Luftrettung

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Dieser Artikel handelt von der allgemeinen Luftrettung, zur Luftrettung in der Wasserrettung siehe Luftunterstützte Wasserrettung
Abseilvorgang bei einer Bergrettung in den Alpen durch einen BK 117.
Hubschrauber Christoph 43 der DRF-Luftrettung des Typs EC 135, Standort Karlsruhe
Hubschrauber der DRF-Luftrettung des Typs BK 117 Christoph Europa 5, Standort Niebüll
Intensivtransporthubschrauber der ADAC Luftrettung Christoph Brandenburg
Abseilen der Rettungskräfte, da eine Landung nicht möglich ist.

Die Luftrettung ist der Einsatz von Rettungsmitteln über den Luftweg in der Notfallmedizin. Die Luftrettung wird dann eingesetzt, wenn die Lage ein schnelleres Eingreifen erfordert, als durch bodengebundene Rettungsdienste möglich ist. Das kommt meist in ländlichen Gebieten vor, wo dann meist ein Rettungshubschrauber verwendet wird; es fliegt aber z. B. in Australien im Outback der Flying Doctor Service Notfall- und auch reguläre ärztliche Einsätze mit Flugzeugen.

Luftrettung in Deutschland[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Etablierung der Luftrettung in Deutschland resultierte aus den erschreckend ansteigenden Zahlen der Unfalltoten Ende der sechziger Jahre. Diese war wesentlich auf den Anstieg des Automobilverkehrs bei schwacher Ausprägung der Sicherungsvorkehrungen zurückzuführen. Zudem war es dem noch strukturell eher schwachen Rettungsdienst und den Feuerwehren in vielen Fällen nicht möglich, die Einsatzstellen innerhalb einer aus medizinischer Sicht akzeptabler Zeitspanne zu erreichen. Als zusätzliche Schwierigkeiten ergaben sich Schwächen in der damaligen Organisation der präklinischen Notfallmedizin. Den Rettungsdiensten kam in erster Linie eine Transportfunktion zu, während vor Ort kaum medizinische Maßnahmen ergriffen wurden. Eine erhebliche Mortalität der Patienten war die Folge.

Aufgrund dieser Fakten wurden Ende der sechziger Jahre erstmals Feldversuche im Einsatz von Hubschraubern zur Notfallrettung nach Unfällen durchgeführt. Internistische Indikationen wie der Herzinfarkt oder der apoplektische Insult (Schlaganfall) wurden dabei als Einsatzbereich für Hubschrauber-Notfallrettung noch nicht bedacht. Aufgrund teils beachtlicher Erfolge der Feldversuche organisierte Hans Burghart ab Pfingsten 1970 zunächst zusammen mit der Bundeswehr, die einen Hubschrauber vom Flugplatz Oberschleißheim stellte, an den Wochenenden und in den Ferien einen luftgebundenen Notarztdienst. Als sich die Bundeswehr aus wirtschaftlichen Gründen zurückziehen musste, sprang der ADAC mit Unterstützung des Landes Bayern, dem Bundesverkehrsministerium und der Allianz-Versicherung in die Bresche. So begann der erste Dauerbetrieb eines Rettungshubschraubers in Deutschland am städtischen Krankenhaus München-Harlaching als Christoph 1 am 1. November 1970. Über fast 10 Jahre war Christoph 1 eine Station des Katastrophenschutzes, bevor der Standort wieder durch den ADAC mit einem eigenen Hubschrauber betrieben wurde.

Es folgte im November 1971 die Einrichtung eines sogenannten Test-Rettungszentrums der Bundeswehr in Ulm. Die Luftwaffe stellte in Kooperation mit dem Bundeswehrkrankenhaus Ulm einen notfallmedizinisch ausgerüsteten Hubschrauber vom Typ Bell UH-1D auch dem zivilen Rettungsdienst zur Verfügung. Ab Ende 1971 beschaffte dann das Bundesministerium des Innern (BMI) aus Mitteln des erweiterten Katastrophenschutzes Hubschrauber zunächst im Rahmen eines Projektes. Die Aktivitäten des Bundes wurden auf Grundlage der früheren Planung eines flächendeckendes Systems mit insgesamt 18 Stationen (1–18) abgeschlossen. Die Hubschrauber wurden für den Zivilschutz und den Rettungsdienst ausgerüstet und den Bundesländern als Ausstattungspotential bis 1996 an dann 22 Stationen zur Verfügung gestellt. Die Länder setzten diese Hubschrauber in der Luftrettung ein. Es folgte eine Reduzierung um sechs Stationen und 2005/2006 noch einmal um vier, so dass heute an zwölf Standorten geflogen wird. Die abgegebenen Luftrettungszentren wurden nahtlos von der ADAC Luftrettung und der DRF Luftrettung weitergeführt. Für den Flugbetrieb der Hubschrauber des BMI ist die Bundespolizei zuständig. Sie stellt auch die Piloten. Erst 1981 nahm der ADAC mit Christoph 20 in Bayreuth die Errichtung weiterer Stationen auf.

Am 19. März 1973 stationierte die Deutsche Rettungsflugwacht e. V. in Stuttgart einen Rettungshubschrauber vom Typ Alouette III. Dies stellt das erste private Luftrettungszentrum in Deutschland dar. Die DRF ist maßgeblich am Aufbau der Luftrettung in Deutschland beteiligt.

1974 stellte der Begründer der deutschen Luftrettung Hans Burghart auf einem Kongress in den USA die deutsche Luftrettung vor und erntete Erstaunen – so eine Lösung gab es in dem Flächenstaat noch nicht. Die Idee fand jedoch sehr schnell Anklang.

