Cernay (Haut-Rhin)

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Cernay
Wappen von Cernay
Cernay (Frankreich)
Cernay
Region Elsass
Département Haut-Rhin
Arrondissement Thann
Kanton Cernay
Koordinaten 47° 48′ N, 7° 11′ O47.8066666666677.1758333333333296Koordinaten: 47° 48′ N, 7° 11′ O
Höhe 277–358 m
Fläche 18,04 km²
Einwohner 11.451 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 635 Einw./km²
Postleitzahl 68700
INSEE-Code
Website www.ville-cernay.fr

Rathaus Cernay

Cernay (deutsch Sennheim, elsässisch Sanna) ist eine französische Stadt mit 11.451 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Haut-Rhin in der Region Elsass. Sie gehört zum Arrondissement Thann, ist Hauptort (frz.: chef-lieu) des Kantons Cernay und Sitz des Gemeindeverbandes Cernay et environs.

Lage[Bearbeiten]

Cernay liegt am Flüsschen Thur, an der Ostflanke der Vogesen. Bei Cernay kreuzen sich die Nationalstraßen 66 (RemiremontBasel) und 83 (LyonStraßburg). Nach Thann (Unterpräfektur) in der Nachbarschaft sind es sechs Kilometer, nach Mülhausen 18 und nach Belfort 35 Kilometer.

Geschichte[Bearbeiten]

Cernay wird im Jahr 1144 das erste Mal als Seyrenay erwähnt. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts wurde der Ort zur Stadt mit Mauer (1268), Siegel (1292) und einem Rat der Stadt, der unter der Aufsicht der Grafen von Pfirt die Geschicke der Stadt lenkt. 1324 heiratete Johanna von Pfirt den Herzog von Österreich Albrecht II. Dadurch kam die Stadt an Österreich. Im Jahr 1349 wütete die Pest. Im 17. Jahrhundert existierte in Sennheim ein Zweig der Herren von Pfirt.[1] Ihren französischen Namen erhielt die Stadt Ende des 17. Jahrhunderts nach der Eroberung durch Ludwig XIV.

Feldpostkarte 1914 Zerschossene Fabrik

Das 19. Jahrhundert war durch die Industrialisierung vor allem im Textilbereich geprägt. 1860 entstand eine der ersten Arbeitersiedlungen eines Textilunternehmens. Wie das gesamte Elsass kam Cernay 1871 nach dem Deutsch-Französischen Krieg zum deutschen Reich, wo es bis 1918 blieb. Während des Ersten Weltkriegs lag Cernay an der Frontlinie und wurde zu etwa 80 Prozent zerstört.

Nach zwei Jahrzehnten Erholung marschierten erneut deutsche Truppen am 17. Juni 1940 in die Stadt ein. Hier befand sich von 1940 bis 1945 in einem ehemaligen Heim für psychisch Kranke das SS-Ausbildungslager Sennheim der Waffen-SS, in welchem hauptsächlich Unteroffiziere aus frankophonen Ländern wie zum Beispiel für die Division Charlemagne ausgebildet wurden.[2] Bei den Kämpfen um den Brückenkopf Elsass (Poche de Colmar) wurde die Stadt wieder in Mitleidenschaft gezogen.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1800 1851 1900 1946 1954 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 2.175 3.997 4.833 5.800 6.645 8.372 8.563 9.342 10.208 10.313 10.446 11.118

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Paul Stintzi: Blumenberg und Tattenried in: Alemannisches Institut Freiburg/Breisgau (Hrsg.): Alemannisches Jahrbuch 1964/65, Konkordia, Bühl (Baden) 1966, S. 164 f.
  2. Henri Mounine: Cernay, 40-45. Le SS-Ausbildungslager de Sennheim. Polygone, Ostwald 1999, ISBN 2-913832-00-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cernay (Haut-Rhin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien