Katzwang

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49.3511.0575319Koordinaten: 49° 21′ 0″ N, 11° 3′ 27″ O

Katzwang
Stadt Nürnberg
Wappen von Katzwang
Höhe: 310–335 m
Fläche: 4,78 km²
Einwohner: 7217 (31. Dez. 2003)
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 90455 ; 90453
Vorwahlen: 0911, 09122
Karte

Lage von Katzwang in Nürnberg

Lage der Gemarkung 3435 Katzwang in Nürnberg

Katzwang ist ein Ortsteil der mittelfränkischen Stadt Nürnberg. Der vorstädtische Stadtteil liegt südlich von Nürnberg innerhalb des statistischen Bezirks 48.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Stadtteil erstreckt sich im äußersten Süden des Nürnberger Stadtgebietes zwischen der von Süd nach Nord fließenden Rednitz und dem ebenfalls süd-nördlich verlaufenden Main-Donau-Kanal. Im Westen und Süden Katzwangs verläuft die Nürnberger Stadtgrenze.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Nördlich von Katzwang liegt der Nürnberger Ortsteil Reichelsdorf, östlich des Main-Donau-Kanals befinden sich der Rote Bühl, Gaulnhofen, Weiherhaus sowie Greuth und Kornburg, zu denen durch drei Brücken über den RMD-Kanal eine direkte Straßenverbindung besteht.

Im Süden bzw. Südosten liegt Neuses, ein Ortsteil von Wendelstein im Landkreis Roth, im Westen das Gebiet der Stadt Schwabach mit den Stadtteilen Limbach und Wolkersdorf.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Der Ort besteht aus den drei Stadtdistrikten 483 Neukatzwang im Norden sowie dem südlichen 484 Katzwang (Neuseser Str.) und 485 Katzwang (Wolkersdorfer Straße) im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Dorf Katzwang liegt an einer früher wichtigen Furt der Rednitz. Erstmals urkundlich erwähnt wurde es 1152; die Gründung erfolgte vermutlich bereits im 8. Jahrhundert. Im Jahr 1287 gewährte Bischof Emicho von Freising, Wildgraf von Wittelsbach, einen Ablass für den Kirchen- und Brückenbau. Durch Zahlungen von Kirchenbußen konnten so in Katzwang heimische Zisterziensermönche eine steinerne Kirche bauen lassen. Weitere Ablassbriefe folgten, so auch im Mai 1301, als Bischof Konrad von Eichstätt einen dritten zeichnete, um die Finanzierung zu sichern. Die in diesem Zusammenhang erwähnenswerte Brücke an der ehemaligen Rednitzfurt verband Nürnberg mit Weißenburg und eine andere bedeutende Handelsstraße führte von Ansbach über Schwabach nach Altdorf möglicherweise über dieselbe Brücke. Letzteres ist historisch aber nicht gesichert.

1296 wurde das bis dahin zum Kloster Ellwangen gehörende Katzwang an das Kloster Ebrach verkauft. Wiederholt wurde der Ort von Seuchen heimgesucht. 1562 starben 217 Personen an Pest, Ruhr und Cholera. Weitere Seuchenwellen gab es 1575 mit 128 Toten und 1606 mit 168 Toten. Während des Dreißigjährigen Krieges verzeichnete das Kirchenbuch 60 Truppendurchzüge, unter denen das Dorf zu leiden hatte.

1792 ging Katzwang an das Königreich Preußen und wurde 1806 Teil des Königreichs Bayern. Gemeinsam mit dem heute zu Kornburg gehörenden Weiler Greuth wurde Katzwang zu einem Steuerdistrikt, 1818 zu einer Gemeinde. Im 20. Jahrhundert entstanden die Ortsteile Neukatzwang sowie Reichelsdorfer Keller. Letzterer bildet heute einen eigenen Stadtteil Nürnbergs (Distrikt 482). Im Zuge der Gemeindegebietsreform erfolgte am 1. Juli 1972 die Eingemeindung nach Nürnberg.[1]