Nach der Wende wurde auch die Luftrettung in den neuen Bundesländern neu strukturiert.

Der ADAC stellte 1997 den ersten kombinierten Rettungs- und Intensivtransporthubschrauber in Dienst. Dieser fliegt unter der Kennung Christoph 77 (EC 145) und ist am Klinikum der Johannes Gutenberg-Universität Mainz stationiert.

Zu einer weitere Neuerung in der Luftrettung kam es 1999 in Koblenz: Am dortigen Bundeswehrzentralkrankenhaus wurde das erste zivil-militärische Gemeinschaftsprojekt gestartet. Der ADAC stellt in diesem Fall die Maschine (Christoph 23, EC 135) und das Flugpersonal, das medizinische Personal wird von der Abteilung Notfallmedizin des BwZK gestellt. Auch in Ulm findet zwischenzeitlich diese Kooperation statt. Der SAR 71 (UH-1D der Luftwaffe) am Rettungszentrum Bundeswehrkrankenhaus Hamburg wurde am 19. Januar 2006 von einem Hubschrauber Bell 212 des Bundesinnenministeriums (Zivilschutz) abgelöst. Heute fliegt dort eine EC135. In Neustrelitz wurde die Luftwaffe am 1. Juli 2006 von der ADAC Luftrettung abgelöst. Damit betreibt die Luftwaffe keinen Hubschrauber mehr an einem Luftrettungszentrum.

Diese vier genannten Institutionen sind bis heute in der Luftrettung aktiv. Weitere Anbieter sind im Laufe der Zeit hinzugekommen, das Standortnetz wurde stetig erweitert. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde in den neuen Bundesländern nach westdeutschem Vorbild innerhalb nur weniger Jahre ebenfalls ein Luftrettungsnetz aufgebaut.

Bislang waren die Rettungshubschrauber der öffentlich-rechtlichen Luftrettung stets als Ergänzung des bodengebundenen Notarztsystems gedacht. In jüngster Zeit zeichnet sich ab, dass in einigen Gebieten aufgrund struktureller Probleme der präklinischen Notfallmedizin Hubschrauber schon fast zu einem Teil der rettungsdienstlichen Regelversorgung geworden sind. Zudem wird der Ruf nach mehr Stationen im 24-Stunden-Betrieb zur Primärrettung lauter.

Einsatzprofil[Bearbeiten]

Rettungshubschrauber Christophorus 9 im Einsatz
Innenansicht in das Cockpit des Christoph 26 aus Sanderbusch

Primäreinsatz[Bearbeiten]

Das Heranführen des Notarztes und Rettungsassistenten (Deutschland) bzw. Notfallsanitäters (Österreich) zum Notfallort zum Durchführen lebensrettender Maßnahmen und zur Herstellung der Transportfähigkeit wird als Primäreinsatz bezeichnet.

Der Transfer von Notfallpatienten vom Ort des Geschehens in das nächste geeignete und aufnahmebereite Krankenhaus unter Aufrechterhaltung der Transportfähigkeit und Vermeidung weiterer Schäden fällt ebenfalls unter den Begriff Primäreinsatz.

Beim Primäreinsatz ist zu unterscheiden, ob der Patient im Zuge einer Außenlandung aufgenommen werden kann, ob die Helfer abgeseilt werden müssen um den Patienten vor Ort zu versorgen, bevor er im Schwebeflug − evtl. stabilisiert mit einer Antirotationsleine – am Tau oder der Winde aufgenommen wird. Dies ist vor allem in unwegsamem Gelände wie den Alpen häufig der Fall, wo die Luftrettungsbetreiber regelmäßig von der Bergwacht unterstützt werden. Manchmal ist auch ein Transport bis zu einem geeigneten Außenlandeplatz an einem Tau notwendig, wo der Gerettete entweder eingeladen oder einem bodengebundenen Rettungsmittel (Rettungswagen) übergeben werden kann.

Die Rettungsleitstelle entsendet einen Rettungshubschrauber immer dann, wenn ein schneller Notarzteinsatz notwendig ist und kein bodengebundener Notarzt zur Verfügung steht oder wenn die speziellen Vorteile eines Rettungshubschraubers gefragt sind. Es wird ebenfalls nach der Schwere der Verletzungen und nach anderen medizinischen Kriterien entschieden, ob der RTH eingesetzt werden muss. In den meisten Fällen werden die Patienten anschließend nicht mit dem RTH, sondern mit einem Rettungswagen transportiert.

Vorteile[Bearbeiten]
  • Einsatzfähigkeit in schwer zugänglichen Gegenden.
  • Unabhängigkeit von Staus und Fahrbahnzustand (z. B. Eisglätte).
  • zügiger und schonender Transport mit medizinischer Betreuung und umfassender Überwachungsmöglichkeit auch in weiter entfernte Krankenhäuser.[1]
Nachteile[Bearbeiten]

Sekundäreinsatz[Bearbeiten]

Merkmal des Sekundäreinsatzes ist, dass der Einsatzort ein Krankenhaus ist. Beim Sekundäreinsatz geht es um eine Weiterverlegung eines medizinisch versorgten intensivpflichtigen Notfallpatienten aus einem Krankenhaus (mit weniger Versorgungsmöglichkeiten) in ein anderes, spezialisierteres Krankenhaus mit erweiterten Interventionsmöglichkeiten (z. B. Herzkatheteruntersuchung, spezielle Operationen usw.).

Tertiäreinsatz[Bearbeiten]

Blut, Medikamente, Transplantate oder Amputate werden in seltenen Fällen geflogen. Diese Einsatzart wird mitunter auch als Tertiäreinsatz bezeichnet.

