Grüner Veltliner

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Grüner Veltliner
Synonyme Weißgipfler – für weitere siehe Abschnitt Synonyme
Grüner Veltliner
Art Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera)
Beerenfarbe weiß
Verwendung
Herkunft Niederösterreich
VIVC-Nummer 12930
Abstammung

Zufallskreuzung aus
Traminer × St. Georgen

Liste von Rebsorten

Grüner Veltliner (ˈɡʀyːnɐ vɛltˈliːnɐ,[1][2] ˈɡʀyːnɐ fɛltˈliːnɐ[1][2] oder ˈɡʀyːnɐ ʋɛltˈliːnɐ) oder Weißgipfler ist eine weiße Rebsorte.

Die in Österreich, insbesondere in Niederösterreich, am weitesten verbreitete Traube wird außerhalb ihrer Heimat wenig angebaut, abgesehen von einigen kleineren mitteleuropäischen Regionen, etwa in Tschechien in der Slowakei oder Ungarn. Sie gedeiht besonders gut auf Lössböden wie im nördlichen Weinviertel, wo die Rebe in Boden und Klima optimale Voraussetzungen findet, ebenso in der Wachau, im Kamptal, Kremstal und am Wagram. Im 20. Jahrhundert wiederentdeckt, ist sie heute die Traube in Österreich, wo sie im Jahr 2009 mit 32,6 % der bewirtschafteten Gesamtrebenfläche mit Abstand den ersten Platz belegt.[3] So wurde dem Grünen Veltliner der erste österreichische DAC-Wein, der Weinviertel DAC, gewidmet. Seit 2006 gibt es auch noch einen weiteren DAC aus dieser Rebsorte mit dem Traisental DAC, seit dem Jahrgang 2007 einen dritten – den Kremstal DAC der am Weißweinsektor als erster DAC eine Reservelinie gestattet.

Ihre Weine bestechen durch ihr intensives Bouquet und durch ihre Frische. Typisch können angenehme Aromen nach weißem Pfeffer oder auch Tabak ausgemacht werden, hervorragend ist aber meist die intensivere Nase und der Geschmack nach Citrus und Frucht (Pfirsich). Ein guter Veltliner besticht durch seine Frische am Gaumen und ist, entgegen landläufiger Meinung, die auf vielen eher mäßigen Veltlinern beruht, durchaus lagerfähig. Bei Verkostungen älterer Weine beeindrucken hochwertige Veltliner immer wieder durch ihre erstaunliche Frische.

Herkunft[Bearbeiten]

Der Grüne Veltliner ist die wichtigste autochthone Rebsorte von Niederösterreich.

Abstammung[Bearbeiten]

Natürliche Kreuzung von Traminer × St. Georgen.

Der zweite Elternteil wird von der HBLA Klosterneuburg nach dem Auffindungsort St. Georgen am Leithagebirge als St. Georgen bezeichnet. Lokal dürfte die Traube als Grünmuskateller bezeichnet worden sein.[4] Die Mutter-Rebe, die ein Alter von ungefähr 400 Jahre aufweist, wurde im Februar 2011 durch Vandalismus stark beschädigt, sodass befürchtet wurde, dass sie nicht mehr austreiben würde. Durch umfassende Pflege ist es gelungen, bis Mai 2011 mehrere Austriebe heranzuziehen.[5][6] Im Juni 2012 wurde eine Auspflanzung von 400 Reben durchgeführt.[7]

Der Grüne Veltliner ist nicht näher verwandt mit dem Frühroten Veltliner und Roten Veltliner.

Siehe auch: Veltliner

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Rebflächen in Österreich verteilten sich im Jahr 2009 wie folgt auf die einzelnen Anbaugebiete:

Weinbaugebiet Rebfläche (Hektar)
Wachau 703,82
Kremstal 1.153,29
Kamptal 1.814,88
Traisental 434,58
Wagram 1.165,82
Weinviertel 6.221,19
Carnuntum 204,95
Thermenregion 165,11
Neusiedler See 789,47
Neusiedlersee-Hügelland 559,58
Mittelburgenland 90,86
Südburgenland 33,32
Wien 153
Südoststeiermark 2,00
Südsteiermark 1,00
Weststeiermark 0,00
Summe Österreich 2009 13.518

Quelle: Weingartenerhebung 2009[8]

Kleinste Bestände sind auch in der Schweiz bekannt (0,56 Hektar, Stand 2007).[9]

In Deutschland gibt es seit Beginn des 20. Jahrhunderts diverse Versuche diese Sorte, die bis in die 1930er Jahre in vielen gemischten Sätzen zu finden war, wieder heimisch werden zu lassen, so unter anderem im Rheingau (Weingut Ferdinand Koegler und Weingut Künstler) und in der Pfalz (Weingut Weegmüller in Neustadt, Weingut Thomas Dollt in Flemlingen, Weingut Gerhard Klein in Hainfeld, Weingut Lukas Krauß in Lambsheim und der Winzerverein in Freinsheim), aber auch in Rheinhessen (Weingut Rheinterrassenhof Wolfgang und Petra Janß in Guntersblum), Franken (Versuchsanbau: Weingut LandArt) und Württemberg. Die mit Grünem Veltliner bestockte Rebfläche lag nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2012 bei 13 Hektar.

