Conan der Barbar

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Filmdaten
Deutscher Titel: Conan der Barbar
Originaltitel: Conan the Barbarian
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1982
Länge: 126 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 16
Stab
Regie: John Milius
Drehbuch: John Milius,
Oliver Stone
Produktion: Buzz Feitshans,
Raffaella De Laurentiis
Musik: Basil Poledouris
Kamera: Duke Callaghan
Schnitt: C. Timothy O’Meara
Besetzung

Conan der Barbar ist ein zum Genre des Barbarenfilms zählender Low-Fantasy-Film von 1982 nach Motiven von Robert E. Howard, der mehrere Kurzgeschichten und einen Roman über Conan den Cimmerier verfasste.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Handlung

Conan lebt in einer mythischen Welt, die sich im Umbruch zur Eisenzeit befindet. Waffen aus Stahl und das Wissen um ihre Herstellung sind für die Menschen bedeutend. Von seinem Vater lernt Conan den Glauben an Crom, den Gott des Stahls.

Als Kind erlebt Conan, wie seine Sippe vom Magier Thulsa Doom und dessen Kriegern ermordet wird. Conans Mutter wird vor seinen Augen von Thulsa Doom enthauptet. Die überlebenden Kinder, unter ihnen Conan, werden in die Sklaverei verkauft. In einer primitiven Mühle verrichtet er über Jahre hinweg härteste körperliche Arbeit und gewinnt dadurch unglaubliche Kräfte. Ein Nomadenfürst wird auf ihn aufmerksam und lässt Conan fortan bei Kämpfen auf Leben und Tod als Gladiator antreten. Nach unzähligen Siegen wird dieser schließlich in die Freiheit entlassen.

Von nun an zieht Conan durch die Welt. In einer alten Grabkammer hat er eine Erscheinung Croms und findet ein altes, aber mächtiges Schwert. Conan freundet sich mit dem Dieb Subotai an und gewinnt die Liebe der Kriegerin Valeria. Conan erfährt von einem geheimnisvollen Schlangenkult, der sich immer weiter ausbreitet. Hinter dem Kult steckt Thulsa Doom, der Macht über die Menschen gewinnen will. Der greise König Osric bittet Conan, ihm seine Tochter zurückzubringen, die dem Schlangenkult verfallen ist. Conan nimmt den Auftrag an, da er sich an Thulsa Doom rächen will. Valeria und Subotai hingegen wollen das Leben genießen und verweigern Conan die Gefolgschaft.

Conan begibt sich allein in Thulsa Dooms Reich und dringt in dessen Kultstätte, den Berg der Macht, ein. Dort wird Conan gefangen genommen, woraufhin Thulsa Doom ihn an einem Baum kreuzigen lässt. Dem Tode nahe wird Conan von Valeria und Subotai gerettet und zum Magier Akiro (dem Erzähler der Geschichte) gebracht. Akiro beschwört Geister herauf, die Conans Leben retten, nachdem Valeria ihnen ihr eigenes Leben verpfändet hat.

Begleitet von Valeria und Subotai dringt Conan ein zweites Mal in Thulsa Dooms Reich ein und entführt Osrics Tochter. Auf der Flucht wird Valeria durch die Magie Thulsa Dooms getötet. Conan und Subotai entkommen mit der Prinzessin zu Akiro, wo Valeria bestattet wird. Thulsa Doom und seine Krieger verfolgen die Gefährten. Conan, Subotai und Akiro nehmen den Kampf an und töten die meisten ihrer Gegner. Conan stellt sich Rexor, der die rechte Hand Thulsa Dooms ist und einst das Schwert von Conans Vater an sich genommen hat. Bei diesem Kampf wird Conan fast getötet, doch bewahrt ihn die geisterhafte Erscheinung Valerias vor einem tödlichen Hieb. Conan besiegt Rexor und nimmt das während des Kampfes zerbrochene Schwert seines Vaters an sich.

Thulsa Doom entkommt dem Kampf. Conan folgt ihm allein bis zu dessen Kultstätte. Mit dem zerbrochenen Schwert seines Vaters enthauptet Conan Thulsa Doom während einer öffentlichen Zeremonie. Die Anhänger des Schlangenkults verlassen daraufhin desillusioniert die Kultstätte.

[Bearbeiten] Hintergründe

Der gesamte Film wurde in Spanien gedreht und zeigt Stein- und Wüstenlandschaften sowie schneebedeckte Wälder. Während die riesige Fronttreppe des Schlangentempels in der Berggegend von Agua Dulce errichtet wurde, nutzte das Filmteam für die Stadt Kulissen, die bereits 1970 für den Western El Condor gebaut worden waren. [1] Weite Teile des Films kommen ohne Dialoge aus, dafür schafft die epische Filmmusik von Komponist Basil Poledouris eine einzigartige Atmosphäre. Regie führte John Milius, das Drehbuch schrieb Oliver Stone. Das Budget lag bei umgerechnet über 100 Millionen DM.[1]

Der Film machte Arnold Schwarzenegger als Filmschauspieler weltbekannt. Zur Vorbereitung auf seine Rolle nahm er ein halbes Jahr lang Unterricht in Schwertkampf und Kendo. Das ermöglichte ihm schließlich, 90 Prozent aller Szenen des Films ungedoubelt zu spielen. Während dies aus versicherungstechnischen und gewerkschaftlichen Gründen in Hollywood niemals möglich gewesen wäre, nutzte man bei den Außenaufnahmen in Spanien die dortigen rechtlichen Freiräume. [1] Obwohl Schwarzenegger im gesamten Film kaum mehr als ein paar ruppige Halbsätze (im Original mit deutlich steirischem Akzent) von sich gibt, verkörpert er doch perfekt die Figur des „Conan“, die man seither stets mit ihm verbindet. Die österreichische Tageszeitung „Kurier“ kommentierte Arnold Schwarzeneggers schauspielerische Leistung in diesem Film in ihrer Ausgabe vom 3. September 1982 wie folgt: „Ja, und unser Paradeösterreicher Arnold Schwarzenegger wird wohl auch keinen Oscar erhalten. Sein darstellerisches Können verschwindet hinter seinem weltanerkannten Muskelspiel“. [2]

[Bearbeiten] Musik

Die Musik wurde von Basil Poledouris geschrieben und produziert, es spielten Mitglieder[3] des The Orchestra and Chorus di Santa Cecilia und The Radio Symphony of Rome unter der Leitung von Basil Poledouris. Die Orchestrierung geschah durch Greig McRitchie. Aufgenommen und abgemischt wurde der Score von Pedrego Savina und Frank Jones.[4]

Es spielten 90 Musiker, und es sang ein Chor bestehend aus 24 Personen, wobei die Möglichkeit bestand, genau einmal zu overdubben.[5]

1982 erschien eine LP bei Milan/MCA von etwa 48 Minuten Spielzeit. Ab 1984 CDs mit weiteren Auflagen 1992, 1999, und 2003. Varése Sarabande brachte Conan der Barbar mit Conan der Zerstörer ab 1992 heraus, wobei ersterer um etwa 20 Minuten erweitert wurde. Diese sind vergriffen.[3]

Der Soundtrack gilt als herausragend,[4][3][6] und erfreut sich unter Fantasy-Anhängern ungetrübter Beliebtheit.

[Bearbeiten] Deutsche Fassung

Rolle Darsteller Synchronsprecher [7]
Conan Arnold Schwarzenegger Thomas Danneberg
Thulsa Doom James Earl Jones Edgar Ott
König Osric Max von Sydow Friedrich W. Bauschulte
Valeria Sandahl Bergman Rita Engelmann
Die Hexe Cassandra Gava Barbara Ratthey
Akiro „Der Hexer“ Mako Heinz-Theo Branding
Subotai Gerry Lopez Wolfgang Condrus
Conans Vater William Smith Joachim Cadenbach

[Bearbeiten] Kritik

  • In grauer Vorzeit angesiedeltes Fantasy-Spektakel, das diverse Mythen einarbeitet; technisch auf hohem Niveau, doch voller Gewalt, Blut und Menschenverachtung. - Lexikon des internationalen Films [8]
  • „Fazit: Fantasy-Klassiker, der nicht nur Fans des Genres gefallen wird.“ - DVD-Headquarter
  • „Trotz farbenprächtiger Kulissen, herrlicher Landschaftsaufnahmen und der archaisch-wuchtigen Musik von Basil Poledouris hinterlässt der Film einen zwiespältigen Eindruck. In vielen Szenen weist er eine entlarvende menschenverachtende und faschistoide Grundhaltung auf, die zu verbergen er sich noch nicht einmal bemüht.“ - Das große TV Spielfilm Filmlexikon [9]

[Bearbeiten] Auszeichnungen

Sandahl Bergman erhielt 1983 den zum letzten Mal vergebenen Golden Globe Award als Beste Nachwuchsdarstellerin, sowie einen Saturn Award. Arnold Schwarzenegger wurde im selben Jahr für die Goldene Himbeere nominiert.

[Bearbeiten] Nachwirkung

Der Film erfuhr zwei Jahre später eine Fortsetzung: Conan der Zerstörer von Richard Fleischer sowie 1985 ein Spin-off namens Red Sonja mit Brigitte Nielsen. 1997 übernahm Ralf Möller die Titelrolle in der gleichnamigen US-Fernsehserie „Conan“. Aber nach nur einer Staffel und 22 Episoden wurde die Serie wieder eingestellt. Nach der Serie folgte noch ein Fernsehfilm „Conan: The Adventurer“, ebenfalls mit Ralf Möller in der Hauptrolle. Das von John Milius verfasste Drehbuch King Conan, das als offizielle Kino-Fortsetzung der ursprünglichen Filmserie geschrieben wurde, ist nie verfilmt worden.

Die Produktionsfirmen Paradox Entertainment und Nu Image/Millennium Films bereiten zurzeit eine Neuverfilmung von Conan der Barbar für das Studio Lionsgate vor. Die Produzenten erwarten ein Budget von ca. 100 Millionen US-Dollar. Als Regisseur wurde zeitweilig Xavier Gens (Hitman) gehandelt.[10] Die erste Drehbuchfassung wurde von Thomas Dean Donnelly und Joshua Oppenheimer (Sahara) verfasst[11] und soll enger als die früheren Filme der Originalvorlage von Robert E. Howard folgen.[12] Das Filmskript King Conan von John Milius, das einst als weitere Fortsetzung der ursprünglichen Conan-Filme geschrieben wurde, wird für die Neuverfilmung nicht berücksichtigt.[13] Dirk Blackman und Howard McCain entwickeln zurzeit die zweite Drehbuchfassung.[14]

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b c -jg- in: Das große TV Spielfilm Filmlexikon. Digitale-Bibliothek-Sonderband (CD-ROM-Ausgabe). Directmedia, Berlin 2006, ISBN 3-89853-036-1, S. 2436–2437
  2. Kurier vom 3. September 1982, S. 10
  3. a b c Christian Clemmensen: Conan the Barbarian. In: http://www.filmtracks.com. Abgerufen am 25. Mai 2008 (englisch)
  4. a b Jonathan Broxton: Conan the Barbarian. In: Movie Music UK. 1998. Abgerufen am 25. Mai 2008. (englisch)
  5. Conan the Barbarian (1981). In: http://www.basil-poledouris.com. www.basil-poledouris.com, Dezember 1997. Abgerufen am 25. Mai 2008. (englisch)
  6. Conan the Barbarian. www.soundtrack-express.com. Abgerufen am 25. Mai 2008. (englisch)
  7. Conan der Barbar in der Deutschen Synchronkartei; abgerufen am 16. Dezember 2007
  8. Lexikon des internationalen Films. CD-ROM-Ausgabe. Systhema, München 1997
  9. -jg- in: Das große TV Spielfilm Filmlexikon. Digitale-Bibliothek-Sonderband (CD-ROM-Ausgabe). Directmedia, Berlin 2006, ISBN 3-89853-036-1, S. 2437- 2438
  10. Xavier Gens to helm "Conan the Barbarian"
  11. Michael Fleming, Lionsgate leaps on "Conan"
  12. Michael Fleming, Millennium wins rights to "Conan"
  13. Ain't It Cool News: By Crom! $100 million CONAN movie outta Lionsgate?
  14. Jay A. Fernandez & Carolyn Giardina, "Conan unsheathed at Lionsgate", in: The Hollywood Reporter (online), 13. August 2008
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