Dual Use[Bearbeiten]

Mitunter werden die Maschinen aber auch sowohl für Rettungseinsätze, als auch Intensivverlegungsflüge eingesetzt (als RTH/ITH, dual use-System). So werden alle RTH in Baden-Württemberg aufgrund der Landesbestimmungen als Dual-Use-Hubschrauber eingesetzt. Obwohl z. B. die Hubschrauber Christoph Regensburg, Christoph Murnau, Christoph Hansa (Hamburg) oder Christoph Hessen (Reichelsheim) oft primär eingesetzt werden, sind sie nach den Bestimmungen der Länder reine ITH. Christoph 77 in Mainz ist der erste offizielle Dual-Use-Hubschrauber.

Nachtflüge[Bearbeiten]

Christoph München: Nachtlandung auf einem Sportplatz, im Vordergrund NAW mit Patient

Obwohl Rettungshubschrauber grundsätzlich auch nachts eingesetzt werden können, ist das Risiko für Landungen in unbekanntem Gelände aber so hoch, dass sich die Dienstzeit meist nur auf die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang beschränkt. Nachteinsätze sind dementsprechend selten.

Seit Mitte 2009 laufen bei europäischen Herstellern Initiativen, den Einsatz von bislang vorwiegend militärisch genutzten Nachtsichtbrillen (engl.: NVG = Night Vision Goggles) auch für zivile Hubschraubereinsätze, insbesondere die Rettungsfliegerei zuzulassen.

Der Nachtflug mit Nachtsichtbrillen ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden:

  • Die Hubschrauber müssen über ein besonders gestaltetes Cockpit (NVG kompatibel) und besonders gestaltete Außenbeleuchtung (NVG freundlich) verfügen. Die dementsprechend ausgestatteten Hubschrauber erhalten Einzelzulassungen der europäischen Luftfahrtbehörde EASA.[2][3]
  • Die Hubschrauber verfügen zudem über ein Satellitennavigationssystem mit digitaler Karte.[4]
  • Es muss eine entsprechend leistungsfähige Nachtsichtbrille nach modernem Standard (Class B) verwendet werden.
  • Die Besatzung muss speziell geschult sein und das Einsatzgebiet bei Tageslicht kennen.
  • Für den Nachtflug werden zwei Piloten eingesetzt, die unter Einhaltung spezieller Flugwegeprofile fliegen.[4]

Vor einem Einsatz müssen die Vor- und Nachteile der Durchführung eines Fluges gegeneinander abgewogen werden. In Zweifelsfällen trifft der Pilot die Entscheidung, da er für die Sicherheit seines Hubschraubers und die Besatzung verantwortlich ist. Allerdings wird der Hubschrauber bei Nachteinsätzen hauptsächlich als Transportmittel genutzt und weniger häufig als schneller Notarztzubringer, da die Landung auf unbeleuchteten Flächen sehr riskant ist und die örtliche Feuerwehr oder das Technische Hilfswerk regelmäßig zum Ausleuchten der Landestelle alarmiert werden müssen.

Die DRF setzte erstmals ab Juli 2009 Nachtsichtbrillen auf dem ITH Christoph München ein. 2011 folgte Christoph Regensburg. Derzeit sind die Hubschrauber der Stützpunkte Bad Berka, Berlin, Halle, Hannover, München, Nürnberg, Regensburg und Rendsburg rund um die Uhr einsatzbereit.[4]

Alarmierung[Bearbeiten]

Die örtlichen Rettungsleitstellen disponieren nach Eingang des Notrufs das entsprechende Rettungsmittel. Ob der Transport dabei im Rettungswagen oder im Hubschrauber erfolgt, hängt von mehreren Faktoren ab. Der Zeitfaktor sowie der Zustand des Patienten spielen bei der Entscheidungsfindung eine erhebliche Rolle. Der Hubschrauber ist dabei häufig der schnellste Notarztzubringer.

Patiententransport[Bearbeiten]

Ob der Transport dabei im Rettungswagen oder im Hubschrauber erfolgt, hängt von mehreren Faktoren ab. Der Zeitfaktor sowie der Zustand des Patienten spielen bei der Entscheidungsfindung eine erhebliche Rolle. Der Hubschrauber selbst stellt eine weitgehend erschütterungsfreie, jedoch sehr beengte Intensivstation dar, die nur eingeschränkte Zugriffsmöglichkeiten auf den Patienten erlaubt. Deshalb wird versucht, alle erforderlichen Maßnahmen zur Versorgung des Patienten vor Beginn des Fluges zu treffen.

Aussichten[Bearbeiten]

In der Vergangenheit waren Rettungshubschrauber häufig als Ergänzung zum bestehenden bodengebundenen Rettungsdienst im Einsatz. In den vergangenen Jahren ist die Bedeutung der Luftrettung, insbesondere im ländlichen Raum gestiegen, so dass eine Tendenz hin zur Ersatzfunktion zu erkennen ist.

In Deutschland verzeichnen beispielsweise sowohl die DRF Luftrettung[5] als auch der ADAC[6] einen Anstieg der Einsatzzahlen. Alle Luftrettungs-Stationen zusammen verzeichneten von 2010 auf 2011 einen Anstieg von 95.377 auf 99.983 Einsätze.[7] Ein Grund für die gestiegenen Einsatzzahlen der Luftretter sind die strukturellen Veränderungen im deutschen Gesundheitswesen. In strukturschwachen Gebieten herrscht zunehmend ein Mangel an wohnortnaher medizinischer Versorgung. Damit wird die Luftrettung immer wichtiger für eine lückenlose Notfallversorgung der Bevölkerung. Aufgrund der Einführung moderner Therapieverfahren und der veränderten Krankenhauslandschaft werden Notfallpatienten nach der Erstversorgung über weitere Strecken in Spezialkliniken gebracht. Einige Kliniken haben sich beispielsweise auf bestimmte Krankheitsbilder, wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Verbrennungen und chirurgische Kindernotfälle spezialisiert.

