Districtus Austriae Controllatus

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Districtus Austriae Controllatus (DAC) ist eine Herkunftsbezeichnung für regionaltypische Qualitätsweine aus Österreich.

Die Bezeichnung DAC wird von regionalen Weinkomitees an jene Weine vergeben, die ihre Herkunftsregion in unverkennbarer Weise repräsentieren. Im Jahr 2002 wurde mit der Einführung des Appellationssystems DAC (Districtus Austriae Controllatus) in Österreichs Weinhierarchie erstmals die Herkunft über die Rebsorte gestellt. Ziel ist es, typische Weine einer Region unter einer gemeinsamen Marke zusammenzufassen und damit größere Weinmengen mit einer zuordenbaren Stilistik zu schaffen.

In den DAC-Weinbaugebieten dürfen auch Weine ohne DAC-Bezeichnung produziert werden. So dürfen auch nicht für den DAC zugelassene Rebsorten verwendet werden. Allerdings darf dann der Wein nicht mit der geografischen Angabe, die dem DAC entspricht, bezeichnet werden. Stattdessen kann eine übergeordnete Regionenbezeichnung verwendet werden, zum Beispiel Niederösterreich anstatt Weinviertel. Dies ist für fünf der sieben derzeit eingerichteten DAC von Bedeutung, weil sie den gleichen Namen wie das historische Weinbaugebiet führen. Auch für den neu beschlossenen DAC Neusiedlersee wird es von Bedeutung sein, da auch für ihn kein neues Weinbaugebiet mit einem neuen Namen definiert werden soll.

Für den DAC Leithaberg und den DAC Eisenberg wurden neue Weinbaugebiete definiert bzw. neue Namen eingeführt. Die Weine der historischen Weinbaugebiete Neusiedlersee, Neusiedlersee-Hügelland und Südburgenland können daher wie gewohnt weiter in Verkehr gebracht werden.

Alle bisherigen DAC liegen in der Weinbauregion Weinland Österreich, die die Weinanbauflächen der Bundesländer Niederösterreich und Burgenland umfasst. Die vier DAC im Bundesland Niederösterreich (Kamptal, Kremstal, Traisental und Weinviertel) haben jeder ein eigenes Komitee. Im Burgenland soll es bei einem Komitee („Komitee Burgenland“) bleiben, das bisher schon für die DAC Eisenberg, Leithaberg und Mittelburgenland zuständig ist.

Historische Weinbaugebiete ersetzende DAC[Bearbeiten]

Weinviertel DAC[Bearbeiten]

Roman Pfaffl setzte sich dafür ein, dass der Weinviertel DAC der erste DAC Österreichs wurde.[1] Die DAC-Verordnung „Weinviertel“ trat mit 24. Januar 2003 in Kraft.

Der Weinviertel DAC ist ein gebietstypischer Grüner Veltliner, der an seiner hell- bis grüngelben Farbe und seinem pfeffrig-würzigen, feinfruchtigen Geschmack zu erkennen ist. Er muss trocken mit max. 6 g/l Restzucker ausgebaut sein und darf weder einen Holz- noch Botrytiston aufweisen, es sei denn er wird mit dem Zusatz „Reserve“ in Verkehr gebracht. Der Alkoholgehalt muss mindestens 12 vol% betragen, wobei eine Toleranz von +/− 0,5 vol% zulässsig ist. Für den „Reserve“ muss der Alkoholgehalt mindestens 13 vol% betragen.[1]

Eine Abfüllung ist in 1,0 und 2,0 l Flaschen nicht zulässig, der Verkauf erst ab 1. März des auf die Lese folgenden Jahres. Die Weine müssen den gesetzlichen Vorschriften für Qualitätswein entsprechen und werden darüber hinaus einer strengen Verkostung unterzogen, bei welcher der geforderte typische Gebiets- und Sortencharakter, das sogenannte „Pfefferl“, eingefordert wird.

Eine ganze Reihe von Angaben sind auf dem Etikett nicht zulässig darunter „Qualitätswein“, „Kabinett“, „Spätlese“, Großlagen und „Bestimmtes Anbaugebiet Niederösterreich“.[2]

Mittelburgenland DAC[Bearbeiten]

Mit 30. August 2006 wurde die DAC-Verordnung „Mittelburgenland“ erlassen. Beim Mittelburgenland DAC handelt es sich um einen sehr typischen, fruchtig, würzigen Blaufränkisch der in 3 Kategorien ausgebaut werden kann.

Die leichteste Kategorie trägt die Bezeichnung Mittelburgenland DAC oder Mittelburgenland DAC Classic. Dabei handelt es sich um einen sortentypisch, fruchtig, würzigen Blaufränkisch, der in großen Eichenfässern oder Stahltanks ausgebaut wird. Er besitzt ein sortentypisches Bukett und einen maximal kaum merkbaren Holzton. Seine Farbe ist ein kräftiges, gedecktes Rot und der Alkoholgehalt liegt zwischen 12,5 % und 13 %. Der Verkauf darf frühestens am 1. März des auf die Ernte folgenden Jahres erfolgen.

Die mittlere Kategorie heißt ebenfalls Mittelburgenland DAC, diese muss aber zusätzlich um eine Riedenbezeichnung ergänzt werden. Geschmacklich entspricht er der ersten Kategorie, ist aber kräftiger und kann auch einen leichten Holzton besitzen. Ausgebaut wird er in großen Eichenfässern oder gebrauchten Barriques. Die Abgabe an die Verbraucher erfolgt frühestens am 1. September des auf die Ernte folgenden Jahres. Dieser Wein muss einen Alkoholgehalt zwischen 13 % und 13,5 % aufweisen.

Die kräftigste Kategorie heißt Mittelburgenland DAC Reserve. Er muss einen merkbaren bis dominierenden Holzton aufweisen und in großen Eichenfäßern oder Barriques ausgebaut werden. Dieser Wein muss mindestens 13 % Alkoholgehalt besitzen. An die Verbraucher darf er erst am dem 1. Jänner des zweiten auf die Ernte folgenden Jahres erfolgen.

Allen drei Kategorien ist es gemeinsam, dass der Restzuckergehalt 2,5 g/l nicht übersteigen darf. Das Bouquet erinnert an Kirschen und Brombeeren, bringt ausgeprägte, würzige Fruchttöne am Gaumen.

Die Herkunft des Weines kann über eine Analyse der Aroma- und Mineralstoffe des Weines eindeutig zugeordnet werden. Der Mittelburgenland DAC fällt dabei insbesondere durch seinen sehr hohen Resveratrolgehalte auf.

Der erste Jahrgang des Mittelburgenland DAC ist 2005. Für diesen Jahrgang wird von einer Gesamtmenge von ca. 800.000 Bouteillen aus 42 Weinbaubetrieben ausgegangen. Die Rebsorte Blaufränkisch stellt im Mittelburgenland die Leitsorte und mit 1.165 ha knapp mehr als 55 % der gesamten Weinanbaufläche des Weinbaugebiets.

Traisental DAC[Bearbeiten]

Seit Herbst 2006 kann das Weinbaugebiet Traisental die Bezeichnung DAC für die Sorte Grüner Veltliner und Rheinriesling führen. Das Traisental ist mit 770 ha das kleinste Weinbaugebiet in Niederösterreich, das auch erst seit 1995 eigenständig beworben wird.

Kremstal DAC[Bearbeiten]

Durch die DAC-Verordnung „Kremstal“[3] kann ab der Ernte 2007 das Kremstal in Niederösterreich die Bezeichnung DAC führen. Die Bezeichnung dürfen Weine der Rebsorte Grüner Veltliner und Riesling führen. Der Alkoholgehalt liegt zwischen 12,0 und 12,5 %. Für kräftige Weine mit einem Alkoholgehalt über 13 % ist die Bezeichnung DAC Reserve vorgesehen.

