Der Hund von Blackwood Castle

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Filmdaten
Originaltitel Der Hund von Blackwood Castle
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Produktionsland Bundesrepublik Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1968
Länge 92 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Alfred Vohrer
Drehbuch Alex Berg
Produktion Horst Wendlandt
Musik Peter Thomas
Kamera Karl Löb
Schnitt Jutta Hering
Besetzung

Der Hund von Blackwood Castle ist ein deutscher Kriminalfilm des Regisseurs Alfred Vohrer und der 30. deutschsprachige Edgar-Wallace-Film der Nachkriegszeit. Der Film, der auf Motiven von Edgar Wallace basiert, wurde vom 16. Oktober bis 17. November 1967 in West-Berlin gedreht und am 18. Januar 1968 im Mathäser-Filmpalast in München uraufgeführt. Für die Produktionsfirma Rialto Film war dies der 25. Wallace-Film.

Handlung[Bearbeiten]

Als Kapitän Wilson, der alte Herr von Blackwood Castle, stirbt, hinterlässt er seiner 22-jährigen Tochter Jane das verfallene Schloss Blackwood, welches Robert Jackson, der Anwalt der Familie, sofort für 10.000 £ veräußern möchte, doch Jane weigert sich, die Verkaufsvollmacht zu unterschreiben.

Seltsamerweise interessieren sich mehrere Gäste der nahegelegenen Kneipe Old Inn ebenfalls für das Anwesen. Einer davon ist der mysteriöse Humphrey Connery, der im Moor den Tod Tuckers, eines anderen Gastes, beobachtet. Jane bekommt mit, dass Edward Baldwin das Schloss für 20.000 £ kaufen möchte, doch fällt dieser kurz darauf einem mordlüsternen, schwarzen Hund zum Opfer. Die Leiche wird von Connery abtransportiert und taucht später bei Anwalt Jackson auf. In ihrer Not ruft Jane Sir John von Scotland Yard zur Hilfe. Sir John ist ein alter Bekannter von Agathy Beverton, der Besitzerin der Kneipe.

Zusammen mit Jane macht er grausige Entdeckungen. Im Keller des Schlosses, das von dem Hausdiener Grimbsby verwaltet wird, befindet sich ein Terrarium mit giftigen Schlangen. Deren tödliches Gift wird von Grimbsby benutzt, um die Zähne der im Zwinger gehaltenen Hunde zu präparieren. Anwalt Jackson wird tot in einem brennenden Personenwagen gefunden. Der neu in der Kneipe angekommene Douglas Fairbanks wird ebenfalls von einem Hund verfolgt, aber von Connery gerettet.

Inzwischen ist Catherine Wilson, die frühere Ehefrau des letzten Schlossbesitzers, im Schloss eingetroffen. Sir John findet heraus, dass Fairbanks, Nelson und die inzwischen umgekommenen Baldwin und Tucker auf der Personalliste von Kapitän Wilsons Schiff standen. Auf diesem Schiff, der „Präsident Monroe“, war vor einigen Jahren eine wertvolle Juwelensammlung verschwunden. Kurz darauf stirbt auch Nelson. Alle suchen nun im Schloss nach den Juwelen. Catherine Wilson wird erschossen, Tom Heyes kommt im Moor um.

Hintergründe[Bearbeiten]

Als „Blackwood Castle“ diente das Schloss Pfaueninsel
  • Der Film basiert nur auf Motiven von Edgar Wallace, knüpft jedoch an den bekannten Sherlock-Holmes-Roman Der Hund von Baskerville an.
  • Herbert Reinecker schrieb das Drehbuch unter seinem Pseudonym Alex Berg. Den Erstentwurf, der noch Der schwarze Hund von Blackwood Castle hieß, verfasste Franz Seitz.
  • Die Außenaufnahmen entstanden, wie bei mehreren Filmen der Reihe, zu einem großen Teil auf der Pfaueninsel in Berlin. Die Innenaufnahmen fanden in den Ateliers der CCC-Film im Berliner Bezirk Spandau statt.
  • Der Film enthält ausschließlich Aufnahmen aus dem damaligen West-Berlin.
  • Bei diesem Film löst nicht, wie sonst üblich, ein Inspektor den Fall, sondern Scotland-Yard-Chef Sir John (Siegfried Schürenberg) persönlich.
  • Erstmals wirkte Horst Tappert in einem Film der Serie mit. Heinz Drache, der hier erstmals einen Schurkenpart in dieser Filmreihe erhielt, beendete mit seinem neunten Edgar-Wallace-Film seine Kinokarriere in Deutschland und drehte lediglich noch einen Tierfilm in England. Er widmete sich danach dem Theater und übernahm gelegentlich Fernsehrollen.
  • Regisseur Alfred Vohrer und seine Assistentin Eva Ebner sind in einer kurzen Szene vor dem Nachtclub zu sehen.
  • Da es sich um den 25. Edgar-Wallace-Film der Rialto Film handelte, fand nach Abschluss der Dreharbeiten eine Jubiläumsfeier statt. Bei der Premierenfeier erhielt Horst Wendlandt eine Goldene Leinwand für seine Edgar-Wallace-Produktionen.
  • Der Film wurde von der FSK ohne Kürzungsauflagen ab 12 Jahren freigegeben.

Kritik[Bearbeiten]

„In ihrem Jubiläumsfilm, dem 25. der erfolgreichsten deutschen Filmserie der Nachkriegszeit, haben Produzent Horst Wendlandt, Autor Alex Berg und Regisseur Alfred Vohrer eine besonders fesselnde und spannungsgeladene Story nach Motiven aus dem nachgelassenen Werk des englischen Krimi-Altmeisters auf die Leinwand gebracht.“

Fränkischer Tag, 15. Februar 1969

„Vohrers Inszenierung ist auf Tempo und Effekt bedacht, so dass sich die Zuschauer bei der verlässlichen Leichenlieferung keine Minute langweilen.“

Filmecho, 1968

„Der 25. Edgar-Wallace-Krimi der Berliner Rialto Film zeigt trotz aufwendigerer Inszenierung erste Abnutzungserscheinungen der Kinoserie. Den Machern gingen die Ideen aus, und auch die wenigen renommierten deutschen Schauspieler waren langsam verschlissen.“

TV Spielfilm

„Der 25. Edgar-Wallace-Krimi (der erste in Farbe) [sic!] ist etwas aufwendiger gestaltet und bietet harmlose Unterhaltung, bei der sich Grusel- und Klamaukzutaten die Waage halten.“

Lexikon des internationalen Films

Literatur[Bearbeiten]

  • Joachim Kramp, Jürgen Wehnert: Das Edgar Wallace Lexikon. Leben, Werk, Filme. Es ist unmöglich, von Edgar Wallace nicht gefesselt zu sein! Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-508-2.
  • Joachim Kramp: Hallo! Hier spricht Edgar Wallace. Die Geschichte der legendären deutschen Kriminalfilmserie von 1959–1972. 3. Auflage. Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 2005, ISBN 3-89602-645-3.

Weblinks[Bearbeiten]