Graitschen bei Bürgel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Graitschen bei Bürgel
Graitschen bei Bürgel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Graitschen bei Bürgel hervorgehoben
50.95666666666711.720833333333181Koordinaten: 50° 57′ N, 11° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saale-Holzland-Kreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Bürgel (erfüllende Gemeinde)
Höhe: 181 m ü. NHN
Fläche: 4,6 km²
Einwohner: 398 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07616
Vorwahl: 036692
Kfz-Kennzeichen: SHK, EIS, SRO
Gemeindeschlüssel: 16 0 74 028
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Markt 1
07616 Bürgel
Webpräsenz: www.graitschen.de
Bürgermeister: Heike Langrock (parteilos)
Lage der Gemeinde Graitschen bei Bürgel im Saale-Holzland-Kreis
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Über dieses Bild
Dorfkirche

Graitschen bei Bürgel (amtlich: Graitschen b. Bürgel) ist eine Gemeinde im Saale-Holzland-Kreis und Teil der erfüllenden Gemeinde Bürgel. Geprägt ist das Leben der Gemeinde durch zahlreiche Vereine wie den Feuerwehrverein, Heimatverein, den Sportverein (Spielvereinigung Rot/Weiß-Graitschen), die Treckerfreunde sowie den Pfingstverein. Der Feuerwehrverein richtet in jedem Jahr das traditionelle Maibaumsetzen und seit einigen Jahren auch den Weihnachtsmarkt aus.

Wappen[Bearbeiten]

Wappenbeschreibung: In Gold eine grüne Weintraube mit zwei ebenso gefärbten Laubblättern am Stiel von 12 roten Rauten bordartig umgeben.

Verkehr[Bearbeiten]

1905 wurde Graitschen mit einem Haltepunkt an die Bahnstrecke Crossen–Porstendorf angeschlossen, 1969 wurde diese wieder stillgelegt. Auf dem Streckenteil Bürgel–Porstendorf wurde ein Radweg angelegt. Der nächstgelegene Bahnhof ist heute Jena.

Durch Graitschen verläuft eine Landstraße, auf welcher in regelmäßigen Abständen die von der JES Verkehrsgesellschaft mbH betriebenen Buslinie 433 Bürgel–Jena verkehrt. 2005 wurden alle Wochenendverbindungen der Buslinie aus Kostengründen ersatzlos gestrichen. Ein Pilotprojekt 2011, die Busse wieder einzuführen, stieß nur auf geringe Beteiligung und wurde nicht weitergeführt. Seit 2010 ist Graitschen Teil des Verkehrsverbund Mittelthüringen.

Politik[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus sechs Mitgliedern, die seit der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 alle von der Wählergemeinschaft Graitschen gestellt werden.

Ehrenamtliche Bürgermeisterin ist seit der Bürgermeisterwahl am 6. Juni 2010 Heike Langrock, ebenfalls von der Wählergemeinschaft Graitschen.[2]

Feuerwehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde Graitschen verfügt über eine aktive Freiwillige Feuerwehr. Die Feuerwehr Graitschen verfügt über ein Kleinlöschfahrzeug (KLF-Thüringen) mit einer Einsatzstärke von 1/4 (1 Gruppenführer und 4 weitere Einsatzkräfte) und eine grundlegende Ausstattung zur Brandbekämpfung. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Graitschen sowie der Feuerwehrvereins Graitschen e.V. organisieren auch das traditionelle Maibaumsetzen jährlich am 1. Mai sowie den Weihnachtsmarkt.

Geografie[Bearbeiten]

Graitschen liegt im Tal der Gleise. Im Gemeindegebiet liegt der Alte Gleisberg mit einer bedeutenden ur- und frühgeschichtlichen Höhensiedlung.

Angrenzende Gemeinden sind im Uhrzeigersinn Tautenburg im Norden, Poxdorf im Osten, Nausnitz und die Stadt Bürgel im Süden sowie Jenalöbnitz und Löberschütz im Westen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Rathaus in Graitschen

Geschichte[Bearbeiten]

→ Siehe Dorfkirche Graitschen

Graitschen wurde 1146 erstmals urkundlich erwähnt. Aber schon in der Steinzeit standen in der Umgebung Siedlungen. Die Ortsnamen der Umgebung (enden zumeist mit itz und ütz) deuten auf den slawischen Ursprung der Dörfer hin.

Etwa 1 Km nordöstlich von Graitschen lag am Rande auf der Poxdorfer Höhe eine mittelalterliche Burganlage. Mit der Burg wurde der Weg über den Tautenburger Forst nach Wetzdorf kontrolliert. 1302,1307 und 1327 wurde ein Dietrich von Graitschen erwähnt. 1380 ist eine Anna von Graitschen als Äbtissin des Klosters Petersberg bei Eisenberg bekannt.[3]

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

Auf einer Gedenktafel am Aufgang zum Friedhof und mit einem Findling neben ihren Gräbern wird seit 1975 an zwei namentlich bekannte Zwangsarbeiter aus Polen erinnert, die 1945 von der Gestapo ermordet wurden. Sie gehörten zu den 30 Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern aus Polen und Frankreich, die in der Land- und Forstwirtschaft arbeiten mussten.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Graitschen b. Bürgel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Kommunalwahlen in Thüringen - Wahlergebnisse. Abgerufen am 16. Juni 2010
  3. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze S 113Jenzig-Verlag 2001 ISBN 3-910141-43-9
  4. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 209, ISBN 3-88864-343-0