Eine ganz krumme Tour

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Eine ganz krumme Tour
Originaltitel Foul Play
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1978
Länge 116 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Colin Higgins
Drehbuch Colin Higgins
Produktion Thomas L. Miller,
Edward K. Milkis
Musik Charles Fox
Kamera David M. Walsh
Schnitt Pembroke J. Herring
Besetzung

Eine ganz krumme Tour ist eine US-amerikanische Filmkomödie aus dem Jahr 1978. Der Kriminalfilm ist eine Hommage an frühere Filme von Alfred Hitchcock und markierte das Schauspieldebüt von Chevy Chase und das Hollywooddebüt des britischen Komikers Dudley Moore.

Handlung[Bearbeiten]

Die Bibliothekarin Gloria Mundy liest eines Tages auf ihren Weg nach San Francisco den Anhalter Bob Scott auf der California State Route 1 auf, mit dem sie sich so gut versteht, dass sie noch am selben Tag mit ihm einen Kinoabend verbringen wird. Doch unglücklicherweise kommt dieser nicht nur zu spät zur Vorstellung, er stirbt auch noch mit der Warnung, dass sie sich vor dem Zwerg hüten solle, in ihrem Armen. Nachdem sie Hilfe geholt hat, ist dessen Leiche allerdings verschwunden und niemand glaubt ihr, dass es überhaupt einen Toten gab. Sie selbst fühlt sich fortan verfolgt und weiß nicht, ob sie es der Polizei melden soll oder nicht. Ihre Freundin Stella und ihr Vermieter Mr. Hennessey raten ihr zur Vorsicht. Und so wird sie nicht nur abends von dem Albino verfolgt, sondern auch bei sich zu Hause von Scarface angegriffen. Nachdem dieser Gloria niederstreckte, kann sie sich befreien, um die Polizei zu holen und muss mit ansehen, wie Scarface von dem Albino getötet wird, worauf sie selbst in Ohnmacht fällt.

Als sie wieder erwacht, schaut sie in das Gesicht des Polizisten Tony Carlson. Sofort erzählt sie ihre Geschichte und klingt dabei so unglaubwürdig, dass die Polizei ihr nicht nur nicht glaubt, sondern sich auch noch lustig über sie macht. Tony glaubt Gloria erst, nachdem er die Geschichte überprüft hat. Er erklärt ihr, dass Scarface den Albino und den Zwerg um einen Mord hintergangen habe, sodass beide diesen töteten. Scott hatte Beweise für den Plan, sodass dieser auch getötet werden muss. Sie gehen gemeinsam der Spur der schwarzen Limousine nach, die Gloria verfolgt, und besuchen deswegen den Diözesanbischof des Erzbistums San Francisco. Dieser weist sie ab und behauptet, dass sein Wagen gestohlen worden sei und er nichts von der Geschichte wisse, sodass der Besuch anscheinend nichts gebracht hat. Doch der eigentliche Bischof wurde längst getötet und durch seinen Zwillingsbruder ersetzt, der nun mit dem Zwerg und dem Albino unter einer Decke steckt.

Nachdem Gloria und Tony die Nacht auf Tonys Wohnboot in Sausalito verbringen und sich ineinander verlieben, wird Tony am nächsten Morgen zum Leichenfund von Scarface bestellt, während Gloria guten Glaubens zum Treffen mit Tony geht, welches sich als Falle von Albino und dem Zwerg herausstellt. Zwar kann sie kurzfristig in einen Massagesalon flüchten, aber anschließend wird sie doch entführt. Von Mr. Hennessey erfährt Tony von ihrer Entführung und macht sich schnell auf dem Weg, um sie mit ihm zu befreien. Doch Tony wird selbst gefangen genommen und wird wie Gloria von Mr. Hennessey durch ein Karateduell gegen Delia Darrow befreit. Kurz zuvor hatte Delia erklärt, dass der Albino vorhabe, den Papst zu töten. Schnell machen sich Tony und Gloria zum War Memorial Opera House, wo Papst Pius XIII sich gerade das Stück Der Mikado anschaut. Sie erreichen das Haus noch vor dem Attentat, verfolgen den Albino und können ihn nach einem wilden Schusswechsel auf der Bühne töten.

Kritik[Bearbeiten]

„Während Miss Hawn mit aufgerissenen Augen über den Großteil des Films ausdruckslos wirkt, ist ihr Co-Star Chevy Chase entsprechend cool. […] Es ist eine Überraschung, dass Eine ganz krumme Tour sich mehr als Krimi versteht als Komödie.“

Janet Maslin in der New York Times[1]

„Mit Genre-Zitaten überladene Kriminalkomödie, die die Schwächen des Drehbuches durch eine bisweilen geschmacksunsichere Regie noch verstärkt und nur in wenigen Szenen parodistisches Format erreicht.“

Lexikon des Internationalen Films[2]

„Mit seinem ersten Spielfilm gelang ihm eine achtbare Krimiparodie mit guter Besetzung und einigen intelligent-sarkastischen Seitenhieben. Chevy Chase ist hier an der Seite von Goldie Hawn in seiner ersten Hauptrolle zu sehen.“

Prisma[3]

Produktion[Bearbeiten]

Eine ganz krumme Tour weist mehrere Referenzen während des Films auf und ist eine Hommage an Alfred Hitchcock.[4] Die Prämisse der unschuldigen Person, die in ein Netz voller Intrigen gerät wurde von Hitchcock in Filmen wie Saboteure, Die 39 Stufen und Der unsichtbare Dritte verwendet. Das Finale und das verhinderte Attentat in einer Oper wurde bereits in Hitchcocks Der Mann, der zuviel wußte verwendet. Als Gloria in ihrer Wohnung angegriffen wird, nutzt sie, wie in Hitchcocks Bei Anruf Mord, beinahe eine Schere, um sich zu verteidigen. Außerdem lassen sich Referenzen zu Filmen wie Berüchtigt, Vertigo – Aus dem Reich der Toten und Psycho finden. Selbst das von Hitchcock geprägte Stilmittel des MacGuffins, einem Objekt, das zum Anfang einer Geschichte wichtig erscheint, aber im Laufe der Handlung an Bedeutung verliert, wurde in Form der Zigarettenschachtel eingeführt.

Der Name der Hauptdarstellerin Gloria Mundy ist eine Referenz auf das lateinische Zitat sic transit gloria mundi, welches bis 1963 Teil der Papstkrönung war.

Higgins schrieb die Figur des Stanley Tibbets ursprünglich für Tim Conway, der die Rolle allerdings später ablehnte, weswegen der britische Komiker und Schauspieler Dudley Moore zu seinem Hollywooddebüt kam. Durch diese Rolle erhielt Moore auch die Hauptrolle in der Komödie Zehn – Die Traumfrau von Blake Edwards.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Der Film startete am 19. Juli 1978 in den US-Kinos und konnte fast 45 Mio. US-Dollar wieder einspielen.[5] In Westdeutschland startete er am 1. Februar 1979 und in der DDR am 24. April 1981 in den Kinos. Im deutschsprachigen Raum ist der Film zwar auf VHS erhältlich, allerdings noch nicht auf DVD.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Janet Maslin: Foul Play (1978) auf nytimes.com vom 19. Juli 1978 (englisch), abgerufen am 3. Januar 2012
  2. Eine ganz krumme Tour im Lexikon des Internationalen Films
  3. Eine ganz krumme Tour auf prisma.de, abgerufen am 3. Dezember 2011
  4. a b Foul Play at Turner Classic Movies
  5. Foul Play (1978) auf boxofficemojo.com (englisch), abgerufen am 3. Januar 2012