Centre national des indépendants et paysans

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Das Centre national des indépendants et paysans (CNI) ist eine französische politische Partei der gemäßigten Rechten. Sie wurde am 6. Januar 1949 als Centre national des indépendants gegründet und trägt ihre heutige Bezeichnung seit der Vereinigung mit der Bauernpartei (Parti paysan) im Jahr 1951. Zwischen 2002 und 2009 war sie korporatives Mitglied der Union pour un mouvement populaire von Nicolas Sarkozy. Parteivorsitzende ist seit dem Jahr 2000 Annick du Roscoät.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Das CNI stellte mit René Coty den zweiten Präsidenten sowie mit Antoine Pinay und Joseph Laniel zwei Ministerpräsidenten der IV. Republik. Einer der herausragenden Abgeordneten der Partei in der Nationalversammlung war der frühere Ministerpräsident der III. Republik Paul Reynaud. Der heutige Rechtsextremist Jean-Marie Le Pen (Front National) war ursprünglich Abgeordneter des CNI (von 1958 bis 1962).

Geschichte[Bearbeiten]

Mit zwischen 90 und 120 Abgeordneten spielte die Partei zwischen 1952 und 1962 eine bedeutende Rolle.

Innenpolitisch setzte sie sich für eine Amnestie zugunsten zahlreicher in der Zeit der "Épuration" unmittelbar nach der Befreiung verurteilter Kollaborateure ein.

Wirtschaftspolitisch vertrat sie einen eher liberalen, gegen die dirigistische Politik von Sozialisten (SFIO), Kommunisten (PCF) und Christdemokraten (MRP) gerichteten Kurs.

In der Außenpolitik unterstützte sie die Europäische Integration und die NATO-Mitgliedschaft Frankreichs.

1958 unterstützte das CNI die Machtübernahme Charles de Gaulles und die Errichtung der V. Republik. Allerdings lehnte es die Einführung der Direktwahl des Präsidenten im Jahr 1962 ab. Die Partei spaltete sich in der Algerienfrage und über das Misstrauensvotum gegen die Regierung von Georges Pompidou im Oktober 1962. Aus dieser Spaltung gingen als neue Gruppierung die Républicains indépendants hervor, zu denen der spätere Präsident Valéry Giscard d’Estaing gehörte.

In den Wahlen am 18. und 25. November 1962 verlor das CNI den Großteil seiner Mandate und die Partei spielt seither keine bedeutende Rolle mehr. In den 1980er Jahren unternahm sie Versuche, durch eine Art Brückenfunktion zwischen den konservativen Parteien RPR und UDF einerseits und den Rechtsextremen des Front National andererseits politische Bedeutung zu erlangen. Dabei ging sie wiederholt Listenverbindungen mit verschiedenen konservativen und rechtsgerichteten Gruppierungen ein.

Gegenwart[Bearbeiten]

Das CNI stellt zwei Abgeordnete in der Nationalversammlung und einen Senator, die jeweils der Fraktion der UMP angehören.

Bei der Präsidentschaftswahl 2007 unterstützte die Partei Nicolas Sarkozy, nachdem ein eigener Kandidat, der stellvertretende Parteivorsitzende Jean-Michel Jardry, nicht die erforderlichen 500 Unterschriften von Abgeordneten, Senatoren, Bürgermeistern und/oder anderen Amtsträgern erhalten hatte.

Im Frühjahr 2009 hat die CNI angekündigt, sie würde ihre Mitgliedschaft in der UMP beenden aufgrund wachsender Missverständnisse: Sarkozys Regierung sei etwa nicht hart genug in ihrer Ablehnung zum EU-Beitritt der Türkei, und sei mehr bemüht, die sog. "Ouverture" (mit Regierungsteilnahme isolierter sozialistischer Dissidenten) weiterzuentwickeln, als das rechte Bündnis zu verstärken [1] Die CNI blieb aber mit ihren eigenen Listen bei der folgenden Europawahl am 9. Juni 2009 erfolglos.

Referenzen[Bearbeiten]

  1. L'Indépendance au sein de la majorité présidentielle [1].

Weblinks[Bearbeiten]