Şirvan

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Şirvan (Begriffsklärung) aufgeführt.
Şirvan
Wappen
Wappen
Staat: Aserbaidschan Aserbaidschan
Koordinaten: 39° 56′ N, 48° 55′ O39.93194444444448.920277777778Koordinaten: 39° 55′ 55″ N, 48° 55′ 13″ O
 
Einwohner: 78.600 (2010)
Zeitzone: AZT (UTC+4)
Telefonvorwahl: (+994) 197
Postleitzahl: AZ1800
Kfz-Kennzeichen: 18
 
Bürgermeister: Mardan Dschamalov
Şirvan (Aserbaidschan)
Şirvan
Şirvan

Şirvan ist eine Stadt mit dem Status eines Rayons in Aserbaidschan. In der Stadt lebten 2008 über 77.100 Einwohner.[1] Bis 2008 hieß die Stadt Əli Bayramlı.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt am linken Ufer des Flusses Kür (Kura) in der Ebene von Şirvan (Schirwansteppe) bzw. der gleichnamigen historischen Region Schirwan. Der Bezirk der Stadt, zu dem auch die Gemeinde Hacıqəhrəmanlı mit 2600 Einwohnern gehört, hat eine Fläche von 30 km².[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort trug zunächst den russischen Namen Subowka (russisch Зубовка).

1938 wurde er Siedlung städtischen Typs und erhielt zu Ehren des kommunistischen Revolutionärs Əli Bayramov (1889–1920) den Namen Əli Bayramlı (russisch und bis 1991 offiziell Али-Байрамлы/Ali-Bairamly). 1941 wurde die Erdölförderung in dem Gebiet aufgenommen. 1954 wurde der Siedlung das Stadtrecht verliehen. Im Zusammenhang mit dem Bau eines mit Erdöl betriebenen Wärmekraftwerks – des ersten seiner Art in der Sowjetunion – von 1958 bis 1968 wurde Əli Bayramlı zu einer bedeutenden Industriestadt.[3]

Am 25. April 2008 wurde die Stadt nach ihrer Lage in der historischen Region Schirwan in Şirvan umbenannt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Einfahrt nach Şirvan. Im Hintergrund eine Erdöltiefpumpe
Jahr Einwohner
1959 13.427
1970 33.828
1979 41.583
1989 58.253
2002 68.700
2008 68.800

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Şirvan ist Zentrum der Erdölförderung im Schirwangebiet, betrieben durch Shirvanneft. In der Stadt gibt es 39 Industrieunternehmen, darunter das Wärmekraftwerk, Betriebe der Erdöl- und Erdgaswirtschaft sowie der Leicht- und Nahrungsmittelindustrie.[3]

Şirvan liegt an der Eisenbahnstrecke, die bis 1992 Baku und Nachitschewan sowie die armenische Hauptstadt Jerewan miteinander verband, dann jedoch infolge des Karabachkonfliktes westlich von Horadiz im Rayon Füzuli unterbrochen wurde. Die Strecke, ausgehend von Ələt, knapp 50 km östlich an der Küste des Kaspischen Meeres an der Transkaukasischen Bahnstrecke Baku–Tiflis gelegen, erreichte Şirvan 1924 und wurde etappenweise in westlicher Richtung verlängert. Zum Lückenschluss kam es 1941 in Julfa, das bereits seit 1908 Bahnverbindung von Jerewan besaß.

Ebenfalls 1941 wurde Şirvan zum Bahnknoten. In diesem Jahr wurde die von Osmanlı, wenige Kilometer westlich am jenseitigen Flussufer gelegen, ausgehende Strecke nach Astara an der Grenze zum Iran eröffnet, außerdem eine kurze Querverbindung von Şirvan nach Hacıqabul (früher Qazı Məmməd, russisch Kasi-Magommed; so hieß auch die Bahnstation), 15 km nördlich an der Strecke Baku–Tiflis. Seit den 1970er Jahren (etappenweise zwischen 1971 und 1979) sind die sämtlich eingleisigen Bahnstrecken um Şirvan elektrifiziert.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aserbaidschanische Statistikbehörde
  2. One of Azerbaijani Big Cities to be renamed
  3. a b c Şirvan auf der Webseite des Regional Development Center in Azerbaijan (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Şirvan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien