Heroldsberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Heroldsberg
Heroldsberg
Deutschlandkarte, Position des Marktes Heroldsberg hervorgehoben
49.53583333333311.156666666667362Koordinaten: 49° 32′ N, 11° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Erlangen-Höchstadt
Höhe: 362 m ü. NN
Fläche: 11,02 km²
Einwohner:

8262 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 750 Einwohner je km²
Postleitzahl: 90562
Vorwahlen: 0911; 09126 für Groß- und KleingeschaidtVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: ERH
Gemeindeschlüssel: 09 5 72 131
Marktgliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Hauptstraße 104
90562 Heroldsberg
Webpräsenz: www.heroldsberg.de
Bürgermeister: Johannes Schalwig (CSU)
Lage des Marktes Heroldsberg im Landkreis Erlangen-Höchstadt
Birkach (gemeindefreies Gebiet) Neunhofer Forst Mark (gemeindefreies Gebiet) Kraftshofer Forst Kalchreuther Forst Geschaidt Forst Tennenlohe Erlenstegener Forst Buckenhofer Forst Nürnberg Nürnberg Landkreis Nürnberger Land Fürth Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Fürth Erlangen Landkreis Ansbach Landkreis Bamberg Landkreis Bamberg Landkreis Forchheim Buckenhof Aurachtal Eckental Heroldsberg Kalchreuth Lonnerstadt Möhrendorf Mühlhausen (Mittelfranken) Oberreichenbach (Mittelfranken) Spardorf Uttenreuth Vestenbergsgreuth Weisendorf Wachenroth Röttenbach (bei Erlangen) Marloffstein Höchstadt an der Aisch Heßdorf Herzogenaurach Hemhofen Großenseebach Gremsdorf Bubenreuth Baiersdorf Adelsdorf Dormitzer ForstKarte
Über dieses Bild

Heroldsberg ist ein Markt im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt und liegt elf Kilometer nordöstlich von Nürnberg und 23 Kilometer östlich von Erlangen an der Bundesstraße 2 und der Gräfenbergbahn.

Inhaltsverzeichnis

Geographie [Bearbeiten]

Geographische Lage [Bearbeiten]

Der Ort, der beachtliche Höhenunterschiede aufweist, liegt im Sebalder Reichswald. Die Gründlach, ein Nebenfluss der Regnitz, führt durch den Ort, an dessen Südende die Simmelberger Gründlach zufließt.

Gemeindegliederung [Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Heroldsberg besteht aus den fünf amtlich benannten Ortsteilen[2] Großgeschaidt, Heroldsberg, Hundsmühle, Johannisthal und Kleingeschaidt.

Zu Heroldsberg selbst gehören unter anderem die Siedlungsteile am Stettenberger Weg und Hundsmühle (mit der Kläranlage). Der Weiler Stettenberg am Ende des Stettenberger Wegs hingegen gehört – entgegen landläufiger Meinung – nicht zu Heroldsberg, sondern zur Nachbargemeinde Kalchreuth.

Nachbargemeinden [Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind – im Norden beginnend und im Uhrzeigersinn – Eckental, Lauf an der Pegnitz, Nürnberg und Kalchreuth

Geschichte [Bearbeiten]

Kirche, Schlösser und Schlossbad (17. April 2005)

Die Ursprünge des Ortes gehen in das 11. Jahrhundert zurück. Der Ort gehörte ab 1391 über mehr als 400 Jahre zum Besitz des Nürnberger Patriziergeschlechtes Geuder. Die Geuder errichteten vier Schlösser, die heute noch zusammen mit der ehemaligen Wehrkirche im Ortsbild markant auffallen.

Albrecht Dürer fertigte als Freund der Patrizierfamilie Geuder 1510 die Federzeichnung Das Kirchdorf. Dies ist die älteste bildliche Darstellung der Ortschaft. Sie zeigt den historischen Ortskern, den noch heute die vier Schlösser und die evangelische Kirche St. Matthäus bilden.

