Geoengineering

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Der Begriff Geoengineering (auch Geo-Engineering oder Climate Engineering) bezeichnet vorsätzliche und großräumige Eingriffe mit technischen Mitteln in geochemische oder biogeochemische Kreisläufe der Erde. Als Ziele derartiger Eingriffe werden hauptsächlich das Stoppen der Klimaerwärmung, der Abbau der CO2-Konzentration in der Atmosphäre oder die Verhinderung einer Versauerung der Meere genannt.

Vorgeschlagene Techniken zur Reduktion der Sonneneinstrahlung (Solar Radiation Management (SRM))

Geschichte[Bearbeiten]

Der Begriff wurde in den 1970er Jahren vom italienischen Physiker Cesare Marchetti geprägt.[1] Anfangs nur in wissenschaftlichen Kreisen verwendet, wurde der Begriff durch die Veröffentlichung einer Studie der National Academy of Sciences über die möglichen Auswirkungen der Klimaerwärmung im Jahr 1992 aber einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.[2]

Bis vor wenigen Jahren wurden diese rein technischen Ansätze in politischen und wissenschaftlichen Kreisen wenig ernst genommen. Im Zuge der anhaltenden Diskussion über die Klimaerwärmung, werden derartige Strategien von Wissenschaftlern jedoch immer häufiger vorgeschlagen und von einzelnen Regierungen auch ernsthaft in Erwägung gezogen. Die ersten Tests wurden bereits durchgeführt (Experimente EisenEx und LOHAFEX) und weitere befinden sich in Planung bzw. wurde deren Durchführung aufgrund des öffentlichen Drucks verschoben (SPICE-Experiment).[3][4]

Ideen und Vorschläge[Bearbeiten]

Die National Academy of Sciences (NAS) erwähnte Geoengineering und mehrere Maßnahmen in ihrer Veröffentlichung zu den Implikationen der Globalen Erwärmung aus dem Jahr 1992.[5] Es sind sehr unterschiedliche Überlegungen, die im Begriff „Geoengineering“ zusammengefasst werden. Aufgrund ihres unterschiedlichen Lösungsansatzes werden diese Vorschläge in 2 Hauptgruppen unterteilt:[6]

  1. Beeinflussung der Sonneneinstrahlung (Solar Radiation Management (SRM)):
    Diese Techniken zielen darauf ab, die Abstrahlung von Sonnenlicht zu erhöhen, um so einem globalen Temperaturanstieg entgegenzuwirken. Die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre und deren weitere Auswirkungen, wie eine mögliche Versauerung der Meere, kann mit SRM nicht direkt beeinflusst werden. Es wird vermutet, dass diese Methoden im Falle einer drohenden Klimakatastrophe relativ rasch einen kühlenden Effekt bringen würden. Insbesondere Aerosolausbringungsmethoden bergen aber große Risiken in Hinblick auf unerwünschte Nebeneffekte (wie beispielsweise eine Schädigung der Ozonschicht oder negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen, Tier- und Pflanzenwelt).[7]
  2. Reduzierung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre (Carbon Dioxide Removal (CDR)):
    Da diese Methoden direkt an der Hauptursache des Klimawandels (die steigenden CO2-Werte) ansetzen, werden ihre Unsicherheiten und Nebenwirkungen als eher gering eingeschätzt. Im Gegensatz zu SRM-Methoden dürfte es aber Jahre dauern, bis der gewünschte Effekt eintritt. Diese Gruppe umfasst direkte CO2-Beeinflussungsmethoden wie Luftfilterung, CO2-Sequestrierung (CCS), aber auch indirekte Methoden wie Düngung der Meere mit Eisen oder Phosphor.

Schwefeldioxid[Bearbeiten]

Ein prominenter Ansatz lautet, Schwefeldioxid in die Stratosphäre zu befördern, welches Sonnenstrahlen ins All reflektiert und damit die Erwärmung der Erde abschwächt. Die Idee basiert auf Erfahrungen mit Vulkanausbrüchen. So führte der Ausbruch des Pinatubo 1992 zu einem globalen Temperaturabfall von 0,5 °C. Der Ausbruch des Toba vor etwa 75.000 Jahren führte zu einem vulkanischen Winter, der mit geschätzten 3-5, anderen Modellrechnungen zufolge sogar 8-17 °C Abkühlung einherging.