Es bestehen daher Überlegungen in ländlichen Gebieten bodengebundenen Systeme zugunsten der Luftrettung aufzugeben oder die Einsatzkoordinierung von ärztlichem Notdienst und Notfallrettung zu kombinieren.[8] Ob zukünftig in Regionen mit geringer Bevölkerungsdichte die Luftrettung alternativ zu bodengebundenen Rettungsdienst sinnvoll eingesetzt werden kann, wird durch das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekts PrimAIR untersucht.[9]

Einsatzmittel[Bearbeiten]

Folgende Begriffe sind für den Hubschraubereinsatz in den DIN definiert:

  • Rettungshubschrauber (RTH): Ein zur Durchführung von Primäreinsätzen im Rettungsdienst für notfallmedizinische Aufgaben ausgerüsteter und ausgestatteter Hubschrauber. Er führt auch Sekundäreinsätze im regionalen Bereich durch.
  • Intensivtransporthubschrauber (ITH): Ein für den Transport intensivüberwachungs- und intensivpflichtiger Patienten ausgerüsteter und ausgestatteter Hubschrauber. In Ausnahmefällen kann er auch für die Durchführung von Primäreinsätzen von der Leitstelle herangezogen werden. In Deutschland werden hierzu Bell 412, Eurocopter BK117, Eurocopter EC145 und Dauphin eingesetzt.

Weitere Formen von medizinisch ausgestatteten Hubschraubern sind:

  • Großraum-Rettungshubschrauber (GRH): primär für militärische Einsätze gedacht, aber auch bei zivilen Katastrophen und Großunfällen einsetzbar
  • Notarzteinsatzhubschrauber (NEH), kleinerer Hubschraubertyp, der verringerte Ausrüstung mit sich führt, dient nur der schnellen Zubringung eines Notarztes, vergleichbar einem Notarzteinsatzfahrzeug. Es wird zur Zeit deutschlandweit nur ein NEH eingesetzt.
  • Als Ambulanzhubschrauber (AHS) werden in der Regel Hubschrauber bezeichnet, welche im Regelfall für kommerzielle Luftfahrtdienstleister im Einsatz sind und ständig oder bei Bedarf eine medizinische Ausstattung erhalten können. Aufgrund ggf. erforderlicher Umrüstzeiten und nicht genormter Charakteristika werden AHS im Regelfall eingesetzt, um Nicht-Notfallpatienten luftgebunden zu verlegen. Da dies nicht Teil der Notfall-Luftrettung als Bestandteil des Rettungsdienstes ist, werden die AHS aber oftmals nicht als Bestandteil der Luftrettung gewertet. Sie sind auch nicht Teil der öffentlich-rechtlichen Luftrettung Deutschlands. Medizinische Fachgremien (z. B. "Konsensgruppe Luftrettung" des Ausschusses "Rettungswesen") sehen keine medizinische Notwendigkeit für AHS-Einsätze und lehnen deren Vorhaltung deswegen ab.

Finanzierung[Bearbeiten]

Die Finanzierung wird in Verträgen mit dem Bundesland und den Kostenträgern (Krankenkassen) geregelt. Investitionskosten für Infrastruktur und die Kosten des Flugbetriebes, die medizinische Besatzung und Einsätze werden von den Kostenträgern (in der Regel Krankenkassen) zum größten Teil getragen. Patienten entstehen für die Inanspruchnahme des Rettungsmittels grundsätzlich keine Kosten (Ausnahme: Selbstzahler).

Funkrufnamen[Bearbeiten]

Die BOS-Rufnamen der Intensivtransporthubschrauber wurden mittlerweile vereinheitlicht. Daher wechselte beispielsweise der ITH München seinen Namen von SAMA 78/1 über ITH München zum jetzt offiziellen Christoph München.

Die Hubschrauber der öffentlich-rechtlichen Luftrettung tragen in Deutschland grundsätzlich einen „Christoph“-Rufnamen. Im Gegensatz zu den Rettungshubschraubern sind die Intensivtransporthubschrauber nicht durchnummeriert, sondern tragen nach der Kennung „Christoph“ den jeweiligen Namen des Bundeslandes, in dem sie stationiert sind. Bei mehr als einem ITH im Land steht stattdessen der Name des Stationierungsortes oder der Region (z.B. Christoph Westfalen, Christoph Nürnberg, Christoph Hessen). In Baden-Württemberg sind nach Landesbestimmung alle Hubschrauber der Luftrettung sogenannte „Dual-Use“-Hubschrauber. Daher tragen sie „Christoph“ plus Nummer. Die Bezeichnungen „Christoph Halle“, „Christoph Sachsen-Anhalt“, „Christoph Leipzig“ passen als Besonderheit nicht in diese Systematik. Die Namensgebung ist insbesondere auf die Entstehungsgeschichte zurückzuführen. Seit Anfang Juli 2012 trägt der Hubschrauber "Christoph Leipzig" den BOS-Funkrufnamen "Christoph 63", da er nach Landesbestimmungen kein ITH ist.

Betreiber[Bearbeiten]

In Deutschland ist der Rettungsdienst Ländersache und wird daher durch Landesrettungsdienstgesetze geregelt. Zur Durchführung der Luftrettung greifen die Länder dabei auf unterschiedliche Organisationen zurück.

