttgart – Tübingen) sowie Triebwagen der Baureihe 650 (Regio-Shuttle, in diesem Fall wurde keine 1. Klasse angeboten) im Einsatz als IRE beobachtet werden. Des Weiteren kamen bis Frühjahr 2006 auf der Strecke KarlsruhePforzheimStuttgart auch mit der Baureihe 112 bespannte alte Interregio-Wagen in der klassischen blauen Farbgebung als IRE zum Einsatz, durch die Ablieferung neuer Doppelstockwagen und Lokomotiven der Baureihe 146 gehört diese Zugbildung mittlerweile jedoch der Vergangenheit an.

Im Interregio-Express Berlin – Hamburg kommen ehemalige Interregio-Wagen der 2. Klasse zum Einsatz, Plätze der 1. Klasse werden nicht angeboten. Die verkehrsrot lackierten Wagen wurden im Fahrgastraum leicht modernisiert, unter anderem haben die Armlehnen eine Holzauflage anstelle von Schaumstoff erhalten.

Beim Franken-Sachsen-Express wurden dieselbetriebene Neigezüge der Baureihe 612 eingesetzt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Unsere Südbahn - schnell, direkt und 6x täglich
  2. Magdeburg-Berlin-Express wird nach zweijähriger Probezeit zum Jahresende eingestellt. NASA GmbH, abgerufen am 5. Februar 2014.
  3.  Aufgestockt. In: mobil. März 2011, ISSN 0949-586X, S. 54–55.
  4.  Das neue Kraftpaket für Sachsen-Anhalt. In: auf Achse. Februar 2011, S. 4–7 (PDF-Datei; 1,6 MB, abgerufen am 5. Februar 2014).