Gedenktafel zum Dammbruch im Main-Donau-Kanal bei Katzwang

Bei den Bauarbeiten zum Main-Donau-Kanal kam es am 26. März 1979 zu einem Dammbruch. Aus dem noch im Bau befindlichen, aber bereits gefluteten Teilstück des Kanals strömten etwa 350 Millionen Liter Wasser aus und überfluteten weite Teile des alten Ortskerns. 120 Häuser wurden beschädigt, ein 12-jähriges Mädchen kam ums Leben. Der Sachschaden betrug 12 Millionen D-Mark.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1818 447 Einwohner
  • 1875 631 Einwohner
  • 1950 1.893 Einwohner
  • 2003 7.217 Einwohner

Religionen[Bearbeiten]

Die Katzwanger traten 1527 offiziell zur Lehre Martin Luthers über. Seitdem ist die alte Kirche Unsere Liebe Frau evangelisch-lutherisch. Trotzdem gehörte Katzwang bis 1803 als Klostergut zum Zisterzienserkloster Ebrach im Steigerwald. Erst durch die Säkularisation verlor Ebrach das Patronatsrecht. Die heutige evangelische Kirchengemeinde Katzwang zählt rund 4000 Mitglieder.

1875 gab es wieder 28 Katholiken im Dorf. Das brachte die Gründung einer Kuratie mit sich, die von der Pfarrei Schwabach verwaltet wurde. Bis 1936 wuchs die katholische Gemeinde auf 283 Mitglieder an, weshalb eine kleine Holzkirche gebaut wurde. Nach dem Krieg kamen viele katholische Vertriebene nach Katzwang. Dadurch stieg die Zahl der Katholiken bis 1956 auf 2.200 an, weshalb in diesem Jahr wieder eine Pfarrei in Katzwang eingerichtet wurde. 1969 weihte die Gemeinde die heutige Kirche Mariä Aufnahme in den Himmel am Stadtweg ein. Anfang des 21. Jahrhunderts zählt die Gemeinde rund 3.200 Mitglieder.

Politik[Bearbeiten]

Ortssprecher[Bearbeiten]

Nachdem bei der Kommunalwahl 2008 keiner der Katzwanger Kandidaten in den Stadtrat einziehen konnte, wählten die Katzwanger Bürger der Gemeindeordnung nach einen Ortssprecher, der die Interessen Katzwangs als eingemeindeter Stadtteil im Stadtrat vertreten soll. Gewählt wurde mit 53,4 % der abgegebenen Stimmen der Vorsitzende des Katzwanger Bürgervereins, Hans Mitterreiter. Sein Gegenkanditat, Werner Reindl von der CSU, erhielt 46,3 %.

Verwaltung[Bearbeiten]

Im alten Katzwanger Rathaus an der Hans-Traut-Straße befindet sich das Bürgeramt Süd, eines der drei nach der Gebietsreform in Nürnberg eingerichteten Bürgerämter. Diese Außenstellen der Stadtverwaltung bieten den Bürgern der jeweils umliegenden Stadtteile alle Dienstleistungen eines normalen Rathauses an, wie zum Beispiel KfZ-Zulassung, Einwohnermeldewesen und Standesamt.

Gemeindewappen[Bearbeiten]

1939 bemühte sich die Gemeinde bereits um die Verleihung eines Wappens, allerdings kamen diese Bemühungen durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges zum Erliegen. Nach dem Krieg, im Jahre 1951, stellte der Gemeinderat einen Antrag zur Wappenverleihung beim Bayerischen Staatsministerium des Inneren, der auch wenige Wochen nach Antragstellung genehmigt wurde.

Der Bischofsstab im Wappen geht auf Kloster Ebrach zurück, welches einen starken Einfluss auf die Region gehabt haben muss. Der Ursprung der Katze im Wappen lässt sich nicht mehr eindeutig klären.

Der Gemeindename wird im heutigen Wappen bildlich wiedergegeben: Die Katze für „katz-“ und eine grüne, nasse Wiese für „-wang“ („-wang“ bedeutet hier soviel wie „Wiese am Hang“).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Pfarrkirche Unsere Liebe Frau

Der dörfliche Charakter Katzwangs ist hinter der typischen Vorortbebauung weitgehend verschwunden. Lediglich um die alte Pfarrkirche Unsere Liebe Frau ist die mittelalterliche Bebauung noch sichtbar. Neben der 1287 erstmals erwähnten Wehrkirche gibt es heute noch einen Karner aus dem 14. Jahrhundert. Daneben stehen mit dem alten Pfarrhaus aus dem 17. Jahrhundert und dem Schulhaus von 1888 noch zwei Walmdachbauten. Ebenfalls erhalten ist ein altes Hammerwerk. In der evangelischen Pfarrkirche findet sich unter anderem der etwa 500 Jahre alte Marienaltar - geschaffen von dem in Nürnberg eingebürgerten Hans Traut von Speyer. Weitere Kunstwerke in der Kirche sind in den Jahren um 1500 geschaffen worden: Wandfresken, der Leonhardsaltar, die Auferstehungstafeln, das Sakramentshaus und das wohl wertvollste Kunstwerk, der lebensgroße Kruzifixus von Veit Wirsberger.

Sport[Bearbeiten]

Am 21. Mai 1905 gründeten Arbeiter den Arbeiter-Turnverein Katzwang, der heute als Turn- und Sportverein Katzwang 1905 e. V. firmiert. 1909 wurde eine Fußballabteilung gegründet, deren erste Herrenmannschaft als größte Erfolge den mittelfränkischen Pokalsieg 1937 sowie von 1992 bis 1995 die Zugehörigkeit zur fünfthöchsten Spielklasse, der Landesliga, verzeichnet. Aus der Leichtathletikabteilung ist der Ultraläufer Hans Reich bekannt. Er hielt lange Zeit den Weltrekord im 200 km-Lauf. 2005 war er in der Altersklasse 55 immer noch Weltrekordhalter im 100 km-Lauf sowie über 50 Meilen. Beide Bestzeiten hatte er 1992 erzielt. Die bekannteste Vertreterin des Vereins ist jedoch seit den Olympischen Spielen 2004 in Athen die Schwimmerin Daniela Götz, nachdem sie dort mit der Staffel über 4 × 100 m Lagen die Bronzemedaille gewonnen hatte. Nach diesem Erfolg wechselte sie wegen der besseren Perspektive jedoch zur SSG 81 Erlangen.

Bildung[Bearbeiten]

Bereits 1650 wird erstmals ein Schulmeister angestellt. 1712 wird der Bau eines Schulhauses erwähnt. Neubauten erfolgen 1888 und ab 1951. An Grund- und Hauptschule Nürnberg-Katzwang werden in den Klassen 1 bis 9 333 Schüler (Stand: 2003) unterrichtet.

Veranstaltungen und Feste[Bearbeiten]

Neben der alljährlich stattfindenden Kirchweih bereichern viele weitere Feste und Veranstaltungen das Leben in Katzwang, so zum Beispiel das Bürgerfest, Gemeindefeste der Kirche, Sonnwendfeier und diverse Events im Kulturzentrum KaKuZe.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. 2., verbesserte Auflage. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2000, ISBN 3-921590-69-8 (online).
    •  Nikolaus Bencker: Katzwang.
    •  Wiltrud Fischer-Pache: Neukatzwang.
    •  Helmut Beer: Turn- und Sportverein Katzwang 1905 e.V..
    •  Georg Stolz: Unsere Liebe Frau (Katzwang).
  • Günther P. Fehring und Anton Ress: Die Stadt Nürnberg. Kurzinventar, 2. Aufl. bearb. von Wilhelm Schwemmer, München: Deutscher Kunstverlag 1977 [unver. Nachdruck 1982] (= Bayerische Kunstdenkmale; 10), S.356-361

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Katzwang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 602