Eine ganz krumme Tour

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Filmdaten
Deutscher Titel Eine ganz krumme Tour
Originaltitel Foul Play
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1978
Länge 116 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Colin Higgins
Drehbuch Colin Higgins
Produktion Thomas L. Miller,
Edward K. Milkis
Musik Charles Fox
Kamera David M. Walsh
Schnitt Pembroke J. Herring
Besetzung

Eine ganz krumme Tour ist eine US-amerikanische Filmkomödie aus dem Jahr 1978. Der Kriminalfilm ist eine Hommage an frühere Filme von Alfred Hitchcock und markierte das Schauspieldebüt von Chevy Chase und das Hollywooddebüt des britischen Komikers Dudley Moore.

Handlung[Bearbeiten]

Gloria Mundy, eine kürzlich geschiedene Bibliothekarin aus San Francisco, wird auf einer Party von einer Freundin ermutigt, sich auf neues einzulassen. Auf dem Heimweg liest sie den Anhalter Bob Scott auf der California State Route 1 auf, der ihr so gut gefällt, dass sie ihn zu einem Kinoabend einläd. Auf seine Bitten nimmt sie auch Scotts Zigaretten an sich, angeblich um ihm beim Aufhören zu helfen. Tatsächlich hat Scott aber eine Filmrolle in der Packung versteckt. Scott kommt dieser nicht nur zu spät zur Vorstellung, er stirbt auch noch mit dem Hinweis auf einen bevorstehenden Mord und der Warnung vor "dem Zwerg" in ihrem Armen. Nachdem sie Hilfe geholt hat, ist dessen Leiche allerdings verschwunden und niemand glaubt ihr, dass es überhaupt einen Toten gab.

Sie selbst fühlt sich fortan verfolgt; Glorias Vermieter Mr Hennessey rät ihr zur Vorsicht und ihre Kollegin Stella, eine Feministin, berät sie in Sachen Selbstverteidigung. In der Bibliothek wird sie von einem Albino angegriffen. Sie kann zunächst in eine Bar entkommen. Dort spricht sie den Engländer Stanley Tibbets an, der dies jedoch als Verführungsversuch interpretiert, und begleitet ihn in sein nahegelegenes "Liebesnest". Nach Aufklärung des Missverständnisses kehrt Gloria in ihre Wohnung zurück, wo sie von einem Mann mit Narbengesicht angegriffen wird. Gloria kann sich befreien und ruft die Polizei, muss aber dann mit ansehen, wie das Narbengesicht vom Albino erschossen wird. Daraufhin fällt sie selbst in Ohnmacht.

Als sie wieder erwacht, sind alle Spuren des nächtlichen Kampfes verschwunden, so dass sie weder die herbeigeeilten Polizisten Tony Carlson und Ferguson noch ihren Vermieter überzeugen kann, dass sie wirklich angegriffen wurde. Gloria kann nach einem erneuten Entführungsversuch entkommen. Ihre Angst entläd sich am nächsten Tag in gewalttätigen Abwehrmaßnahmen gegen den kleinwüchsigen Vertreter J.J. MacKuen. Die Ermittlungen der Polizei lassen ihre Geschichte nun glaubwürdiger erscheinen; sie hat herausgefunden, dass Bob Scott als verdeckter Ermittler auf den Auftragskiller Rupert Stiltskin (alias "der Zwerg") angesetzt war und das der Albino Whitey Jackson für ihn arbeitet. Auch die Leiche des Narbengesichts, der ebenfalls für Stiltskin arbeitete, wird gefunden. Tony, nun offiziell mit Glorias Schutz beauftragt, nimmt sie mit auf sein Hausboot, wo die beiden sich näherkommen.

Tony und Ferguson gehen der Spur der schwarzen Limousine nach, die Gloria verfolgte, und als sie herausfinden, dass das Fahrzeug auf das Erzbistum San Francisco zugelassen ist, statten sie Erzbischof Thorncrest einen Besuch ab; der Erzbischof erklärt, dass sein Wagen gestohlen worden sei. Dabei wissen die Polizisten nicht, dass Stiltskin und Charlie Thorncrest, der Zwillingsbruder des Erzbischofs, diesen - wie zu Beginn des Films gezeigt - ermordet haben, und Charlie nun in die Rolle des Erzbischofs geschlüpft ist. Tags darauf, entführt Stiltskin Ferguson, um so Gloria in einen Hinterhalt zu locken. Sie findet kurzzeitig in einem Massagesalon Unterschlupf; dort triff sie erneut Stanley Tibbets in verfänglicher Situation an, wird jedoch schließlich von Stiltskin und dem Albino entführt.

Der Zufall kommt Tony zu Hilfe: Stella hat für Gloria Nachforschungen angestellt und in ihren Materialien erkennt der Polizist die Haushälterin des Erzbischofs wieder. Die vermeintliche Haushälterin stellt sich als Delia Darrow, Initiatorin einer kirchenfeindliche Gruppe, heraus, die vor einigen Jahren festgenommen wurde. Tony vermutet, dass Gloria und Fergusson im erzbischöflichen Anwesen festgehalten werden; er und Mr Hennessey machen sich schnell auf den Weg, um die beiden zu befreien. Im Keller des Anwesens findet Tony den gefesselten Ferguson, der ihm mitteilt, dass Stiltskin angeheuert wurde, um den Papst bei einer Opernaufführung zu ermorden. Tony, der von Stiltskin angegriffen wird, kann diesen in Notwehr töten, wird dann aber von Delia Darrow gefangengenommen. Sie erklärt Tony, dass anstelle Stiltskins nun der Albino das Attentat ausführen wird. Inzwischen hat sich aber auch Mr Hennessey ins Haus geschlichen; er kann Delia in einem Karateduell ausschalten und Tony und Gloria befreien.

Im War Memorial Opera House hat die Vorstellung der Operette Der Mikado bereits begonnen. Auch Stanley Tibbets ist hier zugegen, denn er ist - wie sich nun herausstellt - der Dirigent des Orchesters. Tony und Gloria erreichen in einer Verfolgungsjagd durch San Francisco schließlich das Opernhaus und können den Albino hinter der Bühne stellen. Nach einem Schusswechsel sürzen die Leiche des Albinos und eines Polizisten auf die Bühne; die Schockstarre des Opernpublikums wird durch den - anfänglich alleinigen - Applaus des Papstes aufgelöst.

Kritik[Bearbeiten]

„Während Miss Hawn mit aufgerissenen Augen über den Großteil des Films ausdruckslos wirkt, ist ihr Co-Star Chevy Chase entsprechend cool. […] Es ist eine Überraschung, dass Eine ganz krumme Tour sich mehr als Krimi versteht als Komödie.“

Janet Maslin in der New York Times[1]

„Mit Genre-Zitaten überladene Kriminalkomödie, die die Schwächen des Drehbuches durch eine bisweilen geschmacksunsichere Regie noch verstärkt und nur in wenigen Szenen parodistisches Format erreicht.“

Lexikon des internationalen Films[2]

„Mit seinem ersten Spielfilm gelang ihm eine achtbare Krimiparodie mit guter Besetzung und einigen intelligent-sarkastischen Seitenhieben. Chevy Chase ist hier an der Seite von Goldie Hawn in seiner ersten Hauptrolle zu sehen.“

Prisma[3]

Produktion[Bearbeiten]

Eine ganz krumme Tour weist mehrere Referenzen während des Films auf und ist eine Hommage an Alfred Hitchcock.[4] Die Prämisse der unschuldigen Person, die in ein Netz voller Intrigen gerät wurde von Hitchcock in Filmen wie Saboteure, Die 39 Stufen und Der unsichtbare Dritte verwendet. Das Finale und das verhinderte Attentat in einer Oper wurde bereits in Hitchcocks Der Mann, der zuviel wußte verwendet. Als Gloria in ihrer Wohnung angegriffen wird, nutzt sie, wie in Hitchcocks Bei Anruf Mord, beinahe eine Schere, um sich zu verteidigen. Außerdem lassen sich Referenzen zu Filmen wie Berüchtigt, Vertigo – Aus dem Reich der Toten und Psycho finden. Selbst das von Hitchcock geprägte Stilmittel des MacGuffins, einem Objekt, das zum Anfang einer Geschichte wichtig erscheint, aber im Laufe der Handlung an Bedeutung verliert, wurde in Form der Zigarettenschachtel eingeführt.

Der Name der Hauptdarstellerin Gloria Mundy ist eine Referenz auf das lateinische Zitat sic transit gloria mundi, welches bis 1963 Teil der Papstkrönung war.

Higgins schrieb die Figur des Stanley Tibbets ursprünglich für Tim Conway, der die Rolle allerdings später ablehnte, weswegen der britische Komiker und Schauspieler Dudley Moore zu seinem Hollywooddebüt kam. Durch diese Rolle erhielt Moore auch die Hauptrolle in der Komödie Zehn – Die Traumfrau von Blake Edwards.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Der Film startete am 19. Juli 1978 in den US-Kinos und konnte fast 45 Mio. US-Dollar wieder einspielen.[5] In Westdeutschland startete er am 1. Februar 1979 und in der DDR am 24. April 1981 in den Kinos. Im deutschsprachigen Raum ist der Film auf VHS erhältlich und seit Oktober 2014 auf DVD.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Janet Maslin: Foul Play (1978) auf nytimes.com vom 19. Juli 1978 (englisch), abgerufen am 3. Januar 2012
  2. Eine ganz krumme Tour im Lexikon des internationalen Films
  3. Eine ganz krumme Tour auf prisma.de, abgerufen am 3. Dezember 2011
  4. a b Foul Play at Turner Classic Movies
  5. Foul Play (1978) auf boxofficemojo.com (englisch), abgerufen am 3. Januar 2012