Italienische Luftrettung bei einem Einsatz am Strand in Jesolo
SAR-Hubschrauber der deutschen Bundeswehr
Der ADAC ist eines der größten Luftrettungsunternehmen. Hier RTH Christoph 32
RTH Christoph 3 des Bundesministeriums des Innern

Derzeit gibt es 71 Rettungshubschrauber-Stationen in Deutschland. Die meisten davon sind in die primäre Luftrettung eingebunden. Das bedeutet, dass sie hauptsächlich sowohl als schneller Notarzt-Zubringer und Ersatz eines Notarzt-Einsatzfahrzeugs genutzt werden, jedoch auch Patiententransporte durchführen können, wenn zum Beispiel eine weiter entfernte Spezialklinik angeflogen werden muss oder kein Rettungswagen vorhanden ist. Die Intensiv-Transport-Hubschrauber sowie weitere Hubschrauber, wie etwa die des militärischen Such- und Rettungsdienstes haben nicht die Primärluftrettung als offiziellen vorrangigen Auftrag, können aber in der Regel auch dazu genutzt werden, wenn erforderlich.

Luftrettungs-Stationen
Anzahl Betreiber[B 1]
30 ADAC Luftrettung gGmbH
12 Bundesministerium des Innern (mit für den Katastrophenschutz beschafften Hubschraubern)
20 DRF Luftrettung (früher Deutsche Rettungsflugwacht e. V. der Björn-Steiger-Stiftung)
5 HDM Luftrettung gemeinnützige GmbH (früher: Team DRF, heute: Tochterunternehmen der DRF Luftrettung)
3 HSD Hubschrauber Sonder Dienst Flugbetriebs GmbH & Co. KG (früher: Team DRF, heute: Tochterunternehmen der DRF Luftrettung)
1 Heli-Flight GmbH & Co. KG im Auftrag der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V.
1 Elbe Helicopter Rainer Zemke GmbH & Co. KG, Bautzen (Tochter des ADAC)
  1. Stand: April 2007

Die Bundesrepublik Deutschland verfügt über ein nahezu flächendeckendes Luftrettungssystem, das in über 30 Jahren als Ergänzung zum bodengebundenen Rettungs- und Notarztdienst geschaffen wurde. Es hat sich als äußerst wirksam erwiesen. Der hohe Stellenwert ist heute unbestritten.

Seit der Etablierung der Luftrettung durch den ADAC wurden in Deutschland bis 2005 mehr als eine Million Einsätze geflogen, davon allein nahezu 310.000 Einsätze von der gemeinnützigen ADAC Luftrettung GmbH. Die ADAC Luftrettung betreibt 34 Rettungshubschrauberstationen an 32 Standorten, davon eine in Österreich und eine in den Niederlanden; Die Flotte der ADAC Luftrettung umfasst 51 Hubschrauber (Stand: Dezember 2011). Die DRF Luftrettung, früher (Deutsche Rettungsflugwacht e. V.), verfügt über eine Flotte von über 50 Hubschraubern, die in Deutschland, Dänemark und Österreich eingesetzt werden. Sie hat seit ihrer Gründung 1972 über 350.000 Rettungseinsätze geleistet. Im Jahr 2006 wiesen die Team DRF Luftretter einen Einsatzrekord auf: Insgesamt starteten sie zu 36.499 Einsätzen. Christoph 3 (BMI) in Köln hat seit seiner Indienststellung im Dezember 1971 bis zum 40-jährigen Jubiläum (Dez. 2011) mehr als 47.500 Einsätze geflogen.

Stützpunkte[Bearbeiten]

Nicht aufgenommen sind Standorte in Rostock (ITH), Bad Doberan (NEH), Emden (KTH), Schwerin und Neubrandenburg (Verlegungshubschrauber). Ebenso nicht berücksichtigt die Standorte Christophorus Europa 3 in Suben und Lifeliner 4 in Groningen, dessen Flugbetrieb von der Medical Air Assistance des niederländischen Automobilclubs ANWB für die ADAC Luftrettung durchgeführt wird.

Rufname Stadt Betreiber Internet Bemerkung
Christoph 1 München ADAC Luftrettung Datenblatt
Internetauftritt des Christoph 1
mit Rettungswinde
Christoph 2 Frankfurt am Main Bundesministerium des Innern Datenblatt
Internetauftritt des Christoph 2
Standort: Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Frankfurt am Main. Am 29. Febr. 2008 Wechsel, von Heli Typ BO 105 zu EC 135.
Christoph 3 Köln Bundesministerium des Innern Datenblatt Gemeinsamer Standort mit Christoph Rheinland am Flughafen Köln/Bonn
Christoph 4 Hannover Bundesministerium des Innern Datenblatt
Internetauftritt des Christoph 4
in Kooperation mit der Johanniter Unfallhilfe
Christoph 5 Ludwigshafen ADAC Luftrettung Datenblatt
Christoph 6 Bremen ADAC Luftrettung Datenblatt
Christoph 7 Kassel Bundesministerium des Innern Datenblatt
Internetauftritt des Christoph 7
Christoph 8 Lünen ADAC Luftrettung Datenblatt
Christoph 9 Duisburg Bundesministerium des Innern Datenblatt fliegt auch grenzüberschreitende Einsätze in die Niederlande
Christoph 10 Wittlich ADAC Luftrettung Datenblatt fliegt auch grenzüberschreitende Einsätze in Luxemburg (Kooperation mit der Air Rescue Luxemburg)
Christoph 11 Villingen-Schwenningen DRF Luftrettung Datenblatt
[1]
Christoph 12 Ahrensbök Bundesministerium des Innern Datenblatt
Christoph 13 Bielefeld-Rosenhöhe Bundesministerium des Innern Datenblatt
Internetauftritt des Christoph 13
Christoph 14 Traunstein Bundesministerium des Innern Datenblatt
Internetauftritt des Christoph 14
mit Bergetau, fliegt auch grenzüberschreitende Einsätze.
Christoph 15 Straubing ADAC Luftrettung Datenblatt
Christoph 16 Saarbrücken ADAC Luftrettung Datenblatt fliegt auch grenzüberschreitende Einsätze in Frankreich
Christoph 17 Kempten Bundesministerium des Innern Datenblatt fliegt auch Einsätze in Österreich (vor allem im Winter bei Skiunfällen), mit Bergetau
Christoph 18 Ochsenfurt ADAC Luftrettung Datenblatt
Christoph 19 Uelzen ADAC Luftrettung Datenblatt früher Phönix 14
Christoph 20 Bayreuth ADAC Luftrettung Datenblatt
Christoph 21 Würselen, Aachen ADAC Luftrettung Datenblatt jetzt Christoph Europa 1. Die Bezeichnung Christoph 21 ist eine frühere, abrechnungstechnische interne Nummer, die nicht als BOS-Funkrufname für den RTH eingeführt wurde.
Christoph 22 Ulm ADAC Luftrettung Datenblatt früher SAR 75
Christoph 23 Koblenz ADAC Luftrettung Datenblatt früher SAR 73
Christoph 24 Rheine ADAC Luftrettung Datenblatt jetzt Christoph Europa 2, bis zu dieser Umbenennung war die zunächst abrechnungstechnische interne Bezeichnung Christoph 24 mit dem Wechsel von der Luftwaffe auf den ADAC auch der BOS-Funkrufname.
Christoph 25 Siegen ADAC Luftrettung Datenblatt
Internetauftritt des Christoph 25
Christoph 26 Sande ADAC Luftrettung Datenblatt früher Christopher Friesland, rund um die Uhr einsatzbereit; mit Rettungswinde
Christoph 27 Nürnberg DRF Luftrettung Datenblatt früher SAR 74, gemeinsamer Standort mit Christoph Nürnberg; EC 135 mit Rettungswinde
Christoph 28 Fulda ADAC Luftrettung Datenblatt
Christoph 29 Hamburg Bundesministerium des Innern Datenblatt früher SAR 71
Christoph 30 Wolfenbüttel ADAC Luftrettung Datenblatt
Internetauftritt des Christoph 30
früher Phönix 14
Christoph 31 Berlin ADAC Luftrettung Datenblatt
Internetauftritt des Christoph 31
höchste Einsatzfrequenz in Deutschland
Christoph 32 Ingolstadt ADAC Luftrettung Datenblatt
Internetauftritt des Christoph 32
Christoph 33 Senftenberg ADAC Luftrettung Datenblatt
Internetauftritt des Christoph 33
gemeinsamer Standort mit Christoph Brandenburg
Christoph 34 Güstrow Bundesministerium des Innern Datenblatt
Christoph 35 Brandenburg (Havel) Bundesministerium des Innern Datenblatt
Internetauftritt des Christoph 35
Christoph 36 Magdeburg DRF Luftrettung Datenblatt
Christoph 37 Nordhausen DRF Luftrettung Datenblatt
Christoph 38 Dresden DRF Luftrettung Datenblatt
Christoph 39 Perleberg ADAC Luftrettung Datenblatt
Internetauftritt des Christoph 39
Inbetriebnahme der Station 3. Juni 2008
Christoph 40 Augsburg ADAC Luftrettung Datenblatt Inbetriebnahme der Station am 29. November 2013; höchstgelegene Luftrettungsstation Deutschlands – auf dem Dach des Klinikums Augsburg in 58 Metern Höhe[10]
Christoph 41 Leonberg DRF Luftrettung Datenblatt früher Rotkreuz Baden-Württemberg 7
Christoph 42 Rendsburg DRF Luftrettung Datenblatt rund um die Uhr einsatzbereit
Christoph 43 Karlsruhe DRF Luftrettung Datenblatt
Internetauftritt des Christoph 43
früher Rotkreuz Baden-Württemberg 6
Christoph 44 Göttingen DRF Luftrettung Datenblatt
Christoph 45 Friedrichshafen DRF Luftrettung Datenblatt
Christoph 46 Zwickau DRF Luftrettung Datenblatt
Christoph 47 Greifswald DRF Luftrettung Datenblatt
Christoph 48 Neustrelitz ADAC Luftrettung Datenblatt
Internetauftritt des Christoph 48
früher SAR 93
Christoph 49 Bad Saarow DRF Luftrettung Datenblatt
Christoph 50 Datenblatt jetzt Christoph Hansa. Auch für den früheren RTH-Standort Erfurt gab es die zivile Bezeichnung Christoph 50, später SAR 89.
Christoph 51 Stuttgart DRF Luftrettung Datenblatt
Christoph 52 Datenblatt jetzt Christoph Europa 5
Christoph 53 Mannheim DRF Luftrettung Datenblatt
Internetauftritt des Christoph 53
früher Flugwacht Mannheim 71
Christoph 54 Freiburg (Breisgau) DRF Luftrettung Datenblatt früher Flugwacht Freiburg 71
Christoph 60 Suhl DRF Luftrettung Datenblatt
Christoph 61 Leipzig ADAC Luftrettung Datenblatt gemeinsamer Standort mit Christoph 63
Christoph 62 Bautzen ADAC Luftrettung Datenblatt
Infos über Christoph 62
rund um die Uhr einsatzbereit; mit Bergetau
Christoph 63 Leipzig ADAC Luftrettung Datenblatt gemeinsamer Standort mit Christoph 61, vormals Christoph Leipzig
Christoph 70 Jena ADAC Luftrettung Datenblatt
Internetauftritt des Christoph 70
früher SAR 77
Christoph 71 Datenblatt jetzt Christoph Brandenburg
Christoph 75 Köln Datenblatt jetzt Christoph Rheinland
Christoph 76 Greven ADAC Luftrettung Datenblatt jetzt Christoph Westfalen
Christoph 77 Mainz ADAC Luftrettung Datenblatt
Internetauftritt des Christoph 77
Christoph 80 Weiden in der Oberpfalz DRF Luftrettung Datenblatt
Christoph Berlin Berlin HDM Luftrettung Datenblatt früher ITH Berlin, rund um die Uhr einsatzbereit
Christoph Brandenburg Senftenberg ADAC Luftrettung Datenblatt gemeinsamer Standort mit Christoph 33, rund um die Uhr einsatzbereit
Christoph Europa 1 Würselen ADAC Luftrettung Datenblatt früher SAR 72, fliegt auch grenzüberschreitende Einsätze nach Belgien und in die Niederlande
Christoph Europa 2 Rheine ADAC Luftrettung Datenblatt früher SAR 76, fliegt auch grenzüberschreitende Einsätze in die Niederlande
Christoph Europa 5 Niebüll DRF Luftrettung Datenblatt früher Christoph 52 in Itzehoe, davor über 20 Jahre in Hartenholm und auch im Nachtflug unterwegs, fliegt auch grenzüberschreitende Einsätze nach Dänemark
Christoph Halle Halle (Saale) Hubschrauber Sonder Dienst Datenblatt Backup für Christoph Sachsen-Anhalt (nur tagsüber)
Christoph Hansa Hamburg ADAC Luftrettung Datenblatt offiziell ITH, 85% Primäreinsätze, frühere ADAC-interne Abrechnungsnummer Christoph 50
Christoph Hessen Reichelsheim Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. Datenblatt früher Christoph Reichelsheim; rund um die Uhr einsatzbereit; vorrangig ITH, jedoch auch Primäreinsätze; in Verbindung mit Christoph Rhein-Main
Christoph München München-Großhadern HDM Luftrettung Datenblatt früher ITH München, rund um die Uhr einsatzbereit. Name war ursprünglich Sama München 78-1
Christoph Murnau Murnau ADAC Luftrettung Datenblatt ITH, ca. 60 % Primäreinsätze, ausgestattet mit Winde
Christoph Niedersachsen Hannover Hubschrauber Sonder Dienst Datenblatt rund um die Uhr einsatzbereit; Call-sig: Christoph 86 im Flugfunk
Christoph Nürnberg Nürnberg HDM Luftrettung Datenblatt gemeinsamer Standort mit Christoph 27, rund um die Uhr einsatzbereit
Christoph Regensburg Regensburg HDM Luftrettung Datenblatt rund um die Uhr einsatzbereit
Christoph Rheinland Köln ADAC Luftrettung Datenblatt früher Christoph 75 (ADAC-interne Abrechnungsnummer). Gemeinsamer Standort mit Christoph 3 am Flughafen Köln/Bonn
Christoph Rhein-Main Reichelsheim Heli-Flight Datenblatt vorrangig ITH, jedoch auch Primäreinsätze; in Verbindung mit Christoph Hessen, bislang ohne genehmigten BOS-Funkfrufnamen
Christoph Sachsen-Anhalt Halle (Saale) Hubschrauber Sonder Dienst Datenblatt rund um die Uhr einsatzbereit
Christoph Thüringen Bad Berka (bei Erfurt) HDM Luftrettung Datenblatt rund um die Uhr einsatzbereit
Christoph Westfalen Greven ADAC Luftrettung Datenblatt rund um die Uhr einsatzbereit, ADAC-abrechnungsinterne Bezeichnung Christoph 76
Christoph Dortmund Dortmund-Wickede Hubschrauber Sonder Dienst Datenblatt früher Florian 0-84-1