Kamptal DAC[Bearbeiten]

Mit dem Jahrgang 2008 wurde im Kamptal das DAC-System eingeführt.[4] Zugelassen sind die Rebsorten Grüner Veltliner und Riesling. Für Weine der Kategorie DAC Kamptal darf der Alkoholgehalt zwischen 12 % und 12,5 % betragen. Für die Stufe DAC Kamptal Reserve muss ein Mindestalkoholgehalt von 13,5 % erreicht werden. Zusätzlich müssen Reserve-Weine über eine ausgeprägte Stilistik verfügen, und ein leichter Botrys- und Holzton ist im Unterschied zu den Klassik-Weinen zulässig.

Neue Weinbaugebiete bildende DAC[Bearbeiten]

Leithaberg DAC[Bearbeiten]

Ab dem Jahrgang 2009 dürfen Weine aus Eisenstadt und Umgebung, Jois und Winden am See unter der Bezeichnung Leithaberg DAC verkauft werden.[5] Erstmals entspricht ein DAC nicht einem der im Weinbaugesetz genannten Weinbaugebiete, sondern umfasst Teile zweier dieser Gebiete, und zwar Neusiedlersee und Neusiedlersee-Hügelland. Als Rebsorten sind für Rotweine Blaufränkisch und für Weißweine Grüner Veltliner, Weißburgunder, Chardonnay und Neuburger sowie Verschnitte dieser Sorten zugelassen. Der Leithaberg DAC ist der erste, in dem sowohl Rot- als auch Weißweine zugelassen wurden.

Eisenberg DAC[Bearbeiten]

Die namengebende Region ist die Gemeinde Deutsch Schützen-Eisenberg. Im kleinsten Weinbaugebiet werden auf 150 Hektar Blaufränkischer angebaut. Die Auszeichnung Eisenberg DAC darf ab dem Jahrgang 2009 geführt werden.[6]

Neusiedlersee DAC[Bearbeiten]

Für den DAC Neusiedlersee, der ab Ende Februar 2012 gilt,[7] ist die typische Rebsorte der Zweigelt. Diese Sorte wird auf 1.812 Hektar angebaut.[8] Der Alkoholgehalt ist mindestens 12 %.[9]

Wiener Gemischter Satz[Bearbeiten]

Ab dem Jahrgang 2013 erhält der Gemischte Satz der Wiener Weinhauer das Qualitätssiegel, wenn er den Regelungen entspricht.[10]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. a b Beitrag von Michael Prónay in „Das etwas andere Weinviertel“ ISBN 978-3-7012-0131-0, Verlag Styria Wien, Graz, Klagenfurt, S. 162
  2. Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für DAC-Verordnung „Weinviertel“, Fassung vom 8. Februar 2012
  3. DAC-Verordnung „Kremstal“
  4. DAC-Verordnung „Kamptal“
  5. ÖWM/Susanne Staggl: „Zweite DAC-Appellation im Burgenland umfasst Weiß- und Rotwein. Leithaberg DAC beschlossen“ bei weinausoesterreich.at, abgerufen am 8. August 2009
  6. Eisenberg DAC ist unter Dach und Fach im Falstaff abgerufen am 17. September 2010
  7. Neue DAC-Region im Burgenland auf ORF vom 9. Februar 2012 abgerufen am 9. Februar 2012
  8. „Neusiedlersee DAC“ beschlossen auf Der Winzer vom 3. Februar 2012 abgerufen am 9. Februar 2012
  9. Neu: Neusiedlersee DAC in GaultMillau Österreich abgerufen am 2. März 2012
  10. Wiener Gemischter Satz erhält DAC-Status auf ORF vom 19. August 2013 abgerufen am 19. August 2013

Weblinks[Bearbeiten]