Die Idee stammt ursprünglich von dem russischen Klimatologen Michail Budyko, der sie bereits in den 1970er Jahren veröffentlichte.[8] Der Atmosphärenwissenschaftler Ken Caldeira und die Physiker Lowell Wood und Nathan Myhrvold von der Firma Intellectual Ventures entwickelten den Ansatz, Schwefeldioxid mit Hilfe eines etwa 25 km langen und wenige Dezimeter durchmessenden Schlauchs in die Stratosphäre zu pumpen. Heliumballons würden den Schlauch und mehrere daran befestigte Pumpen tragen. Das am Ende des Schlauchs austretende farblose Flüssiggas würde sich durch Stratosphärenwinde innerhalb von etwa 10 Tagen um die Erde legen. Das Schwefeldioxid könnte als Abfallprodukt aus dem Ölsandbergbau in Kanada stammen. Die notwendige Menge an Schwefel entspricht laut den Entwicklern etwa 1 % der weltweiten Schwefelemissionen. Insgesamt würde die Neutralisierung der globalen Erwärmung 250 Millionen US$ kosten, was verglichen mit den von Nicholas Stern in Verbindung mit Emissionseinsparungen genannten Kosten von jährlich 1,2 Billionen Dollar extrem gering wäre. Zum Vergleich: die Al Gore Foundation gibt jedes Jahr 300 Millionen Dollar für Öffentlichkeitsarbeit aus. Eine auf dem gleichen physikalischen Mechanismus basierende Idee von Intellectual Ventures ist, die Schornsteine mehrerer schwefelemittierender Fabriken mit Hilfe von Heißluftballons und Luftschiffen in die Stratosphäre zu verlängern.[9][10][11]

Mehrere namhafte Wissenschaftler, so der Chemienobelpreisträger Paul Crutzen und der Präsident der NAS Ralph Cicerone befürworten die ähnliche Überlegung, mit Schwefel beladene Heißluftballons in die Stratosphäre aufsteigen zu lassen, um sie dort zu verbrennen. Diese Methode würde laut Crutzen jährlich lediglich 25 bis 50 Milliarden US$ kosten, wird aber von einigen Wissenschaftlern aufgrund möglicher unvorhersehbarer Effekte und der Notwendigkeit eines dauerhaften Schwefeltransports kritisiert.[12]

Aluminium[Bearbeiten]

Im Zuge der American Association for the Advancement of Science (AAAS) Conference 2010, San Diego am 20. Februar 2010, wurde vom kanadischen Geoingenieur David W. Keith (University of Calgary) vorgeschlagen, Aluminium anstatt Schwefeldioxid zu verwenden. Begründet wurde dieser Vorschlag mit 1) einem 4-fach größeren Strahlungsantrieb 2) einem ca. 16-fach geringeren Gerinnungsfaktor. Derselbe Albedoeffekt könnte so mit viel geringeren Mengen Aluminium, anstatt Schwefel, bewerkstelligt werden. [13]

Photophoretisch schwebende Nanoscheiben (aus Aluminium und Bariumtitanat)[Bearbeiten]

Am 7. September 2010 veröffentlichte David W. Keith auf der Website von PNAS (Proceedings of the National Academies of Science), den Vorschlag, aus Aluminium, Aluminiumoxid und Bariumtitanat bestehende Nanopartikel in der Stratosphäre auszubringen, um Sonnenlicht zu reflektieren. [14]

Die 10 Mikrometer breiten und 50 Nanometer dicken Scheiben sollen in einer Höhe von 40 bis 50 km, knapp über der Stratosphäre, durch Nutzung des photophoretischen Effektes, dauerhaft schweben. Während die Bariumtitanatseite der Erde zugewandt sein soll, sollte die aus Aluminium/Aluminiumoxid bestehende Seite der Sonne zugewandt sein. Das auftreffende Sonnenlicht würde größtenteils reflektiert werden, was den Albedoeffekt erhöht und somit zur Kühlung der Erde beitragen könnte. (Der Effekt der Photophorese kann auch bei der Lichtmühle beobachtet werden, dessen Rad sich bei Lichteinfall dreht.)

Funktionsweise: Durch die Sonneneinstrahlung werden die Nanopartikel erwärmt. Da Bariumtitanat Wärme und Energie leichter abgibt als Aluminium, wäre der - durch den photophoretischen Effekt entstehende - Druck auf die Unterseite größer als die Richtung Erde wirkenden Kräfte. Dieser Drucküberschuss würde die Scheiben in einem Schwebezustand, idealerweise in der Mesosphäre, halten. Wird die Bariumtitanatschicht elektrisch aufgeladen, würde das natürliche elektrische Feld der Atmosphäre die Scheiben waagerecht halten und ein Kippen verhindern. Nachts würden die Partikel zwar (aufgrund der fehlenden Sonneneinstrahlung) langsam zur Erde sinken, aber tagsüber durch den beschriebenen Effekt wieder steigen.

Zusammensetzung der Nanopartikel:

  • Oberste Schicht bestehend aus Aluminiumoxid (schützt die mittlere Aluminiumschicht)
  • Mittlere Schicht aus Aluminium (reflektiert das Sonnenlicht)
  • Untere Schicht aus Bariumtitanat (für elektrische Aufladung und Photophorese)

Vorteile dieser Methode: Diese Methode des SRM (Solar Radiation Management) würde im Gegensatz zu den Schwefeldioxidmodellen unerwünschte Effekte auf die Ozonschicht minimieren, da die Scheiben oberhalb dieser schweben würden.

Gesundheitliche Aspekte: Um negative gesundheitliche Auswirkungen zu minimieren (Aluminium und Bariumtitanat sind gesundheitsschädlich) sollten die Nanopartikel idealerweise so hergestellt werden, dass sie eine begrenzte Lebensdauer haben. Sie könnten beispielsweise so hergestellt werden, dass sie durch UV-Strahlung und Sauerstoffradikale zersetzt werden würden.

Weitere Ansätze[Bearbeiten]

  • Der Vorschlag des Pentagonphysikers Lowell Wood, weltraumtaugliche Sonnensegel zwischen Sonne und Erde zu installieren, um die Erde zu beschatten.[15]
  • Die Idee von Roger Angel von der University of Arizona, 16 Billionen transparenter Scheiben in die Erdumlaufbahn zu schicken, um Teile der Sonnenstrahlung zu reflektieren.[16]
  • Die Idee des Ingenieurs Stephen Salter, Meerwasser in die Atmosphäre zu sprühen und dadurch die Wolkenbildung zu fördern. So könnte eine Flotte von windbetriebenen Glasfaserbooten mit Unterwasserturbinen Sprühwasser erzeugen.[9]
  • Der Vorschlag des Geochemikers James Lovelock, die oberen Ozeanschichten aufzuwirbeln. Dadurch gelangten Nährstoffe an die Meeresoberfläche und das Algenwachstum werde stimuliert. Die Algen wiederum nähmen Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf und würden so den Treibhauseffekt reduzieren.[17]
  • Mit Hilfe von Meeresdüngung das Algenwachstum anzuregen; absterbende Algen sinken zum Meeresboden und entziehen damit das gebundene CO2 dem Meer und damit indirekt auch der Atmosphäre. Versuche des Alfred-Wegener-Instituts in den Jahren 2000 (Experiment EisenEx) und im Frühjahr 2009 (Experiment LOHAFEX) haben allerdings ergeben, dass der Effekt nur sehr gering ist, da die Algen vor dem Absterben fast vollständig von tierischen Organismen gefressen werden, die das CO2 dann wieder ausatmen.[18] Diese Experimente stießen auf heftige Kritik von Umweltschutzorganisationen, da unerwünschte Nebeneffekte auf die Meeresfauna befürchtet wurden und darüber hinaus gegen das, auf der COP 9 beschlossene, Moratorium zur Ozeandüngung verstoßen würden.[19]
  • Überlegungen, der Versauerung der Meere durch Kalkung zu begegnen.
  • Die Sequestrierung von Kohlendioxid, bei der das Treibhausgas bereits bei der Verbrennung von fossilen Kraftstoffen abgefangen und anschließend unter der Erdoberfläche versenkt wird.
  • Zeitgesteuerte Beeinflussung der Albedo der Erde unter Ausnutzung des Kirchhoffschen Strahlungsgesetzes: Die Albedo wird tagsüber (z. B. durch terrestrische Spiegel) erhöht und nachts verringert (z. B. durch Senkrechtstellen/Wegklappen der Spiegel), um nachts ein Abstrahlen der Wärme in den Weltraum zu ermöglichen. Diese Methode ermöglicht eine exakte, in kurzer Zeit wirksame Klimasteuerung und ist vor allem im Stadtbereich (Dachflächen) sinnvoll einsetzbar.[20]

Gefahren[Bearbeiten]

Der Klimawissenschaftler Alan Robock hat im Jahr 2008 eine aus 20 Punkten bestehende Liste möglicher Gefahren beim Einsatz von Geoengineering zusammengestellt und veröffentlicht[21]. Er stellt abschließend fest, dass mindestens 13 der 20 Punkte Nebenwirkungen und Gefahren für Klimasystem und Umwelt darstellen.

  • Regionale Temperaturveränderungen
  • Veränderungen der Niederschlagsmuster
  • Schädigung der Ozonschicht (bei Aerosol Geoengineering)
  • Keine Reduktion des CO2-Gehalts der Atmosphäre (bei SRM-Methoden)
  • Keine Verhinderung der Versauerung der Meere
  • Negative Auswirkungen auf Flora und Fauna
  • Verstärkung des sauren Regens (bei Ausbringung von Schwefeldioxid)
  • Auswirkungen auf die natürliche (Zirrus-)Bewölkung
  • Ausbleichung des Himmels
  • Geringere Leistungsausbeute für Solaranlagen
  • Starker Temperaturanstieg, wenn Projekt gestoppt werden muss
  • Menschliches oder technisches Versagen
  • Unbekannte, unvorhersehbare Auswirkungen
  • Negative Auswirkung auf die Bereitschaft zur CO2-Reduktion
  • Missbrauch zu militärischen Zwecken
  • Gefahr bei kommerzieller Kontrolle der Techniken
  • Widerspruch zur ENMOD-Konvention
  • Möglicherweise extrem hohe Kosten (Ausnahme: Aerosol Geoengineering)
  • Notwendigkeit einer übernationalen Kontrolle
  • Kein Rahmenwerk zur Entscheidungsfindung vorhanden
  • Unvereinbare Interessenskonflikte einzelner Staaten (Wer bestimmt die globale Temperatur?)
  • Erhebliches Konfliktpotential (politisch, ethisch, moralisch)

Besondere Gefahren entstehen, sollten Geoengineering Maßnahmen zur Kühlung der Erde abrupt unterbrochen werden. In diesem Fall kann es zu extrem hohen Änderungen der globalen Durchschnittstemperatur um 2 bis 4 °C pro Dekade kommen, also einer Erwärmung mit einer 20-fachen Rate im Vergleich zur jetzigen.[22]

Geoengineering in der Diskussion[Bearbeiten]

In der Öffentlichkeit, vor allem in Europa, stößt Geoengineering auf große Skepsis.[23] Eine weitverbreitete Ansicht ist, dass Geoengineering Anstrengungen untergraben würde, sich auf die Ursache des Problems der Treibhausgasemissionen zu konzentrieren. Die meisten Wissenschaftler glauben zudem, dass eine Gefahr in der Ignoranz von Risiken bestehe. Zudem gibt es ethische Vorbehalte.[24]

Laut der Royal Society ist Geoengineering keine Alternative zu Emissionsreduktionen, die die höchste Priorität einnehmen sollten. Da diese Reduktionen sich jedoch als schwierig herausstellen, könnten einige Ansätze des Geoengineering helfen. Aufgrund noch großer Unsicherheiten bezüglich der Effektivität, Kosten sowie sozialer und umweltbezogener Auswirkungen sei deutlich mehr Forschung notwendig. Zudem müsse die Öffentlichkeit in die Diskussion einbezogen und ein Regulierungssystem geschaffen werden.[25] Zum Zweck dieser internationalen Zusammenarbeit und zur Schaffung eines internationalen Regelwerks, das transparente und verantwortliche GE-Forschung sicherstellen soll, wurde im März 2010 von der Royal Society, der Academy of Sciences for the Developing World (TWAS) und dem Environmental Defense Fund (EDF) die Plattform "Solar Radiation Management Research Governance Initiative" (SRMGI) gegründet.[26]

Unter dem Motto „The global governance of climate engineering“ wurde im August 2009 in Heidelberg eine fächerübergreifende Untersuchung gestartet.[27] Der Copenhagen Consensus empfiehlt Geoengineering als effizientere Alternative zu Emissionsreduktionen.[28]