nicht öffentlich-rechtlich

Christoph Weser Bremen DRF Luftrettung Datenblatt nicht öffentlich-rechtlich, früher verschiedene BOS-Funkrufnamen
Florian Bielefeld 01-84-01 Bielefeld Teuto Air Lufttransporte Datenblatt nicht mehr existent
KUNO-SH 01 Bad Segeberg KBA Krankentransporte, Behinderten- und Altenhilfe e. V. Vom 15. Juli bis 15. Oktober 2011 nicht öffentlich-rechtlich am Flugplatz Hartenholm stationiert. Klage auf Weiterbetrieb ist vor dem Bundessozialgericht anhängig.[11]

Luftrettung in Österreich[Bearbeiten]

Hauptartikel: Flugrettung in Österreich

Das Rückgrat der österreichischen Flugrettung bildet der Christophorus Flugrettungsverein an dem der ÖAMTC und das Rote Kreuz beteiligt sind.

Der ÖAMTC hat über sein Tochterunternehmen Heliair, das 24 EC 135 in Betrieb hat, die größte zivile Flotte dieses Hubschraubertyps in Europa und verleiht auch fünf Geräte an die ungarische Flugrettung OMSZ.[12]. Darüber werden Standorte von privaten Unternehmern im Auftrag der Länder betrieben. Hinzu kommen temporäre Standorte während der Skisaison.

