Frida (Film)

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Frida ist eine Filmbiografie aus dem Jahr 2002 von Regisseurin Julie Taymor mit Salma Hayek in der Hauptrolle und stellt das Leben der mexikanischen Malerin Frida Kahlo nach.

Handlung[Bearbeiten]

Hintergrund ist das großstädtische Leben der Hauptstadt Mexikos im frühen 20. Jahrhundert. Eine hübsche und temperamentvolle junge Frau, Frida, erleidet einen tragischen Verkehrsunfall, der sie für lange Zeit ans Bett fesselt. Doch sie gibt sich nicht auf, sondern beginnt mit eisernem Willen aus der Bettlägerigkeit heraus zu malen. Ihre Träume, Sehnsüchte und insbesondere ihre Schmerzen verarbeitet sie in leidenschaftlichen, unverblümten Ölgemälden, durch deren aufrichtige Eindringlichkeit sie die Aufmerksamkeit und Liebe ihres späteren langjährigen Lebensgefährten und Ehemanns Diego Rivera gewinnt. Das Ganze wird zu einer nach Hollywoodmanier aufgebauten wildromantischen Liebesgeschichte, in denen die Flirts und Seitensprünge beider Ehepartner breiten Raum einnehmen. Sie bändelt zwischendurch mit so illustren Gestalten an wie Leo Trotzki.

Frida trennt sich von Diego, als sie diesen mit ihrer Schwester beim Sex erwischt. Später kommt es zur Scheidung, der kurz darauf wieder eine Eheschließung unter dramatischen Umständen folgt: Nachdem Frida wegen Wundbrand die Zehen eines Fußes amputiert werden mussten, macht Diego ihr einen erneuten Heiratsantrag, den sie annimmt. Sie bleiben Eheleute bis zu Fridas Tod.

Kritiken[Bearbeiten]

„‘Frida’ ist ein szenisches Mosaik, gefügt aus eher konventionell erzählten Passagen, deren Herzstück die dramatische Liebesgeschichte zwischen Frida und Diego ist, und plötzlichen Ausbrüchen, in denen alles zu glühen beginnt: die Farben, die Leidenschaften, die Musik, der Sex, das überschwenglich Theatralische und imaginär Verspielte.“

Rainer Gansera - Süddeutsche Zeitung [1]

„Schön sind die Bilder, die einige von Kahlos Werken als Diaramen animieren, so spielerisch die Kunst ins Leben führend, und dieses wieder zu Kunst erstarren lassend. Schön ist auch Salma Hayek, nicht nur schön, auch engagiert, auch gut, auch exzentrisch. […] Als Frida, das junge Mädchen, nach dem Unfall erfährt, dass ihr Freund nach Europa geht, da malt sie sich einen Schmetterling auf den Gips, später bestreut sie den Ganzkörpergips mit lauter Schmetterlingen. So lernt sie leidend ihre Medizin. Und so ist dieser Film: Wunderschöne Schmetterlinge, darunter schlichter Gips.“

Henryk Goldberg - filmspiegel [2]

„Die Ausflüge ins Surreale, Phantastische, Malerische gleichen den Film der Kunst seiner Heldin in kongenialer Weise an. Dann ist ‘Frida’ nicht mehr biederes Porträt, sondern ein Bild von einem Film - bunt, phantasievoll und rätselhaft.“

Daniel Haas - Spiegel Online [3]

„Der ganze Stolz der Produktion sind jedoch die ‘3-D-Livemalereien’, eine eigens entwickelte Animationstechnik, bei der Kahlos Bilder laufen lernen. Bei einem Oeuvre, das mit anatomischen Details von schockierenden Verletzungen, von Fehlgeburten, herausgelösten Herzen und organischen Drenagen erzählt, wirkt eine solche Trickserei unfreiwillig komisch. Die Heftigkeit von Kahlos malerischem Dialog mit sich selbst verrennt sich hier in einen tragisch-putzigen Cartoon à la ‘Monty Python’s Flying Circus’.“

Birgit Glombitza - Die Tageszeitung [4]

Hintergrund[Bearbeiten]

Die ursprüngliche literarische Vorlage stammte von Hayden Herrera. Um das Drehbuch zu optimieren, wurde es bearbeitet von Rodrigo García, Diane Lake, Gregory Nava, Edward Norton, Walter Salles, Clancy Sigal und Anna Thomas. Der Soundtrack ist von Elliot Goldenthal, der neben eigenen Kompositionen auf mexikanische Künstler wie Lila Downs und Chavela Vargas, aber auch auf Caetano Veloso, zurückgegriffen hat.

International wurde der 12 Millionen US-Dollar teure Spielfilm am 29. August 2002 für die Kino-Verwertung freigegeben, in Deutschland kam er am 6. März 2003 in die Kinosäle.

Frida Kahlo hatte unter anderem eine Affäre mit der Sängerin Chavela Vargas, die als über 80-Jährige in dem Film mitspielte und den Bolero La Llorona singt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Bei der Oscar-Wahl 2003 war der Film in insgesamt sechs Kategorien nominiert worden, darunter in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“. Die Trophäe konnte er dann in den Kategorien „Beste Filmmusik“ (für Elliot Goldenthal) und „Beste Maske“ (für John Jackson und Beatrice De Alba) gewinnen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Salma Hayeks Frida-Kahlo-Film Kunst am offenen Herzen in Süddeutsche Zeitung vom 17. Mai 2010
  2. Eine Fiesta für „Frida“: wunderschön und schmerzfrei in Filmspiegel
  3. “Frida”: Eine Frau bekennt Farbe in Spiegel Online vom 5. März 2003
  4. Dieser Körper atmet noch in Die Tageszeitung vom 6. März 2003