Bitlis

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Dieser Artikel behandelt die türkische Stadt, für die gleichnamige Provinz siehe Bitlis (Provinz).

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Bitlis
Wappen von Bitlis
Bitlis (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Bitlis
Koordinaten: 38° 24′ N, 42° 6′ O38.442.1083333333331500Koordinaten: 38° 24′ 0″ N, 42° 6′ 30″ O
Höhe: 1500 m
Einwohner: 47.008[1] (2013)
Telefonvorwahl: (+90) 434
Postleitzahl: 13 000
Kfz-Kennzeichen: 13
Struktur und Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeister: Fehmi Alaydın (AKP)
Webpräsenz:
Landkreis Bitlis
Einwohner: 66.095[1] (2013)
Fläche: 1.128 km²
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km²
Bitlis

Bitlis (armenisch Բաղեշ Bagesh oder Բիթլիս Bidlis, aramäisch ܒܝܬ ܕܠܝܣ‎ Beṯ Dlis) ist eine türkische Stadt in Anatolien. Sie ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Bitlis. Die KFZ-Kennzeichen der Stadt und der Provinz beginnen mit der Ziffer 13. Die Bevölkerung der Stadt betrug im Jahr 2013 47.008. Zusammen mit den restlichen Dörfern im Landkreis Bitlis beträgt die Einwohnerzahl 66.095.

Geografie[Bearbeiten]

Bitlis liegt am gleichnamigen Fluss auf rund 1500 Metern Höhe und 25 Kilometer vom Vansee entfernt. Das enge Flusstal bildet die einzige Verbindung durch das Taurusgebirge zwischen dem Vanbecken und der Ebene von Diyarbakır. Daher hat diese Route eine große Bedeutung für den Handel und die Herrscher von Bitlis konnten von den Händlern Zoll erheben.

Bevölkerung[Bearbeiten]

1814 lebten etwa 12.000 Menschen in Bitlis; eine Hälfte war muslimisch, die andere Hälfte stellten christliche Armenier. Im Jahr 1838 lag die Einwohnerzahl zwischen 15.000 bis 18.000 – davon zwei Drittel muslimisch, ein Drittel armenisch, und eine kleine Minderheit syrischer Christen. 1898 wurde die Bevölkerung auf nahezu 30.000 geschätzt, darunter 10.000 Armenier und 300 Assyrer, der Rest muslimische Kurden, sowohl Aleviten als auch Sunniten.[2] Die Armenier hatten fünf Schulen für Jungen und drei für Mädchen.[3] Ein Drittel der Bevölkerung von Bitlis war vor dem Ersten Weltkrieg 1914 ethnische Armenier, die Mehrheit waren kurdische Muslime; zudem gab es Aleviten und nichtkurdische sunnitische Muslime. 1915, während des Völkermords an den Armeniern, töteten Türken und Kurden, geführt Cevdet Pascha, etwa 15.000 Armenier in Bitlis.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptstraße im Zentrum

Die Geschichte der Stadt reicht weit zurück. Bitlis wird manchmal mit dem urartäischen Uische gleichgesetzt, das unter anderem aus dem 8. Feldzug Sargons (714 v. Chr.) bekannt ist. Diese Gleichsetzung ist jedoch nicht unumstritten[5]. Der assyrische Name von Bitlis war nach einer Inschrift von Tiglat-pileser III. vielleicht Lusia[6]. In einer populären Legende, die auch von Şerefhan in seinem Geschichtsbuch Scherefname erwähnt wird, wurde die Stadt nach einem General des makedonischen Herrschers Alexander des Großen benannt. Dieser General namens Badlis gründete eine Festung an der Stelle der heutigen Stadt. Bis zur arabischen Eroberung im Jahr 641 war Bitlis ein armenisches Zentrum. Später blühte die Stadt unter den Seldschuken auf. Aus dieser Zeit stammt auch die Große Moschee (türkisch: Ulu Cami), die 1150 errichtet wurde. Bitlis wurde später unter dem kurdischen Stamm der Rozeki zu einem Fürstentum.

Im 15. Jahrhundert waren die Fürsten von Bitlis Vasallen der iranischen Safawiden. Nach der Schlacht bei Tschaldiran 1514 wurde Bitlis osmanisch. Doch die Fürsten wurden vom osmanischen Sultan bestätigt. Bis auf eine kurze Zeit der direkten osmanischen Verwaltung von 50 Jahren blieb Bitlis autonom. Bekannte Fürsten waren Şerefhan aus dem 16. Jahrhundert und Abdal Khan, unter dem Bitlis im 17. Jahrhundert aufblühte. Reiseberichte aus dieser Zeit gibt es von Evliya Çelebi und Jean-Baptiste Tavernier. Tavernier nannte Abdal Han als den mächtigsten kurdischen Fürsten, der weder den Sultan noch den Schah anerkannte. Evliya Çelebi nannte ihn einen Mann der „Tausend Künste“ (Hazārfann). 1847 endete das Fürstentum und Bitlis wurde direkt von den Osmanen regiert. Es wurde Hauptstadt des Vilâyets Bitlis. Im Ersten Weltkrieg war Bitlis Schauplatz von Kämpfen zwischen Osmanen und Russland. 1923 wurde Bitlis Teil der Republik Türkei. Seit 1936 ist Bitlis eine eigenständige Provinz.

Belege[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 8. April 2014
  2.  H. F. B. Lynch, Longmans (Hrsg.): Armenia, Travels and Studies. 2 Auflage. London 1901, S. 151.
  3. armenisch : Anon. «Բաղեշ» (Baghesch). Armenian Soviet Encyclopedia, Band 2. Armenian Academy of Sciences, Eriwan 1976; Seiten 254–256.
  4. Christopher J. Walker: The End of Armenian Taron and Baghesh, 1914–1916. In: Armenian Baghesh/Bitlis and Taron/Mush, Seiten 191–206.
  5. Oscar White Muscarella: The Location of Ulhu and Uiše in Sargon II's Eighth Campaign, 714 B. C. Journal of Field Archaeology 13/4, 1986, S. 465–475
  6. D. J. Wiseman: A fragmentary Inscription of Tiglath-Pileser III from Nimrud. Iraq 18/2, 1956, 120