Mitteldeutscher Verkehrsverbund

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Mitteldeutscher Verkehrsverbund (MDV)
Logo Mitteldeutscher Verkehrsverbund.svg
Rechtsform GmbH
Gründung 1998
Sitz Halle (Saale)
Leitung Steffen Lehmann[1]
Branche ÖPNV
Website mdv.de

Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) ist ein Verkehrsverbund des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) im Großraum Leipzig-Halle. Sitz der Gesellschaft ist Halle (Saale), die Geschäftsstelle befindet sich jedoch in Leipzig.[2]

Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund ist ein so genannter Mischverbund. Gesellschafter sind die Aufgabenträger (also beispielsweise die Landkreise) zu 51 % sowie die Verkehrsunternehmen mit 49 %. Ziel des MDV ist es, das Fahren mit Zug, Straßenbahn und Bus für alle Menschen in Mitteldeutschland einfacher zu gestalten. So bietet der MDV bereits heute ein einheitliches Ticketsystem und arbeitet an einem abgestimmten Fahrplan.

Geschichte[Bearbeiten]

Eingeführt wurde der Verbund mit einem einheitlichen Tarifsystem am 1. August 2001 in vier Landkreisen und den beiden kreisfreien Städten und wurde seitdem mehrfach erweitert: Am 1. August 2004 wurden unter anderem die letzten verbundlosen sächsischen Landkreise aufgenommen und am 1. August 2005 mit Altenburg das Gebiet des ehemaligen DDR-Bezirks Leipzig, das noch stark nach Leipzig orientiert ist, im MDV komplettiert. Über einen Beitritt des Landkreises Bitterfeld wurden ebenfalls kurz nach Einführung Verhandlungen aufgenommen, jedoch waren diese bis dato nicht erfolgreich. Anders als bei den ersten Beitritten will das Land Sachsen-Anhalt mittlerweile auch keine Durchtarifierungsverluste mehr erstatten.

Statistische Daten[3]
Erweiterungs-
jahr
Landkreise + kreis-
freie Städte
Größe
in km²
Einwohner
in Mio.
Unter-
nehmen
Tarif-
zonen
2001 4+2 3500 1,3 12 24
2004 9+2 7400 1,8 28 57
2005 10+2 7970 1,9 28 61

Aufgabenträger[Bearbeiten]

Der MDV umfasst (Beitrittsjahr in Klammern):

MDV-Ausdehnung
in Sachsen den ehemaligen Direktionsbezirk Leipzig
in Sachsen-Anhalt Teile des ehemaligen Regierungsbezirks Halle
in Thüringen das ehemals zum Bezirk Leipzig gehörende Gebiet

Ab 2004 war auch der ehemalige Landkreis Döbeln Teil des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes. Infolge der sächsischen Kreisgebietsreform von 2008 wurde dieser jedoch Teil des Landkreises Mittelsachsen. Seit August 2011 gehört der gesamte Landkreis Mittelsachsen einschließlich des ehemaligen Landkreises Döbeln zum Verkehrsverbund Mittelsachsen. Lediglich für verbundraumübergreifende Fahrten zwischen dem ehemaligen Landkreis Döbeln und dem Mitteldeutschen Verkehrsverbund bestehen noch tarifliche Übergangsregelungen.[4]

Kundenfahrpläne[Bearbeiten]

Folgende Fahrplanhefte werden im MDV herausgegeben:

  • für die Stadt Halle (Saale) gibt es einzelne Linienfaltblätter
  • Landkreis Nordsachsen, Region Torgau-Oschatz
  • Landkreis Nordsachsen, Region Delitzsch
  • Stadtverkehr Leipzig und Leipziger Umland
  • Landkreis Altenburger Land und südlicher Landkreis Leipzig
  • Landkreis Leipzig, Region Muldental
  • Ergänzungsheft Burgenlandkreis
  • Landkreis Saalekreis[5]

PlusBus[Bearbeiten]

Zum Start der S-Bahn Mitteldeutschland am 15. Dezember 2013 werden ausgewählte Buslinien im MDV-Gebiet in Sachsen und Sachsen-Anhalt zu PlusBus-Linien[6] aufgewertet. Als Integriertes Netz[7] des MDV geplant, sollen auch die Gemeinden die abseits der S-Bahn Strecken liegen auch vom neuen Angebot profitieren. Die Buslinien verkehren unabhängig von Schultagen, Ferien und Wochenenden täglich in einem leicht merkbaren Takt. Die PlusBus-Linien ähneln dem Landesnetz Sachsen-Anhalt.

Linie Endpunkte Verlauf
65 MarkkleebergMarkranstädt GroßzschocherSchönauMiltitz
100 Markkleeberg ↔ Groitzsch Zwenkau
131 Merseburg ↔ Leipzig Günthersdorf
144 Kitzscher ↔ Zwenkau EspenhainRöthaBöhlen
190 Wahren ↔ Radefeld Lützschena
196 Leipzig ↔ Bad Düben Krostitz
258 BornaLucka DeutzenRegis-Breitingen
276 Kitzscher ↔ Borna Kesselshain
302 Halle ↔ Könnern Möderau – LettewitzWettinRothenburg
350 AltenburgSchmölln BurkersdorfGroßstöbnitz
416 Altenburg ↔ Lucka RositzZechauMeuselwitzBreitenhain
610 Grimma ↔ Borna Großbardau – Etzoldshain – Bad Lausick – Flößberg
611 LauchaWiehe/Lossa GolzenBad BibraSaubachWohlmirstedtKahlwinkel
619 Grimma ↔ Rochlitz Großbothen – Sermuth – ColditzLastau
630 Grimma ↔ Wermsdorf DöbenBröhsen – Ragewitz – Mutzschen
684 BeuchaBrandis Waldsteinberg
693 Grimma ↔ Wurzen TrebsenPausitzBennewitz
700 EislebenRoßleben QuerfurtVitzenburgNebra
705 Querfurt ↔ Röblingen EsperstedtSchraplau
723 Merseburg ↔ Freyburg BeunaFranklebenBraunsbedra – Markröhlitz
724 Merseburg ↔ Schkeuditz SchkopauAmmendorfPritzschönaWehlitz
781 TorgauOschatz BeckwitzSitzenrodaSchmannewitzDahlen
800 WeißenfelsProfen Hohenmölsen
820 ZeitzNaumburg OsterfeldStößen
844 Zeitz ↔ Meuselwitz TröglitzRehmsdorf
850 Zeitz ↔ Elstertrebnitz Reuden − Profen

Verkehrsunternehmen[Bearbeiten]

Eisenbahnverkehrsunternehmen[Bearbeiten]

Straßenbahn und Bus[Bearbeiten]

Bus[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatUnternehmen MDV » Impressum. Abgerufen am 24. Juni 2012.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatUnternehmen MDV » Kontakt. Abgerufen am 24. Juni 2012.
  3. Leipziger Volkszeitung (LVZ) vom 15. Juli 2003 Anmerkung: Die Anzahl der Landkreise bezieht sich auf die Einteilung vor den Kreisreformen in Sachsen-Anhalt und Sachsen.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatUnternehmen MDV » Verbundgebiet » Landkreis Mittelsachsen. Abgerufen am 18. Dezember 2011.
  5. http://www.mdv.de/inhalte/bestellen_sparte.php?rubrik=2&kat=29
  6. Ein neues Kapitel im Nahverkehr
  7. Abschlussbericht zur Planungsphase Regionalnetz Bus

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mitteldeutscher Verkehrsverbund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien