Buchenbühl

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Buchenbühl
Stadt Nürnberg
Koordinaten: 49° 30′ N, 11° 7′ O49.50416666666711.11324Koordinaten: 49° 30′ 15″ N, 11° 6′ 36″ O
Höhe: 324–347 m ü. NN
Fläche: 3,1379 km²
Einwohner: 2.342 (31. Dez. 2005)
Eingemeindung: 22. Juli 1922
Postleitzahl: 90411
Vorwahl: 0911

Buchenbühl ist seit dem 22. Juli 1922 ein Stadtteil von Nürnberg (Stadtbezirk 4 - Nordstadt) und befindet sich nordöstlich des Stadtzentrums. Der Stadtteil ist fast vollständig vom Sebalder Reichswald umgeben und wird im Norden vom Kraftshofer Forst, im Süden von Ziegelstein sowie im Südwesten vom Flughafen Nürnberg begrenzt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die Siedlung wurde ab 1919 unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg auf eigenmächtige Initiative des „Soldatenrates beim III. Armeekorps“ auf dem westlichsten Sporn des Haidberges, unterhalb des „Buchenbühls“, errichtet. Als Architekten waren Jakob Schmeissner und Ludwig Ruff tätig. Um die entlassenen Soldaten und arbeitslos gewordene Rüstungsarbeiter zu beschäftigen, begann man ohne Genehmigung und ohne Finanzierung den Reichswald südlich der Gräfenbergbahn zu roden. Den ursprünglichen Siedlungsmittelpunkt bildet der Paulusstein, ein an der Ortsverbindungsstraße von Nürnberg nach Kalchreuth und Heroldsberg befindlicher Gedenkstein. Am 2. Mai 1919 wurde das „Siedlungswerk Nürnberg“ als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet, um die Finanzierung sicherzustellen. Die Siedler bauten gemeinsam in Eigenleistung die ersten zweigeschossigen Doppelhäuser auf bis zu 2000 m² großen Grundstücken. Die enorme Grundstücksgröße sollte den Siedlern die Möglichkeit zur Selbstversorgung geben. Deshalb hatte jedes Anwesen auch einen kleinen Stallanbau. Die Doppelhäuser variierten um zwei Grundtypen, traufseitig zur Straße mit Mansardendach und giebelseitig mit hohen Satteldächern. Die Nutzungsrechte an den Anwesen wurden nach Fertigstellung unter den Siedlern verlost. In den 1930er Jahren kamen dann noch weitere eingeschossige Häuser dazu. Die Bebauung mit eingeschossigen Häusern hielt bis in 1960er Jahre an. Die Neubautätigkeit ist in den 1970er Jahren aus Gründen des Lärmschutzes wegen der Nähe zum Nürnberger Verkehrsflughafen drastisch zurückgegangen. Buchenbühl reicht bis auf 800 m an die Landebahn des Flughafens heran. Manche Häuser sind keine 300 m von der Einflugschneise entfernt.

Funde beim heutigen Buchenbühl weisen auf spätneolitische Siedlungen hin, die zeitlich nicht näher einzuordnen sind. An den Hängen des „Buchenbühl“ wurde im Jahre 1834 das erste Saurierskelett Deutschlands[1], ein Plateosaurus, ausgegraben.

[Bearbeiten] Bildung und Kirchen

Buchenbühl verfügt über eine Grund- und Hauptschule an der Kalchreuther Straße. Außerdem befindet sich hier ein Bildungszentrum der Bayerische Staatsforsten AöR.

Buchenbühl besitzt eine evangelisch-lutherische Kirchengemeinde mit der Himmelfahrtskirche. Die Kirchengemeinde ist seit 1954 eine selbständige Pfarrei im Dekanat Nürnberg. Die 1961 eingeweihte Himmelfahrtskirche bietet einen schlichten Rahmen mit wirkungsvoller Lichtführung für drei beeindruckende Holzplastiken des in Buchenbühl ansässigen Holzschnitzers Otto Fuchs. Ferner gibt es die katholische Kirchengemeinde Maria-Hilf, eine 1963 gegründete selbständige Kirchenstiftung. Die Maria-Hilf-Kirche ist eine Filialkirche der Pfarrei St. Georg Ziegelstein.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Verkehr

Der ehemalige Haltepunkt Buchenbühl 2008

Nördlich der A 3, im Gleisbogen der Gräfenbergbahn, liegt das Industriegebiet „Hahnenbalz“, das aus dem Sägewerk hervorgegangen ist.

Buchenbühl hat seit 1928 eine Busanbindung nach Ziegelstein, und ist heute über die Buslinie 21 an die Nürnberger U-Bahn angeschlossen. Die Gräfenbergbahn durchquert diesen Ortsteil seit 1983 ohne Halt, nachdem die Deutsche Bundesbahn den dortigen Haltepunkt stillgelegt hatte.

[Bearbeiten] Kultur

1923 wurde in Buchenbühl eine Männergesangsgruppe gegründet, die 1931 dem Allgemeinen Sportverein Buchenbühl beitrat und 1933 mit diesem aufgelöst wurde. 1954 wurde schließlich der Männergesangsverein Nürnberg-Buchenbühl gegründet.

Der Volkstrachtenverein Buchenbühl wurde von Mitgliedern einer Plattlergruppe der Buchenbühler Siedlergemeinschaft und aus anderen Trachtenvereinen 1938 gegründet und pflegt fränkisches Brauchtum.

Mit dem Posaunenchor Buchenbühl existiert seit 1952 ein evangelischer Posaunenchor, der jedes Jahr das Himmelfahrtsfest der evangelischen Himmelfahrtskirche mitgestaltet, am Kirchweihsonntag Mitte Juli zum traditionellen Frühschoppen an der katholischen Maria-Hilf-Kirche aufspielt und am ersten Sonntag in Juli einen Waldgottestdienst auf der Flughafenwiese ausrichtet.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Gerhard Pfeiffer (Hrsg.): Nürnberg - Geschichte einer europäischen Stadt. 1. Auflage, München 1971, ISBN 3-406-03394-6.
  • Festschrift 50 Jahre Siedlervereinigung Buchenbühl Bauabschnitt I und II 1935 - 1985.
  • Infoblatt der BBG vom April 2006.
  • Rudolf Groh, Knud Willenberg: Buchenbühl. Verlag Korn und Berg, Nürnberg 1991

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. http://www.angewandte-geologie.geol.uni-erlangen.de/plateos1.htm Lehrstuhl für Angewandte Geologie der FAU Erlangen-Nürnberg
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