Falkenstein (Niederösterreich)

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Falkenstein
Wappen von Falkenstein
Falkenstein (Niederösterreich) (Österreich)
Falkenstein (Niederösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Mistelbach
Kfz-Kennzeichen: MI
Fläche: 19,19 km²
Koordinaten: 48° 43′ N, 16° 35′ O48.71666666666716.583333333333302Koordinaten: 48° 43′ 0″ N, 16° 35′ 0″ O
Höhe: 302 m ü. A.
Einwohner: 438 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 23 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2162
Vorwahl: 02554
Gemeindekennziffer: 3 16 08
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktstraße 60
2162 Falkenstein
Website: www.falkenstein.gv.at
Politik
Bürgermeister: Leopold Richter (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(13 Mitglieder)
12 ÖVP-F, 1 SPÖ
Lage der Marktgemeinde Falkenstein im Bezirk Mistelbach
Altlichtenwarth Asparn an der Zaya Bernhardsthal Bockfließ Drasenhofen Falkenstein Fallbach Gaubitsch Gaweinstal Gnadendorf Großengersdorf Großebersdorf Großharras Großkrut Hausbrunn Herrnbaumgarten Hochleithen Kreuttal Kreuzstetten Laa an der Thaya Ladendorf Mistelbach Neudorf bei Staatz Niederleis Ottenthal Pillichsdorf Poysdorf Rabensburg Schrattenberg Staatz Stronsdorf Ulrichskirchen-Schleinbach Unterstinkenbrunn Wildendürnbach Wilfersdorf (Niederösterreich) Wolkersdorf im Weinviertel NiederösterreichLage der Gemeinde Falkenstein (Niederösterreich) im Bezirk Mistelbach (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Falkenstein ist eine Marktgemeinde mit 438 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Mistelbach in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Falkenstein liegt in der Kalkklippenlandschaft des nördlichen Weinviertels in Niederösterreich und gehört geologisch zur Waschbergzone. Südlich des Ortes erhebt sich der Galgenberg auf eine Höhe von 425 m.

Durch die Gemeinde führt der seit 2010 ausgeschilderte Jakobsweg Weinviertel, der vom Heiligen Berg bei Mikulova Svatý kopeček u Mikulova in der südmährischen Stadt Mikulov im Okres Břeclav kommend bis Krems an der Donau führt und Teil der Via Francigena und der Via Slavica ist.

Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 19,17 Quadratkilometer. 58,82 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden außer Falkenstein.

Geschichte[Bearbeiten]

Wahrscheinlich handelt es sich ursprünglich um eine autochthone Bildung der Grafen von Neuburg-Falkenstein, die in der Stauferzeit ausgedehnte Ländereien in Bayern, Niederösterreich und Tirol kontrollierten.

In Falkenstein hat der Weinbau immer eine bedeutende Rolle gespielt. Eine besondere Rolle nahm dabei das Bergtaidingbuechl, ein Gesetzeswerk für den Bereich Weinbau aus dem Jahre 1309, ein. Falkenstein war als Sitz des Bergamtes (Weinberggericht) für alle rechtlichen Fragen in Sachen Wein im Raum zwischen Wien und Brünn zuständig.[1]

Falkenstein wird von der mächtigen Burgruine überragt, ihre Geschichte ist so alt wie die Besiedelung des Weinviertels unter Kaiser Heinrich III., Mitte des 11. Jahrhunderts. Die Burg war bis zum 16. Jahrhundert Lehens- und Pfandherrschaft der Babenberger. Seit 1571 ist die Burg Falkenstein in Privatbesitz und gehörte lange Zeit dem Geschlecht der Grafen und Fürsten von Trautson.

1645 wurde die Burg von den Schweden erobert, jedoch nicht zerstört. Der Verfall setzte erst Ende des 17. Jahrhunderts ein, zusätzlich wurde die Burg von den eigenen Besitzern als Steinbruch benutzt und zur Baumaterialgewinnung abgebrochen.

Unter dem derzeitigen Besitzer Georg Thurn-Vrints wurde die Burgruine wieder für Besucher geöffnet und ein Verein zur Erhaltung der Burgruine Falkenstein gegründet. Seit 1992 werden archäologische Grabungen unter der Leitung des Bundesdenkmalamtes durchgeführt.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Falkenstein am 20. und 21. April 1945 Ziel mehrerer Luftangriffe sowjetischer Kampfflugzeuge, bei denen zwei Bewohner getötet wurden. Insgesamt wurden dabei 18 Wohngebäude und Wirtschaftsgebäude durch Brand zerstört. Am 22. April 1945 marschierten Soldaten der Roten Armee kampflos in Falkenstein ein. Nach Kriegsende hielten die Russen noch bis zum 18. Juli die Ortschaft besetzt, wobei sie im nahen Wald am Landmann ein großes Feldlager bezogen, während sie in den ersten Wochen nach Kriegsende in den Häusern Quartier genommen hatten.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 468 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 457 Einwohner, 1981 482 und im Jahr 1971 576 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Falkenstein
  • Pfarrkirche: Die Kirche ist Jakobus dem Älteren geweiht. Bis auf den gotischen Turm wurde sie im 17. Jahrhundert erbaut. Die von einem Stufenaufgang gesäumte frühbarocke Fassade wird von dreizehn Statuen geziert, an der Spitze Jesus Christus und darunter abgestuft die zwölf Apostel. In der Kirche befindet sich eine Sandsteinmadonna aus dem 14. Jahrhundert.[3]
  • Burg Falkenstein: Die Burgruine thront auf einer Kalkklippe über der Gemeinde und bietet einen Panoramablick über die tschechische Grenze.
  • Kellergasse: Die Kellergasse oder Eiergasse (Oagossn) umfasst 65 Presshäuser. Es werden Führungen angeboten.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Leopold Richter, Amtsleiterin Ingrid Schimpf.

Im Marktgemeinderat gibt es bei insgesamt 13 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 folgende Mandatsverteilung: Liste ÖVP-F 12, SPÖ 1,andere keine Sitze.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 13, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 66. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 182. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 39,95 Prozent.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Antonin Bartonek, Bohuslav Benes, Wolfgang Müller-Funk, und Wolfgang Müller- Funk: Kulturführer Waldviertel, Weinviertel, Südmähren, 1993, S. 237, ISBN 978-3-216-30043-0
  2. Heeresgeschichtliches Museum/Militärhistorisches Institut (HGM/MHI), Militärgeschichtliche Forschungsabteilung (MilFoA), Studiensammlung, Bestand 1945, Schachtel 5, Fasz. 45/9, Gemeindeberichte Niederösterreich, Bezirk Mistelbach
  3. http://falkenstein.riskommunal.net/system/web/zusatzseite.aspx?menuonr=220197447&detailonr=218006063

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Falkenstein (Lower Austria) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien