Eugen Bracht

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Eugen Bracht 1917 auf einer Fotografie von Nicola Perscheid

Eugen Felix Prosper Bracht (* 3. Juni 1842 in Morges, Kanton Waadt, Schweiz; † 15. November 1921 in Darmstadt) war ein deutscher Maler.

Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]

Mit acht Jahren kam Bracht zusammen mit seiner Familie nach Darmstadt. Dort wurde er schon bald Schüler der Maler Friedrich Frisch und Karl Ludwig Seeger. Johann Wilhelm Schirmer wurde auf den Schüler Bracht aufmerksam und ermöglichte ihm ab 1859 den Besuch der Karlsruher Kunstschule. Die Sommermonate 1860 konnte Bracht zusammen mit den Malern Emil Lugo und Hans Thoma im Schwarzwald verbringen.

Gefördert und unterstützt durch seine Lehrer ging Bracht 1861 nach Düsseldorf und wurde dort Schüler von Hans Gude. Später konnte er in Gudes Atelier zwar selbstständig arbeiten, war aber mit seinen Bildern nie ganz zufrieden.

1864 verließ Bracht dann Düsseldorf und ließ sich in Berlin nieder. Dort lebte und wirkte er in verschiedenen kaufmännischen Bereichen und konnte sich 1870 sogar mit einem kleinen eigenem Geschäft selbstständig machen. Der Erfolg war aber nur von sehr kurzer Dauer, da Bracht durch die politischen Ereignisse (Deutsch-Französischer Krieg) schon bald Konkurs anmelden musste.

Bracht verließ Berlin und kehrte im Frühjahr 1876 zu seinem Lehrer Gude nach Karlsruhe zurück. Hier konnte er dann auch mit seinen Dünenbildern erste Erfolge feiern. Mit diesen Bildern thematisierte Bracht hauptsächlich die kargen Landschaften der Ostseeküste und der Lüneburger Heide. Publikum wie offizielle Kunstkritik lobte an diesen Bildern die „… stimmungsvolle Einsamkeit“.

1880/1881 unternahm Bracht mit Carl Coven Schirm und dem „Reisefanatiker und Orientmaler“ Adolf von Meckel (1856-1893) eine längere Studienreise durch Syrien, Palästina und Ägypten.[1] Gerade diese Reise brachte es mit sich, dass Bracht anschließend sich mehr „orientalischen Motiven“ widmete; zwei seiner bekanntesten Bilder aus dieser Zeit sind „Die Abenddämmerung am Toten Meer“ (Berliner Nationalgalerie) und „Der Sinai“.

1882 nahm Bracht einen Ruf als Dozent für Landschaftsmalerei an der Berliner Kunstakademie an, und bereits zwei Jahre später avancierte er dort zum ordentlichen Professor. Eines seiner wichtigsten Werke in diesen Jahren war 1883 das Panoramabild Schlacht bei Sedan, welches Bracht zusammen mit seinem Kollegen Anton von Werner ausführte.

Die Jahre zwischen 1901 und 1919 wirkte Bracht als Dozent an der Dresdner Kunstakademie. Im Laufe des Jahres 1919 zog er sich vom Lehrbetrieb zurück und ging in den Ruhestand, den er in seiner Heimatstadt Darmstadt verbrachte. Dort starb er am 15. November 1921 im Alter von 79 Jahren.

Zu seinen Meisterschülern gehörten u. a. Paul Mishel, Hans Hartig und Artur Henne. Er gehörte zur bevorzugten Auswahl zeitgenössischer Künstler, die das „Komité zur Beschaffung und Bewertung von Stollwerckbildern“ dem Kölner Schokoladeproduzent Ludwig Stollwerck zur Beauftragung für Entwürfe vorschlug. [2]

Werke (Auswahl) [Bearbeiten]

Eugen Bracht: Heidelandschaft (Neu Zittau bei Berlin), 1884
Eugen Bracht: Eisen- und Stahlwerk Hoesch, Dortmund 1907
  • Hünengrab in der Heide (1877)
  • Küste vor Rügen (1878)
  • Heidelandschaft (1879)
  • Heideschäfer (1879)
  • Morgendämmerung im Hochmoor
  • Septembermorgen auf der Heide (1879)
  • Abenddämmerung am Toten Meer
  • Der Sinai
  • Rast in der Araba (Peträisches Arabien) 1882, Sammlung Sander
  • Palmen bestandene Oase (1883), Bilderkammer, der HEAG, Darmstadt
  • Elias am Bache Krith (1884)
  • Das Gestade der Vergessenheit (erste Fassung 1889, danach sieben weitere Fassungen)

Der Aufenthaltsort der Gemälde oder Sammlungen beziehen sich in manchen Fällen auf das Jahr 1889. Diese können sich heute woanders befinden.

Literatur [Bearbeiten]

  • Manfred Großkinsky (Hrsg.): Eugen Bracht 1842-1921. Museum Giersch, Frankfurt/M. 2005, ISBN 3-935283-10-5
  • Manfred Großkinsky (Hrsg.): Eugen Bracht 1842-1921. Landschaftsmaler im wilhelminischen Kaiserreich. Mathildenhöhe, Darmststadt 1992
  • Adolf Beyer (Hrsh.): Eugen Bracht. Festschrift zur Feier seines 70. Geburtstages. Freie Vereinigung Darmstädter Künstler 1912

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Klaus Homann, Maler sehen die Lüneburger Heide, Albert-König-Museum, Unterlüß 2008, S. 27
  2. Lorenz, Detlef: Reklamekunst um 1900. Künstlerlexikon für Sammelbilder, Reimer-Verlag, 2000.

Weblinks [Bearbeiten]

Meyers Konversationslexikons logo.svg Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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