Umweltorganisationen drängten im Rahmen der 10. Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitäts-Konvention auf ein Moratorium für ein Verbot von Geoengineeringprojekten.[29][30] In Übereinstimmung mit der Entscheidung eines Verbotes von Meeresdüngung (COP 9, IX/16 C) wurde die Entscheidung getroffen, Geoengineeringaeivitäten solange zu unterlassen, bis eine umfassende wissenschaftliche Basis vorliegt, die sicherstellt, dass derartige Aktivitäten keinen schädigenden Einfluss auf Umwelt und Biodiversität haben können. In kleinem Maßstab angelegte Forschungsstudien wurden jedoch explizit ausgenommen, sofern diese durch die Notwendigkeit der Beschaffung weiterer Forschungserkenntnisse gerechtfertigt werden können, in Übereinstimmung mit Artikel 3 der Konvention stehen und darüber hinaus eine gründliche, vorherige Begutachtung in Bezug auf mögliche Einflüsse auf die Umwelt durchgeführt wurde.[31]

Auch eine von der deutschen Bundesregierung in Auftrag gegebene Studie des Kiel Earth Institute kommt zu dem Schluss, dass der Einsatz von Geoengineering „mit beträchtlichen Nebenwirkungen, deren Ausmaß aber noch weitgehend unbekannt ist“ einhergehen könne. So fände die Erforschung der Nebeneffekte von Geoengineering bisher nur wenig Aufmerksamkeit. Auch habe sich „die sozialwissenschaftliche Forschung […] kaum mit den gesellschaftlichen Aspekten des Einsatzes von Climate Engineering befasst.“ Zudem befände sich die Forschung zu politischen, rechtlichen und ökonomischen Aspekten, die mit Geoengineering einhergehen, noch im Anfangsstadium.[32]

Der deutscher Politikwissenschaftler Elmar Altvater weist darauf hin, dass sich eine solche komplexe Herausforderung nicht mit einer eindimensionalen Herangehensweise lösen lässt, sondern nur holistisch: „…weil Geoengineering genau das bedeutet, was der Name sagt: eine ingenieurmäßige und keine ganzheitliche Herangehensweise.“[33]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Arber: Predictability in science. Accuracy and limitations. The Proceedings of the plenary session, 3–6 November 2006. Pontifical Academy of Sciences, Vatican City 2008, ISBN 978-88-7761-094-2, (Pontificiae Academiae Scientiarum acta 19), S. 83–97.
  • Paul J. Crutzen: An Example of Geo-Engineering. Cooling Down Earth's Climate by Sulfur Emissions in the Stratosphere. In:
  • Jeff Goodell: How to Cool the Planet. Geoengineering and the Audacious Quest to Fix Earth's Climate. Houghton Mifflin Harcourt, Boston MA 2010, ISBN 978-0-618-99061-0.
  • Eli Kintisch: Hack the Planet: Science's Best Hope - or Worst Nightmare - for Averting Climate Catastrophe. Wiley, 2010. ISBN 0-470-52426-X.
  • Brian Launder und J. Michael T. Thompson (Hrsg.): Geo-engineering climate change. Environmental necessity or Pandora's box?. Cambridge University Press. Cambridge 2010. ISBN 978-0-521-19803-5
  • politische ökologie: Geo-Engineering. Notwendiger Plan B gegen den Klimawandel? Mit Beiträgen von O. Renn, K. Ott, P. Mooney, A. Grundwald, A. Oschlies, U. Potzel, u.v.m., Heft 120, oekom verlag München 2010, ISBN 978-3-86581-226-1