Auch in Übersee ist der Grüne Veltliner gelegentlich zu finden, etwa in Australien (Lark Hill Winery, deren Grüner Veltliner Lark Hill 2009 von James Halliday unter die Top 100 Weine Australiens gereiht wurde,[10] Hahndorf Hill Winery in den Adelaide Hills), vor allem aber in Neuseeland,[11] derzeit sind etwa 40 Hektar ausgepflanzt, und auch in den USA. Dort gibt es inzwischen in verschiedenen Bundesstaaten ca. ein knappes Dutzend Grüner Veltliner-Produzenten, wie die Black Ankle Winery (Maryland), Galen Glen Vineyards (Pennsylvania), von Strasser (Kalifornien), Bob Betz Family Winery (Woodinville bei Seattle) und Reustle Prayer Rock Vineyard (Oregon). Weitere Anbauversuche werden derzeit in Indien unternommen.

Synonyme[Bearbeiten]

Für die Sortenkennzeichnung sind lt. Qualitätssortenliste in Österreich nur Grüner Veltliner und Weißgipfler zulässig.

Die Rebsorte Grüner Veltliner, auch manchmal kurz GrüVe, GruVe oder GV (sprich GeVau) genannt, ist auch unter folgenden – heute nicht mehr geläufigen – Begriffen bekannt:[12][13] Bielospicak, Cima Biancam, Dreimänner, Feherhegyü, Feldlinger, Green Veltliner, Greener (im englischen Sprachgebrauch), Grün Muskateller, Grüne Manhardsrebe, Grüner, Grüner Muskateller, Grüner Muskateller (bis in die 1930er Jahre gebräuchlich), Grüner Velteliner, Grüner Weißgipfler, Grünmuskateller, Manhardsrebe, Manhardtraube, Manhartsrebe, Mauhardsrebe, Mouhardrebe, Mouhardsrebe, Muskatel, Muskatel Zeleny, Nemes Veltelini, Plinia Austriaca, Ranfol Bianco, Ranfol Bijeli, Ranfol Weißer, Rdeci Veltinec, Reifler Weiß, Ryvola Bila, Tarant Bily, Valtelin Blanc, Valtelina Vert, Valteliner, Valteliner Blanc, Valteliner Vert, Velteliner Grüner, Velteliner Vert, Velteliner Weißer, Veltelini Zöld, Veltlin Zeleny, Veltlinac Zeleni, Veltlinec, Veltliner, Veltliner Blanc, Veltliner Grun, Veltliner Gruner, Veltliner Grün, Veltliner Verde, Veltlini, Veltlínské zelené (CZ), Veltlínske zelené (SK), Veltlinski Zelenii, Veltlinsky Vert, Veltlinsky Zeleny, Vetlinac, Vetlinac Zeleni, Weißer Raifler, Weißer Reifler, Weißer Valteliner, Weißer Velteliner, Weißer Veltliner, Weißgipfler Grüner, Yesil Veltliner, Zeleni Vetlinac, Zeleny Muskatel, Zeleni veltlinec (SL), Zleni Veltinac, Zöld Muskotaly, Zöld Muskotalynak, Zöld veltelini (HU), Zöld Velteliny, Zöldveltelini und Zold Veltelini.

Literatur[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

  • Eingeschenkt - Weinland Österreich. Weinviertel - Wo das Pfefferl wächst. Dokumentarfilm, Österreich, 2012, 24:30 Min., Buch und Regie: Claudia Pöchlauer, Produktion: Interspot Film, ORF, Reihe: Eingeschenkt - Weinland Österreich, Erstsendung: 2. Dezember 2012 bei ORF 2, Inhaltsangabe von ORF.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Grüner Veltliner – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b [1]
  2. a b [2]
  3. Rebsorten in Österreich
  4. Elternteil des Grünen Veltliners gefunden
  5. Vandalen zerstören uralte Weinrebe, Kurier (Version vom 21. Februar 2011 im Internet Archive)
  6. Historische Veltliner-Rebe überlebt Vandalenakt im Standard vom 5. Mai 2011
  7. Auspflanzung St. Georgener Rebe
  8.  Österreichische Weinmarketingserviceges.m.b.H. (ÖWM) (Hrsg.): Dokumentation Österreichischer Wein 2011. Wien 2011, S. 40ff. ([3]).
  9. Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft BLW Das Weinjahr 2008 (PDF), Herausgeber Bundesamt für Landwirtschaft BLW
  10. Grüner Veltliner Lark Hill
  11. Forrest Winery
  12. Vitis International Katalog – Datenbank Geilweilerhof: Veltliner Gruen
  13. Die Rechtschreibung der fremdsprachigen Bezeichnungen wurde laut [4] korrigiert.