Erfurter Bahn

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Erfurter Bahn GmbH
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Basisinformationen
Unternehmenssitz Erfurt
Webpräsenz www.erfurter-bahn.de
Eigentümer Stadt Erfurt
Geschäftsführung

Michael Hecht

Betriebsleitung Hans Hagans
Verkehrsverbund Verkehrsverbund Mittelthüringen
Mitarbeiter ca. 450
Linien
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Eisenbahn 13
Anzahl Fahrzeuge
Lokomotiven 2 V 100
Triebwagen 61 Stadler Regio-Shuttle RS1

1 Bombardier Itino

Sonstige Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe Erfurt und Meiningen
Länge Gleisanlagen 17 km Anschlussbahnen in Erfurter Industriegebietendep1

Die Erfurter Bahn GmbH (EB, bis 2007 Erfurter Industriebahn, EIB) ist ein Eisenbahnverkehrsunternehmen, das zu 100 % der Stadt Erfurt gehört.

Geschichte[Bearbeiten]

Als Erfurter Industriebahn GmbH (EIB) wurde das Unternehmen am 1. Mai 1990 gegründet. Alle Gesellschaftsanteile befinden sich im Eigentum der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt. Schon seit dem 8. Mai 1912 betrieb die Stadt Erfurt im Nordosten eine Industriebahn. Diese konnte auch in den Zeiten der DDR ihre Selbständigkeit bewahren, weil sie als städtischer Eigenbetrieb organisiert war. Nach der Wende versuchte die Stadt, den Fortbestand ihres Bahnbetriebs zu sichern und gründete eine GmbH. Am 20. September 1995 wird die EIB als erstes städtisches Unternehmen in Ostdeutschland als „öffentliche nichtbundeseigene Eisenbahn“ anerkannt. Doch allein im Schienengüterverkehr wird keine Zukunft gesehen. Sie bemühte sich daher, in den Schienenpersonennahverkehr in Thüringen einzusteigen. Die Genehmigung hierfür wurde der EIB am 10. April 1997 erteilt und bereits am 15. September dieses Jahres konnte mit dem Freistaat Thüringen der erste Verkehrsvertrag abgeschlossen werden.[1]

Die am 3. März 2007 erfolgte Umbenennung des Unternehmens von Erfurter Industriebahn in die heutige Erfurter Bahn GmbH (EB) dokumentiert die Verlagerung des Geschäftsschwerpunktes. Im Jahr 1999 gründete sie gemeinsam mit der Hessischen Landesbahn GmbH die Süd-Thüringen-Bahn GmbH mit Sitz in Meiningen, die heute den Regionalverkehr in Südthüringen betreibt (einzig die RE Erfurt–Würzburg und Erfurt–Meiningen werden in diesem Bereich noch von der Deutschen Bahn betrieben). Das Eisenbahn-Bundesamt hat am 24. Januar 2014 den Regio-Shuttles der Erfurter Bahn nach mehrjähriger Erstellung eines neuen Regelwerks die Steilstreckenzulassung ohne zusätzliche Umbauten erteilt. Damit sind Fahrten auf der Bahnstrecke Plaue–Themar und wenn betriebsfähig Suhl–Schleusingen möglich.[2]

Liniennetz[Bearbeiten]

Unterfranken Shuttle[Bearbeiten]

Logo Unterfranken Shuttle

Zudem konnte sie zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2004 den Betrieb auf einem kleinen Streckennetz im nördlichen Unterfranken bzw. südlichen Thüringen aufnehmen, dem Kissinger Stern[3] (nähere Informationen hierzu unter Unterfranken-Shuttle):

Die Züge enden in Schweinfurt nicht im Hauptbahnhof sondern fahren weiter in Richtung Bamberg bis zum innenstadtnah gelegenen Haltepunkt Schweinfurt Stadt.

Elster Saale Bahn[Bearbeiten]

Logo Elster-Saale Bahn

Ende August 2010 bekam die Erfurter Bahn den Zuschlag für den Personennahverkehr auf dem „Ostthüringer Dieselnetz“. Am 10. Juni 2012 wurde der Betrieb in dem Vergabenetz, das auch Teile von Sachsen und Sachsen-Anhalt umfasst, für 12,5 Jahre mit einem Umfang von etwa 4,6 Millionen Zugkilometern pro Jahr aufgenommen. Das Netz umfasst folgende Verbindungen[4]:

Der Markenname Elster Saale Bahn wurde zum 100-jährigen Betriebsjubiläum der Erfurter Bahn bekannt gegeben.[5]

Ehemalige Linien[Bearbeiten]

VT001 der Erfurter Bahn im Bahnhof Gotha

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2006 bestellte der Nordhessische Verkehrsverbund einen Großteil der SPNV-Leistungen der EB auf seinem Gebiet ab, so dass der Großteil der Züge bereits in Eichenberg wendete und nur noch einzelne Fahrten bis Kassel-Wilhelmshöhe durchgebunden wurden. Nach massiven Fahrgastbeschwerden und einem signifikantem Rückgang der Reisendenzahlen fuhr die EB seit dem 1. April 2007 auf eigenwirtschaftlicher Basis wieder einen Großteil der Züge zwischen Eichenberg und Kassel-Wilhelmshöhe, was nach eigenen Angaben etwa 80 Prozent der bis zum Fahrplanwechsel 2006 auf diesem Abschnitt erbrachten Zugkilometer entspricht. Ein zunächst morgens und gleichfalls eigenwirtschaftlich nach Göttingen geführtes Zugpaar wendete seit dem Fahrplanwechsel 2007 auch in Kassel-Wilhelmshöhe. Am 15. Dezember 2013 wurde der Betrieb auf den Linien 1 und 2 an die DB Regio abgegeben.

Güterverkehr[Bearbeiten]

Die EB betreibt als Eisenbahninfrastrukturunternehmen ein eigenes Netz von Anschlussbahnen mit einer Gleislänge von 17 Kilometer in den Industriegebieten Erfurt-Ost und -Nord. Für den Güterverkehr werden zwei Diesellokomotiven der DR-Baureihe V100 vorgehalten. Bis 1998 bildete der Güterverkehr den Schwerpunkt des Unternehmens. Der Höhepunkt wurde allerdings schon 1987 erreicht, als 236.700 Güterwagen bewegt und 9.200 Züge abgefertigt wurden.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vgl. Imagebroschüre S. 4f
  2.  Strecke Ilmenau - Themar. In: Bahn-Report. 32, Nr. 188, 27. Februar 2014, ISSN 0178-4528, S. 59 (Website Bahn-Report, abgerufen am 17. März 2014).
  3. Bayerische Eisenbahngesellschaft
  4. http://nvsthueringen.de/News/20100830_dieselnetz-ost-vergeben.php
  5. Künftig rollt die Elster-Saale-Bahn durch Ostthüringen, Ostthüringer Zeitung, 31. März 2012

Literatur[Bearbeiten]

  • Frehner Consulting GmbH (Hrsg.): Erfurter Bahn, Kommt gut an - In Tradition und Leistung seit 1912, Stand: 2007 (Imagebroschüre)
  • Burkhard Beyer: Thüringer fahren bald in Bayern. Erfurter Industriebahn expandiert. In: LOK MAGAZIN. Nr. 261/Jahrgang 42/2003. GeraNova Zeitschriftenverlag GmbH München, ISSN 0458-1822, S. 18.

Weblinks[Bearbeiten]

51.00747777777811.041786111111Koordinaten: 51° 0′ 27″ N, 11° 2′ 30″ O