Weblinks[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

  • ZDFneo: Projekt Erde - Die Mission (Sendung vom 7. Juli 2012) neoWissen - Projekt Erde: Die Mission. Dokumentation, Vereinigte Staaten von Amerika. ZDFneo, 2007, abgerufen am 7. Juli 2012.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stephen H. Schneider: Geo-engineering:could we or should we make it work. in: Brian Launder: Geo-engineering climate change-environmental necessity or Pandora's box?, Cambridge University Press, Cambridge 2010, ISBN 978-0-521-19803-5: “This term was informally coined in the early 1970s by Cesare Marchetti (and formally published at the invitation of the editor of Climate Change in its inaugural issue as Marchetti 1977).” S. 5
  2. Keith, David W.: Geoengineering the climate: History and Prospect (PDF)
  3. Deutscher Bundestag: Aktueller Begriff Geo-Engineering / Climate Engineering (PDF)
  4. SPICE Project (Stratospheric Particle Injection for Climate Engineering) [1]
  5. NAS (1992): Policy Implications of Greenhouse Warming. National Academies Press.
  6. Royal Society: Geoengineering the climate, veröffentlicht am 1. September 2009, abgerufen am 16. April 2011
  7. Robock, Alan: Benefits, risks, and costs of stratospheric geoengineering, Geophysical Research Letters, Vol. 36, veröffentlicht am 2. Oktober 2009, abgerufen 16. April 2011
  8. Budyko, Michail (1977): Climatic Changes. American Geophysical Society, Washington, D.C.
  9. a b Steven Levitt, Stephen Dubner: Superfreakonomics. Harper Collins, New York 2009.
  10. Geoengineering - Lift-off economist.com, 4. November 2010
  11. Plan B“ nimmt langsam Formen an orf.at, 8. November 2010, abgerufen am 9. November 2010
  12. Spiegel Online: Schwefel in der Stratosphäre - Giftkur fürs Klima
  13. AAAS Conference, San Diego am 20. Februar 2010 - Videomitschnitt: Vorteile von Aluminium gegenüber Schwefel bei Stratospheric Aerosol Geoengineering (SAG) Verschwörungstheorien zufolge werden Aluminiumaerosole schon seit langem in der Atmosphäre ausgebracht und erzeugen sogenannte Chemtrails.
  14. Keith, David W.: Photophoretic levitation of engineered aerosols for geoengineering, PNAS, veröffentlicht am 7. September 2010, abgerufen am 13. April 2011
  15. ORF ON SCIENCE: Wie „Mega-Technik“ die Erderwärmung aufhalten soll
  16. Angel, Roger: Feasibility of cooling the Earth with a cloud of small spacecraft near the inner Lagrange Point (L1), in: Proceedings of the National Academy of Sciences
  17. Berliner Zeitung: Algen sollen das Klima retten
  18. Die Zeit, 23. März 09: Eisendüngung hilft nicht gegen Treibhausgase
  19. Stellungnahme des Bundesamtes für Naturschutz zum AWI-Projekt LOHAFEX (PDF)
  20. PCT-Anmeldung WO 2008/104568 A1: "Zeitgesteuerte Regelung des Strahlungshaushaltes der Erde zur Beeinflussung und Steuerung des Klimas und des Wetters [EN] Timed control of the global radiation balance to influence and control the climate and weather [FR] Régulation en fonction du temps du bilan de rayonnement de la terre pour agir sur le climat et la météorologie et les réguler"
  21. Robock, Alan, 2008: 20 reasons why geoengineering may be a bad idea. Atomic Scientists, Vol. 64 (PDF)
  22.  Damon Matthews† and Ken Caldeira: Transient climate– carbon simulations of planetary geoengineering. In: Proceedings of the National Academy of Sciences (PNASD). Juni 2007 (HTML).
  23. Graßl, Hartmut: Was stimmt? KLIMAWANDEL: Die wichtigsten Antworten. Freiburg etc. 2007. ISBN 978-3-451-05899-8
  24. Ralph J. Cicerone: GEOENGINEERING: ENCOURAGING RESEARCH AND OVERSEEING IMPLEMENTATION. Climatic Change, Vol. 77, Nr. 3-4, S. 221-226.
  25. Andrew Parker: Geoengineering the climate - the Royal Society study. Geophysical Research Abstracts, Vol. 12, 2010. (PDF; 34 kB)
  26. Solar Radiation Management Research Governance Initiative (SRMGI)
  27. Zum „Climate Engineering“ aus natur-, sozial- und rechtswissenschaftlicher Perspektive:
  28. Top Economists Recommend Climate Engineering. Press Release. Copenhagen Consensus. 4. September 2009 (PDF; 188 kB)
  29. U.N. urged to freeze climate geo-engineering projects reuters.com, 21. Oktober 2010, abgerufen am 27. Oktober 2010
  30. At U.N. Convention, Groups Push for Geoengineering Moratorium,scientificamerican.com, 20. Oktober 2010, abgerufen am 27. Oktober 2010
  31. [2] DECISION ADOPTED BY THE CONFERENCE OF THE PARTIES TO THE CONVENTION ON BIOLOGICAL DIVERSITY AT ITS TENTH MEETING X/33. Biodiversity and climate change - Absatz (w), 29. Oktober 2010, abgerufen am 5. Mai 2012
  32. Gezielte Eingriffe in das Klima? Eine Bestandsaufnahme der Debatte zu Climate Engineering Kiel Earth Institute, S. 156-158. Abgerufen am 5. Oktober 2011.
  33. Elmar Altvater: Dunkle Sonne - Im Erdzeitalter des Kapitals. In: www.monde-diplomatique.de. 14. November 2014, abgerufen am 22. November 2014.