Luftrettung in der Schweiz[Bearbeiten]

Rega 1 EC 145

In der Schweiz werden Rettungshubschrauber mehrheitlich von der Schweizerischen Rettungsflugwacht (kurz Rega), einer gemeinnützigen privaten Stiftung für Luftrettung oder deren Partnergesellschaften betrieben. Die Rega und ihre Partner können in der Schweiz über die Alarmnummer 1414 angefordert werden. Für den Einsatz in Süddeutschland wird die REGA über die jeweiligen Rettungsleitstellen alarmiert.

Die Rega betreibt zehn Luftrettungsstationen, dazu kommen drei Helikopter der Rega-Partner. Die Standorte werden im Artikel über die Rega beschrieben. Eine Ausnahme bildet der Kanton Wallis, in dem die Air Zermatt und die Air Glaciers für die Luftrettung zuständig sind.

Die erste alpine Luftrettung erfolgte im November 1946 am Gauligletscher.

Flugrettung in Ungarn[Bearbeiten]

Die ungarische Flugrettung OMSZ verfügt über fünf Stützpunkte, die mit EC 135 ausgerüstet sind. Geplant sind noch zwei weitere und ein Stützpunkt, die nur im Sommer besetzt ist. Sowohl die Planung als auch die Schulung der 80 Notfallärzte wurde vom österreichischen Christophorus Flugrettungsverein durchgeführt. Auch das Fluggerät ist von Heliair gechartert.[13]

Internationale Projekte in Europa[Bearbeiten]

Hauptartikel: Christoph Europa

Es gibt Projekte, an denen Organisationen mehrerer Staaten beteiligt sind. Zu nennen sind in diesem Kontext besonders:

Rufname Stadt Bemerkung
Christoph Europa 1 Aachen-Merzbrück Einsätze in Deutschland, Belgien und den Niederlanden.
Christoph Europa 2 Rheine Einsätze in Deutschland und den Niederlanden.
Christoph Europa 3 Suben Europaweit erster Notarzthubschrauber im seit 2002 länderübergreifendem Betrieb: im Winterhalbjahr fliegt ein Hubschrauber des ADAC, im Sommerhalbjahr des ÖAMTC. Einsatzgebiet ist Bayern und Oberösterreich.
Christoph Europa 5 Niebüll Einsätze in Deutschland und Dänemark (v. a. Südjütland)
Christoph Europa 9 Duisburg Einsätze in Deutschland und den Niederlanden .
Lifeliner 3 Nijmegen Einsätze in den Niederlanden und Deutschland.
Lifeliner Europa 4 Groningen Einsätze in den Niederlanden und Deutschland. Gemeinschaftlicher Betrieb durch ADAC und ANWB. In den Niederlanden wird der Standort ohne den Zusatz Europa geführt.
Luxembourg Air Rescue Flughafen Findel Einsätze in Luxemburg, Belgien, Deutschland und Frankreich.
REGA Schweiz (diverse) Die grenznah stationierten REGA-Hubschrauber aus der Schweiz fliegen ebenfalls regelmäßig Einsätze in Deutschland. So liegt mehr als die Hälfte der Einsatzorte von Rega 2 (Basel) in Südbaden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Holger Scholl: Luftrettung. Stumpf und Kossendey, Edewecht u. a. 2002, ISBN 3-932750-77-2, (Themenschwerpunkt).
  • Hubertus Bartmann: Luftrettung am Wasser. Begleitheft zum Aufbaulehrgang für Feuerwehrtaucher – Hubschraubereinsatz. ecomed-sicherheit, Landsberg/Lech 2005, ISBN 3-609-66928-4.
  • Tino Lorenz: Am Leben. Notarzt im Rettungshubschrauber. Heller, Taufkirchen 2007, ISBN 978-3-929403-24-4 (online).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Luftrettung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ärzte Zeitung vom 10. Januar 2008, S. 10: Schnelligkeit steigert nach Unfällen die Überlebenschancen.
  2. Helicopter EC145, naval helicopter : Configuration and options – Eurocopter, an EADS company. Eurocopter.com. Abgerufen am 12. Juni 2010.
  3. AeroBrief 23/2010 | Aerospace | Eurocopter: Rettungshubschrauber EC135 für das Bundesministerium des Innern. Entity38.de. 22. Februar 2007. Abgerufen am 12. Juni 2010.
  4. a b c Nachtflug. drf-luftrettung.de, abgerufen am 5. März 2012.
  5. Zahlen und Fakten. In: organisation.drf-luftrettung.de. Abgerufen am 28. Februar 2014.
  6. Einsätze der ADAC Rettungshubschrauber. Einsatzentwicklung 1970-2012. In: adac.de. Januar 2013, S. 1, abgerufen am 28. Februar 2014 (pdf).
  7. Einsatzstatistik Dt. Luftrettung für das Jahr 2011. In: adac.de. 3. Mai 2012, S. 2, abgerufen am 28. Februar 2014 (pdf).
  8. PrimAIR: Luftrettung soll zum Standard werden. In: rettungsdienst.de. Abgerufen am 28. Februar 2014.
  9. Projekt PrimAIR. Willkommen auf den Seiten des Forschungsprojekts PrimAIR. In: projekt-primair.de. Abgerufen am 28. Februar 2014.
  10. Katja Auer, Stefan Mayr: Deutschlands höchste Luftrettungsstation. In: Süddeutsche Zeitung, 2. Dezember 2013. Abgerufen am 1. April 2014.
  11. http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/675360/notarzt-hubschrauber-gericht.html
  12. Christophorus fliegt in Ungarn. auf ORF-Volksgruppen abgerufen am 26. Januar 2010
  13. Christophorus Magazin (PDF; 474 kB) Juni 2007 abgerufen am 25. Januar 2010