Das Rittergut der Freiherren Geuder von Heroldsberg (Rabenstein) wurde 1796 zusammen mit den umliegenden Besitzungen der Freien Reichsstadt Nürnberg durch Preußen sequestriert. Im Frieden von Tilsit 1807 kam es mit dem preußische Fürstentum Ansbach-Bayreuth zu Frankreich. Mit dem Pariser Vertrag von 1810 kam der Ort von Frankreich an Bayern.

1837 fand der Nürnberger Arzt Prof. Dr. Johann Friedrich Engelhardt in der Nähe von Heroldsberg den ersten Dinosaurier Deutschlands und schickte die Knochen zur Untersuchung an den Frankfurter Wirbeltier-Paläontologen Hermann von Meyer. Meyer bezeichnete den Saurier als Plateosaurus Engelhardti.[3]

Eingemeindungen [Bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Großgeschaidt und Kleingeschaidt eingegliedert. Bis zur Gebietsreform 1978 bildeten Großgeschaidt und Kleingeschaidt eine eigenständige Gemeinde.

Politik [Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[4]
Wahlbeteiligung: 71,8 %
 %
40
30
20
10
0
31,3 %
29,3 %
14,1 %
13,7 %
11,5 %

Marktgemeinderat [Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2002 und 2008 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Marktgemeinderat:

CSU SPD Freie Wähler Grüne FDP Gesamt
2002 6 7 3 2 2 20
2008 6 6 3 2 3 20

Städtepartnerschaften [Bearbeiten]

Heroldsberg unterhält seit 1996 eine Partnerschaft mit der italienischen Gemeinde Taio im Trentino und seit 2007 mit der ungarischen Kleinstadt Bóly.

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Rathaus
St.- Matthäus-Kirche, Chor und Turm (17. April 2005)

Die evangelische St.-Matthäus-Kirche und die vier Schlösser bilden ein bedeutendes Denkmalensemble. Genannt werden die Schlösser nach der heute teilweise geänderten Farbe der Fensterläden: Das Gelbe Schloss (1957 von den Geuder verkauft, heute im Besitz einer Nürnberger Familie befindlich) liegt an der Hans-Sachs-Straße. Direkt an der St.-Matthäus-Kirche liegt das (im Gemeindebesitz befindliche) Weiße Schloss. Es wurde bis 2005 als Rathaus der Gemeinde genutzt und wird derzeit (Stand Februar 2008) renoviert. Eine museale Nutzung wird diskutiert. Gleichfalls am Kirchenweg liegt das Grüne Schloss (1977 nach dem Tod der letzten Geuder-Rabensteiner von einem Zahnarzt erworben). Am Oberen Markt liegt das Rote Schloss (im Besitz der Familie Geuder, Sitz des Geuder-Archivs).

Heroldsberg hat ein eigenes Jugendzentrum, das Haus der Jugend (H.d.J), das vereinsgetragen ist und dessen Erster Vorsitzender der Pfarrer der evangelischen Gemeinde in Heroldsberg ist.

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Heroldsberg

Wirtschaft [Bearbeiten]

Heroldsberg war lange Zeit Stammwerk der Vereinigten Papierwerke, in welchem Hygieneartikel (Marke Tempo) produziert wurden.

Seit 1995 hat der Konzern Schwan-STABILO seinen Firmensitz in Heroldsberg.

Literatur [Bearbeiten]

  • Mitius, Otto: Mit Albrecht Dürer nach Heroldsberg und Kalchreuth. Erlangen: Junge & Sohn, 1924, 15 S., IDN: 356310353
  • Sieghardt, August: Heroldsberg – Geschichte und Leben einer Marktgemeinde. Nürnberg: Glock u. Lutz, 1961, 16 S., IDN: 454693931
  • Heroldsberg: Markt Heroldsberg, 1. Auflage, Kissing: WEKA-Verlag, 1992, 28 S., IDN: 921525095
  • Eberhard Brunel-Geuder / Volker Alberti: Die Geuder-Rabensteiner und das Weiße Schloss zu Heroldsberg, Heroldsberg 2002.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111027/175514&attr=OBJ&val=1387
  3. Der erste Dinosaurierfund Deutschlands
  4. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=572&suchbegriff=5

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Heroldsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien