Berlin-Haselhorst

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Haselhorst
Ortsteil von Berlin
Berlin Brandenburg Kladow Gatow Staaken Falkenhagener Feld Wilhelmstadt Spandau Haselhorst Siemensstadt HakenfeldeHaselhorst auf der Karte von Spandau
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 32′ 34″ N, 13° 14′ 23″ O52.54277777777813.239722222222Koordinaten: 52° 32′ 34″ N, 13° 14′ 23″ O
Fläche 4,728 km²
Einwohner 15.075 (30. Jun. 2014)
Bevölkerungsdichte 3188 Einwohner/km²
Postleitzahl 13599
Ortsteilnummer 0502
Gliederung
Verwaltungsbezirk Spandau
Ortslagen

Haselhorst ist ein Ortsteil im Berliner Bezirk Spandau und liegt zwischen den Ortsteilen Siemensstadt und Spandau. Er grenzt indirekt – durch die Havel getrennt – auch an den Ortsteil Hakenfelde.

Als einen der wichtigsten und bekanntesten touristischen Anlaufpunkte des Bezirks Spandau und der Stadt Berlin findet man in Haselhorst die Zitadelle Spandau.

Geschichte[Bearbeiten]

Haßelhorst wurde erstmals 1590 als Flurname im Erbregister des Amtes Spandau erwähnt. Dort entstand um 1745 die Meierei Plahn. 1848 wurde das Rittergut Plahn wegen der gleichnamigen Gewehrfabrik bei Spandau in Haselhorst umbenannt.[1] Der ehemalige Gutsbezirk Haselhorst wurde 1910 zur kreisfreien Stadt Spandau eingemeindet und kam mit dieser 1920 zu Groß-Berlin.

In Haselhorst befanden sich bis 1919 unter anderem eine Konservenfabrik, ein Pulvermagazin und ein Exerzierplatz der Preußischen Armee. In der Königlichen Konservenfabrik mussten die zum Wehrdienst eingezogenen Schlachtergesellen in den Herbst- und Wintermonaten alljährlich mehr als 3000 Ochsen schlachten und zu „Rindfleisch im eigenen Saft“ für die Armee verarbeiten.[1] 1892 begann man mit dem Bau einer Arbeiterkolonie. 1907 waren 51 Häuser fertig, in deren 363 Wohnungen rund 1600 Personen lebten. Auf der Pariser Weltausstellung von 1900 hatte die preußische Militärverwaltung eines der Häuser nachbauen lassen, das auch ausgezeichnet wurde. Noch bis 1945 war der Ortsteil Standort militärischer Produktionsbetriebe, unter anderem für Giftkampfstoffe. Viele Jahrzehnte war Haselhorst geprägt durch die im nördlichen Bereich an der Havel befindlichen Tanklager (in der Einflugschneise des Flughafens Tegel); dort befindet sich heute ein Wohngebiet, das im Rahmen der 2009 abgeschlossenen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme „Wasserstadt Oberhavel“ entstand.

Zwischen 1930 und 1935 wurde am Haselhorster Damm und Burscheider Weg die heute unter Denkmalschutz stehende „Reichsforschungssiedlung Haselhorst“ durch verschiedene Architekten der Moderne wie Fred Forbát, Paul Mebes und Paul Emmerich, Gustav Allinger und Peter Jürgensen errichtet.[2]

Heute herrscht im südlichen Bereich des Ortsteils eine industrielle Infrastruktur vor, vertreten unter anderem durch BMW und Wall. Auf der Spreehalbinsel Sophienwerder befindet sich der Außenbezirk Spandau des Wasser- und Schifffahrtsamtes Berlin, das von hier aus unter anderem den Westhafen verwaltet.

Verkehr[Bearbeiten]

Verkehrstechnisch ist Haselhorst seit dem 1. Oktober 1984 durch die – unter dem Straßenzug Nonnendammallee/Am Juliusturm verlaufende – U-Bahnlinie U7 mit der Berliner Innenstadt verbunden. Die U-Bahnhöfe Haselhorst und Zitadelle befinden sich im Ortsteil Haselhorst, der U-Bahnhof Paulsternstraße liegt auf der Grenze zu Siemensstadt. In Haselhorst verkehren die Buslinien X33, 133, 139 und 236 sowie die Nachtbuslinien N33 und N39.

Gewässer[Bearbeiten]

Haselhorst ist nahezu gänzlich von Wasserstraßen umgeben. Im Süden des Ortsteiles befindet sich die Unterspree, die anschließend in die Havel mündet. Die Havel trennt Haselhorst von den Ortsteilen Spandau und Hakenfelde im Westen. Der Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal trennt Haselhorst im Norden von der zu Siemensstadt gehörenden Insel Gartenfeld. Der Grützmachergraben verbindet den Rohrbruchteich an der Rhenaniastraße mit einem Sumpfgebiet. Dort leben unter anderem artgeschützte Biber.

Kirchen[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Henry Alex: Haselhorst. Die Geschichte des Berlin-Spandauer Ortsteils am Fuße der Zitadelle. Heimatkundliche Vereinigung Spandau 1954 e. V., Berlin 2010, ISBN 978-3-938648-02-5.
  • Michael Bienert: Moderne Baukunst in Haselhorst. Geschichte, Bewohner und Sanierung der Reichsforschungssiedlung in Berlin-Spandau. Berlin Story Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-86368-106-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berlin-Haselhorst – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Haselhorst www.stadtwiki.over-blog.de
  2. Siedlung Haselhorst