Die Glücksritter (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Die Glücksritter
Originaltitel Trading Places
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1983
Länge 111 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie John Landis
Drehbuch Timothy Harris
Herschel Weingrod
Produktion Aaron Russo
Musik Elmer Bernstein
Kamera Robert Paynter
Schnitt Malcolm Campbell
Besetzung

Die Glücksritter ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1983. Der Original-Filmtitel Trading Places ist ein Wortspiel: Er bedeutet einerseits „Handelsplätze“ – die Warenterminbörse spielt eine wichtige Rolle –, andererseits „die Plätze tauschen“, was mit den beiden Helden des Films geschieht. Der Film basiert lose auf Motiven des Romans Der Prinz und der Bettelknabe sowie auf der Kurzgeschichte The Million Pound Bank Note des US-amerikanischen Schriftstellers Mark Twain sowie dem Grafen von Monte Christo von Alexandre Dumas.

Handlungsüberblick[Bearbeiten]

Die Gebrüder Duke, zwei kauzige, alte, steinreiche Warentermin-Börsenmakler, schließen eine Wette über einen US-Dollar ab. Es geht darum, ob Erfolg im Leben von den Genen oder der Erziehung und dem Umfeld abhängt. Dazu tauschen sie das Leben des Bettlers Billy Ray Valentine mit dem ihres Geschäftsführers Louis Winthorpe aus. Sie schieben dem High-Society-Manager Drogen unter und lassen ihn wegen angeblichen Diebstahls verhaften. Sie übertragen seine Arbeit, sein Haus und sein Geld auf den überraschend eingestellten neuen Geschäftsführer Billy Ray.

Während Louis auf der Straße leben muss, von seiner Verlobten verlassen wird, zu stehlen beginnt und sich das Leben nehmen will, wächst Billy Ray in seine Arbeit hinein und genießt das Leben der oberen Zehntausend. Doch als die Dukes das Experiment als abgeschlossen betrachten und Billy Ray zufällig davon erfährt, schließt er sich mit Louis zusammen. Mit Hilfe eines Tricks gelingt es ihnen, selbst an der Börse innerhalb eines Tages steinreich zu werden und gleichzeitig die Dukes in den Ruin zu treiben.

Handlung[Bearbeiten]

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Im vorweihnachtlichen Philadelphia treffen wir auf die beiden Helden der Geschichte. Wir begleiten Louis Winthorpe III (Dan Aykroyd), den erfolgreichen Geschäftsführer des Duke & Duke-Imperiums, durch sein morgendliches Ritual. Es fehlt ihm an nichts, er wird von seinem Butler Coleman geweckt, rasiert, etc. Louis leitet das Broker-Unternehmen der Gebrüder Randolph und Mortimer Duke, die durch ihre Geschäfte steinreich geworden sind. Parallel dazu lernen wir den kleinen Gauner Billy Ray Valentine (Eddie Murphy) kennen. Dieser schlägt sich mit Betteleien durchs Leben, indem er vorgibt, im Vietnam-Krieg seine Beine und sein Augenlicht verloren zu haben. An diesem Tag jedoch kreuzen sich die Wege der beiden Helden. Um einer Polizeikontrolle zu entkommen, flieht Billy Ray blindlings und rennt Louis nieder, der gerade aus dem „Heritage Club“ ging, einem feinen Etablissement, in dem nur die High Society verkehrt. Beim Versuch ihm seinen runtergefallenen Aktenkoffer wiederzugeben, wird er in der Hektik beschuldigt, diesen stehlen zu wollen. Nach einer kurzen aber intensiven Jagd durch den Club wird Billy Ray schließlich verhaftet. Louis Winthorpe III wird als Held für sein vermeintlich tapferes Verhalten gefeiert. Noch am Abend feiert ihn seine Verlobte Penelope (eine Nichte der Duke-Brüder) als Helden.

Die Duke-Brüder sind zerstritten darüber, ob der Mensch mehr von seiner Umwelt oder seinen Genen bestimmt wird. Dies wollen sie nun in einem Experiment klären. Daher schließen sie eine Wette ab, ob es machbar ist, Menschen durch ihr gesellschaftliches Umfeld zu verändern. Die Rollen unserer zwei Helden werden vertauscht. Louis wird am nächsten Tag im Heritage Club ein Diebstahl unter Freunden angehängt. Ein getreuer Unterhändler und Mann für die groben Sachen, Clarence Beeks, schmuggelt Louis ein markiertes Dollarbündel in die Jacke. Als jedes der Clubmitglieder den Inhalt seiner Taschen leeren muss, wird Louis des vermeintlichen Diebstahls überführt und verhaftet. Darüber hinaus hängt man ihm auch noch Unterschlagungen von Firmengeldern sowie Drogenbesitz und -handel an. Billy Ray wird inzwischen von den Duke-Brüdern gegen Kaution aus dem Gefängnis geholt und in das feine Haus von Louis gebracht, unter dem Vorwand, man möchte ihn zum neuen Manager des Unternehmens aufbauen. Nach kurzem Zögern nimmt er an und braucht doch noch einige Zeit, diese Geschichte zu glauben. Doch er entwickelt sich recht rasch zu einem fähigen Manager, er versteht, auf was es im Broker-Geschäft ankommt und kann recht schnell die ersten Erfolge verzeichnen.

Louis hingegen wird vorerst von Penelope aus dem Gefängnis abgeholt. Mittlerweile übel zugerichtet und mit wild zusammengewürfelter Kleidung (seine wurde ihm im Gefängnis von den Mitinsassen geraubt) versucht er, Penelope von seiner Unschuld zu überzeugen – dies wird aber prompt von der Prostituierten Ophelia (Jamie Lee Curtis) zerstört. Diese, angeheuert von Beeks, küsst Louis vor dem Polizeirevier und fragt ihn, ob er wieder Drogen für sie hätte. Penelope ist außer sich und verlässt auf der Stelle die Szene. Ophelia glaubte nur an einen Spaß, doch ihr Auftraggeber Beeks ist wie vom Erdboden verschluckt. Sie erklärt sich bereit, Louis zu helfen, da sie ihm seine Geschichte glaubt. In der Bank muss er erfahren, dass seine Konten gesperrt sind, zudem zieht man ihm noch vor Ort alle seine Kreditkarten ein. Als er an seinem Haus läutet, weil auch seine Schlüssel nicht mehr zum Schloss passen, gibt dann auch sein Butler Coleman vor, ihn nicht zu kennen. Ophelia nimmt den völlig am Boden zerstörten Louis daraufhin zu sich nach Hause.

In der Zwischenzeit lebt sich Billy Ray in der Gesellschaft der Reichen und Erfolgsverwöhnten ein. Durch sein Talent im Spekulieren und seinen guten Riecher macht er sich bald einen Namen in der Szene. Er bemerkt auch schnell, wie verändert seine Mitmenschen auf ihn im Gegensatz zu früher reagieren.

Louis' Hass auf Billy Ray steigert sich indessen ins Unermessliche und er sinnt auf Rache. Sein Plan, Billy Ray Drogen unterzujubeln, schlägt fehl. Nach einem gescheiterten Selbstmordversuch mit einer Pistole kehrt er in die kleine Wohnung von Ophelia zurück und schluckt dort Pillen, um sich das Leben zu nehmen.

In der Zwischenzeit hört Billy Ray auf der Toilette zufällig ein Gespräch der Gebrüder Duke mit, in dem sie über das Experiment und ihre Wette sprechen. Das Experiment hat funktioniert, Louis ist am Ende, Billy Ray erfolgreich. Der Wetteinsatz von nur einem Dollar wird bezahlt und beschlossen, weder Billy Ray noch Louis weiterhin zu beschäftigen. Nun über alles im Bilde, eilt Billy Ray zur Wohnung von Ophelia, um alles aufzuklären. Dort findet er den bereits bewusstlosen Louis und rettet ihm mit einem Arzt das Leben.

Louis erwacht in seinem alten Schlafzimmer, sieht Coleman und denkt, dass er alles nur geträumt hat, bis Billy Ray und Coleman ihm von den wahren Hintergründen erzählen. Gemeinsam beschließen sie, es den Duke-Brüdern heimzuzahlen. Beide finden heraus, dass Clarence Beeks eine wichtige Rolle bei dem Insiderhandel spielt. Beeks bringt den jährlichen Crop-Report ins Landwirtschaftsministerium nach Washington, D.C. Der Crop-Report gibt Aufschluss über die Ernteprognose. Diese beeinflusst den Marktwert von z. B. gefrorenem Orangensaftkonzentrat. Billy Ray, Louis, Ophelia und Coleman gelingt es, Clarence Beeks den Crop-Report auf einer Zugfahrt abzunehmen, wobei das Vorhaben beinahe scheitert: Trotz gekonnter Verkleidung kommt Beeks hinter das Vorhaben und verschleppt die vier mit vorgehaltener Waffe vorerst in den Frachtwagen des Zuges. In letzter Minute bekommen unsere Helden Hilfe von einem Gorilla-Männchen, das zurück in die Wildnis nach Afrika darf. Dieses schlägt Beeks K. o., woraufhin er kurzerhand in das Gorillakostüm des Mitreisenden Harvey (James Belushi) gesteckt und zu dem Männchen in den Käfig gesperrt wird.

Louis und Billy Ray übergeben nun einen gefälschten Crop-Report an die Duke-Brüder. Selber kratzen sie alles Geld zusammen, das sie aufbringen können, unter anderem die gesamten Ersparnisse von Ophelia und Coleman, um das Geld mithilfe des Vorabwissens aus dem echten Crop-Report zu vermehren.

Im World Trade Center in New York City kommt es an der Warentermin-Börse (NYMEX) zum Showdown. Louis und Billy Ray mischen sich als freie Broker unter die Menge. Als die Börse öffnet, beginnt der Makler der Dukes, den Markt für Orangensaftkonzentrat aufzukaufen. Louis und Billy Ray verkaufen jede Menge als Zwischenhändler an die Dukes. Als der Orangenpreis auf dem Höhepunkt ist, veröffentlicht der Agrarminister den echten Crop-Report. Dieser prognostiziert eine uneingeschränkte und gute Orangenernte. Somit bricht für die Dukes das Imperium zusammen: Der Preis verfällt in wenigen Minuten, der Makler der Dukes schafft es nicht mehr, die vorher aufgekauften Berge an Konzentrat zu verkaufen. Die Börse schließt mit einem Marktpreis weit unter dem Eröffnungspreis. Die Dukes sind ruiniert, knapp vierhundert Millionen Dollar sind offen. Es kommt zur Konfrontation: Billy Ray und Louis, schnell reich geworden durch den geschickten Zwischenhandel, offenbaren den Dukes ihre Wette: Sie haben untereinander gewettet, dass sie nicht steinreich werden können, ohne dass die Duke-Brüder gleichzeitig bettelarm würden. Louis zahlt den Wetteinsatz (einen Dollar, wie bei der Wette der Dukes) an Billy Ray. Schließlich erleidet Randolph Duke einen Herzinfarkt und die Besitztümer der Duke-Brüder werden gepfändet. Beeks ist mit dem Gorilla-Männchen auf dem Weg nach Afrika.

Die Geschichte endet damit, dass Billy Ray, Louis, Coleman und Ophelia mit dem erwirtschafteten Geld ein schönes Leben in der Karibik verbringen.

Kritik[Bearbeiten]

„Turbulente Komödie nach klassischem Hollywoodmuster, die ihr sozialkritisches Interesse bisweilen etwas vordergründig und klamottenhaft vermittelt, aber größtenteils durch Tempo, ungebrochene Spielfreude und anarchischen Witz gut unterhält.“

Lexikon des Internationalen Films

Trivia[Bearbeiten]

  • Die Duke-Brüder haben einen Auftritt in einem weiteren John-Landis-Film, Der Prinz aus Zamunda, in dem der Prinz (Eddie Murphy) sein Geldbündel einem Landstreicher schenkt. Dieser ruft nur „Mortimer, wir sind wieder da“.
  • Vor dem World Trade Center sagt Louis Winthorpe zu Billy Ray: „Nichts was du je erlebt hast kommt an das wahnsinnige Blutbad heran, das du gleich erleben wirst.“ und „In diesem Gebäude heißt es töten oder du wirst getötet!“.[1]
  • In kleinen Nebenrollen zu sehen: Frank Oz als der korrupte Polizeibeamte, James Belushi als der als Gorilla verkleidete Partygänger, Kelly Curtis - Schwester von Jamie Lee Curtis (Ophelia) - als Freundin von Penelope. Weitere Gastauftritte absolvieren Al Franken und Bo Diddley.
  • Der erwähnte korrupte Polizeibeamte spricht den Titel der Oper La Bohème falsch aus, allerdings ist Louis' vermeintliche Verbesserung ebenfalls falsch.
  • Die Eröffnungsszene wird mit der Ouvertüre von Le nozze di Figaro unterlegt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film war 1984 für folgende Oscars nominiert:

Jamie Lee Curtis und Denholm Elliott gewannen den BAFTA Award, Timothy Harris und Herschel Weingrod wurden für das Drehbuch für den BAFTA Award nominiert. Eddie Murphy für seine Rolle und der Film als Beste Komödie wurden für den Preis Golden Globe nominiert.

Verwandte Werke[Bearbeiten]

Während Die Glücksritter lediglich durch Mark Twains The Million Pound Note inspiriert worden waren, wurde 1953 in Großbritannien von Ronald Neame unter dem Titel The Million Pound Note (Sein größter Bluff) eine der Kurzgeschichte getreuere Verfilmung umgesetzt: Gregory Peck spielt einen armen Schlucker, der von zwei steinreichen Brüdern einer Wette wegen eine Eine-Million-Pfund-Note bekommt, die er zwar nicht einlösen darf, die aber dennoch dazu führt, dass er plötzlich von der Gesellschaft geachtet wird - nur seines Vermögens wegen. Das Motiv der Wette zwischen zwei Millionären, ob die Gene oder das Milieu für Erfolg im Leben ausschlaggebend sind, findet sich auch in einem Kurzfilm der Three Stooges von 1935 (Hoi Polloi).

Quellen[Bearbeiten]

  1. Filmausschnitt

Weblinks[Bearbeiten]